Chemische Kastration: Was bewirkt sie beim Hund?

Barbara Welsch fragt Professor Dr. Axel Wehrendt, Fachtierarzt für Reproduktionsmedizin an der Universität Gießen

mit freundlicher Genehmigung der Gesellschaft zur Förderung Kynologischer Forschung (gkf)

Seit fünf Jahren ist mit Suprelorin® (Deslorelin) nun das erste Medikament auf dem Markt, das für die chemische Kastration von Rüden geprüft und zugelassen ist. Das Implantat wird vom Tierarzt unter die Haut im Nacken des Rüden injiziert. Es gibt zwei Formulierungen des Präparats, die eine entfaltet ihre Wirkung über mindestens sechs, die andere über minimal 12 Monate. In welchen Fällen ist der Einsatz des Präparats wirklich nötig, was sollte man dabei bedenken, welche Nebenwirkungen können auftreten und wann ist von einem Einsatz abzuraten? Axel Wehrend von Universität Gießen hat diese Fragen beantwortet.

Prof. Dr. Axel Wehrend, Dipl. ECAR, Dipl. ECBHM, Fachtierarzt für Reproduktionsmedizin, Direktor der Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Universität Gießen

In welchen Fällen ist eine chemische Kastration sinnvoll?

Der Einsatz von Deslorelin ist vor allem bei Rüden sinnvoll, die aus medizinischen oder anderen wichtigen Gründen kastriert werden sollen, bei denen aber das Operations- und Narkoserisiko sehr hoch ist, zum Beispiel, weil sie unter einer Herzkrankheit leiden.
Bei Rüden mit Verhaltensproblemen kann mithilfe von Deslorelin festgestellt werden, ob das problematische Verhalten durch eine Kastration beendet werden kann. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass dies meist nicht der Fall ist. Auf diese Weise erspart das Medikament vielen Tieren eine unnötige Kastration.
Schließlich wird die chemische Unterdrückung des Fortpflanzungstriebes des Rüden immer wieder vor dem Urlaub oder ähnlichen Sachverhalten nachgefragt. Ich persönlich finde diese Gründe für eine Behandlung mit Deslorelin sehr fragwürdig. Sie gehören für mich unter den Oberbegriff ´petdesign`, der Anpassung von Haustieren an unseren Lebensstil ohne Rücksicht auf deren Biologie.

Wie wirkt Deslorelin?

Deslorelin ähnelt einem natürlichen Hormon, welches in Pulsen freigesetzt wird und, die Produktion von Geschlechtshormonen stimuliert. Da das Deslorelin aus dem Implantat dauerhaft freigesetzt wird, kommt nach einer Phase der verstärkten Anregung der Hormonproduktion zu einer sogenannten Downregulation. Das heißt: Die Hormondrüsen stellen die Produktion von Geschlechtshormonen zeitweise ein. Man kann sich diesen Mechanismus als eine Art Schutzmaßnahme des Körpers vorstellen. Diese Wirkweise hat zur Folge, dass die erwünschte Wirkung erst etwa vier Wochen nach dem Einsetzen des Implantats eintritt. Zuvor kann es sogar zu einer Steigerung des Sexualverhaltens kommen.

Ist die Deck- und/ oder Befruchtungsfähigkeit eines Zuchtrüden nach dem Abklingen der Wirkung wieder völlig intakt?

