Angriffe von Hunden: Interessante Studien aus den USA

Wer beißt am schnellsten: 1500 Mitglieder der jeweiligen Rassehundvereine in den USA nahmen an einer schriftlichen Befragung teil

Hundehalter, Politiker und Forscher streiten seit Jahren darüber, ob bestimmte Rassen aggressiver oder gefährlicher sind als andere. Das Ergebnis einer umfangreichen Befragung von Tausenden Hundebesitzern in den USA, die James Serpell und seine Kollegen von der School of Veterinary Medicine durchgeführt haben, überrascht Hundekenner dann doch nicht wirklich: “Die höchsten Rate von Aggressionen, die sich gegen Menschen richten, besteht bei kleineren Rassen”, schreiben die Forscher im Fachblatt “Applied Animal Behaviour Science”. Sie kritisieren zugleich die bestehenden Vorurteile gegenüber einer Rasse wie dem American Pitbull Terrier, die angeblich besonders gefährlich für Menschen sein soll.

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Die Studie basiert auf einem umfangreichen Fragebogen, in dem Hundehalter unter anderem Details über selbst erlebte Angriffen auf Fremde, Mitglieder der Familie und andere Hunde angeben sollten. Zudem fragten die Tierforscher nach Eigenheiten der Hunde, um aus den Antworten auch Rückschlüsse auf deren Charakter ziehen zu können – etwa wie sehr sie sich vor unbekannten Personen oder anderen Hunden fürchten.

1500 Mitglieder von Hundezuchtvereinen aus den USA beteiligten sich an der Studie, dazu kamen noch mehr als 8000 Hundebesitzer, die den Fragebogen online ausfüllten. Wegen der Vielzahl von Hunderassen mussten die Forscher eine Mindestanzahl von Tieren festlegen: Erst wenn für eine Rasse wie Dobermann oder Deutscher Schäferhund mehr als 45 Bögen vollständig ausgefüllt vorlagen, schaffte sie es in die Auswertung.

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Die Statistiken verblüffen, etwa jene der Online-Befragung: Als mit Abstand aggressivster Hund gilt demnach der Dackel. Immerhin 20 Prozent der Besitzer berichteten über Angriffe auf Fremde. Auf Platz zwei landete mit 16 Prozent eine weitere kleinwüchsige Rasse: der Chihuahua. Die gefürchteten American Pitbull Terrier landeten mit 6,8 Prozent auf Rang sieben. Bei drei Rassen, darunter der Sibirische Husky, liegt die Angriffsquote gar bei null Prozent. Die Teilnehmer gaben keine einzige Aggression gegen Menschen an.

Der Dackel schaffte es übrigens auch bei den Angriffen auf den eigenen Besitzer oder dessen Familienmitglieder weit nach oben: Mit sechs Prozent kam er auf Rang zwei, geschlagen nur vom Beagle (acht Prozent). Insgesamt greifen Hunde jedoch Personen aus ihrem Umfeld deutlich seltener an als Fremde: Statt 4,7 Prozent liegt die Quote nur bei 1,7 Prozent (gemittelt über alle 3800 Hunde der Online-Befragung, die in die Auswertung kamen).

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Attacken auf unbekannte Personen: Eine neue Online-Befragung in den USA ergab, dass Dackel mit Abstand am häufigsten bei Fremden zuschnappen. Immerhin 20,6 Prozent der Halter haben solche Situationen erlebt.

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Die Daten stammen von der schriftlichen Befragung von 1500 Migliedern aus Rassehundvereinen in den USA.

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