Der Galgo Español

Bildschirmfoto 2015-09-21 um 22.30.05Der Galgo Español ist einer der Vorfahren des englischen Greyhounds, der ganz ähnliche Rassemerkmale wie der Galgo aufweist. Allerdings ist der Galgo Español insgesamt zierlicher als der Greyhound, und sein Kopf weist weniger Stop auf.

Schon viele Jahrhunderte vor Christus jagten die Kelten mit mittel­großen Windhunden, die  die Spur des Wildes nicht mit der Nase verfolgten, sondern mit ihren scharfen Augen, die Objekte in 800 Meter Entfernung sehen können. Sie  waren schnell genug, ihre Beute im Lauf einzuholen. Als wertvolle Jagdgehilfen begleiteten sie die Kelten auf ihren Zügen und fanden auf diese Weise in nahezu ganz Europa Verbreitung. So gelangten sie auch auf die iberische Halbinsel, als die Kelten im 6. Jahrhundert v. Chr. über die Pyrenäen dorthin vordrangen.

GalgosmitHaseDer Galgo Español ist  ein direkter Nachfahre dieser  Hunde. Jahrhundertelang war er geschätzter Begleiter des spanischen Adels – auch der spanische National­held El Cid soll mit Galgos auf die Jagd geritten sein. Anders, als in vielen europäischen Ländern war die Jagd mit Windhunden in Spanien kein Privileg der Oberschicht , sondern wurde und wird bis heute ebenso von der Land­bevölkerung ausgeübt.

In weiten Teilen Spaniens ist die Landschaft vor allem steppen­artig. Um in diesem Gelände Hasen zu jagen, braucht man einen Hund, der sehr schnell, ausdauernd und extrem wendig ist. Auf dem trockenen und unebenen Terrain der spanischen Hochebenen, übersät mit Steinen, erfordert es eine enorme Widerstands­kraft, um die Jagd ohne Verletzungen beenden zu können. So prägten Klima, Topographie und Jagdan­forderungen das Aussehen und die Fähigkeiten des spanischen Windhundes.

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Ursprünglich wurde die Hasenhetze als reine Jagd zur Beschaffung von Nahrung durchgeführt.  Aber wie überall wurde die Jagd bald zum Sport, der Carreras en campo. Bei diesen Wettbewerben werden Mut, Durchhalte­vermögen und Jagdtechnik der Hunde bewertet.

Trailla

Trailla

Die Hunde werden zu zweit an der Trailla, einer Art Doppelleine übers Feld geführt, bis der Hase gesichtet wird – dann werden die Hunde mit einem Ruck nach oben gleichzeitig aus dem halsband entlassen, um mit der Hasenhetze zu beginnen.

Dabei sollen die Hunde weder zu langsam, noch zu schnell sein (was für die Zuschauer nicht interessant ist) – weshalb die Hunde mit zunehmender Erfahrung ausgemustert werden, weil sie zu gut werden.

Bis heute sind die Jagd und das Coursing mit Galgos in ländlichen Gegenden Spaniens weit verbreitet.

anando5Von vielen Galgueros werden die edlen Windhunde allerdings schlicht als „Nutztiere“ betrachtet und einfach entsorgt, wenn die kurze Jagdsaison zwischen Oktober und Februar10418484_634399626693773_2395620392454038719_n zuende ist. Nach dem 1. Februar werden jedes Jahr über 140 000 dieser Hunde von ihren Besitzern ausgesetzt, in Tötungsstationen abgegeben oder brutal umgebracht, weil sie keinen Nutzen mehr bringen. Wenn sie Glück haben, werden sie von einer der vielen Tierschutzorganisationen eingefangen oder aus den Tötungsstationen ausgelöst, um irgendwo ein ganz neues, friedliches Leben als Haus- und Familienhund anzufangen. Was diese Organsiationen leisten, ist zum Teil fast übermenschlich – sie kämpfen gegen Vorurteile, alte Traditionen, Gleichgültogkeit und Scham an, verbringen Tage und Nächte auf dem Bauch, in Büschen oder Autos wartend, um bestimmte Hunde einzufangen, kratzen eigenes oder erbetteltes Geld zusammen, um diese Hunde medizinisch zu versorgen und in denr wenigen ungenutzten Freizeit die einfachen Galgueros aufzuklären, die ihre Hunde einfach entsorgen wie Abfall.

Erscheinung und Aussehen

Der Galgo Español ist ein 60–70 cm großer Windhund mit einem Gewicht zwischen 20–29 kg. Sein Körper ist langgezogen, der Kopf sehr schmal mit kleinen, dunklen, mandelförmigen Augen mit ruhigem, sanften und zurückhaltendem Ausdruck. Der Stopp ist nur wenig ausgeprägt. Das Ohr ist ein großes, gefaltetes Rosenohr. Bei Aufmerksamkeit sind die Ohren im ersten Drittel halb aufgerichtet mit gefalteten, seitwärts gerichteten Enden. Der Hals hat einen ovalen Querschnitt. Die Unterlinie zeigt einen langen, mächtigen, gleichmäßig tiefen Brustkorb, bevor der Bauchaufzug ansetzt, der jedoch nicht die Ellenbogen erreicht. Die Rute ist tief angesetzt und kräftig am Rutenansatz. Sie reicht fast bis zum Boden mit einem leichten oft seitlichen Bogen am Ende.

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Es gibt zwei Varianten des Galgos: glatthaarig und rauhhaarig.

Rauhaarige Galga

Rauhaarige Galga

Das Fell vom kurzhaarigen Galgo ist sehr kurz und fein und hat keine Unterwolle. Das Fell des rauhaarigen Galgos ist dagegen mittellang (bis ca. 10 cm) und oft struppig und hart. Alle Farben sind zulässig.

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Wesen und Charaktereigenschaften

Der Galgo Español besitzt als Windhund auch deren typische Charakterzüge: Er ist ruhig, entspannt, zurückhaltend und freundlich und verhält sich in der Wohnung ruhig , unauf­dringlich und bellt nur sehr selten. Sie werden nicht selten als 60-km/h-Sofarollen bezeichnet: Seine Energie und sein spanisches Feuer bewahrt er sich für die Spaziergänge auf.Viele Galgos leben sehr friedlich mit Katzen und anderem Kleingetier zusammen, wenn man sie einander vorsichtig vorstellt und ihnen beibringt, gewisse Grenzen zu respektieren. GalgomitHase

Man kann den Galgo problemlos in einer Stadtwohnung halten, wenn man ihm genügend Gelegenheit zur Bewegung gibt. Im freien Auslauf begeistert er den Betrachter durch sein feuriges Temperament. Er ist sehr anhänglich seinem Herrn oder seiner Familie gegenüber, bei Fremden verhält er sich oft zurück­haltend und vorsichtig, jedoch nicht aggressiv. Der Galgo möchte selbst entscheiden, wer ihn streicheln darf: Vom Wesen her neigt er zur Vorsicht und Zurück­haltung darum muss man ihn sorgfältig und ohne Streß mit allen Lebens­situationen und fremden Menschen bekannt machen, damit seine Vorsicht nicht in Furcht umschlägt. Für eine Haltung im Zwinger eignet sich der Galgo nicht, da er in enger Verbundenheit mit seinem Menschen leben möchte. Im Umgang mit Artgenossen ist er sehr verträglich, weder streit- noch beißlustig, sondern geht  Zank und Raufereien viel lieber aus dem Wege. Als sanfter und sensibler Hund kommt er sehr gut mit Kindern aus, auch wenn man  Kind und Hund natürlich nie unbeauf­sichtigt lassen sollte.

