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Chemische Kastration: Was bewirkt sie beim Hund?

Barbara Welsch fragt Professor Dr. Axel Wehrendt, Fachtierarzt für Reproduktionsmedizin an der Universität Gießen

mit freundlicher Genehmigung der Gesellschaft zur Förderung Kynologischer Forschung (gkf)

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Seit fünf Jahren ist mit Suprelorin® (Deslorelin) nun das erste Medikament auf dem Markt, das für die chemische Kastration von Rüden geprüft und zugelassen ist. Das Implantat wird vom Tierarzt unter die Haut im Nacken des Rüden injiziert. Es gibt zwei Formulierungen des Präparats, die eine entfaltet ihre Wirkung über mindestens sechs, die andere über minimal 12 Monate. In welchen Fällen ist der Einsatz des Präparats wirklich nötig, was sollte man dabei bedenken, welche Nebenwirkungen können auftreten und wann ist von einem Einsatz abzuraten? Axel Wehrend von Universität Gießen hat diese Fragen beantwortet.

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Prof. Dr. Axel Wehrend, Dipl. ECAR, Dipl. ECBHM, Fachtierarzt für Reproduktionsmedizin, Direktor der Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Universität Gießen

In welchen Fällen ist eine chemische Kastration sinnvoll?

Der Einsatz von Deslorelin ist vor allem bei Rüden sinnvoll, die aus medizinischen oder anderen wichtigen Gründen kastriert werden sollen, bei denen aber das Operations- und Narkoserisiko sehr hoch ist, zum Beispiel, weil sie unter einer Herzkrankheit leiden.
Bei Rüden mit Verhaltensproblemen kann mithilfe von Deslorelin festgestellt werden, ob das problematische Verhalten durch eine Kastration beendet werden kann. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass dies meist nicht der Fall ist. Auf diese Weise erspart das Medikament vielen Tieren eine unnötige Kastration.
Schließlich wird die chemische Unterdrückung des Fortpflanzungstriebes des Rüden immer wieder vor dem Urlaub oder ähnlichen Sachverhalten nachgefragt. Ich persönlich finde diese Gründe für eine Behandlung mit Deslorelin sehr fragwürdig. Sie gehören für mich unter den Oberbegriff ´petdesign`, der Anpassung von Haustieren an unseren Lebensstil ohne Rücksicht auf deren Biologie.

Wie wirkt Deslorelin?

Deslorelin ähnelt einem natürlichen Hormon, welches in Pulsen freigesetzt wird und, die Produktion von Geschlechtshormonen stimuliert. Da das Deslorelin aus dem Implantat dauerhaft freigesetzt wird, kommt nach einer Phase der verstärkten Anregung der Hormonproduktion zu einer sogenannten Downregulation. Das heißt: Die Hormondrüsen stellen die Produktion von Geschlechtshormonen zeitweise ein. Man kann sich diesen Mechanismus als eine Art Schutzmaßnahme des Körpers vorstellen. Diese Wirkweise hat zur Folge, dass die erwünschte Wirkung erst etwa vier Wochen nach dem Einsetzen des Implantats eintritt. Zuvor kann es sogar zu einer Steigerung des Sexualverhaltens kommen.

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Ist die Deck- und/ oder Befruchtungsfähigkeit eines Zuchtrüden nach dem Abklingen der Wirkung wieder völlig intakt?

Bei einem einmaligen Einsatz ja. Allerdings kann es beim individuellen Rüden auch länger dauern als die Mindestwirkdauer von sechs Monaten bzw. einem Jahr bis er wieder völlig „intakt” ist. Auch bei langfristigem Einsatz sollte der Rüde seine Befruchtungsfähigkeit theoretisch behalten, aber hierzu liegen bisher noch keine ausreichenden Daten von genügend Tieren vor.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Insgesamt sind die unerwünschten Nebenwirkungen sehr gering, insbesondere dann, wenn man diese mit den medikamentellen Möglichkeiten der Ausschaltung der Fortpflanzung, die in der Vergangenheit bestanden, vergleicht. In Einzelfällen berichten die Besitzer über Verhaltensänderungen, Reaktionen an der Injektionsstelle, Problemen beim Harnabsatz und Haarverlusten. Dies sind jedoch keine wissenschaftlich erhobene Daten sondern Einzelbeobachtungen, die natürlich dennoch ernstgenommen werden müssen. In unserer Klinik verfügen wir über eine jahrelange Erfahrungen in der Verwendung des Implantates. Es ist eine sichere Methode, bei der die Gefahr von unerwünschten Nebenwirkungen außerordentlich gering ist.