Bei einem einmaligen Einsatz ja. Allerdings kann es beim individuellen Rüden auch länger dauern als die Mindestwirkdauer von sechs Monaten bzw. einem Jahr bis er wieder völlig „intakt“ ist. Auch bei langfristigem Einsatz sollte der Rüde seine Befruchtungsfähigkeit theoretisch behalten, aber hierzu liegen bisher noch keine ausreichenden Daten von genügend Tieren vor.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Insgesamt sind die unerwünschten Nebenwirkungen sehr gering, insbesondere dann, wenn man diese mit den medikamentellen Möglichkeiten der Ausschaltung der Fortpflanzung, die in der Vergangenheit bestanden, vergleicht. In Einzelfällen berichten die Besitzer über Verhaltensänderungen, Reaktionen an der Injektionsstelle, Problemen beim Harnabsatz und Haarverlusten. Dies sind jedoch keine wissenschaftlich erhobene Daten sondern Einzelbeobachtungen, die natürlich dennoch ernstgenommen werden müssen. In unserer Klinik verfügen wir über eine jahrelange Erfahrungen in der Verwendung des Implantates. Es ist eine sichere Methode, bei der die Gefahr von unerwünschten Nebenwirkungen außerordentlich gering ist.

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Kann Deslorelin auch bei der Hündin angewendet werden?

Theoretisch ja, weil die Steuerungsmechanismen der Hormone bei der Hündin und beim Rüden sehr ähnlich sind. Bei der Hündin kommt es jedoch verhältnismäßig oft zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Dauerläufigkeit und/oder Gebärmutterentzündung. Das hängt wahrscheinlich mit dem komplizierten Sexualzyklus der Hündin zusammen. Wir arbeiten gerade an der Lösung dieses Problems. In Zukunft wird es diese Möglichkeit der chemischen Kastration vielleicht auch für die Hündin geben. Das wäre ein Durchbruch, da die bisherigen Methoden doch häufig unerwünschte Nebenwirkungen zeigen.

In welchen Fällen oder bei welchen Indikationen würden Sie von einer Verwendung von Deslorelin eher abraten?

Auf keinen Fall sollte Deslorelin bei Tumorerkrankungen des Hodens, bei Rüden mit ein- oder beidseitigem Hodenhochstand (Kryptorchismus) und Veränderungen der Prostata eingesetzt werden. Für diese Erkrankungen gibt es andere wirkungsvolle Therapien.

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21 Kommentare

  1. Günter & Lisa, 2560 Berndorf/Österreich

    Unser Rüde, ca. 8-9 Jahre alt, leidet an einer geringen Prostatavergrößerung (geringe Blutstropfen werden/wurden abgesetzt).
    Ist das Chippen mit Suprelorin hier empfehlenswert?
    Weiters hat er eine Zyste in der Nähe der Prostata, diese ist lt. Tierarzt nicht gefährlich.
    LG

  2. Wir haben unseren Rüden mit 1,5 Jahren chemisch kastrieren lassen für 1 Jahr, damit er unsere junge Hündin bei ihrer 1. Läufigkeit nicht decken kann. Unser Hund hat sich dadurch sehr verändert. Der nie essen wollte, wurde plötzlich zum Fressmonster. Er nahm an Gewicht zu. Sein Fell wurde viel weicher und dichter. Er markierte nicht mehr, wie vorher, indem er den Inhalt seiner Blase an vielen Stellen verteilte, sondern er entledigte sich seines Blaseninhalts gleich an nur einer Stelle. Das Medikaments wirkte massiv auf seinen Hormonhaushalt. Das Jahr geht nun zu Ende und er verändert sich nur sehr langsam zurück, wird schlanker, markiert wieder. Insgesamt fand ich die Wirkung der chemischen Keule erschreckend und würde sie niemandem weiterempfehlen.
    LG