Erziehung

12002274_10207863144683100_4527758338383811078_nDer Galgo Español gehorcht im allgemeinen  gut und läßt sich mit dem nötigen Einfühlungsvermögen leicht erziehen. Er ist zwar ein robuster und widerstands­fähiger Hund, reagiert aber sehr sensibel auf grobe Behandlung, Druck und strenge Maßregelungen. Seine Erziehung darf daher nie mit Druck, Lautstärke und/oder Strafe erfolgen, sondern über Lob und Kekse (oder Brot und Spiele ).Er fährt sich allerdings iemlich schnell hoch – was natürlich mit seiner ursprünglichen Verwendung als Jagdhund mit blitzschnellem Reaktionsvermögen zu tun hat. Dementsprechend muss man ihn häufig “`runterfahren”, weil er ziemlich stressanfällig ist. Ein hoher Adrenalinspiegel wiederum kann dafür sorgen, dass der Galgo beim Anblick fremder Hunde/Rassen überreagiert oder in Jagdverhalten verfällt, obwohl eigentlich gar kein Beutereiz vorhanden ist.

Mit einer sensiblen, sehr klaren (wenig “Gebrabbel” – Galgos sind gar nicht gewohnt, dass man viel mit ihnen spricht) und möglichst körpersprachlich orientierten Ausbildung ist der Galgo Español ein folgsamer Hund, der auch beim Freilauf auf Ruf freudig zurückkommt. Trotz alledem darf nie vergessen werden, daß ein Windhund in einem ungeheuren Tempo weite Strecken zurücklegen kann, weshalb man sich beim Freilauf grundsätzlich vergewissern muss, daß keine Gefahren in Form von Wild, Straßen, Elektrozäunen etc.vorhanden sind. Außerdem darf man nicht vergessen, daß Galgos noch immer für die Jagd gezüchtet und streng selektiert werden: Einen Galgo ohne Jagdtrieb gibt es nicht (und die zwei, drei Ausnahmen, die es eben doch gibt, sind und bleiben eben Ausnahmen). Der Galgo hat einen ausgeprägten Bewegungsdrang, will allerdings nicht  stundenlang  spazieren gehen, sondern sich lieber kurz im vollen Galopp auszutoben – um sich anschließend lange in einem gemütlichen Hunde- oder Menschenbett auszuschlafen.

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Jagdtrieb

Galgos sind Jagdhunde mit sehr speziellen Fähigkeiten wie Geschwindigkeit, Teamwork, Effizienz und Zielstrebigkeit, für die sie in Spanien gezüchtet und mit großer Anerkennung belohnt werden: Sie sind ausgesprochen effektive Hetzjäger.

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Genau diese Eigenschaften werden bei uns nicht mehr erwünscht und überfordern neue Besitzer von Galgos meistens: Sie wollten einem geschundenen Tier helfen, und müssen plötzlich feststellen, dass sie mit einem harten „Mörder“ unter einem Dach leben.
Dabei müssen Sie das wahre Wesen dieser Hunde erkennen und verstehen. Galgos sind sanft, freundlich, liebevoll und wundervolle Couch-Potatoes – und sie sind unglaublich schnell, unglaublich zielstrebig, sie sehen alles und fackeln nicht lange, wenn es ums Beutemachen geht: Der „Trick“ im Zusammenleben mit einem (oder mehreren!) Galgos liegt darin, diese Eigenschaften zu nutzen, um ein neues gemeinsames Ziel zu erreichen. Galgos zeigen einem recht schnell, wo die eigenen Grenzen liegen.

GALGOS FASE REGIONAL CAMPEONATO DE ESPAÑA , GALGO PERSIGUIENDO A UNA LIEBREEs ist nicht ganz leicht, dem Galgo zu vermitteln, dass er von nun an erst dann Anerkennung von uns bekommt, wenn er seine herausragenden Fähigkeiten nicht mehr zeigt. Aber es geht. Wir kennen viele Galgos aus Spanien, die nach angemessenem Training ihre neuen Besitzer frei und entspannt auf Spaziergängen begleiten, wenn sie erst einmal gelernt haben, dass ihre Besitzer Gleichgesinnte sind, mit denen sie ein gemeinsames – wenn auch ganz neues – Ziel verfolgen.
Aber dafür muss der Halter bereit sein, seine Fähigkeiten als Hundeführer zu erweitern. Mit Druck, Schleppleine und Unterordnung erreicht man beim Galgo nichts – nur mit Teamwork, Sensibilität, klaren Grenzen und Zielstrebigkeit. Setzen Sie sich Ziele, die Sie mit Ihrem Glasgow erreichen möchten und hüten Sie sich davor, eine Liste zu machen, was Sie nicht erleben wollen: Darauf sollten Sie überhaupt keine Aufmerksamkeit legen. Wenn Sie keine Ziele mit Ihrem Hund setzen, dann entscheidet Ihr Hund, was erreicht wird. Und das ist wahrscheinlich nicht das, was Sie wollen.

Galgos sehen in permanenten Wiederholungen keinen Sinn, sondern wird Ihnen die Zusammenarbeit verweigern. Bleiben Sie kreativ im Training, legen Sie Pausen ein. Achten Sie darauf, dass Sie selbst den Sinn einer Übung und eines Kommandos erkennen, sonst müssen Sie sich nicht wundern, wenn Ihr Hund eine Anweisung ignoriert, wenn Sie sie einfach „nur so“ geben.

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Bleiben Sie bei Spaziergängen in Verbindung mit Ihrem Galgo. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf ihn, telefonieren Sie nicht, plaudern Sie nicht mit Freunden, bleiben Sie mental stets mit Ihrem Hund in Kontakt. Ihr Glasgow besitzt eine extrem hohe Wahrnehmungsfähigkeit und weiß ganz genau, in was für einem „Zustand“ Sie sich gerade befinden. Führen Sie Ihren Windhund mit Ihrer Aufmerksamkeit immer auf das, was Sie von ihm möchten – und meiden Sie Gedanken an Verhaltensweisen, die Sie nicht wollen.Trainieren Sie sich selbst.
Galgos haben – noch mehr als andere Hunde – das Zeug dazu, aus uns bessere Menschen zu machen. Machen Sie sich seine Eigenschaften zunutze – dann werden Sie ein unschlagbares Team.

Haltung

Der Galgo ist im Grunde ein anspruchsloser Hund – er möchte Gesellschaft, regelmäßigen Auslauf (aber nicht zu viel – eineinhalb Stunden täglich reichen, solange er ansonsten Gesellschaft hat), ausreichend Schlaf (am liebsten möchte er nicht vor neun Uhr aufstehen, und nach kleineren und erst recht größeren Aufregungen möchte er gleich wieder schlafen) und eine vernünftige Ernährung, die eher fett- und kohlehydratreich als proteinreich ist.
Er friert leicht und hält Wasser von oben gewöhnlich für eine Zumutung, braucht also für kühlere Jahreszeiten einen Mantel, einen Regenmantel und für den Übergang womöglich noch einen Fleecepullover. Der Galgo liebt Rituale, weil sie berechenbar sind und ihm Sicherheit geben.
Er braucht kein großes Haus und keinen großen Garten – wenn er ausreichend Bewegung bekommt, ist er auch in einer Wohnung durchaus zufrieden (man muss nur wissen, dass er mit seiner endlos langen Rute in sehr kleinen Räumen auch gerne mal das Teegeschirr vom Sofatisch fegen könnte). Er ist eine 40 km/h-Couch Potatoe, was bedeutet: So ruhig er sich im Haus verhält und so gerne er schläft – er muss sich wenigstens zwei, drei Mal pro Woche auslaufen dürfen. Finden Sie ein eingezäuntes, ausreichend großes Gelände oder eine Reithalle, die Sie nutzen dürfen in Ihrer Nähe, damit ein sicherer Freilauf gewährleistet ist.

