Juckreiz! Pusteln! Ausschlag! Grasmilben!

Foto: Debra Bardowicks

Blühende Wiesen sind wunderschön, aber leider bleiben sie für viele Hunde nicht ohne Folgen. Als wären Zecken nicht schon gemein genug, kämpfen viele Hunde jetzt mit schrecklich juckenden, winzigen Stichen von Grasmilbenlarven. Meist sieht man diese Stiche am weniger behaarten Bauch, unter den Achseln und zwischen den Pfoten. Sie jucken entsetzlich, und der Hund kratzt oder benagt sich unaufhörlich.

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Grasmilben-Ausschlag am Bauch

 

 

 

 

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Eigentlich sind es die Larven der Grasmilbe, die stechen. Ist sie erwachsen, ernährt sie sich von kleinen Gliederfüßlern. Die Milben leben im Boden und legen einige Hundert Eier. Aus diesen Eiern schlüpfen Larven und die klettern auf Grashalme oder niedrige Blätter, sobald es warm wird. Das gilt in warmen, trockenen Jahren bei uns bereits ab April und kann bis Ende September dauern.

Grasmilbe

Grasmilbe

Ähnlich wie Zecken werden die Larven von Blatt oder Grashalm im Vorbeigehen oder Liegen auf der Wiese abgestreift. Grasmilbenlarven brauchen gar kein Blut: Sie stechen in die oberste Hautschicht und saugen die Zellflüssigkeit auf.
Die Larven übertragen keinerlei Krankheiten, können aber nässende, entzündete Wunden und massive Allergien auslösen, deshalb muss der Mensch schnell handeln, wenn er diese Stiche bemerkt.

Behandlung

Foto: Kookerhondje

Foto: Debra Bardowicks – Koikerhondje

Als Erste Hilfe kann man die Stiche mit einer Lösung aus Apfelessig abreiben (1 Tasse Apfelessig auf 1 Liter lauwarmes Wasser) oder 70%igem Alkohol abreiben. Anschließend sollte man ein Anti-Allergikum auftragen bzw. etwas, das den Juckreiz bei Stichen stillt, wie z.B. Fenistil-Gel.

Ein Einrieb mit Kokosöl ist hochwirksam, denn er beruhigt die gereizte Haus und wirkt gleichzeitig antibakteriell, so dass sich die Pusteln nicht auch noch entzünden können. Gleichzeitig hält der Kokos-Geruch die Plagegeister fern – und Zecken sowieso.

Ebenfalls sehr wirksam ist das Propolis-Gel von der (Pferde-) Firma Leovet. Propolis ist eine von Bienen hergestellte, harzartige Masse mit antibiotischer, antiviraler und antimykotischer Wirkung. Propolis ist ein Gemisch aus Vitaminen Harzen Pflanzenstoffen und Spurenelementen, dass die Haut beruhigt und nachhaltig positiv auf Hautgewebe wirkt.

NICHT an den Pusteln herumpulen! Stattdessen „Octenisept“-Spray aufsprühen. Die Pusteln verschwinden gewöhnlich sehr schnell.

Anschließend den Hund mit dem Bio-Hautöl von Leovet einreiben. Dieses Bio-Hautöl hat bei meinem Pflege-Galgo Nano und meinem Windspiel Harry phänomenal gewirkt (und, nachdem es erst einmal eingezogen war, für unglaublich weiches Fell gesorgt und besteht aus Ringelblume (wirkt entzündungshemmend und heilfördernd), Karotte (enthält Vitamine und ätherische Öle) und Johanniskrautöl (abschwellend, adstringierend, antibakteriell, hautberuhigend, blutbildend, entzündungshemmend).