    • Es ist, wie immer, individuell zu betrachten – wobei ich o eine massive Veränderung noch nie gehört habe – nicht einmal bei kastrierten Hunden. Aber wie gut, dass Sie ihn nicht gleich „richtig“ kastriert haben! Allerdings sind die Dinge, die Sie ansprechen, eigentlich ganz normal, und der Chip soll ja auf den Hormonhaushalt wirken, darum geht es ja: Dass die Rüden nicht mehr markieren, ist ja normal und meistens auch erwünscht – dieses Alle-20cm-Stehenbleiben-Müssen ist für viele Leute eher anstrengend und findet ja nur statt, weil der Hund der Meiung ist, er müsse allen Hunden in der Umgebung dauernd signalisieren, was für ein unwiderstehlicher Kerl er ist. Der Hund meiner Mutter z.B. hat überhaupt keine Veränderung gezeigt, war genauso interessiert an läufigen Hündinnen und fühlte sich nach wie vor für alles zuständig. Wiederum mehrere andere Hunde, deren Besitzern ich zu der chemischen Variante „zum Ausprobieren“ geraten hatte, weil ihre Hunde nicht einmal mehr spielen konnten, sondern alles berammelten, was sich nicht bei ihrem Anblick in Sicherheit brachte, sind hervorragend mit dem Kastrationschip zurecht gekommen und konnten überhaupt erst einmal ansprechbar werden, Sozialverhalten lernen – und sogar Kommandos annehmen trotz Hunden in ihrer direkten Umgebung. Es ist eben wie bei allem – bei manchen Leuten wirkt Asprin, bei manchen nur Iboprofen. Manche Hunde kommen mit bestimmten Narkosen fabelhaft zurecht, andere gar nicht. Liebe Grüße!

      • Leider habe ich auch den fehle gemacht und meinem Hund vor 9 Jahren diesen Chip setzen lassen. Die Veränderungen bei meinem Hund waren ebenfalls sehr krass. Er hatte zu nichts mehr Lust außer Fressen und schlafen. Der Chip wird als Harmlos beschrieben. Wenn man sich die Wirkungsweise anguckt, dann kann es nicht harmlos sein. Der Chip sollte 1/2 Jahr wirken, er wirkte 1 Jahr und 2 Monate. Mein Hund wurde fett und verlor Muskelmasse durch das fehlend Testosteron und entwickelte eine Schilddrüsenunterfunktion. Das ist zum Glück alles wieder zurück gegangen. Wenn es keine medizinische Indikation gibt, würde ich keinen Hund kastrieren lassen geschweige den diesen Chip benutzen. Fakt ist, die meisten Hunde mit einer Schilddrüsenunterfunktion sind kastriert und fett. Kastration und Chip haben eine Menge unerwünschte Wirkungen. Literatur darüber gibt es inzwischen mehr als genug. Z.B. Kastration und Verhalten beim Hund von Ganßloser und Strodtbeck. Eine Kastration, operativ oder chemisch ist ein massiver Eingriff in den gesamten Hormonkreislauf des Körpers und des Verhaltens. Das sollte man wirklich nicht so harmlos sehen und empfehlen. Ich fand diesen Artikel nicht gut. Der ermutigt wieder mal eine Menge Menschen ihren Hund einfach ohne Nachdenken kastrieren zu lassen. Ich finde es sehr gut dass,das Tierschutzgesetz Kastrationen einfach ohne wirkliche medizinische Indikation verbietet. Und ich wäre sehr dafür das dieser Chip wieder aus Deutschland oder besser der ganzen Welt verschwindet
        LG
        danih

  3. Diesmal eine Frage:

    Gibt es eine Chance Rüden und Hündin unkastriert, in einer Berliner Stadtwohnung, zusammenleben zu lassen, ohne das Nachwuchs entsteht? Unser Rüde ist kein Bullterrier mit stark ausgeprägtem Trieb und das kleine Windelhöschen unserer Hündin ist eigentlich eine gute Verhütungsmethode, während der Läufigkeit zuhause. Man kann auch mal 2 Wochen lang getrennt Gassi gehen.
    Bedeutet das Stress für unseren Knaben oder ist es eine Alternative zur Kastration des einen Hundes? – Help !