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Kann Deslorelin auch bei der Hündin angewendet werden?

Theoretisch ja, weil die Steuerungsmechanismen der Hormone bei der Hündin und beim Rüden sehr ähnlich sind. Bei der Hündin kommt es jedoch verhältnismäßig oft zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Dauerläufigkeit und/oder Gebärmutterentzündung. Das hängt wahrscheinlich mit dem komplizierten Sexualzyklus der Hündin zusammen. Wir arbeiten gerade an der Lösung dieses Problems. In Zukunft wird es diese Möglichkeit der chemischen Kastration vielleicht auch für die Hündin geben. Das wäre ein Durchbruch, da die bisherigen Methoden doch häufig unerwünschte Nebenwirkungen zeigen.

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In welchen Fällen oder bei welchen Indikationen würden Sie von einer Verwendung von Deslorelin eher abraten?

Auf keinen Fall sollte Deslorelin bei Tumorerkrankungen des Hodens, bei Rüden mit ein- oder beidseitigem Hodenhochstand (Kryptorchismus) und Veränderungen der Prostata eingesetzt werden. Für diese Erkrankungen gibt es andere wirkungsvolle Therapien.

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14 Kommentare

  1. Christine Frankenbach

    Mein Ruede ist 1 Jahr und kommt aus dem Tierschutz. Er ist jetzt seid 6 Monaten bei mir und meinem Mann . Er ist nach wie vor sehr aengstlich und schreckhaft und laesst sich ungern anfassen . Er ist 1 mal woechendlich bei einer Tiertherapeutin und ihren 2 großen Rueden zum spazieren, Stadt gehen und einfach nur Hund sein zusammen was er sehr mag .
    Laut Vertrag vom Tierschutz habe ich unterschrieben ihn kastrieren zu lassen.
    Was denken sie ueber eine chemische Kastration eines ängstlichen Hundes ? Liebe Gruesse

  2. K. Zimmermann

    Auf keinen Fall machen lassen – weder operativ, noch chemisch.
    Hinzu kommt, dass die chemische Kastration für die Entstehung von Krebs verantwortlich ist. Dies gilt auch für die “Anti-Hitze-Spritze” bei einer Hündin.
    Es ist nur 2x für 3 Wochen im Jahr (bei -amerikanischen-Wolfhunden, TWH etc. nur einmal). Diese kurze Zeit sollten der Hund, als auch der Hundebesitzer mitmachen können, leichter als für Krebs verantwortlich zu sein. Die Pflege eines krebskranken Hundes ist zeitaufwändiger, kostenintensiver u.v.a.

    • So pauschal kann man das nicht nicht einfach sagen. Der Chip wird gewöhnlich nur zeitweise, also meistens einmal gesetzt, um beispielsweise auszuprobieren, ob ein bestimmtest Verhalten sich durch eine Kastration überhaupt verändern würde, oder weil man im Haus ausnahmsweise eine läufige Hündin hat. Dadurch wird keineswegs pauschal Krebs ausgelöst: Ich kennen keinen einzigen Rüden mit einer Krebserkrankung, auch wenn er den Chip vor Jahren gesetzt bekommen hatte. – Der Hund meiner Mutter bekam den Chip zweimal und marschiert tapfer im Alter von 16 1/2 durch die Gegend, ohne die geringsten Anzeichen für eine Krebserkrankung. Gegen eine operative Kastration ist auch in den meisten Fällen nichts einzuwenden – ich habe das ganze Haus voller kastrierter Rüden aus dem Tierschutz, die damit nicht die geringsten Probleme haben (und kenne gleichzeitig sehr viele unkastrierte Hunde, die durchaus Arthrose, Krebs etc. haben). Abgesehen davon kommt es immer auf den einzelnen Hund an, ob und wie er die Anwesenheit läufiger Hündinnen aushält. Ich hatte bei einem meiner Rüden (der nicht aus dem Tierschutz kommt) keine andere Wahl, weil er jedes Mal, wenn die Nachbarhündin läufig wurde, so ein unfassbares Theater gemacht hat, geheult, geschrien, drei Wochen lang nichts mehr gefressen, zitternd vor der Haustür gelegen und durchs Fenster gesprungen ist, um seiner Angebeteten näher zu kommen, dass alles andere zweimal jährlich echte Tierquälerei gewesen wäre. Er hat sich durch die Kastration übrigens nicht im geringsten verändert, nur insofern, als er jahrelang viel zu dünn war und nun endlich eine normale Figur hat.

