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Stadtjäger auf der Pirsch in Berlin

In Berlin gibt es über 5000 Wildschweine. Sie rennen in Charlottenburg über Kreuzungen, legen sich im Winter gemütlich auf die warme Stadtautobahn, betteln auf Parkplätzen Spaziergänger um Brötchen oder Kartoffelchips an und zwicken auch mal anständig zu, wenn sie nicht abbekommen. Sie sind so selbstbewußt, dass sie im Grunewald längst nicht mehr aus dem Weg gehen, wenn Hunde oder Schulklassen an ihnen vorbei gehen; wenn sie allerdings Frischlinge haben, sind sie durchaus angriffslustig. Auf der Such nach Eßbarem – Käfern, Engerlingen, Wurzeln, Abfall – wühlen sie die Wälder und Wiesen komplett durch, weshalb aufgrund ihrer schieren Anzahl der Grunewald ein toter Wald ist (was allerdings auch an dem urin von ca. 28 000 Hunden liegt, die dort täglich durchmarschieren). Anwohner locken die Schwarzkittel häufig aus UNwissenheit an, weil sie vor ihren Grundstücken den Gartenabfall abladen. Wenn sich die Wildschweine erst in Gärten niederlassen (denn Zäune beeindrucken sie nicht besonders), um dort beispieslweise ihre Frischlinge zu werfen, wird es schwierig für die Hausbewohner, das Haus ungefährdet zu verlassen, denn die Bache muss und wird ihren Nachwuchs verteidigen.

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Die Stadtjäger müssen dafür sorgen, dass die Wildtiere nicht überhand nehmen – eine schwierige Anglegenheit, weil in Berlin IMMER und zu ALLEN Zeiten irgendwo jemand herumläuft oder durch die Büsche joggt. Stadtjäger arbeiten ehrenamtlich, also ohne Bezahlung, dürfen aber ihre Beute behalten. Ironischerweise kenne ich drei Stadtjäger, die Vegetarier sind.

Der rbb hat eine hochinteressante Dokumentation gemacht, die die Situation der Wildtiere in Berlin und der Stadtjäger deutlich macht:

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9750036

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