    Verzweifelte Grüße

    • Die meisten Rüden, die ich kenne, vertragen die chemische Kastration sehr gut – ich persönlich habe von ca. 20 Rüden, die damit behandelt wurden, nichts gegenteiligews feststellen können, außer bei dem Hund meiner Mutter, an dessen Verhalten sich schlicht gar nichts änderte. Das Windelhöschen als „Verhütung“ zu betrachten halte ich für gewagt… 🙂 Junge Rüden verstehen die ersten Male häufig nicht, was die Läufigkeit bedeutet – aber er wird ja älter und entwickelt sich weiter, und auch die Hündin begreift mit fortschreitendem Alter, worum es eigentlich geht. Ich würde die Hündin in Ihrer Abwesenheit wenigstens in ein separates Zimmer oder in eine Box sperren.
      Grundsätzlich ist es für einen unkastrierten Rüden mitten in der Stadt aber immer Stress, mit einer unkastrierten Dame zusammen zu leben, weil er sie – läufig hin oder her – duaernd vor anderen Rüden beschützen muss (bildet er sich jedenfalls ein), weshalb es schneller zu massiven Auseinandersetzungen kommen kann. Das müssen Sie genau beobachten. Nachbarn haben ein solches Chihuahua-Pärchen, und der Rüde ist eigentlich jedes Mal ziemlich außer sich, sobald er das Haus verläßt, weil er ja andauernd dafür sorgen muss, dass niemand seiner Herzensdame zu nahe kommt.
      Sie müssen Ihre Hunde einfach genau beobachten: Wird der Rüde angespannter, wird die Hündin nach der Läufigkeit Scheinschwanger oder ruhiger (oder sogar deprimiert), zieht sie sich zurück… Dann sollte man darüber nachdenken, ob man nicht die Hündin kastriert. Denn dieser ständige Hormonumschwung, ohne dass es je zu Nachwuchs kommen darf, ist für den Körper auch nicht so lustig (es sind immer noch 80% der unkastrierten Hündinnen, die an Gebärmuttertumoren erkranken). Und deshlab jede Hündin einmal werfen zu lasen würde ja noch mehr ungewollte Hunde produzieren, ist also keine Alternative, fürchte ich.
      Ich habe, weil ich mit gemischten Gruppen lebe, alle meine Hündinnen immer kastrieren lassen, seit 35 Jahren, und nie schlechte Erfahrungen damit gemacht. Aber es gibt natürlich – wie immer und überall – Leute, die das Gegenteil finden.
      Herzlich, KvdL

      • Herzlichen Dank, diese Aussage beruhigt mich sehr, es zuzulassen, meine Hündin sehr bald zu kastrieren. Unser Tierarzt ist mir nicht objektiv genug, er befürwortet das sowieso.
        Aber eine Langzeitbeobachtung bei verschiedenen Tieren ist mir Empfehlung genug.

        Deshalb nochmals vielen Dank. Nun kann ich beruhigter Schlafen.

        Mari

      • Dann würde ich mal behaupten, dass alle Frauen die kein Kind bekommen wollen, können oder wie auch immer, sich baldigst kastrieren lassen wegen der Gefahr der Gebärmutterentzündung.
        Es ist furchtbar, dass dieses Ammenmärchen noch immer kursiert. Genauso wie: die Hündin muss wenigstens einmal junge bekommen damit sie keine Tumore in die Milchleiste bekommt! Ausgemachter Schwachsinn! Hatten eine kastrierte Hundin vom Tierschutz die daran erkrankt ist. Ausserdem ist eine Kastration inzwischen aus tierschutzrechtlichen Gründen nur noch bei medizinischer Notwendigkeit erlaubt!