  3. Ich habe aller übelste Erfahrungen mit dem Chip gemacht. Sammy war so 2 1/2 Jahre alt als er den Chip bekam. Er war ein junger temperamentvoller Rüde. Er mutierte unter der Wirkung von dem Chip zu einer temperamentlosen mittel großen Weinbergschnecke. Er interessierte sich für nichts mehr außer fressen. Schlafen, fressen mehr wollte er nicht. Er nahm zu trotz reduziertem Futter, er verlor an Muskel Masse. Intakte Hündinnen die ihn vorher mochten waren sehr zickig mit ihm und fremde Rüden nahmen ihn nicht mehr ernst. Er war nicht mehr wieder zu erkennen. Dadurch das er an Muskeln verlor, bemerkte ich erst seine HD. Ohne den Chip hätte ich vielleicht nie etwas davon bemerkt. Der Chip sollte 1/2 Jahr wirken. er wirkte 1 Jahr und 3 Monate. Ich habe mit dem Tierarzt schon besprochen ihm evtl. Testosteron spritzen zu lassen. Weil das so einfach kein Leben mehr war. Da die Wirkung nicht nach lies und er immer mehr Beschwerden mit seinen Hüften bekam, folgte eine Hüft OP. Die vielleicht nicht hätte sein müßen. Für mich und meine Hunde kommt der Chip nie wieder in Frage. Inzwischen habe ich schon von vielen anderen Hundehaltern von ähnlichen Erfahrungen gehört. Und eine Kastration würde ich nur im absolut notwendigem medizinischen Fall machen lassen. Dazu kenne ich einfach zu viele Hunde die unter einer der doch recht häufig auftretenden Folge Erkrankungen leiden. Sehr häufig eine Schilddrüsen Unterfunktion, Inkontinenz bei Hündinnen und Rüden, Muskel Abbau und daraus resultierend Probleme mit den Gelenken und Gewichts Probleme. Zu ca. 85% erkenne ich schon auf Entfernung das ein Hund kastriert ist. Eine Unterfunktion der Schilddrüse braucht kein Mensch und auch kein Hund. Ich bin selbst Patient und trotz Top Werten kann es einem immer noch total be… gehen. Das ist für mich ein Grund keinen Hund aus dem Tierschutz zu nehmen. Die sind Standard mäßig kastriert. Und ich möchte nicht die eventuellen Folgen einer Kastration behandeln. Dazu kommt das kastrierte Hunde nie wirklich erwachsen werden. Nein, das gefällt mir nicht. Ich mag meinen unkastrierten Collie Rüden.

    • Das kann ich nicht bestätigen. Ich habe das ganze Haus voller kastrierter Rüden aus dem Tierschütz, die alle eine phänomenale Figur haben, wundervoll glänzendes Fell, keiner ist hier inkontinent, und Rüden, die uns begegnen, nehmen uns absolut ernst. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Wegfall des Testosterons durch eine Kastration eben hervorkehrt, was für Mängel der Hund in Wirklichkeit hat. Wenn der jeweilige Hund top versorgt ist, was Nährstoffe betrifft, macht eine Kastration diesbezüglich überhaupt nichts aus.

