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Yodas 50 Shades of Grey

Versuchen Sie mal, launige Texte zu schreiben mit einer paarungswilligen läufigen Hündin und unkastrierten Rüden im Haus

Es ist so eine Sache mit Hunden, die man neu in eine bestehende Gruppe aufnimmt: Es dauert eine Weile, bis sich alle eingegroovt haben und die Abläufe fließend sind. Kaum glaubt man, man habe diesen Zustand nun erreicht – wird die Minimaus läufig.

Und sowas von! Yodas Zitzen verraten, dass sie in ihrem achtjährigen Leben wahrscheinlich genau so viele Würfe produziert hat. Das macht sie zu einer erfahrenen Hündin, die weiß, was Rüden wollen. Sie führt sich auf wie eine Kokotte, wackelt mit ihrem (mittlerweile üppig behaarten) schmalen kleinen Hintern, platziert sich wie beiläufig vor Ludwigs Kopf (der so groß ist wie die ganze Yoda), hupft vor Barthl herum, bis sogar der kleine Kastrat sich erbarmt und ihr zuteil werden lässt, was sie sich wünscht.

Ich komme mir vor wie eine Puffmutter, die den ganzen Tag ihr Etablissement managen muss: Yoda in den Flur, damit die Jungs in den Garten können, Yoda ins Esszimmer, damit die Jungs wieder in den Flur können, Yoda in den Garten, aber vorher noch Arthur einsammeln, Yodas Windeln an- und ausziehen, Yodas Windeln waschen, Hundebetten waschen, weil irgendein liebestoller Kerl markiert hat, Nachbarn, die 8 km entfernt wohnen verständigen, weil ihre Rüden liebeskrank vor unserer Haustür parken, die Jungs in den Flur, damit Yoda in den Garten kann, dann das Ganze wieder andersherum. Barthl kreischt, Arthur jammert, Ludwig heult, und Bounty als Leiterin des Ordnungsamt läuft herum und massregelt alle, die Yoda auch nur einen Blick zuwerfen.

Entspannt geht anders.

Also wurde Yoda ausgelagert. Zu einer Freundin von mir, die einen kastrierten kleinen Rüden, Fips aus Rumänien und einen Kater hat und außerdem Yoda mit ins Büro nehmen kann, so dass mehr Action und Ablenkung stattfindet. Das würde Yoda auf andere Gedanken bringen. So die Hoffnung,

Geklappt hat das so halb. Nachdem Yoda von Fips nicht die gewünschte Aufmerksamkeit erhielt, entdeckte sie Kater Rudi als Objekt ihrer Begierde. Zuerst tat Rudi so, als bemerke er ihre Avancen nicht. Yoda, nicht schüchtern, wurde in ihren Andeutungen daraufhin unmissverständlich:

Mittlerweile schläft Rudi im Waschbecken. Dort ist er sicher.

Inzwischen beruhigt sich die Situation wieder etwas. Die Läufigkeit ist fast vorbei. Im Büro dagegen macht Yoda sich sehr nützlich, sorgt für emotionalen Ausgleich bei ihren Mit-Menschen, begrüßt Zuspätgekommene, hält die Teeküche in Ordnung und achtet darauf, dass niemand Brotzeitreste herumliegen läßt.

Yoda glücklich macht

Sie sorgt auf jeden Fall für ein liebevolles Betriebsklima. Und das ist in diesen Zeiten viel wert.

2 Kommentare

  1. Eva-Maria Weskamp

    Nein, Sie haben ganz recht, das ist überhaupt nicht lustig! Aber ich kann auch nichts dafür, dass mein Grinsen von Zeile zu Zeile breiter wurde…
    Halten Sie durch, Sie haben es fast geschafft. Dann wird sich Madame bald peinlich die Augen reiben und sich fragen, was sie an diesen Jungs eigentlich mal gefunden hat.

    Beste Grüße

  2. Liebe Frau von der Leyen,
    ja, es liest sich wirklich amüsant.
    Wir hatten diese Situation nur einmal, als meine kleine Terrine zu ihren Geschwistern als dritter Hund hinzu kam.
    Meine beiden Griechen waren bereits 8 Jahre alt und schon kastriert, als ich sie adoptiert habe (Wurfgeschwister), als die Kleine mit 4,5 Monaten zu uns kam.
    Mein verantwortungsvoller Tierarzt meinte nur “da müssen Sie einmal durch, vorher kastriere ich nicht”.
    Und dieses eine Mal hat uns wirklich gereicht.
    Die Kleine war nicht nur super-aufdringlich, sondern leider auch sehr zickig, und die Entscheidung fiel damals dann auch nicht schwer, wir haben wirklich alle gelitten.

    Ich hoffe sehr, dass Yoda bald wieder nach Hause kommen darf.

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