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24 Kommentare

  1. Melanie Ruoss

    Hallo Frau von der Leyen

    was für eine tolle und ausführliche Rassebeschreibung. Ich habe zwar keinen Galgo, aber ein Windspiel-Mix und sehr viele Eigenschaften vom Galgo erkenne ich auch in meiner Nala wieder. Wie treffend formuliert! Danke für diesen Beitrag.

    Liebste Grüsse, Melanie

    • Naja, mittlerweile habe ich sie ja nun wirklich “studiert”… Sie lassen mich ja nicht mehr los, die Biester, und ziehen hier sogar ungefragt ein. 🙂

  2. Liebe Frau von der Leyen,

    was für eine ausgezeichnete Rassebeschreibung! Ich habe seinerzeit eine ganze Weile gebraucht, um diese Informationen zusammenzutragen.
    Ich habe meine Galga jetzt seit 8 Monaten und bin mir sicher, das die Dinge, die ich über das Wesen dieser Hunde gelernt habe, uns zu einem hervorragenden Team machen. Spaziergänge mit einem freilaufenden Galgo erfordern ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, machen aber auch unglaublich viel Freude. Kaum etwas ist schöner, als meine Hündin “fliegen” zu sehen.
    Liebe Grüße

  3. Hallo Frau von der Leyen,

    das ist ein, wie ich finde, sehr gelungenes Rasseportrait! Zumindest deckt es sich weitgehend mit meinen mittlerweile mehr als 7 Jahren Galgoerfahrung und zeigt all die Eigenschaften auf, die ich an diesen Hunden so liebe. 🙂
    Eine kleine Anmerkung: die Aussage, der Galgo sein “nicht aggressiv” ist immer wieder zu lesen und meiner Meinung nach zumindest irreführend, insinuiert sie doch, dass ein Galgo grundsätzlich nicht schnappt. Das stimmt so jedenfalls nicht, je nach dem, welche Erfahrungen so ein Galgo hat oder nicht hat, setzt er natürlich durchaus auch seine Zähne ein, um vermeintliche Gefahren abzuwehren. Deswegen wird mir immer ein wenig unwohl, wenn ich diese Formulierung lese, weil mir zwar klar ist, was eigentlich gemeint ist, aber ich eben auch die Gefahr sehe, dass der Leser zu der Annahme verleitet wird, ein Galgo habe “keine Zähne in der Schnauze”.

    • Liebe Irene, ich verstehe Ihr “Unwohlsein”, möchte es aber trotzdem nicht ändern – denn der Galgo ist an sich keine Rasse, die von sich aus “vor” geht oder die Zähne einsetzt – anders als beispielsweise Terrier, bei denen eine gewisse Aggressionsbereitschaft zum Charakter gehört, oder den Herdenschutz-, Hütehund- oder natürlich Schutzhundrassen, die schlicht eine Wehrbereitschaft mitbringen müssen: Der Galgo tut das gemeinhin nicht – ebensowenig wie z.B. der Labrador. Er kommt auch nicht auf die Idee, einen Einbrecher zu beissen. Dass viele Galgos aus dem Tierschutz nicht gelernt haben, sich anders “zu wehren”, weil sie einfach gar nichts gelernt haben, ist eine andere Sache. Dass viele Rüden aus dem Tierschut schwierig auf fremde Rassen und/oder große fremede Hunde reagieren, ist auch eine Art “Tierschutz-Sonderfall”, denn diese Hunde wurden depriviert gehalten, was Fremdrassen betrifft, und haben nie gelernt, im Park morgens mit anderen Hunden zu spielen und Hallo zu sagen: Das ist einfach nicht das spanische Hundekonzept.
      Wenn da also steht, der Galgo sei nicht aggressiv, halte ich das für durchaus richtig. Es ist unmöglich, irgendetwas oder irgendwen so zu beschrieben, dass nicht irgendwo irgendwer etwas hineinliest, was er hineinlesen möchte, ist praktisch nicht möglich. Jeder Hund setzt irgendwann die Zähne ein, wenn er nicht anders kann. Aber die Rasse Galgo ist (übrigens im gegensatz zum Windspiel oder Azawakh, die beide nicht lange zögern zu kneifen) an sich ohne Aggression. Und wie gesagt – wir gehen hier hauptsächlich von Galgos aus dem Tierschut aus: Das sind aber nicht “die Galgos”. So, wie eine Kuh aus Massentierhaltung kein Beispiel für “die Kuh” ist- Sie wissen, was ich meine. 🙂

      • Liebe Frau von der Leyen,

        na klar, ich habe das ja durchaus so verstanden und würde das so, wie es gemeint ist, auch auf jeden Fall bestätigen; allerdings hat die Erfahrung gezeigt, dass unerfahrene Interessenten diese Aussage, die Rasse X sei “nicht aggressiv” eben doch leider oft so missverstehen, dass der Hund auf gar keinen Fall und nie schnappt. Von daher fände ich es hilfreich, diese Aussage, wann immer sie getroffen wird, zumindest kurz ein wenig in dem Sinne zu erläutern, wie Sie es in ausführlicher Form in Ihrer Antwort auf meinen Kommentar getan haben. 🙂

        Viele Grüße
        Irene Boldt-Bregu

      • …und dann hat man immer wieder Galgos dabei, die ein wenig mehr orientalisches Blut (z.B. Sloughi) intus haben und durchaus nicht lange fackeln. Und auch ziemlich hinlangen.
        Und da kann ich aus eigener Erfahrung sprechen.

        Ein Tierschutz-Galgo ist eben kein reinrassiger Galgo mit Ahnentafel. Bei dem einen ist mehr Grey drin bei dem anderen mehr Galgo, bei dem Übernächsten hat man nen orientalischen Schlag (Azawakh oder Sloughi) mit dabei.
        Wenn man lang genug Ausläufe besucht, sieht man das Thema Aggression durchaus auch mal anders. Und oft ist es auch nicht nur mit “Pack mal nen Maulkorb drauf” getan.
        Ich tue mir schwer mit diesen Verallgemeinerungen…grade bei Galgos.

        Hab wohl zu viele mitbekommen, die umgesetzt werden mussten, weil sie gebellt (!) haben, nicht Alleinebleiben konnten und/oder zusammen mit einer Katze in einer Stadtwohnung eben nicht glücklich waren.
        Bei der Stadtwohnung kommt dann noch dazu, dass die Hunde oft noch nie in einer Stadt waren und mit allem schwer überfordert sind.

