Sind Sie ein Windhund-Typ?

Foto: P.Croes

Windhunde sind anders als alle anderen Hunde. Sie sind weniger hunde-artig, sind manchmal auf eine fast autistische Art mit sich selbst beschäftigt, hochgradig sensitiv und hören, fühlen und bemerken Dinge, die sonst niemandem auffallen. Sie sind nichts für Leute, die echten Gehorsam erwarten, oder solche, die dauernd ihren Hund “„verstehen” wollen: Die meisten Windhunde haben Weite und einen großen Horizont im Herzen und im Blick.

Zu den Windhunden gehören:
Afghane, Azawakh, Barsoi, Chart Polski, Deerhound, Galgo Español, Greyhound, Irish Wolfhound, Italienisches Windspiel, Silken Windsprite, Magyar Agar, Saluki, Sloughi, Whippet – Podenco Ibicenco und Pharaonenhund habe ich ausgeklammert, weil sie von ihrer Art zu jagen – mit Spurlaut und der Nase am Boden – eher zu den Lauf- und Schweißhunden gehören, und in ihren Herkunftsländern übrigens auch so eingesetzt werden: Bis auf ihren leichten Körperbau haben sie mit den Windhunden nur sehr wenig gemein.

Aus dem gleichen Holz geschnitzt
Windhunde sind für Leute, die das, was sie machen, sehr gut machen, aber innerlich schnell blockieren, wenn Druck auf sie ausgeübt wird. Wenn sie gezwungen werden, Dinge immer wieder zu wiederholen, sind sie schnell mal weg – wenn nicht physisch, dann zumindest mental. Windhundleute sind häufig schmal oder athletisch gebaut, ohne wie besessen Sport treiben zu müssen – tatsächlich ist ein perfekter Nachmittag für sie einer, den sie zusammen gerollt auf dem Sofa mit einem Buch oder einem guten Film verbringen – wenn da jemand warmes, weiches daneben liegt, umso besser. Windhundleute machen lieber lange Spaziergänge durch die Wälder, als sich mit ihren Freunden in großen Gruppen in Bars zu treffen. Sie sind Meister der Eins-zu-Eins-Gespräche und schätzen eher enge Freunde als Cliquen.

Gegensätze ziehen sich an
Bei keiner anderen Hundegruppe ist das Phänomen der gegensätzlichen Anziehungskraft so deutlich, wie bei den Windhunden: Für viele Menschen verkörpern Windhunde die ultimative Schönheit, weil sie körperlich eben alles sind, was ihre Menschen NICHT sind. Für viele unsportliche (und eher nicht schlanke) Menschen stehen diese langgliedrigen Athleten für den Traum (oder die Erinnerung) von Fitness und Anmut, die sie mit Hingabe spazieren führen, ausstellen und züchten. So gerne diese Rassen einen kurzen Sprint einlegen, so gerne schlafen sie lang und lieben ruhige Routinen.

Schlechte Idee für eine Partnerschaft
Windhunde sind nichts für laute, sehr temperamentvolle Menschen, die einen Hund zum körperlichen Rangeln und Toben wollen und allzeit bereit sind für groben Unfug: Dafür sind diese Rassen meist zu sensibel und empfindsam. Ein Haus voller lauter Kleinkinder, Heavy-Metal- oder Housemusic-Fans, ständig wechselnder Tagesabläufe und rutschiger Kachelböden wäre für einen Windhund das Bild der Hundehölle. Menschen mit solchem Lebensstil sollten Barsois und Afghanen lieber von Weitem bewundern und sich stattdessen die sportlichen Begleithunderassen näher ansehen.

3 Kommentare

  1. Der Windhund und sein Mensch sind gut getroffen. Vielleicht wäre noch erwähnenswert, daß Windhunde, sehr gern in Rudeln leben. Aus Sicht des Hundes sollten es schon zwei bis fünf Windhunde sein die zum Clan gehören, mit denen man herumlungern, jagen und zur Not aus Langeweile spielen kann.

    Man kann mit zwei oder drei Windhunden sehr entspannt in einer kleinen Wohnung zusammenleben, genügend belegbare Sofas oder Sessel vorausgesetzt. Ja – man kann nicht nur so leben, sondern man will dann auch nicht mehr anders leben, weil es so schön und entspannend ist. Windhunde strahlen Ruhe aus.

    Andere Hunde sind mitunter auch sehr liebenswert, aber Windhunde sind unfassbar sanft……und gleichzeitig eigensinnig. Für den richtigen Menschen ist das eine unwiderstehliche Mischung, (wie Schokolade mit Chili) für den falschen Menschen ist das Frustration pur. Ein Windhund in den falschen Händen mutiert schnell zu einer traurigen Gestalt. Man sieht aber auch immer wieder stolze Windhunde die Herrchen oder Frauchen sanft aber unerbittlich im Griff haben.

  2. Gudrun Uta Franke

    Ich habe einen Lurcher aus dem Tierschutz aus Irland. Habe schon v o r h e r Hunde gehabt, aber diese ist etwas besonderes. Sie hat wohl schlimmes erlebt, hat einige Narben an Kö r per und Seele. Dennoch hat sie sich auf uns eingelassen. Sie wurde schwer verwundet und halb tot aufgefunden. Sunday nannte man sie be h or sie zu uns nach schweden kam, sie d sollte, wenn sie ueberlebt nur noch sonntage haben. Erst wollt erst wollten wir nur erstmal helfen und voruebergehend ein Zuhause geben, aber dann konnten wir sie nicht wieder hergebe n. Sie gab sich solche Muehe, wurde stubenrein, befreundete sich mit unserer Schnauzerhuendin und lernte allgemeine Regeln, wie man sich im Hause benimmt. Nicht alles geht reibungslos, z u m Beispiel kann sie nur schwer alleine bleiben. springt auf kommoden oder gar Herd, sollte etwas essbares dort stehn. Auch Kerzen gehören bei ihr dazu…. Aber sie bezaubert uns, ihre Stille und ihre Tiefe und ihr Humor. Wuerde gerne noch mehr ueber Lur her höre n….

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