Staubsaugen hilft

Meine Mutter findet, ich sei die geborene Putzfrau. Das liegt daran, weil ich mich auskenne mit den besten Putzmitteln, Fleck- und Geruchsentfernern, Lappen und Staubsaugern. Es mag ein wenig seltsam anmuten: Sich permanent mit neun bis zwölf Hunden zu umgeben, Hühner aus Krankheitsgründen im Haus wohnen zu lassen und Gummistiefel zu den Lieblingsbeschuhungen zu zählen, passt auf den ersten Blick nicht so ganz dazu, dass ich saubere Böden liebe und schmutzige Sofas hasse (die auch noch hell sind). Andererseits – wer soll denn so viele Haustiere haben, wenn nicht ich, die dafür sorgt, dass es hier trotzdem ziemlich sauber und schön ist? Alles andere wäre ja kurz vorm Messietum.

Ich kann mich mit echter Leidenschaft mit Staubsaugern auseinandersetzen. Wenn ich wählen müsste zwischen Geschirrspüler und Staubsauger: Ich würde immer den Staubsauger wählen. (Müsste ich mich allerdings zwischen Staubsauger und Waschmaschine entscheiden, ich käme ins Schleudern).

Eigentlich bin ich eine Dysonette. Ich hab’s gerne laut und robust, beim Dyson hat man das Gefühl, es passiert auch was da unten am Fußboden. Staubsaugerbeutel mag ich nicht, und das Design von Dyson ist auch okay – vielleicht ein bisschen zu futuristisch, aber das Ding wird von Männern designt, und die mögen es, wenn auch ihr Staubssauger möglichst technisch aussieht.

Und nun begegnete mir ein Staubsauger der Firma THOMAS, der „THOMAS CYCLOON HYBRID Pet & Friends“, wie er mit vollständigem Namen heißt. Ich sollte ihn testen, weil sich mittlerweile herumgesprochen hat, dass in diesem Haushalt Heavy Duty-Bedingungen für Putzwerkzeug herrschen.

 

Er sieht nicht wahnsinnig besonders aus – also normal halt. Aber man will mit einem Staubsauger ja auch keinen Attraktivitätswettbewerb gewinnen, außerdem lernt man ja mit fortschreitender Vergreisung, vermehrt auf die Fähigkeiten und inneren Werte seines Gegenübers zu achten. Denn dass Brad Pitt auch nie so toll war, wie er aussah, wissen wir ja mittlerweile auch alle. Und die Fähigkeiten des THOMAS sind wirklich beachtlich. Will sagen: Obwohl ich eine wirklich treue Person bin, könnte man sagen: Ich bin ziemlich verliebt.

Der THOMAS CYCLOON ist ein beutelloser, spezieller Tierhaarstaubsauger mit 1400 Watt und der Energieeffizienzklasse A+++, der ordentlich was schafft. Ich habe mit einem weißen Barsoi, zwei Collies und zwei Windsprites durchaus ein Lange-helle-Haare-auf-den-Steinböden-Problem, weshalb ich mindestens einmal am Tag sauge.Wenn der Dyson ein Männerstaubsauger ist (mit dem man auch sehr gut das Auto saugen kann), dann wurde der THOMAS von Frauenverstehern gebaut. Zum Autowaschen ist er aufgrund des rechteckigen Wagens zu unbeweglich, aber er kann eben lauter Dinge, die im Haushalt eine Rolle spielen. 

Das Kabel ist wunderbar lang.
Die Teleskopdüse lässt sich bis ca. 97 cm  ausziehen ist tatsächlich so lang, dass auch ein 1,80m großer Mensch wie ich staubsaugen kann, ohne Rücken zu bekommen.
Die Saugdüse ist flach, sehr beweglich und leicht, so dass man fabelhaft unter Kommoden, Sofas und Schränke gelangt und auch Treppenstufen leicht absaugen kann.
Der Wagen des Staubsaugers ist rechteckig und ca. 6,5 kg schwer und kann dadurch nicht umfallen (was vom Dyson auch behauptet wird, aber nicht stimmt), gleichzeitig aber extrem beweglich.
Der Dreck sammelt sich in der so genannten „easy Box“, wobei Feinstaub und Haare und gröberer Schmutz getrennt eingesaugt werden. Will heißen: Haare und Staub in der großen Kammer, Staub in den Seitenkammern. Der Vorteil hiervon erschließt sich mir nicht so ganz – bei mir ist die Box eben irgendwann voll und muss geleert werden. Das geht auch ziemlich einfach: Vorne gibt es eine Klappe, mit der kippt man die Haare elegant in den Abfalleimer. Wenn es sehr viele Haare sind (leider gibt es keine Anzeige, wann die Staubbox voll ist – man muss raten oder merkt es an der nachlassenden Leistung des Staubsaugers), muss man sie aus der Düse heraus ziehen, aber das Problem hat wahrscheinlich kein Mensch mit einer normalen Anzahl von Hunden – also einem bis drei 🙂 . 
Wenn es allerdings an den Feinstaub geht, muss man den Deckel von oben öffnen, und wie man das im Haus macht ohne Feinstaubbelastung rund um den Mülleimer weiß ich nicht. Ich entleere die Box draußen an der Mülltonne und halte (wie beim Dyson ) dabei die Luft an. Aber dafür kann man die „easyBox“ des THOMAS ganz leicht auswaschen, so dass man sich die Hände nicht schmutzig macht.
Was Besitzer von Neufundländern, Golden Retrievern und anderen etwas müffeligen Hundearten erfreuen wird: Der THOMAS kann Gerüche. Echt. Es gibt zusätzlich zur „easyBox“ – dem Kasten, in dem sich Staub und Haare sammeln – auch noch eine „Aqua Box“ beim Zubehör.
Die füllt man mit einem Liter Wasser, woraufhin Haare und muffiger Staub im Wasser gebunden werden und nicht mehr die ganze Wohnluft verpesten (Sie wissen schon – dieser ganz bestimmte Staubsauger-Hundegeruch, den vor allem Staubsauger mit Beuteln während des Saugens verbreiten). Anschließend kann das Schmutzwasser elegant im Klo entsorgt werden. Jedenfalls, falls man selbst einigermaßen Eleganz-begabt ist. Man muss das meistens rabenschwarze Wasser aus der Aqua-Box sehr zielsicher in die Toilette gießen, sonst muss man das Bad auch gleich noch putzen. Andererseits kann man mit der Aqua-Box auch Flüssigkeiten aufnehmen, was wirklich praktisch ist, wenn mein Labrador Jack viel getrunken und die Hälfte des Wassers geschickt auf dem Küchenboden verteilt hat.