        Die Menschen sind schnell überfordert, wenn sie sich einen Hund anschaffen, weil er nicht stinkt, nicht bellt, mit der Katze klarkommt und keine Aggressionen zeigt 😉

        p.s. was das Thema Jagdtrieb angeht, möchte ich mich auch Key Sebastian anschließen 🙂
        Der Jagdtrieb kommt auch oft sehr spät. Die 1,5 jährigen Galgos, die oft im TS landen, sind teils noch nicht ansatzweise soweit. Es gibt Hunde, bei denen kam der Jagdtrieb erst 3,5 Jahren…

        • Es gibt überhaupt viele Jagdhunderassen, bei denen der Jagdtrieb erst relativ spät einsetzt, nicht nur Galgos. Ich habe allerdings diesen Artikel nach vielen Recherchen und langen Gesprächen mit unterschiedlichen Haltern und Trainern geschrieben. Es ist schlicht nicht möglich, einen gültigen Text zu schreiben, in dem sämtliche Eventualitäten und Möglichkeiten angesprochen und bedacht werden – soviel Platz hat niemand. Dies ist ja auch kein Artikel über Hunde aus dem Tierschutz, sondern über “den Galgo”. Traumatisierte Hunde, Mischlinge und deren Eigenheiten etc. sind wiederum ein anderes Thema – wobei es erstaunlich viele Galgos aus dem Tierschutz gibt, die genau so sind, wie ich sie beschrieben habe. Was in Windhundausläufen passiert, hat meines Erachtens häufig nichts mit einer unentdeckten Aggression des Galgos per se zu tun, sondern mit Hunden, die mit der Situation völlig überfordert sind, Hunden, die Hetzspiele machen, die einfach sehr schnell kippen können (auch Pudel sind grundsätzlich nicht aggressiv, wenn sie aber im Jagdmodus sind, schnappen sie dann eben doch nach dem Jogger. Das hat aber nichts mit einer Neigung zur Aggression zu tun.), Hunden, die nicht oder nur schlecht sozialisiert sind und bisher nicht gelernt haben, was sie machen sollen, wenn sie plötzlich gemobbt werden (meine Hunde beispielsweise kommen sofort zu mir, wenn das Spiel “zu doll” wird, weil ich Spiele, die zu heftig werden, sofort unterbreche). Ich kenne meinerseits selbst auch Galgos, die entsetzlich hochfahren, wenn sie Golden Retriever auch nur von Weitem sehen – weil sie aus deprivierter Haltung stammen und einfach noch nie einen großen Hund mit so einem dicken Kopf und so vielen Haaren gesehen haben. – Das hat aber nichts mit “dem Galgo” zu tun, sondern mit der Haltung dieses speziellen Hundes. “Der Galgo” an sich ist nicht aggressiv. “Der Galgo” an sich kann durchaus so trainiert und erzogen werden, dass Freilauf – wenigstens kurze Strecken – möglich sind. Das geht übrigens auch bei den meisten Sloughis, Azawakhs oder Salukis. Mir dagegen stößt eher auf, dass so häufig behauptet wird, “Windhunde kann man nicht erziehen” – was einfach nicht stimmt. Ebensowenig wie “Huskies kann man nicht erziehen”, “Dackel gehorchen eben nicht”, etc. Das sind Vorurteile von Leuten, die es nicht geschafft haben, einen Zugang zu ihren Hunden zu bekommen. Es steht ausführlich in diesem Artikel, dass Galgos keine Hunde sind, die man wie einen Malteser einfach ableinen und dann seinen eigenen Kram machen kann, sondern dass man immerzu “in Verbindung” mit ihnen bleiben muss. Es steht genau drin, dass sie knallharte Hetzjäger sind. Ich habe das Video gepostet, in dem ja sehr gut zu sehen ist, was ihre eigentliche Bestimmung ist.
          Ich sehe dagegen Leute, die einen Windhund bekommen, ihn nicht entsprechend erziehen (weil das ja angeblich nicht geht), also auch in den ersten eineinhalb Jahren keinerlei Signale aufbauen, der Hund lernt nicht einmal den “Kehrum”-Pfiff – und wenn er dann plötzlich so weit ist, dass Wild ihn interessiert, gibt es keinerlei Basis, auf die man sich verlassen kann. Und dann wundern sich alle, dass der Hund nicht kommt, wenn er gerufen wird. Ein Hund, der erzogen und trainiert ist, gibt einem wenigstens etwas Zeit zu reagieren. Ein Hund, der nicht erzogen ist, haut schneller ab, als man blinzeln kann. Aber das ist keine Galgo-Spezialität, sondern das Thema meines nächsten Buches, das im Dezember erscheint. 🙂
          Ich finde es tierschutzrelevant, einen Windhund sein Leben lang an der Leine zu halten mit der Ausrede, “Windhunde könne man eben nicht erziehen”. Man muss es wenigstens versuchen. Und ich kenne zahllose Leute mit Galgos, die schon viel länger und mehr Galgos halten als ich (sogar Gruppen von zehn, elf!), und die frei laufen können. Nicht jeder überall und immerzu. Aber das geht auch mit Schweißhunden nicht.

  4. Key Bastian

    Hallo Frau von der Leyen,
    gern schaue ich auf Ihrer Seite vorbei, die immer wieder nette Anregungen und wissenswertes vermittelt.
    Den Beitrag zum Galgo habe ich mit besonderem Interesse gelesen, da wir selbst seit über einem Jahrzehnt Galgos aus dem TS bei uns aufnehmen; zur Zeit leben drei bei uns.
    Der Artikel ist wirklich gut geschrieben, dennoch möche ich hier einige Anmerkungen weitergeben. Sicher ist der Galgo im Haus ein sanfter Hund, der sich problemlos einfügt und sich sicher auch an Hasen – wie hübsch auf dem Foto arrangiert – Katzen und andere Haustiere gewöhnt und lernt das diese Tiere zum Rudel gehören und tabu sind – solange sie unter Aufsicht sind werden sie sich immer daran halten.
    Er ist und bleibt aber ein harter Jagdhund und dies wird leider auch von sehr vielen TS-Orgas immer ein wenig runter gespielt und immer wieder erwähnt wie sensibel diese Hunde doch sind und wie gern sie auf der Couch hocken…
    Zwei Seelen leben in einem Galgo und dies sollte Interessenten ganz klar vermittelt werden. Sobald ein abgeleinter Galgo Wild sichtet hilft kein noch so gut trainiertes Abbruchsignal mehr um die Jagd zu stoppen und bekommt er das Jagsobjekt wird er es töten!
    Und dabei ist es völlig egal ob man einen Galgo hat, der bereits Jagdserfahrung aus Spanien mitbringt oder nicht, diese Eigenschaft ist genetisch angelegt und lässt sich weder aberziehen noch umlenken. Es gibt immer Ausnahmehunde die einen “zeigen sich” erst nach Monaten in denen sie im neuen Heimleben, die anderen sind “sofort da”.
    Ich weiss, es sind harte Worte aber diese werden den wenigsten Interessierten so klar auch gesagt.
    Das man diese Tier sowieso nur in wildarmen Gebieten ableinen sollte ist klar und über eine Grunderziehung muss man auch nicht weiter debattieren.
    Man sollte Interessierten Menschen, die ein Leben mit diesen wunderschönen Hunden teilen wollen einfach klarer mitteilen, auf was sie sich einlassen und welche Konsequenzen dies evtl. nach sich zieht.
    Im übrigen hat sich ein kleiner Schreibfehler in Ihrem Text eingeschlichen, statt Galgo erscheint mehrmals das Wort Glasgow eingeschlichen 🙂
    Viele Grüße,
    key

