Routine, Rituale

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Max, der Rächer der Spielzeugenten
Es gibt einen Ton, den Welpen ausstoßen, wenn sie von ihrer Mutter oder ihren Geschwistern getrennt sind, ein hohes Jammern, dass so durchdringend ist, dass die Mutterhündin sie auch von weit weg hören und finden kann.So ähnlich wie der Ruf der Sirenen, der einem durch Mark und Bein geht. Max hat gelernt, dass dieser Ton umgehende Aufmerksamkeit auslöst; neuerdings auch gerne mal um vier Uhr morgens, wenn er aufwacht und feststellt, dass es langweilig ist und er Unterhaltung verlangt. Mittlerweile findet er sein praktisches Appartement in dem Baby-Reisebett ziemlich doof; nur wenn er wirklich todmüde ist, läßt er sich gerne hinein heben und verschwindet sofort in seinem Fellsack.
Inzwischen möchte er – wie ein Siebenjähriger – lieber mit den Großen mitmachen. Er will lieber deren Futter als Babyessen (dabei bekommt er feinstes gekochtes Rinderhack mit Hüttenkäse und pürierter Banane, Apfel, Karotte, Eigelb, Rapsöl und Mineralkomplex plus Acidophilus-Bakterien), also Blättermagen, Pansen, knorpeligem Schlundfleisch mit püriertem Gemüse, Magerquark etc., was sein noch immer etwas angegriffener Darm eben noch nicht verträgt. Heute bekam er immerhin seinen ersten mini-Kalbsknochen, den er erst einmal angeberisch knurrend durch die Gegend trug (wobei ich anmerken muss: Max’ Knurren klingt in etwa so wie das Knattern, das Meerschweinchen zur Begrüßung machen), bevor er sich darüber hermachte.
Er hat in den vergangenen zehn Tagen fast das Doppelte an Gewicht zugenommen und wiegt inzwischen 1340 Gramm – er wird also ganz bestimmt etwas größer als ein Chihuahua oder Prager Rattler. Die wunderbare Ausbilderin Petra Führmann (“Kleine Hunde – große Freunde”, “Zwei Hunde – doppelte Freude?”, Kosmos-Verlag) meinte vor ein paar Tagen, ihre Chihuahua-Welpen hätten im gleichen Alter etwa die Hälfte gewogen. – Ich denke mal: 30cm Schulterhöhe sollten dementsprechend durchaus drin sein.
Anders, als alle, wirklich ALLE anderen, die ihn kennen lernen, inklusive meiner Tierärztin, die bei Max’ Anblick sofort Mutter-Hormone ausschüttet, finden Harry und Ida ihn blöd. Luise findet ihn reizend, und Fritz fängt an, mit ihm zu spielen – vorläufig hauptsächlich, indem sie an den gleichen Spielsachen zerren, die Fritz dann irgendwann mit einem Ruck an sich nimmt und auf dem Sofa in Sicherheit bringt. Das kann Max aber nicht erschüttern, und er sucht sich ein Neues.
Er benimmt sich völlig sicher und geht 100%ig auf die Piesel-Pads (Wickelunterlagen), die strategisch günstig platziert in der Wohnung herumliegen: Max ist das beste Beispiel dafür, wie viel leichter man es sich und dem Welpen macht, wenn man eine gebetsbuchartige Routine einhält, nach der der Hund sich richten kann, was die Tagesabläufe betrifft.
Bis auf die nächtlichen Langeweile-Attacken. Aber die wird er sich noch abgewöhnen. Vielleicht lege ich ihm mal ein Buch ins Bett.
Zum Schreddern.

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