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Fritz’ Tagebuch: Der Held des Tages

Fritz
6:30 Uhr
Ich bin heute wirklich totsterbensmüde, weil die Nacht so anstrengend war: Habe nicht mal genug Energie, um mich richtig zu strecken. Mitten in der Nacht kam ein fremder Mann in unsere Wohnung durch die Hintertür im hinteren Teil der Wohnung und gab sich ganz offensichtlich große Mühe, ganz leise zu sein. Ich war allein in diesem Teil der Wohnung, weil ich diesmal ohne die anderen im vorderen Flur schlafen wollte. Ich begrüßte den Mann freundlich, wie es ja nun mal meine Art ist, und gab mir Mühe, meinerseits auch ganz leise zu sein, weil wir sonst auch immer fürchterlichen Ärger bekommen, wenn wir nachts bellen. Der Mann ging zum Kühlschrank und gab mir daraus etwas Salami. Während ich damit beschäftigt war, packte er alle möglichen Sachen in die große Tasche, die er dabei hatte. Als er sich umdrehte, trat der brutale Kerl mir auf die Pfote – inzwischen denke ich, dass das wohl ein Versehen war. Ich schrie fürchterlich auf und biß ihm herzhaft in die Wade, woraufhin er seine Tasche fallen ließ und durch die Hintertür abhaute, die er auch noch offen ließ. Mein Schmerzenschrei hatte allerdings alle anderen aufgeweckt, Luise, Ida und Harry bellten, was das Zeug hielt (hinterher kann das ja jeder – aber wo waren sie, als ich sie brauchte?), und die Menschen tauchten ganz verschlafen aus dem Schlafzimmer auf. Als sie die Tasche sahen mit dem Laptop, den silbernen Kerzenleuchtern usw. bekamen sie sich gar nicht mehr ein, herzten und küssten mich und erklärten, ich sei ein Held. Katharina band mir eine rosa Schleife um den Hals, mit der ich wie ein Idiot aussehe. Wozu soll die Schleife gut sein, möchte ich mal wissen? Sie schmeckt grauenhaft.

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