    • Lieber Key,
      alles, was Sie anmerken, steht doch ganz genau so im Text, in aller Deutlichkeit. Es gibt ein einziges Foto mit Galgo und Kaninchen – aber mehrere Fotos, auf denen der Hase mörderisch gejagt wird UND ein Video über die Jagd. Ich betone, dass wir dem Hund hier beibringen müssen, sich genau gegenteilig zu verhalten, wie es seit Jahrhunderten von ihm erwartet wurde… Ich weiß nicht, wie ich das noch stärker hätte betonen müssen. Außerdem ist es ja eine Rassebeschreibung und keine Gebrauchsanweisung – beim Terrier kann ich auch nur ansprechen, mit welchen erzieherischen Besonderheiten man aufwarten muss, um sie zu erziehen, alles andere würde hier den Rahmen sprengen: Dass viele Galgos Probleme mit anderen, großen Rassen haben, dass sie überfordert sind mit dem üblichen Hundekontakt im Park, usw. Natürlich machen das viele Organisationen falsch, aber ich finde, dass sowieso viele Hunde in völlig falsche Hände vermittelt werden, weil die Tierschutzorganisationen ihr Augenmerk vor allem darauf legen, den Hund zu retten, ohne Rücksicht darauf, ob er in das Leben der jeweiligen Personen passt, etc. Und jeder Tierschutzhund braucht eine Weile im neuen Zuhause, um “sein wahres Ich” zu zeigen.
      Darum schreibe ich nächstes Jahr auch ein Buch über Hunde aus dem Tierschutz für den Kosmos-Verlag. Tierschutz wird immer stärker (das geht so weit, dass Leute sich rechtfertigen müssen, wenn man sie sich nach jahrelangen Überlegungen einen Hund vom Züchter kaufen), aber um viele der Schwierigkeiten dieser Hunde erfolgreich erkennen und lösen zu können, braucht man sehr viel Erfahrung, und nicht nur ein gutes Herz.
      Was das “Umlenken” des Jagdtriebes betrifft, muss ich Ihnen aber widersprechen: Ich selber habe hier immer zwei Glasgows (schon wieder – das ist das blöde Sprachverbesserungsprogramm 🙂 Galgos und wohne mitten im Wald, wo wirklich hinter jedem Baum ein Reh steht. Wie Sie von meinen Fotos und Videos kennen, sind meine Hunde fast immer leinenlos – es ist ein ständiger Erziehungsprozeß, und ich habe hart daran gearbeitet und tue es immer weiter, aber es geht. Die Galgos, die ich kenne, die als Welpe vermittelt wurden, sind unendlich viel einfacher zu erziehen als die, die bereits auf der Jagd waren in Spanien – es ist dann auch nicht anders, sie zu erziehen, als einen Deutsch Drahthaar oder “richtigen” Weimaraner. Ich hatte alle diese Hundesorten – und auch ein Jagdterrier bekommt und tötet seine Beute. Es ist nur kein Bambi mit schönen Augen, sondern ein Dachs, ein Hase, ein Enok oder Baummarder, die kann man leichter im Gebüsch verstecken als einen ausgewachsenen Rehbock. 🙁
      Ich glaube, wir sind uns eigentlich ganz und gar einig.
      Ich gehe jetzt mal in den Wald mit meinen Hunden. Die Leine habe ich um den Hals. 🙂
      Sehr herzlich, Katharina vdL

      • Key Bastian

        Liebe Katharina,
        gebe nochmal meinen Senf dazu in Bezug auf das Umlenken des Jagdtriebes, meine Erfahrungen sind anders, zumindest wenn es um den Jagdtrieb von Galgos geht.
        Vielleicht hatten Sie mit den beiden bzw. drei Galgos die bisher bei Ihnen leben(lebten) “Glück “, oft kommt es auch auf das bereits bestehende Rudel an, die meisten Hunde die neu im Rudel sind richten sich auch nach diesem.
        Wir hatten u. A. eine Hündin, die selbst Hubschraubern nachjagte allein um des Hetzens Willen und diese Galga hatte bis zu ihrem dritten Lebensmonate keine Jagderfahrung, sie wurde von den Besitzern super sozialisiert, ein absolut instinktsicherer Hund aber extrem triebstark und absolut autark und dies ist kein Einzelfall, ich kenne eine Galga die Unterschiede machte ob ein Kaninchen vor ihr saß, diese wurden ignoriert oder ein Feldhase…
        Beide diese Galgas konnten nicht umgelenkt werden, selbst das wunderbarste Leckerli wurde verschmäht…
        Wenn man sich als Neu-Halter eines Galgos dann auf ein Sensibelchen einstellt und eine der o. G. ” Granaten” vermittelt bekommt, tja, was soll ich weiter dazu sagen…

        Jetzt gehen wir “auf die Pirsch” – ohne Leine
        Herzlichst
        Key Bastian

        • oh, ich dachte schon unser Hund ist der einzige der einen Unterschied zwischen Kaninchen und Feldhase macht 🙂 , er ist zwar kein Galgo sondern ein Podenco (und zwischen den beiden gibt´s ja doch einen gewaltigen Unterschied), ein Kaninchen würde er zwar ohne Schleppleine auch jagen, aber auf ein energisches “nein” bleibt er relativ cool, wenn er allerdings einen Feldhasen sichtet flippt er total aus, hüpft auf den Hinterbeinen und schreit sich die Seele aus den Leib und das nicht nur ein paar Minuten…

          Herzliche Grüße
          Sabine

  5. Hallo und vielen lieben Dank für dieses ausführliche Galgo-Portrait!

    Wir haben seit knapp zwei Jahren eine Galga aus dem Tierschutz, die anfangs sehr ängstlich auf Männer mit Stöcken, dunkle Räume und angelehnte Türen reagierte. Desweiteren war sie nicht dazu zu bringen, in unserem Haus die Treppe hoch zu gehen und kann es auch heute noch nicht ertragen, wenn jemand direkt hinter ihr geht. (Alle anderen Ängste haben wir ihr nach und nach nehmen können.)
    Sie schreiben, dass man mit einer Schleppleine beim Galgo nichts erreicht. Doch! Man erreicht, dass der Galgo frei nebenher läuft beim Gassigehen. Naja, zumindest war das in unserem Fall so. Wir haben mit einer 10-Meter-Schleppleine angefangen und diese nach und nach immer mehr gekürzt. Mittlerweile sind wir bei etwa 10 cm angelangt und unsere Galga läuft fast ausschließlich frei neben uns her. (Wir wohnen in der Provinz, da geht das.)
    Zum Thema “kohlenhydratreiche Nahrung”: Mit dieser Art der Nahrung hat unsere Galga 5 bis 6 Haufen pro Tag gemacht, die allesamt die Konsistenz von Vanillepudding hatten. Seitdem wir proteinreich füttern, hat sie zweimal am Tag Verdauung, man kann fast die Uhr danach stellen und die Haufen sind so fest, dass man sie mit einem Zahnstocher aufpieksen könnte.

    In allem anderen erkenne ich jedoch unser “Faultier”, das gerne auch bis Mittags im Bett liegt, durchaus wieder. 😉

    Herzliche Grüße,
    Kerstin

    P.S. Autocorrectur hates you: Im Text wurde aus dem Galgo zweimal ein Glasgow.

