Mein Leben ist kein langer, ruhiger Fluß

oder: Ich will Fische!

Irgendetwas hat der liebe Gott in meinem Fall falsch verstanden. Als es darum ging, Abenteuer und Aufregung zu verteilen, muss ich wohl zu laut “hier!” geschrieben haben – aber ich möchte noch einmal versichern, dass das keine Bestellung war, sondern höchstens ein Wunsch, ein Vorschlag.

Ich zeige Ihnen jetzt mal ein Foto, und Sie müssen raten, wie viele Tiere darauf zu sehen sind:

Na, gefunden? Vorne links im Baum sieht man eine Katze, und das, was man rechts im Wipfel erkennen kann, ist mitnichten ein Eichhörnchen, sondern ein Hund.

Und zwar Fips, einer der kleinen Rumänen. Ein Hund so groß wie ein Turnschuh. Der schoß irgendwann heute früh hinter einer Nachbarskatze her und ward nicht mehr gesehen. Ich konnte ihn bellen hören, also stapften wir los, marschierten zu acht den Hügel herunter – und da konnte ich ihn jammern hören, aber wo? Und dann sah ich ihn, weit oben über mir im Baum, auf zwei Ästen balancierend.

Ich kam nicht heran, der Baum steht noch dazu an einem wirklich steilen Abhang. Ich rief die verschiedenen Freiwilligen Feuerwehren an, aber die waren entweder aushäusig beim Schneeräumen oder hatten keine entsprechenden Leitern (bitte was? Gut, dass ich das jetzt weiß…).

Fips jammerte und balancierte wackelig auf den dünnen Zweiglein, die Katze demonstrierte gähnend, dass ihr langsam langweilig wurde, die anderen Hunde jammerten gruppendynamisch mit – da brachen die Äste, und Fips plumpste von Astgabel zu Astgabel und purzelte schließlich den Hang herunter bis vor meine Füße.

Anschließend wollte er sofort nochmal los, um es der Katze jetzt endlich zu zeigen.

Es ist nämlich so, dass Hunde aus ihren Abenteuern absolut nichts lernen.

3 Kommentare

  1. Es kommt mir so fies vor, darüber zu lachen.
    Wenn Sie die letzten beiden Sätze weggelassen hätten, würde ich vor Mitleid zerflließen, aber so … Lachen ist gesund.
    Hunde auch.

    Übrigens … wenn mir meine dreieinhalb mal wieder gehörig auf den Geist gehen, drohe ich ihnen, dass ich künftig Tiergestützte Therapie mit Achatschnecken anbiete. Hat bisher immer geholfen 😉

    Einen schönen Abend und herzliche Grüße
    Jorka Schweitzer

  2. Herrlich! Ich habe gerade über das Gelesene von Herzen gelacht!
    Bei Ihnen wird es wirklich nicht langweilig. Und zu guterletzt plumpst der kleine Kerl Ihnen noch vor die Füße.
    Vielleicht ist er ja eine Katze im Hundekostüm?
    Wenn man sich in der Situation nicht so ärgern oder sorgen würde – oder alles gleichzeitig – weiß man diese Abenteuer am Ende des Tages zu schätzen.
    Herzlich, Daniela … meine Vier machen leider ;-)nicht immer so’n Blödsinn…

  3. ui, aufregender Tag !
    Aber: Sehen Sie`s mal so: Wäre Ihnen das in Ihrer alten Heimat Berlin/Brandenburg passiert, hätten Sie zusätzlich auch noch geschätzte drei Anzeigen (Tierschutz: Katze; Hund: im Freilauf nicht 100%ig unter Kontrolle; Flurfrevel (oder so ähnllich): Baum)
    Also so gesehen…alles gut 😉

    Freundliche Grüße (na ja, genau von dort…)

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