    • Hallo . Ich habe auch einen unkastrierten Collierüden . Als im April die Hündinnen in der Nachbarschaft läufig wurden bekam er einen schweren epileptischen Anfall , 5 wochen später noch einen. Vor 1.5 Wochen bekam er den Chip gesetzt und wenn bei der nächsten Läufigkeit keine Anfälle mehr sind wird er definitiv kastriert. Der Chip ist nur um festzustellen ob diese Epi Anfälle hormonell sind.

  4. Testosteron und Ernährungsmängel? Das ist ja mal ein Zusammenhang. Ich denke nicht das es dafür belegbare Wissenschaftliche Beweise gibt. Einer ihrer Hunde kämpft doch auch ständig mit einer nicht ganz so schlanken Taille.Das was meinem Hund passiert ist, passiert ja auch nicht jedem Hund. Es passiert aber. Und hat Nano nicht auch eine Schilddrüsen Unterfunktion? Bekannt ist das der Wegfall von einem Hormon den gesamten Hormonkreislauf empfindlich stören kann. Im Umkehrschluss heißt das ja das man beim unkastriertem Hund Ernährungsmängel nicht sieht. Das kann ja nun nicht stimmen. Vor dem jetzigem Hund hatte ich auch 2 kastrierte Hunde eine Dt. Schäferhündin und einen Collie Rüden. Bei der Schäferhündin hatte die Kastration keinerlei negative Folgen. Bei dem Collie Rüden schon. Schilddrüse und Gewicht und auch im Verhalten. Wenn es medizinisch nicht notwendig ist, würde ich es nicht tun. Man kann es drehen und wenden wie man will. Es ist schon ein recht massiver Eingriff in den Hormonhaushalt. Ich will jetzt nicht mit Tierschutzgesetz und so kommen. Im Tierschutz hat man nun mal meist keine Wahl. Aber empfehlen würde und kann ich eine Kastration eben auch nicht. Und viele Tierärzte empfehlen das Heute auch nicht mehr. Natürlich ist eine Mehrhundehaltung mit kastrierten Hunden wesentlich einfacher. Erwachsene nicht kastrierte Hunde spielen auch nicht so häufig wie es ihre Hunde tun.Kastrierte Hunde bleiben immer ein bisschen mehr Kind.Ohne medizinische Notwendigkeit würde ich es nicht machen lassen. Klar hat man mit einem kastriertem Hund weniger Probleme bei der Begegnung mit fremden Hunden. Aber Ernährung und Kastration in Zusammenhang zu bringen. Nee, echt nicht. Wie ich schon sagte, hieße das ja im Umkehrschluss das man die Mängel bei einem unkastriertem Hund nicht sieht. Und das stimmt nun einfach mal nicht. Sie selbst haben doch auch das Buch von Udo Gansloßer empfohlen. Ich nehme daher auch mal an das Sie es auch gelesen haben und Ihnen damit auch die evtl negativen Auswirkungen einer Kastration bekannt sind. Und aus anderen Quellen. Das eine Kastration einem perfekt ernährtem und versorgten Hund nichts ausmacht stimmt einfach nicht. In den meisten Fällen macht es ja auch nichts, aber es kann eben auch negative Folgen haben. Das zu leugnen und der Ernährung die Schuld zu geben, das kann nicht wirklich Ihr Ernst sein.