    • Liebe Kerstin, jeder Hund ist natürlich ein Individuum – aber grundsätzlich ist es tatsächlich so, dass Galgos – oder Windhunde allgemein – besser mit einer kohlenhydratreichen, fettreichen Ernährung klarkommen als mit viel Protein. Zuhause in Spanien werden sie ja vor allem mit altem Weißbrot und wenig Trockenfutter ernährt (außer während der Jagdsaison) – und kommen dann hierher ins gelobte Tierschützerland, die es besonders gut mit ihnen meinen und sie erst einmal barfen… Und die meisten explodieren dann.
      Und das blödsinnige Sprachverbesserungsprogramm hat das Wort Galgo jetzt zum 1000. Mal geändert, obwohl ich “Glasgow” noch nie in meinem Leben verwendet habe… Ich geb’s auf. 🙂

  6. Hallo,
    Vielen lieben dank! Seit Jahren trainiere ich galgos und kämpfe dafür, dass sie frei laufen dürfen. Ein Leben an der Leine ist nicht die Art von tierschutz, die ich mir für diese Hunde vorstelle. viele meine Kunden haben nun galgos, die sie auch vom Hasen abrufen können und trotzdem gibt es immer wieder das Argument in meinen Seminaren, dass man dies mit einem Galgo nicht erreichen kann. Schön, wenn, dann doch immer wieder zu den Besitzern durchdringt….noch schöner, wenn man solch einen Artikel liest. Nochmals danke! Lg Christel Löffler

  7. Geschätzte Frau von der Leyen,
    auch ich fand Ihre Beschreibung des galgo espanol sehr interessant und informativ. Allerdings sehe ich es hinsichtlich der Eigenschaften der Rasse, aufgrund der TS-Hunde, differenzierter, da diese wohl den Großteil der Galgos in Deutschland ausmachen.
    Und daher sehe ich auch die vorhergehenden Kommentare hinsichtlich des Jagdtriebes als berechtigt an.
    Sich bei der Einschätzung der Abrufbarkeit zu verschätzen kann schwerwiegende Folgen haben, denn ein “harter Jäger” setzt auch noch bei schweren Verletzungen seiner Beute nach.
    Und gerade für diese Eigenschaft, neben ihrer Geschwindigkeit, werden sie in Spanien bewundert. Um dieses zu erreichen werden die Hunde, neben der Zucht, “trainiert”, was wenig mit dem deutschen Verständnis von Training zu tun hat. Dazu gehört unter anderem die Haltung. Was sich hier als “Deprivationsschäden” entpuppt, ist in Spanien “Trainingsziel”.
    Ich will diese Haltung und Behandlung nicht rechtfertigen, sondern lediglich auf die daraus resultierenden Eigenschaften dieser Hunde aufmerksam machen, die sich z. B. vollkommen von denen eines streundenden Galgos unterscheiden. Wer letztere einmal als Meute in dunkler Nacht, in einer der Jahreszeit entsprechenden, verlassenen Ferienhaus-Siedlung, begegnet ist, der würde nicht auf die Idee kommen von zarter Seele zu schreiben. Der Galgo ist ein sehr ursprünglicher Hund, ohne Zuchtziele, außer der Jagd, gesund und von altem Verständnis.
    Aber darüber lässt sich wirklich ein Buch schreiben und Sie kündigten ja auch Ihr neues Buch an, bei dem speziell auf TS-Galgos eingegangen wird.
    Ich bin sehr darauf gespannt, denn entgegen der allgemeinen Meinung erachte ich diese Rasse als sehr intelligent und anpassungsfähig. Daher teile ich letztendlich Ihre Meinung, der Galgo kann abgeleint werden, jedoch kann es ein Prozess sein, der über viele Jahre geht, und viel Erfahrung mit seinem Galgo erfordert. Aufklärung tut Not. Gerne gebe ich Ihnen meine Erfahrungen über deren Haltung weiter,
    mit freundlichen Grüßen,
    Andreas

    • Katharina

      Lieber Andreas,
      ich bin grndsätzlich Ihrer Meinung, aber, wie ich schon in einem anderen Kommentar geschrieben habe: Dies ist eine Beschreibung des Galgo Español, nicht die Beschreibung der Hunde aus dem Tierschutz, die zum Teil mit Sloughi oder Greyhound gemischt sind. Und die Sache mit dem Ableinen ist durchaus bei vielen Hunden eine “Sache von Jahren”, je nachdem, was der jaglich interessierte Hund sich bisher schon selbst beibringen durfte. Ich kann in einer durchscnnittlichen Beschreibung der Rasse nicht auf die Details eingehen, die Hunde aus schlechter Haltung, aus “Misch-Verpaarungen”, aus deprivierter Haltung oder nicht mitbringen – das würde jeden Rahmen sprengen. Von meinen sechs Windhunden sind zwei davon Galgos aus dem gtierschutz. Der Rüde ist eine “Jagdsau”, den ich dennoch ableinen kann, nicht überall und immer, aber das geht mit keinem jagdlich hochmotivierten Hund. Die Hündin dagegen ist verspielt und fröhlich und an mir und den anderen Hunden viel mehr interessiert als an Wild – ich habe sie vor ein paar Tagen zum vierten Mal von Rehen mit dem “Kehrum-Pfiff” abgerufen: Die Konditionierung klappt. 🙂 Keinen Hund “aus zweiter Hand” sollte man frei laufen lassen, bevor man nicht in einem eingezäunten Gelände die Abrufbarkeit viele Male überprüft hat.
      Andererseits ist es in meinen Augen auch sehr schwierig, einen Windhund (Galgo oder andere Rasse) zu adoptieren und den Hund einfach so “stehen zu lassen”, also keine Energie und Mühe darauf zu verwenden, dem Hund Grundkommandos und Abruf beizubringen, sondern immer nur in die – meiner Ansicht nach – wirklich gefährlichen Windhundausläufe zu marschieren. Meine Hunde laufen frei, haben kein Gramm Fett und harte Muskeln, gehorchen (fast immer 🙂 ) sehr gut und werden zwischendurch immer wieder an die Leine genommen, um sie in den “Ruhezustand” zu bringen. Ich kenne viele Galgos, mit denen es genau so funktioniert, denen man den Abruf durchaus und 98%ig zuverlässig beibringen konnte (und nicht jeder wohnt, wie ich, mitten im Wald – der Englische Garten ist voll mit Windhunden, weil dort eben kein Wild ist, Galgos, Barsois und Greyhounds, wohin der Blick sich wendet).

      Wie gesagt: Auch der Pinscher, der Australian Shepherd und der Pitbull aus zweiter Hand ust meistens ganz anders, als eine “pauschale” Rassebeschreibung sie darstellt. Aber wenigstens hat man nach einer solchen Beschreibung eine Vorstellung davon, wie der Hund eigentlich ist, woher er kommt, und wie er sein sollte.

  8. Liebe Katharina,
    ich hatte Ihre Differenzierung Rassebeschreibung vs. TS-Galgo schon beim ersten Mal verstanden, aber für mich gibt es diese Unterscheidung nicht und das aus folgendem Grund:
    Bei ~ 200.000 “überflüssigen” galgos empfinde ich es als pervers, wenn dann noch Hunde dieser Rasse “just for fun” gezüchtet werden.
    Und diese Zahl wird bei einer sich wieder verschärfenden Weltwirtschaft steigen, denn wie Sie es in Ihrem Beitrag anmerkten, es kann viel Geld mit einem von 10000 Galgos verdient werden.
    Wie wäre als Rassebeschreibung: robust, intelligent, anpassungsfähig, er findet unter erbärmlichsten Lebensbedingungen eine Nische zum Überleben und blüht bei Aufmerksamkeit auf. Er bindet sich sehr eng an “seine” Menschen.

    Ich sehe keinerlei Nachteile bei TS-Galgos zu Zuchthunden, denn wie man ja auch oft genug liest passieren auch dort Haltungsfehler, wie die sogenannten “Deprivationsschäden”.
    Das ist natürlich traurig, jedoch mit ein wenig Feingefühl und Aufmerksamkeit kann man mit der Zeit dem Hund die Ängste/Überreizung nehmen. Dadurch entsteht dann eine besondere Bindung.
    Durch ihre Anpassungsfähigkeit, oder wie sie schreiben, seine Aufmerksamkeit für Rituale und Verhaltensmuster, gelingt es sogar Recht schnell, was ihn nach meinen Erfahrungen sehr lernbegierig macht, sodass Grundbefehle schnell erlernt werden.
    Allerdings sein Jagdtrieb ist nicht abschätzbar. Anders als bei den meisten anderen Rassen wird der galgo espanol ausschließlich für die (Hetz-) Jagd gezüchtet, es gibt keine richtige Größe oder Farbe. Wenn man so eine “Wunder-Genmischung” erwischt, dann kann man diesen Hund erst mit 15 Jahren ableinen.
    Das sollte jedem Interessierten bewusst sein! … denn mit “Reizhalsbändern” dann den Jagdtrieb zu konditionieren erscheint mir ebenfalls als pervers.