Aber Gerüche sind so oder so kein Problem bei diesem Staubsauger – er enthält so viele verschiedene Filter, dass es eine wahre Freude ist. Er besitzt ein ausgeklügeltes Filtersystem mit

  • waschbarem HEPA 13 Filter
  • Doppelkammer Zyklon EasyBox
  • Aqua-Frischebox
  • Aktivkohlefilter
  • Pollenfilter und
  • Micro-Abluftfilter, also ideal für Hausstaub-Empfindliche und allen, die mit Pollen zu kämpfen haben. Es mufft im Haus wirklich nicht beim Saugen, wie denn auch, bei dem Filter-Aufgebot: Die Luft, die aus dem Staubsauger geleitet wird, ist praktisch staubfrei.

 

Im Karton (also im „Lieferumfang enthalten“, wie das in der Fachsprache heißt) gibt es ausser den beiden Saugboxen

• Teleskop-Edelstahlsaugrohr mit Verriegelungstaste
• umschaltbare Tierhaarbodendüse
• Turbobürste
• Fugendüse mit Saugpinsel-Aufsatz
• Polsterdüse
• Reinigungsbürste

Was mir fehlt, sind ein Halter an der Teleskopstange für die verschiedenen Düsen. So liegen sie meistens ordentlich in Regal, während ich ganz woanders sauge und dann doch nicht dazu komme, sie zu holen.
Außerdem gibt es keinen Kabeleinzug-Knopf, sondern nur eine automaitsche Einroll-Funktion, wenn man leicht am Kabel zieht. Nach meiner Erfahrung leiert dieser Mechanismus nach ein, zwei Jahren aus – aber wer weiß. Geben wir dem THOMAS eine Chance, das Gegenteil zu beweisen. Das Saugergebnis ist jedenfalls großartig.

3 Kommentare

  1. Ein Staubsauger mit 1400 Watt ist nicht mehr zeitgemäß.Seit September 2017 dürfen neue Modelle nur noch höchstens 900 Watt Motorleistung haben.Also eigentlich nicht zu empfehlen

    • Liebe Frau Linthe, Sie haben recht, allerdings sind Geräte, die bereits im Handel oder im Umlauf sind, von den Neuregelungen nicht betroffen. Noch dazu ist die Pauschal-Regelung umstritten: Beutellose Staubsauger benötigen für effektives Saugen durchaus eine höhere Watt-Zahl – gleichzeitig sparen diese beutellosen Geräte aber Energie, weil eben nicht permanent Beutel und deren Verpackung produziert und wieder entsorgt werden müssen. Mir kommt die Neuregelung ungefähr so effizient vor die dei Abschaffung der Glühbirne, die durch Halogenbirnen ersetzt werden mussten die dafür auch eher kaputt gehen und teurer sind, was wiederum zur Energieverschwendung beiträgt (von der Herstellung von LEDs ganz zu schweigen, durch die weitere wertvolle Ressourcen verbraucht werden).
      Laut Elke Dünnhoff, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, lohnt es sich nicht, den alten Staubsauger allein aus Stromspargründen auszutauschen. „Wer Strom sparen will, sollte den Blick auf die echten Stromfresser im Haushalt richten.“
      Hohe Stromsparpotenziale von mehreren hundert Kilowattstunden fänden sich häufig bei älteren Kühl- und Gefriergeräten, Wäschetrocknern oder elektrischen Warmwasserboilern. Damit verglichen seien Staubsauger „Peanuts“, so Dünnhoff.

      Ich empfehle den Staubsauger also trotzdem. 🙂
      Herzlich, Katharina von der Leyen

  2. Hallo, ich habe noch nie eine so witzige und unterhaltsame Beschreibunng und Wertung über einen Staubsauger gelesen . Sehr gelungen. Liebe Grüße. Anja

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