    • Liebe Frau Heneberg, ich “leugne” überhaupt nichts, und ich finde auch, Sie sollten mit diesem Wort vorsichtig umgehen. Ich bin direkt auf Ihre Argumente eingegangen, dass kastrierte Hunde “alle” schreckliches Fell und Gewichtsprobleme bekommen, Schilddrüsenerkrankungen erleiden etc., und das ist einfach nicht richtig. Eine Haltung wie “Wegen drohender Schilddrüsenprobleme nehme ich auch keinen Hund aus dem Tierschutz” halte ich für uninformiert und vorurteilbehaftet.
      Selbstverständlich gibt es längst viele, viele wissenschaftliche Beweise, dass Hormone und Ernährung in direktem Zusammenhang stehen, das eine das andere begünstigen oder auch schädigen kann – und zwar gerade im Bereich der Schilddrüse und der Sexualhormone. Es gibt außerdem zahllose Gründe, die Schilddrüsenerkrankungen auslösen können, wie chronischer Streß, Traumata, schilddrüsenschädigende Nahrungsmittel oder Nährstoffe, die fehlen – alles Dinge, die gerade bei Tierschutzhunden aus dem Ausland Punkt für Punkt vorliegen (und gerade die sind sehr gefährdet, was Schilddrüsenerkrankungen betrifft). Die Art und Weise, wie die meisten Hunde heutzutage ernährt werden – mit Trockenfutter, auf das die notwendigen Nährstoffe aufgesprüht werden, oder gutgemeinten, aber eher wahllosen Barf-Rationen, die aus Zutaten bestehen, die der Hund gar nicht aufschlüsseln kann -, ist ganz bestimmt nicht schilddrüsen-unterstützend. Es ist einfach falsch, dass kastrierte Hunde häufiger unter Schilddrüsenerkrankungen leiden als unkastrierte. In USA sind Schilddrüsen-Medikamente das meistverkaufte Präparat, und das nicht, weil die Leute dort keine Sexualhormone mehr haben, sondern weil sie sich so unglaublich schlecht ernähren. – Den “Umkehrschluß, den Sie anführen, muss ich leider auch entkräftigen: In der Tat kann man unkastrierten Hunden ihre Mängel oft jahrelang nicht ansehen, weil die Hormone lange zeit versuchen auszugleichen. Auf langsam ausgehende Nährstoffe reagiert der Körper dann aber irgendwann mit einer Verlangsamung des Stoffwechsels (dadurch das schlechte Fell), und irgendwann mit einer Verlangsamung der Schilddrüsenfunktion.

      Der Hund, auf den Sie sich mit “Gewichtsproblemen” beziehen, ist mein extrem verfressenes Windspiel Harry, der stets bei den anderen Hunden mitgefressen hat. Seit er beim Füttern angebunden wird, ist er wieder rank und schlank. Mit einer Schilddrüsenerkrankung hat das nichts zu tun.

      Das Buch von Herrn Gansloßer und Frau Strodtbeck habe ich nie empfohlen, weil ich es für tendenziös, einseitig und in weiten Teilen für schlicht falsch halte, auch wenn es natürlich interessant ist. Stattdessen habe ich immer das Buch von Clarissa v. Reinhardt und Dr. Michael Lerner favorisiert, dass deutlich neutraler ist. Herr Gansloßer, der sich erst seit fünfzehn Jahren mit Kynologie beschäftigt – sein eigentliches Thema ist das Baumkänguruh – hatte seinen einzigen eigenen Hund vor über 30 Jahren. Frau Strodtbeck war zur Zeit des Erscheinens des Buches eine sehr junge, unerfahrene Tierärztin, die sich wenig auf eigene Erfahrungen und noch weniger auf Studien berufen konnte, die es in Deutschland zum Thema Kastration schlicht nicht gab. Ich selber habe seit über 30 Jahren Erfahrung mit -kastrierten – Hunden aus dem Tierschutz und stimme in den meisten Dingen mit den Autoren nicht überein, sondern habe absolut gegenteilige Erfahrungen gemacht, gerade mit ängstlichen Hunden.
      In der Tat kann eine Kastration negative Folgen haben, wie jede Operation, und es kann auch sehr negative Folgen haben, einen Hund nicht kastrieren zu lassen. Es geht in meinem Text aber um die Möglichkeit der chemischen Kastration, nicht um eine Diskussion, ob Kastration sinnvoll oder nicht ist. Ich lehne Dogmen ab, jeder Fall muss einzeln beurteilt und entsprechend gehandelt werden.

