Hunde im Bett – das Problem

Master of the bedroom-universe

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Ich finde, es ist ein Fehler, Hunde im Bett schlafen zu lassen. Wirklich. Aber nicht aus den Gründen, die Sie sich jetzt denken. Mir geht es nicht um Schmutz im Bett. Kleine Sandhaufen im Bett kann man sich auch als eine Art natürliches Peeling schön reden, und das Gefühl von Lärchennadeln und kleinen Birkenblättern zwischen den Kissen erinnert ein bisschen an Zeltlager früher, finden Sie nicht? Auch von der Theorie, Hunde könnten durch die Erlaubnis, im Bett schlafen zu dürfen, „dominant“ oder größenwahnsinnig werden, halte ich für Blödsinn. Ich habe jedenfalls noch keinen Hund getroffen, der glaubte, das Schlafen im Bett würde ihm die Tür zur Weltherrschaft öffnen.

Hunde lieben das menschliche Bett vor allem deshalb, weil es so unglaublich konzentriert nach ihrem persönlichen Menschen riecht. Ich bin mir sicher, dass das auch der Grund ist, warum Hunde am liebsten auf dem Kopfkissen liegen wollen (eventuell auch deshalb, weil sie komfortorientierte Opportunisten sind, aber das klingt irgendwie weniger nett). Alle jungen Hunde, die ich je hatte, haben während meiner Abwesenheiten immer wie durch Zauberhand den Weg auf mein Kopfkissen gefunden und dort tief zufrieden geschlafen, bis ich zurück kam. Nichts ist offenbar tröstlicher als eine Nase voll Nachthaaregeruch und eine Mütze voll Schlaf.
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Hunde sind professionelle Schlafmützen. Die Art und Weise, wie sie sich unvermittelt per Nickerchen in den Tiefschlaf fallen lassen, verdient Bewunderung – diese Fähigkeit, sich einfach mal kurz zwischendurch komplett verabschieden zu können, während man als Mensch immer von Emails, Telefonen, Plänen, Sorgen, Pflichten und Unruhe wach gehalten wird. Darum haben Hunde wahrscheinlich auch nie Ringe unter den Augen. Schlafmangel kennen sie nicht. Für mich persönlich gibt es auch wenig Beruhigenderes, als schlafenden Hunden zuzuschauen.
Außer, man würde selber gerne schlafen und kann nicht, weil im Bett kein Platz mehr ist.
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Das ist nämlich mein Problem. Ich habe Rücken. Ich habe Nackenkrämpfe. Das liegt daran, dass ich ein bescheidener Schläfer bin und mich im Bett ganz klein mache, wenn man mich nur hartnäckig genug tritt. Wenn man es richtig macht, liege ich morgens hübsch zusammen gefaltet am Fußende, und die Hunde liegen sehr bequem breit ausgestreckt überall im Bett. Hunde, egal, wie zart und klein sie sind, werden im Bett zu riesigen Dinosauriern, die jeglichen Platz ganz für sich beanspruchen.
Mit meinem sehr dünnen (aber sehr muskulösen und dadurch starken) Windspiel Fritz das Bett zu teilen ist so ähnlich, wie mit einem vierjährigen Kind in einem Bett zu schlafen: Im Laufe der Nacht dreht er sich mehrfach um die eigene Achse, und wenn er einem nicht in den Bauch oder ins Gesicht tritt, stemmt er sich mit allen vier Pfoten gegen den jeweils vorhandenen menschlichen Rücken. Ich habe mehrfach versucht, Fritz auszulagern und in einem gemütlichen Hundebett neben meinem Bett schlafen zu lassen. Leider konnte sich Fritz abends nie daran erinnern, dass wir darüber ausführlich gesprochen hatten, und bestand darauf, weiter unter meinem Federbett zu schlafen, weil er friert. Schließlich kaufte ich ihm eine eigene Decke. Es wäre einfacher gewesen, ich hätte mir einfach ein neues Bett gekauft.
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Dafür haben meine Hunde keinerlei Rückenprobleme. Sie sind tiefenentspannt. Das liegt an meiner sehr breiten orthopädischen Matratze. Manchmal wache ich auf und stelle fest, dass mein Kopf nicht etwa schwer ist, weil ich einen Kater habe, sondern weil mein Welpe Pixel sich wie eine Art haariger Heiligenschein um meinen Kopf geringelt hat. Manchmal legt er sich auch nach Welpenart quer über mein Gesicht. Nackte Babybäuche mögen unwiderstehlich sein, aber bei einem kleinen Rüden ergeben sich Aspekte, die man sich vor der Anschaffung nicht klar macht.

Dazu kommen noch die unterschiedlichen Schlafgewohnheiten.
Mein Windspiel Harry hält es für seine Aufgabe, jeden Morgen den Beginn des Tages zu verkünden. Mit fortschreitender Vergreisung hätte ich durchaus nichts dagegen, mir nach durchschriebenen oder durchwachten Nächten den Luxus eines Frührentners zu gönnen und auch mal bis zehn zu schlafen. Nichts da. Mit der Präzision einer Atomuhr weckt Harry mich jeden Morgen um viertel nach sechs, um die gesamte Familie zum Frühstück zu scheuchen, seiner persönlichen Happy Hour.
Gretel schläft genau so lang, wie man es sich wünschen würde, allerdings möchte sie auch unter die Decke. Zuerst. Weil sie aber langes Fell hat, wird ihr nach kurzer zeit zu warm, weshalb sie erst dramatisch hechelt, dann die Position wechselt und mit großem Trara unter der Decke hervorkommt, um sich dann („Mir ist so heiß!“) ausgestreckt quer über meine Beine zu legen. Mein Physiotherapeut kann sich nicht erklären, woher die unspezifischen Schmerzen in meinem rechten Bein kommen, und ich bin zu feige, ihm auf die Sprünge zu helfen.

Oder einfach zu müde.

 

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