        • @ Ronja
          Auch ein kastriertes Weibchen kann natürlich einen Mamatumor entwickeln, das Risiko wird durch die Kastration nur minimiert, nie ganz ausgeschlossen.
          Ein medizinischer Grund kann aber eben auch der entstehende Stress sein,… einem Hund unter Stress geht es NICHT gut.
          Besonders in einer Stadt in der viele Hunde auch „frei“ herumlaufen ist es oft angenehmer für den Hund oder die Hündin, wenn sie nicht dauernd unter Adrenalin stehen, denn das können sie nur sehr langsam abbauen,…

  4. Barbara Beeler

    Was passiert mit dem Chip? Löst der sich auf?
    Mein Chihuaha Rüde hatte einen Chip und der hat ca. 1 1/2 Jahre gehalten. Dann war es die pure Katastophe: er ist komplett Hormon übersteuert!! Rennt davon, bricht aus, rammelt alles und heult/jault. So war er vorher nicht, er hatte „lediglich“ mal markiert.
    Soll ich ihn nochmals chemisch unterbinden?

    • Liebe Barbara,
      dass Ihr Rüde jetzt „übersteuert“ ist, liegt aber nicht an dem Chip, sondern ist seine „natürliche“ Hormonlage. Der Chip unterbindet ja die teststeron-Produktion des eigenen Körpers. Ich würde Ihren Hund jetzt „richtig“ kastrieren lassen, denn er hat ja offensichtlich massiven hormongesteuerten Stress, was übrigens bei Chihuahuas nicht unüblich ist, aber solche Auswirkungen sind ja eine richtige medizinische Indikation.

  5. mein Hund bekam auf Anraten des Arztes mit 7 Monaten die chem. Keule, da so viele läufige Hündinnen in der Nachbarschaft waren und das alles ohne Zaun!
    Jetzt sollte nach 6 Monaten die Wirkung zwar vorbei sein, leider begann das große Leiden: Prostataentzündung, wird mit Kortison und Antibiotika behandelt und eine extreme Wesensveränderung. Er schläft nur noch, kann nicht aufs Sofa springen, hat Schmerzen dabei. Außerdem kann er den Kopf nicht richtig drehen, schreit gleich auf, wenn der Arzt versucht den Kopf zu bewegen. Arzt meint, es soll ein MRT gemacht werden, zur Abklärung, ob was bei der Wirbelsäule ist. Dazu müssten wir nach Wien fahren und es kostet ca.1000 Euro lt. Arzt. Unser Hund ist gerade 1 Jahr alt, wir sind echt verzweifelt und wissen nicht was wir machen sollen. Kennt jemand einen guten Diagnostiker?

  6. Mein Hund, Labrador-Rhodesien Ridgeback frist normal, hat keine Interesse an „Mädchen“ aber das Fell ist ganz hell geworden und Haarausfall ständig !!

  7. Meine Erfahrung mit dem Chip:
    Unser Rüde Nambo (Labrador Retriever 38kg) hat im Dez 2015 den 12Monats-Chip bekommen.
    Nach ca. 8Wochen waren die Hoden sehr zusammengeschrumpft. Sonst war das Verhalten und der Gesamteindruck gleichwertig.
    Bei der letzten Läufigkeit der Hündin Juni 2017 (also knapp 1 1/2Jahre später) war der Wille zur Deckung zwar da, aber praktisch nicht erfolgreich. Die Hoden sind auch nach über 2 Jahren nicht größer geworden.
    Gibt es dazu denn Erfahrungsberichte ?
    Freue mich auf zahlreiche Antworten.
    Grüße Sonja

    • Meine Erfahrung mit dem Chip war die Hölle.Lies den Chip meinem 13 monatigen Schäferhund setzen,da ich regelmässig in die Hundeschule gehe.
      Nach ca.6 Wochen merkte ich eine völlige Veränderung meines Hundes,dachte aber nicht das es mit dem Chip zu tun hätte .Nach etwa
      8 Monaten war es so schlimm mit seiner Angst und Agressivität ,daß er sogar
      meinen Mann ohne vorzuwarnen zweimal gebissen hatte. Aus Verzweiflung
      gab ich den Hund bei Nacht und Nebel einem Bekannten ,dieser hatte Erfahrung im Umgang mit Problemhunden.Er sollte ihm zu seinem Tierarzt
      zum einschläfern bringen.Nach einer Untersuchung hatte ich erfahren,
      das der Hund kein agressiver Hund ist sondern,das dieses nur am chippen
      (Hormonschwankungen ausgelöst durch den Chip) liegt.
      Somit lies ich meinen Hund kastrieren,dies ist jetzt 2 Wochen her.Mein Hund ist wieder auf dem besten Weg ein treuer Begleiter ohne Agression und Angst zu werden.Ich danke unserem Bekannten für die gute Aufklärung sonst würde unser Toni heute nicht mehr da sein.Nur wegen einer chemischen Keule.
      Grüsse Bettina

