Hundefernsehen

Meinen Hunden ist Fernsehen normalerweise egal. Ihre Art von Fernseh-Unterhaltung ist eher, sich nachmittags gegen vier am Fenster meines Arbeitszimmers zu platzieren und die Kinder zu beobachten, die karavanenartig aus dem Kindergarten vorbeikommen auf dem Weg zum Spielplatz. Aber Fernsehen?

Meine Möpse Emily und Theo, Gott hab’ sie selig, reagierten allerdings immer auf Hundegebell im Fernsehen. „Lassie“ heimste sich mit ihrem ständigen Gejaule empörte Kommentare von Theo ein, der Film „101 Dalmatiner“ löste bei beiden Möpsen einen Tobsuchtsanfall aus, wobei sie eher hinter dem Fernseher – wo sich die Lautsprecher befanden – wütend nach den gepunkteten Eindringlingen suchten (es war noch die Zeit vor Flachbildbildschirmen).

p19hln0eqtiqik8m1b9l1104o2o6Insofern war ich ziemlich baff, als ich vor einiger Zeit bei einer Dame war, die uns erst Tee machte und dann ihre beiden unglaublich wohlerzogenen Labradoodles ins Wohnzimmer ließ: „Ich mache denen mal eben den Fernseher an, dann haben sie auch etwas zu tun.“ Sie schaltete einen Naturfilm an, und beide Hunde saßen kerzengerade auf dem Sofa und beobachteten gespannt die Riesenechsen, die sich langsam zwischen Kakteen durch den Sand schoben. Wir tranken unseren Tee in der Küche, als offensichtlich irgendetwas Größeres in dem Film passierte, denn beide Hunde bellten plötzlich. „Na, na“, sagte die Dame, „schön leise, sonst schalte ich um!“ Die Hunde verstanden die Drohung offenbar, denn sie waren gleich wieder still.

Hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen, ich hätte es nicht geglaubt.

Nano dagegen, der nie in einer menschlichen Behausung war, bevor er hier bei uns einzog, war anfangs sehr irritiert von den unterschiedlichsten Haushalts-Geräuschen: Radio, Topfgeklapper, Musik (Elvis schien ihm zu gefallen, und das war sein Glück J ). Um den Fernseher kümmerte er sich allerdings nie – bis eines Tages, etwa drei Wochen nachdem er hier eingezogen war, irgendjemand hier einen Film mit einem Yeti-ähnlichen Monster anschaute (ich war es nicht!). Irgendein Geräusch ließ Nano zum Fernseher blicken, und als er das haarige Gesicht des Monsters sah, begann er zu toben, zu knurren und zu bellen und ging rückwärts aus dem Wohnzimmer. Sobald das Monster von der Bildfläche verschwunden war, kam er wieder herein und legte sich wieder auf seinen Platz.

Heutzutage reagiert er nur noch auf bestimmte Geräusche, Polizeihundestaffeln im Fernsehen, unsere Türklingel oder weinende Babies.

Kein einziger meiner Hunde interessiert sich für „Dog TV“, das mittlerweile von T-Home Entertainment angeboten wird: Sie sehen nicht einmal hin, obwohl dauernd irgendwelche Hunde dort Ball spielen, ins Wasser springen oder ähnlich erstrebenswerte Dinge vorführen.

Wie ist das mit Ihren Hunden? Sehen die fern – oder haben sie vielleicht sogar Lieblingssendungen?

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