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Keine Haare auf den Zähnen – Zahnhygiene beim Hund

Foto: Debra Bardowicks

Foto: Debra Bardowicks

Zähneputzen bei Hunden ist viel wichtiger, als man denkt

Ich gebe zu, dass ich selbst jahrelang zu faul war, die Zähne meiner Hunde zu bürsten. Dann lernte ich auf einem Abendessen einen Hundezahnarzt kennen, der mir zwischen Vor- und Nachspeise einen leidenschaftlichen Vortrag über die Mundhygiene der Kaniden hielt, der mich sofort zur Einsicht und zur Umkehr bewegte. Und seitdem putze ich allen meinen Hunden alle zwei Tage die Zähne. Sie sind nicht begeistert, aber das Leben ist nun mal kein Ponyhof.

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Vorbeugen ist besser als Narkose

Zähneputzen entfernt den Zahnbelag, den man Plaque nennt, einen klebrigen, farblosen Film, der sich auf die Zähne legt. In diesem Zahnbelag leben Bakterien und säurehaltige Sekrete, die Karies und Zahnfleischentzündungen hervorrufen können, was wiederum zu Parodontose führen kann. Plaque verkalkt nach ca. 48 Stunden – weshalb eigentlich tägliches Zähneputzen am besten wirkt; alle zwei Tage hilft allerdings auch schon.
Während echter Zahnstein nur von einem Tierarzt gründlich entfernt werden kann, zögert regelmäßiges Zähneputzen diese Prozedur nachweislich hinaus. Meine Hunde, die sehr wenig Kohlehydrate zu fressen bekommen, sehr viele Knochen, Hühnerhälse und andere Dinge, die sie mit den hinteren Backenzähnen kauen müssen und, wie gesagt, regelmäßig die Zähne geputzt bekommen, haben bis auf die Ausnahme von Harry noch nie eine Zahnsteinreinigung nötig gehabt.
Manche Hunde sind anfälliger für Zahnsteinbildung – Italienische Windhunde, Greyhounds, Chihuahuas und viele der kurznasigen Rassen wie Mops, Französische und Englische Bulldoggen -, während andere Hunde (wie beim Menschen) von Natur aus eine bessere Mundflora besitzen, sogar innerhalb der gleichen Rasse oder Familie.

Ein sauberes Maul ist nämlich nur die Spitze des Eisberges: Die Leber, die Nieren, das Herz und das gesamte Immunsystem unserer Hunde wird vom Zustand seiner Zähne und seines Zahnfleisches beeinträchtigt. Zähneputzen ist eines der besten ganzheitlichen Mittel für die Gesundheit unserer Hunde. Wer sich regelmäßig um Maul und Zähne seines Hundes kümmert, bemerkt kleine Verletzungen oder Zahnschmerzen – denn es ist leider nur eine Legende, dass ein Hund mit Zahnschmerzen aufhört zu fressen. Ein Hund, der aus diesem Grund tatsächlich nicht mehr frisst, hat bereits unerträgliche Schmerzen – sein Überlebenswillen ist viel zu stark ausgeprägt, um bei starken Zahnschmerzen bereits den Löffel beiseite zu legen.

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Das richtige Handwerkszeug

Die beste Zahnbürste ist eine kleine, weiche Kinderzahnbürste. Wer einen sehr großen Hund hat, arbeitet vielleicht lieber mit einer weichen Zahnbürste für Erwachsene. Häufig denkt man, dass man mit harten Zahnbürsten besser beraten ist – das ist ein Irrtum: Das Zahnfleisch ist sehr empfindlich und soll nicht gereizt werden (außerdem macht Ihr Hund dann nicht mehr mit).
Wenn dem Hund die Zahnbürste unangenehm ist (weil er sie auch gar nicht gewohnt ist), versuchen Sie es zuerst mit einem Fingerling aus mikrobakteriellem Material, den Sie sich über die Finger ziehen und dann in kleinen, kreisenden Bewegungen Zähne und Zahnfleisch massieren.

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Wenn Ihr Hund sich diese Prozedur erst einmal gefallen lässt, nehmen Sie die weiche Kinderzahnbürste.
Auf Zahnpasta können Sie verzichten: Befeuchten Sie die Zahnbürste einfach, und los geht’s. Es gibt Hundezahnpasta mit Hühnchen- oder Fischgeschmack. Das Problem damit ist, dass viele Hunde reflexartig anfangen, auf der Zahnbürste herumzukauen, was die Zahnputz-Mission sehr schwierig macht. Der Hundezahnarzt erklärte mir, dass Zahnpasta genau der Grund ist, warum viele Leute mit dem Zähneputzen bei ihren Hunden so wenig Glück haben und dann frustriert aufgeben. Falls Sie keinesfalls auf die Enzymwirkung in der Zahnpasta (FÜR HUNDE) verzichten möchten, geben Sie ihm ein bisschen davon nach der Zanputzprozedur als Belohnung (kommen Sie nicht auf die Idee, ihm Zahnpasta für Menschen zu geben – die ist viel zu scharf).

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Los geht’s

Wenn Ihr Hund Anzeichen für Zahnfleischentzündungen hat – gerötetes, leicht geschwollenes oder leicht blutendes Zahnfleisch – fangen Sie mit der Zahnputz-Routine erst an, nachdem Sie beim Tierarzt waren. Wenn Ihr Hund beim Zähneputzen Schmerzen hat, verknüpft er die Zahnbürste damit, was das Zähneputzen für den Rest seines Leben schwierig machen kann.
Finden Sie erst einmal heraus, welche Position für Sie und Ihren Hund am bequemsten ist. Kleine Hunde kann man gut auf dem Schoß halten oder auf dem Sofa/einem Sessel, während Sie vor ihm sitzen. Bei großen Hunden ist es oft am bequemsten, wenn man „über“ ihm steht; so kommt man von oben gut an alle Zähne heran.
Fangen Sie mit den Vorderzähnen an, weil die am einfachsten zu erreichen sind. Machen Sie mit der Zahnbürste nur so viel Druck, dass sich die Borsten kaum biegen.

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  • Um die Vorderzähne zu putzen, ziehen Sie seine Lippen sanft hoch.matilda
  • Um die oberen Backenzähne zu bürsten, schieben Sie die Zahnbürste in die Backen des Hundes und halten Sie sein Maul sanft geschlossen, um auf diese Weise seine Zunge ruhig zu halten. Bürsten Sie sanft vor- und zurück.
  • Um die unteren Backenzähne zu bürsten, öffnen Sie die Hand ein wenig, mit der Sie sein Maul geschlossen halten, damit er sein Maul ein bißchen öffnen kann, und bürsten Sie die hinteren Zähne gründlich (hier liegen zwei Speicheldrüsen, weshalb die hinteren Zähne schnell Zahnstein bilden).

In einer idealen Welt sollte man jeden Zahnbereich ca. 30 Sekunden lang bürsten, aber bei den meisten Hunden wird man das kaum schaffen. Jedes bisschen Zähneputzen ist besser als keines, also lassen Sie sich nicht frustrieren. Es wird sowieso von Mal zu Mal besser.

Nach de Zähneputzen, spülen Sie die Zahnbürste aus und lassen Sie sie an der Luft trocknen. Alle sechs Monate sollten Sie sie gegen eine neue ersetzen.

Wenn Ihr Hund mit Ihnen ums Zähneputzen „kämpft“, versuchen Sie es noch einmal mit den Fingerlingen. Geben Sie nicht zu früh auf! Erinnern Sie sich daran, wie es war, als Sie Ihren Kindern das Zähneputzen beibringen mussten…

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