      • Zitat: „Er sollte ihm zu seinem Tierarzt zum einschläfern bringen“. Bitte was?! Man schläfert doch nicht gleich einen Hund ein. In erster Linie versucht man doch mit ihm an Verhaltensproblemen zu arbeiten! Zum Glück schläfert kein normaler Tierarzt einen gesunden Hund ein.
        Naja wenigstens hat man ja jetzt die Ursache gefunden. Viel Glück für den Hund!

  8. Es gibt keine Problemhunde, die Probleme entstehen am anderen Ende der Leine…

    In der Regel wird der Hund auch vor der chemischen Kastration vom TA genau untersucht u. gefragt, weshalb man eine Kastration des Tieres wünscht…

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, als Tierhalter hat man die Pflicht, sich im Vorfeld genauestens über Risiken, Nebenwirkungen, Vor-bzw. Nachteilen einer solchen Maßnahme zu informieren, damit man nicht “plötzlichen“ Überraschungen gegenübersteht und einen “vermeintlichen Problemhund“ -versehentlich- einschläfern lässt…
    Der Hund kann einem echt leid tun…

    PS: Hunde beissen in der Regel nicht -ohne Vorwahrnung, schon gar nicht -zweimal-, man muss allerdings die Anzeichen erkennen und deuten können…

  9. Mein Weimaraner hat seinen Chip mit 1 Jahr und 3 Monaten bekommen.
    Er war nur noch am Markieren und hörte auf kein Kommando mehr sobald er nur den Hauch des Duftes eines „leckeren“ Weibchens aufgenommen hatte.
    Hat er mal eins gefunden, dass er wirklich besonders interessant fand, dann wurde er für 2 Tage richtig depressiv.
    Er hat vorher gut gefressen und tut es jetzt auch noch, allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die chemische Kastration eben auch bedeutet, dass der Hund nicht dauernd unter Strom steht und an sich – im Regelfall – ruhiger wird, was den Grundumsatz heruntersetzt.
    Besonders der Punkt „Aggression“ die angeblich durch den Chip entstehen soll, kann ich nicht bestätigen. Mein „Kleiner“ (jetzt knapp 2) hat eben durch diese dauernde Konkurrenzsituation zu anderen Männchen eine Angst vor zu intensiver Nähe entwickelt, denn die anderen unkastrierten Männchen haben ihm klar gezeigt, dass er der schwächere ist,… Inzwischen versucht er einer Konfrontation aus dem Weg zu gehen, was leider nicht immer klappt, aber grundsätzlich ist er sehr friedlich. Leider ist dadurch aber auch das Interesse am Spiel mit anderen Hunden deutlich geschrumpft, er will dann lieber mit Kopfarbeit beschäftigt werden, was für diese Rasse allerdings auch ziemlich normal ist.
    Es gibt den Chip in 2 Varianten 1/2 Jahreswirkung oder 1 Jahreswirkung, die tatsächliche Wirkungsdauer hängt tatsächlich von der jeweiligen Physiologie des Hundes ab.
    Nebenwirkungen gibt es bei jedem Medikament, das muss auch jedem Halter bewusst sein. Sie müssen nicht auftreten aber können.
    Wer sich unsicher ist, sollte sich von seinem Tierarzt intensiv beraten lassen und selbst abwägen, ob er/sie das machen will. Bei Zweifeln entweder sein lassen oder die „Kurzvariante“ wählen.
    Letztendlich trägt der Halter/die Halterin die Verantwortung des Rudelfürhres und sollte ebenso entscheiden.