    Ich habe mit meiner Galga so eine Granate erwischt, daher suche ich auch gelegentlich Windhund-Ausläufe auf. Was spricht in Ihren Augen dagegen?
    Ich kann sie ableinen, sie kommt wieder zurück, Verkehr ist kein Problem, … jedoch gibt es überall in Deutschland Stacheldraht. 🙁

    Mit freundlichen Grüßen,
    Andreas

    • Katharina

      Lieber Andreas,
      auch die Spanier halten sich an einen Standard, deshalb gibt es naütrlich doch die “richtige Größe und Farbe”, aber darum geht es hier ja nicht. Der Jagdtrieb ist durchaus abschätzbar, wenn man Hunde einigermaßen lesen kann. Und Depriavtionsschäden wie bei Galgos aus der Haltung von Zigeunern oder gewossen Vermehrern, die ihre Hunde unter erbärmlichsten Bedingungen produzieren, kommen bei Hunden aus gewissenhaften Zuchten eben nicht vor. Ich kenne auch sehr gute spanische Galgo-Züchter, in denen die Hunde alles das erleben, was sie eben erleben sollen, bevor sie ein halbes Jahr alt sind – und die werden ürbigens trotzdem aussortiert, falls sie für die Jagd oder die Zucht nicht taugen.
      Aber bei allen Galgos, die ich kenne und kennen gelernt habe, oder mit denen ich gearbeitet habe, sehe ich einen ganz masiven Unterschied zu denen, die in extrem reizarmer Umgebung aufgewachsen sind und denen, die von ihren Galgueros anständig behandelt worden sind (bis zu dem Punkt, an dem sie abgegeben wurden).

      Ihr Vorschlag zur Rassebeschriebung: “robust, intelligent, anpassungsfähig, er findet unter erbärmlichsten Lebensbedingungen eine Nische zum Überleben und blüht bei Aufmerksamkeit auf. Er bindet sich sehr eng an „seine“ Menschen” gilt eigentlich für jeden Hund, nicht nur für Galgos, und jeden Hund aus dem Tierschutz. Alle Hunde sind extrem anpassungsfähig – nur so haben sie als Spezies überlebt -, und weil ihr Überlebensinstinkt so unglaublich stark ist, finden auch die allermeisten Hunde unter den erbärmlichsten Bedingungen noch Möglichkeiten zu Überleben. Ich habe in meinem Leben so unendlich viele Hunde vermittelt und/oder übernommen und gefunden, cih kann wirklich ein Lied davon singen.

      Aber: Ein Jagdtrieb ist eigentlich bei allen Jagd- und Hetzhunden gut einschätzbar, wenn man den hund erst kennen gelernt hat. Es gibt sehr viele Jagdhunde, die man nicht 24/7 einfach frei laufen lassen kann – außer in Parks, in denen es kein Wild gibt. Es gibt bei Galgos auch einen Unterschied zwischen sehr hochgefahren und Jagdtrieb – ich hatte gerade erst wieder so ein Exemplar bei mir, dass einfach grundsätzlich so gestresst und eben “hochgefahren” war, einen so hohen Adrenalinlevel hatte, dass sie wegen allem und jedem losraste, alles ankläffte und wenig ansprechbar war. Das hat aber nichts mit “Jagdtrieb” zu tun, sondern mit Stressresistenz. Es stellte sich heraus, dass sie viel zu viel Protein in ihrer Nahrung bekam und zu wenig Kohlenhydrate (gerade Hunde mit nicht sehr starken Nerven profitieren von einem hohen Kohlenhydratanteil – das Gehirn kann mit Fett nicht viel anfangen, sondern braucht Glukose), sie hatte zuhause sehr viel Stress durch viel zu viel Aufmerksamkeit (was Galgos einfach nicht gewöhnt sind: Der Galguero fasst seine Hunde praktisch nie an). Man sollte warten, bis der Galgo die Streicheleinheiten einfordert und ihn nicht bedrängen. Der Hund zeigte Meideverhalten beim Rückruf, denn er wurde so abgeherzt und gestreichelt, dass er lieber nicht zurückkommen wollte, weil ihm das zuviel war – etc. Jeder neue Reiz war schlicht zuviel für sie, so dass sie gar nicht damit umgehen konnte – und deshalb im Gelände permanent abzischte, um ihre Anspannung loszuwerden.
      Derlei kenne ich auch von anderen Jagdhundrassen aus dem Tierschutz, aber eigentlich nicht von den Belgeithundrassen aus Spanien etc. Jagdhunde werden in anderen Ländern einfach anders gehalten als hier, wo sie ja im Nebenberuf immer auch noch Familienhunde sein müssen. Der Galgo, der bretone, der Drahthaar, der Setter betreten in anderen Ländern nicht das Haus – und sind entsprechend unbescholten, was Haarföhns, Rasenmäher, Staubsauger, Topfgeklapper und Fernseher betrifft.

      Es ist also nicht alles Jagd- oder Hertztrieb, was den Hund zum “Abhauen” teibt – ich weiß von Galgos, die hat der Besitzer mit seinem Wahsninss-Schreck, weil er die Leine fallen ließ, praktisch dazu gerbacht, Reißaus zu nehmen – Sie kennen sich mit Galgos aus, Sie wissen, was ich meine.

      ABER: Jagdtriebbzw. Hetztireb ist nie “abschätzbar”, oder gleichzeitig sehr gut: Es gibt ihn. Nicht nur Galgos “gehen ab”, wenn sie Wild sichten, auch Pointer, Setter, Bretonen können das, lassen einem nur von NAtur aus meistens zwei Sekunden mehr Zeit, um zu reagieren. Wenn ich allerdings meinen Hund lesen kann, dann weiß ich auch, ab welchem Punkt er aufgrund von Witterung oder Spuren aufgreregter wird, und kann ihn anleinen. Man kann sie trainieren, auch die Galgos – und wenn ich nur die Hälfte des Spaziergang mit ihm ohne Leine gehen kann, ihn aber die andere Hälfte an der Leine lasse, ist das ja auch eine Menge. Nicht jeder wohnt ja (wie ich) mitten im Wald, viele Leute wohnen an großen Parks, an der Elbe, etc., haben also nicht ununterbrochen mit Wildaufkommen zu kämpfen. Wir hier haben zum Beispiel irre viel Wild, aber glücklicherweise keinen Stacheldraht, nirgends…

