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Animal-Hoarding: Erste wissenschaftliche Studie veröffentlicht

Erste wissenschaftliche Arbeit aus Deutschland zu Animal Hoarding: Mehr als 50.000 Tiere betroffen

Erstmals stellt eine Dissertation die aktuelle Situation in Deutschland beim Thema Animal Hoarding dar: das Phänomen ist demnach weiter verbreitet als bisher angenommen. Zur Untersuchung wurden Fragebögen an alle Veterinärämter geschickt. Die teilnehmenden Ämter berichten von mehr als 600 Fällen und über 50.000 betroffenen Tieren. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Doktorarbeit initiiert, betreut und finanziell gefördert. Die Arbeit „Animal Hoarding. Das krankhafte Sammeln von Tieren. Aktuelle Situation in Deutschland und Bedeutung für die Veterinärmedizin” wurde an der Tierärztlichen Hochschule Hannover von Tina Susanne Sperlin eingereicht.

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„Die Untersuchung zeigt auch, dass neben Tierhalteverboten und regelmäßigen Nachkontrollen zukünftig eine medizinische Begleitung der Animal Hoarder, inklusive humanmedizinischer Diagnose und Therapien notwendig sind, um das Problem Animal Hoarding nachhaltig zu lösen”, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Bereits jedes zweite der über 500 dem Verband angeschlossenen Tierheime musste Tiere aus solchen Fällen aufnehmen. Eine enorme finanzielle aber auch emotionale Belastung, da die Tiere oft in einem sehr schlechten Zustand in die Tierheime kommen. Die Autorin der Arbeit, Dr. Tina Susanne Sperlin, dazu: „In annährend zwei Drittel der Fälle waren die Tiere verletzt, in jedem dritten Fall fehlten Nahrungs- und/ oder Trinkmöglichkeiten.”

Erstmals 1999 ist in den USA eine systematische Untersuchung veröffentlicht worden, für Deutschland lagen bis jetzt keine wissenschaftlichen Daten vor. Jedes zweite Veterinäramt in Deutschland wurde bereits mit mindestens einem Fall von Animal Hoarding konfrontiert, dessen Bearbeitungsdauer im Durchschnitt drei Jahre dauert. Am häufigsten betroffen sind Katzen, gefolgt von Hunden, Kaninchen und Ziervögeln. Mehr als zwei Drittel der Hoarder sind Frauen, der Altersdurchschnitt der Animal Hoarder liegt bei 50 Jahren. Bei jedem vierten Fall ziehen die Halter aus dem Zuständigkeitsbereich des Veterinäramtes, um Strafen zu entgehen, sehr oft kommt es zu Wiederholungsfällen. Die Studie belegt, dass viele der Animal Hoarder kein eigenes Fehlverhalten wahrnehmen.

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Der Deutsche Tierschutzbund wird die Ergebnisse aus der Dissertation an Politiker, Psychologen, Juristen und Ministerien herantragen. Das sind erste Schritte, um in Zukunft solche Fälle zu verhindern, die Tiere besser schützen und dem Menschen helfen zu können.

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