    Ich kann nur sagen, dass mir der Chip sehr geholfen hat, den Junghund, der immernoch in der Rüpelphase ist wieder unter Kontrolle zu haben und ihn weiter auszubilden.

    Und die Annäherungs-, Berührungs- oder auch Kontaktangst (wie auch immer man es nennen will) bekommen wir auch in den Griff.

    P.S. entscheidet im Sinne eures Hundes, nicht weil ihr mit seinem Verhalten nicht klarkommt, denn das Problem liegt tatsächlich an eurem Ende der Leine.

  10. Silvia Weixelbaum

    Ich habe einen Scheidungswaisen(Rüde) der Rasse Irish Wolf aufgenommen, selbst habe ich eine Hündin der selben Rasse. Weder die Hündin noch der Rüde sind Kastriert. Da ich keinen Nachwuchs haben will, habe ich mich auch zur chemischen Kastration entschlossen. Das erste Mal hat er die 1/2 Jahres Dosis bekommen und die Läufigkeit der Hündin war ihm egal. Dann habe ich es noch einmal mit der Jahres Dosis machen lassen und diesmal ist er sofort bereit die Hündin zu bespringen, also muß ich die Beiden auseinandersperren, das ist sehr mühsam. Jetzt habe ich gehört die chemische Kastration wirkt nur einmal, ich müsse den Rüden richtig kastrieren lassen. Wer kann mir dazu etwas schreiben. Liebe Grüße und Danke

    • Liebe Frau Weixelbaum, der Chip wirkt durchaus häufiger als ein Mal. Dass der Rüde die Hündin zu decken versucht, kommt auch bei Kastraten vor – als meine Barsoi-Hündin läufig war, haben vier der Kastraten immer wieder mal versucht, sie zu besteigen.
      der Chip kann aber keinesfalls eine dauerhafte Lösung sein, weil er damit ja immer wieder einen massiven Hormon-Überschuß zugeführt bekommt, damit der Körper dadurch aufhört, selbst Testosteron zu produzieren. Einer von beiden müsste wohl doch kastriert werden – wenn Sie ggroße Angst vor Veränderungen haben, lade ich Sie ein, meine Hunde anzusehen, denn von zehn Hunden sind acht kastriert (einer ist noch zu jung, einer ist schon zu alt 🙂 – und ausnahmslos alle sind schlank glänzend, muskulös und allerbestens gelaunt.

      herzlich, Katharina

  11. Guten Tag Zusammen, mein hochbeiniger Jack Russell Mix Rüde ist nun 15 Monate jung. Seit kurzem jault und fiept er draußen im Freien sobald er andere (natürlich vor allem Weibchen) Hunde bemerkt. Auch reagiert er kaum noch auf Kommandos, was vor kurzem noch gut funktioniert hat.. Auch ist er mir schon einige male ausgebüchst..
    Er ist wie ein Staubsauger sobald wir raus gehn und markiert alle „3“Schritte..Auch bleibt dieser kleine 9 kg Hund stehen wie ein Baum und lässt sich kaum wegbewegen wenn er ein „leckeres “ Mädi erschnuppert hat. Puh.. das sind die Veränderungen seit ca 1 Monat.
    Ich bin höchst dankbar für Tipps. Habe mich eingehend mit dem Thema Kastration beschäftigt (Gansloßer/Strodtbeck)… bin unschlüssig. Wir leben in einer Wohnung aber nur 10 Schritte vom Wald entfernt in einer Kleinstadt mit doch einigen Hunden.

    Ratlose Grüße
    Nina & Lumpi

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