Vorbeugung

Langhaarige Hunde sind naturgemäß besser gegen Grasmilbenlarven geschützt, andere scheinen außerdem ein so fabelhaftes Immunsystem zu haben, dass ihnen die kleinen Viecher überhaupt nichts ausmachen. Allen anderen kann helfen, wenn man sie vor dem Spaziergang mit Kokosöl einreibt (z.B. Feeptrotect www.feeprotect.de), was üblicherweise die gemeinen kleinen Parasiten abzustößt. Auch ein Bad mit einem Shampoo gegen Parasiten hilft, den Grassmilbenbefall einzudämmen. Als Alternative zu Akarizid kann auch ein pyrethrumhaltiges Mittel gegen die Grasmilben beim Hund eingesetzt werden: Langhaarigen Hunden kann ein Pyrethum-haltiges Flohpulver sehr gut helfen, oder aber das Flohpuder von Dr. Schaette, das ausschließlich Kieselgut enthält. Innerlich wirkt ein Immunsystem-Aufbau mit Schwarzkümmelöl, täglich ein TL ins Futter (ziemlich teuer, aber sehr wirksam: Wichtig ist, dass es ein hochwertiges Bio-Öl ist, weil das andere so terpentinähnlich reicht, dass der Hund es nicht fressen will).

Müssen Sie jetzt alles waschen?

Nein, denn die Larven stechen nur ein einziges Mal. Sobald sie den menschlichen oder tierischen Zellsaft haben, fallen sie wieder ab und wandeln sich im Erdboden innerhalb einer Ruhephase zur Nymphe um.

Versuchen Sie eine Weile auf elegant gestutzten Rasenflächen oder Wegen spazierenzugehen und den Hund nicht mehr durchs hohe Gras laufen zu lassen, wenn es irgend geht – auf jeden Fall, bis seine Symptome abgeklungen sind.

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5 Kommentare

    • Franz Rathmann

      also ich habe einen reinrassigen Schäferhund der palgt sich schon 4 Jahre mit dem Vieh herum. Fortlaufend habe ich vom Tierarzt für 45 Euro zwei Falsche von einem wirkungslosen Zueg bekommen sllte auf den Rücken punktweise aufgebracht werden. Nix passierte. Der Brsutberich wo sich nun Pusteln gebildet haben und ewig nur kratzen und jucken aber alles ausprobiert nix wirkte. Sogar MMS was ein guter Stoff ist keine Wirkung. Kokosöl null wirkung. Nun geht er nicht mehr die Treppe rauf und liegt immer in Wohnzimmer oder Küche auf seiner weichen Decke. Er bekommt auch schon agressives verhalten wo er meine Frau angegangen hatte. Ich bin ganz ratlos, darf man mit dem Hund nicht mehr in eine Wiese gehen?

      • Lieber Herr Rathmann,
        wenn Ihr Hund so massiv auf Grasmilben regiert, muss man Wiesen leider meiden. Aber wenn er das auch im Winter hat, dann ist es etwas anderes – die gibt es eigentlich nur im Sommer.
        Möglicherweise hat er eine Futter-Unverträglichkeit, oder in seinem Futter ist nicht alles enthalten, was er braucht für seine Haut. Ich würde ihm mal vier Wochen lang zusätzlich Zink geben – Zinkorot-Tabletten kosten nix und sind hochdosiert, gibt es in der Apotheke. Vier WOchen lang 1 Tablette täglich, dazu würde ich Lachsöl über sein Futter geben.
        Wenn es möglich ist, würde ich in der gleichen Zeit das Futter komplett umstellen – z.B. eine Dose, die nur eine Fleischsorte enthält, z.B. Huhn oder Pute, aber ein Alleinfutter (gibt es auch bei Fressnapf). Es geht nur darum herauszufinden, was eigentlich in Wirklichkeit das Problem ist Nach Grasmilben klingt das nämlich nicht allein – die setzen sich natürlich gerne (wie alle Parasiten) an einen Wirt, dessen Immunsystem nicht toll ist.
        Herzliche Grüße, Katharina von der Leyen

  1. Phu..Danke für den Rat
    Werden wir mal ausprobieren!!
    Unser Frenchie kann gar nicht mehr auf der Wiese mit den anderen toben, weil es nur noch juckt 🙁
    Am schlimmsten ist das rechte Ohr. Wird dann nässend blutig gekratzt und die Pfötchen geleckt.
    Kalt abduschen, kühlen und Kragen (vorsorglich!)
    Wiesen werden bewusst bei & nach Regen genutzt, aber “Geschäfte” gehen nur im verstecktem grünen.
    (Sie kann nicht, wenn einer guckt)

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