  5. Das jeder Fall einzeln zu beurteilen ist, da stimme ich Ihnen zu. Ich habe auch nicht gesagt das “alle” kastrierten Hunde Probleme bekommen. O.K. das mit dem Buch habe ich dann wohl verwechselt. Die chemische Kastration ist sogar noch ein wenig schlimmer als die operative Kastration. Weil absolut überhaupt kein Testosteron mehr im Körper ist. Bei der operativen Kastration werden noch kleinst Mengen Testosteron in andern Organen gebildet(soweit ich erinnere war es die Leber). Da mir in mehr als 20 Jahren 25 Jahre genau aber sehr viele kastrierte Hunde mit Problemen begegnet sind, möchte ich für meinen oder meine Hunde diese Folgen eben möglichst ausschließen. Der Schäferhund und Collie bekamen damals übrigens das gleiche zu fressen. Demnach hätte die Schäferhündin Ihrer Meinung nach auch Probleme mit der Kastration haben müßen. Hatte sie aber nicht, nur der Collie. Ja, ich bin gegen das Kastrieren. Wenn keine medizinische Notwendigkeit oder schwere Verhaltensprobleme vorliegen, ist es für mich ein völlig überflüssiger Eingriff der gelegentlich neue Probleme schaffen kann. Meine Erfahrungen mit kastrierten Hunden sind in der mehr zahl halt negativ. Auch auf das Verhalten bezogen von kastrierten Hunden. Das die Ernährung von Hunden Ihnen ein wichtiges Anliegen ist, machen Sie immer wieder klar. Seit meinem ersten Hund habe ich mich mit der Ernährung beschäftigt. Vielleicht nicht so ausführlich wie Sie, aber ich bin doch ziemlich sicher das ich meinen Hunden keine Mängel angefüttert habe. Auch wenn ich Heute vom Barfen überhaupt nicht mehr überzeugt bin, wie auch von den meisten Fertigfutter nicht. Es ist tatsächlich nicht einfach ausgewogen und bedarfsgerecht zu füttern. Sie unterstellen auch so gut wie jedem das er nicht ausgewogen füttert. So viel zum Pauschalisieren. Ich will hier auch keinen Streit vom Zaun brechen. Aber es wäre schön wenn auch die negativen Seiten einer Kastration erwähnt werden würden. Ich lese sehr gerne auf oder in Ihrem Blog. Habe hier auch schon die ein oder andere nützliche Information für mich gefunden und öfter finde ich mich in Ihren Beschreibungen wieder und amüsiere mich sehr über den vorgehaltenen Spiegel.

  6. Hallo, unser Rüde, Jacky ist 9Jahre alt und hat eine dilatative Kardiomyopathie. Somit ist die operative Kastration ausgeschlossen. Vor 2 Tagen wurde eine Vergrößerung der Prostata festgestellt. Was für Alternativen gibt es? Ist eine chemische Kastration möglich?

  7. Ich weiß nicht was ich machen soll….unsere Hündin 2 Jahre alt war im März 2019 läufig ..also ist sie ja wieder kurz davor.
    Wir haben seit 4 Wochen einen 11Monate alten ( intakten) Rüden (sehr ängstlich/unsicher).
    Was mache ich am Besten ? Die Hündin kastrieren? (geht das jetzt) oder Ihm 1x den Chip setzten und später kastrieren ?
    Hilfe….ich weiß nicht was ich tun soll.

  8. Papalapap. Mein Hund ist 1 Jahr alt, und hat dem Hormon Chip, da er extrem sexuell aktiv war und hat mehrmals am tag Hunde und menschen versucht zu,, rammeln,,und man könnte mit ihm ganicht mehr normal laufen. Sei er dem Chip hat ist er wieder normal, er genießt wieder andere Sachen, wie spielen mit andere Hunde, er wird immer freundlich von anderen begrüßt, er wird genauso wie früher ernst genommen, muss dazu sagen-dieser Zeit wo der auf ein mall versucht alle nur zu rammeln, haben ihm alle abgewendet.. Jetzt er hat alle seine Freunde wieder, die sich jeden Tag freuen auf ihm. Er hat auch nicht zugenommen oder irgendwas von Nebenwirkungen, ihm geht’s gut, kann nur empfehlen,besser als kastrieren, und wenn er mit dem Zeit ruhige wird, dann lass ich das, wie beim meiner früheren Hund, irgendwann kamm er auch ohne gut klar.

  9. Wenn ein Hund mit 2,5 Jahren derartig schwer unter HD leidet, das er operiert werden muss, dann wäre die Operation so oder so irgendwann fällig gewesen. Davon ab spricht es nicht gerade für den Züchter. Die chemische Kastration dürfte dem Tier eher einen langen Leidensweg erspart haben.

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