      Und das mit den Windhundausläufen ist völlig ok, solange sie gut geführt werden. Ich persönlich finde, dass die meisten galgos in größeren Gruppen “ausser Rand und Band” geradten und dann anfangen, wie wahnsinnig Hetzspiele zu veranstlaten, was weder dem Adreanlinspiegel gut tut, noch dem kontrollierten Jagdverhalten, das zumindest ich anstrebe.Und dann sind immer wieder neue, unbekannt Hundde dabei, was auf die (wenig streßresistenten) Galgos wieder aufregt, weil sie dem Neuen erst einmal erklären müssen, wie das hier funktioniert, und was der alles nicht darf, etc. Ich kenne viele Windhundausläufe, in denen die Hunde nur mit Maulkorb rennen dürfen – aus gutem Grund. Meine Hunde spielen zu sechst und mit Besuchshunden wie die Raketen, aber nie mit Maulkorb, und lassen sich auch sofort unterbrechen, wenn es nötig wird. Und das ist immer schwierig, wenn da Leute und Hunde sind, die man nicht kennt, weil der andere eben nicht gelernt hat, ein “Stopp!” zu akzeptieren, oder sich so hochfährt, dass er gar nicht mehr ansprechbar ist, oder oder oder… Und weil es unendlich viele Galgos gibt, die nie erzogen werden, weil die Besitzer gar keine Anstalten machen: Der Hund kommt eh’ nie von der Leine, außer im Auslauf, und dann stehen die Herrschaften am Rande und unterhalten sich, und die Hunde machen ihr eigenes Ding. Und das ist das, was für mich persönlich gegen 90 Prozent der Windhundausläufe spricht, die ich kennen gelernt habe. (Aber ich habe auch den Luxus, derlei nicht zu brauchen: Wir haben hier vor dem Wald eine ca. acht Hektar große , sehr übersichtliche Wiese, wo ich meine Hunde nach Herzennslust rennen und toben lassen kann, weil ich Wild rechtzeitig sehen kann. Und dann können meine Hunde beiläufig auch lernen, mit “Andersartigen” zu spielen, Jack Russels, Australian Shepherds, Settern, etc.

      Was meinen Sie denn damit, dass man “mit Reizhalsbändern den Jagdtrieb konditioniert”? Ich kenne nur Teletaks oder Sprühhalsbänder, mit denen man vermeintlich Hunden den Jagdtrieb ABtrainieren kann, was natürlich nicht funktioniert – man kann auch einem Musiker seine Musikalität nicht “abtrainieren”. Wie “konditioniert” man den Jagdtrieb? Und wer macht das bei einem Galgo?

      Herzlich, KvdL

  9. Liebe Katharina,
    ich möchte mich für Ihre ausführliche Antwort bedanken und zugleich meine Bewunderung für Ihr Engagement ausdrücken.
    Zur Konditionierung, ich meine damit, dass der Hund nicht ohne Aufforderung losläuft. Auf öffentlichen Ausläufen im Ruhrgebiet kann man so allerhand sehen, unter anderem erinnere ich mich da an einen ca. 1,5 Jahre alten Sloughi, der mit teletak total traumatisiert wurde. Der Grund für diese – in meinen Augen – Folter war, dass der Hund sich nicht von seiner Besitzerin auf eingezäuntem Auslauf anleinen ließ, … sie beschrieben solche Hundehalter.
    Ich las zwischenzeitlich auch http://www.lumpi4.de/hunde-aus-zweiter-hand/ und sehe nun alle meine Anmerkungen berücksichtigt, vielen Dank für die Aufklärung, die Sie leisten.

    Gerade den Aspekt der Ernährung finde ich sehr wichtig, besonders was das Aktivitätsniveau der Hunde angeht. Spanisches Hochleistungsfutter für Galgos hat 30% Protein und ~20% Fett, damit werden die Hunde in der Vorsaison aufgepäppelt. Und auch Ihre Anmerkungen zu den Jägern finde ich richtig, nicht alle kann man über einen Kamm scheren. Mein vor drei Wochen gegangener Rüde hat seinen Jäger geliebt und in den ersten Jahren musste ich darauf achten das er mir nicht in irgendwelche roten Transporter springt.

    Aber damit entferne ich mich immer mehr von Ihrer Rassebeschreibung und verlaufe mich mehr und mehr in persönlichen Erinnerungen, was vielleicht Auslöser meiner Haarspalterei war. Vielleicht noch als schönes Ende, meine “Jagdsau” übernimmt auf einmal die Tugenden meines “seelenhundes”. Mal sehen wohin ihr Jagdtrieb sich entwickelt, sie ist ja erst ~4,5 Jahre alt und zum ersten Mal mit mir alleine.

    Mit den besten Wünschen verbleibend,
    Andreas

  10. Sandra Scheidegger, Hundepension Grisette

    Danke schön, schöner Beitrag. Hoffen wir, dass dadurch noch ein paar mehr dieser tollen Hunde ein Zuhause finden werden, nachdem sie von ihren Jägern “entsorgt” wurden. Ich selber habe auch keinen eigenen Galgo, aber immer wieder mehrere in der Vermittlung, die ein Zuhause suchen. Wunderbare Hunde. Hundepension Grisette, Sandra

  11. Hallo,
    herzlichen Dank für diese SEHR treffende Rassebeschreibung! herzlichen Dank für die vielen, aussagekräftigen Kommentare!
    Drei Galgas aus TS sind bei mir. Eine reine Galgo espanol, auf die diese Rassebeschreibung wunderbar passt; eine Galgo/Magyar und eine Galgo/Azawakh … – die allgemeinen Rassebeschreibungen, mein Zusammenleben mit den Hunden, das Beobachten der Interaktionen zu Hause und Unterwegs und ganz wichtig ! : die mentale, seelische Bindung zu jedem einzelnen Hund finde ich relevant zu weiterem Gelingen der Beziehung aufeinander. Solange ich nicht in der Lage bin eine (mentale) Bindung aufzubauen bleiben meine “Gehorsamsübungen” … na ja – sie lassen zu wünschen übrig.
    So eine “Bindung” braucht Zeit zum Wachsen, natürlich übe ich in dieser Zeit auch mit dem (einzelnen) Hund – Fingerspitzengefühl und Empathie ist (für mich) eine unabdingbare Voraussetzung. Da jeder Hund eine Individualität besitzt, habe ich zu jedem eine eigene (Ver-) Bindung und was bei dem einen Hund funktioniert muss beim Anderen keine Gültigkeit besitzen.
    Die Ernährung war für mich jetzt neu (in dieser Zusammensetzung) da ich Barfe, trage aber dem Wunsch meiner spanischen Damen nach viel Obst Rechnung und füttere Ihnen durchaus Quark/Hüttenkäse mit Honig, Banane, Apfel, Birne, Beeren, etc …. und Leberwurstbrot …

    Auch zu dritt geniessen sie oft Freilauf, bis jetzt hat mich keine enttäuscht – obwohl sie schon mal kurz ausser Sichtweite geraten. Das meinte ich hier mit Bindung : wenn ich mental rufe, sind sie sofort wieder bei mir. Allerdings musste ich dies erst Üben, wobei mir diese Drei den Weg gezeigt haben. Sie sind fest verankert und gerne hier (bei mir), dabei zeigt sich durchaus “Revierverhalten” , von sich aus ist Keine agressiv – nur wenn sich (egal welches Lebewesen) jemand unaufgefordert zu nah an das Grundstück bewegt – wird gemeldet. Andererseits haben Sie sich dieses Verhalten bei meinen beiden Mischlingen abgeschaut.
    Hier bei uns gibt es keine Windhundausläufe und sehr wenig Windhunde … heute bin ich froh darum, da ich mir Gedanken um unser Zusammenleben und den nötigen Freilauf machen musste.
    Inzwischen leben auch 3 Barsoi aus Zucht bei mir … daher gibt es jetzt auch Coursing und Rennbahn. Zwei meiner Galga haben definitiv Erfahrung und lieben diese Abwechslung (im Rahmen).

    Auf jeden Fall möchte ich mich hier für die detaillierte, (punkt-)genaue Rassebeschreibung des Galgo Espanol herzlich bedanken. Als Individuum und im Rudel immer mal wieder anders und einzigartig erlebbar.

    Liebe Grüße Marion (und Rudel)

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