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Hundeliebe in der Geschichte

bildvom 11.September 2011

Heutzutag wird ja gerne unterstellt, dass die Beziehung des modernen Menschen „unnatürlich” sei, Hunde mit Luxus überschüttet würden und ihnen zu viele Rechte eingeräumt würden. Wer das behauptet, kennt sich allerdings nicht mit Geschichte aus. Alexander der Große z.B. besaß einen Hund namens Peritas, den er selbst aufgezogen hatte und so liebte, dass er, als ihm der Hund in Indien anhanden kam, eine gleichnamige Stadt errichten ließ.König Philipp II von Spanien (1527-1598) liebte Hunde und schmückte sie mit wertvollen Halsbändern, die er sammelte. Er besaß sogar ein Halsband des Herzogs von Burgund aus dem 14. Jahrhundert, das mit Perlen bestickt, versilbert und reich verziert war. Als der der genuesische Fürst und Seehelden Andrea Doria 1560 starb, setzte Philipp II. dessen Hund Ronaldo eine Leibrente von 500 Goldkronen aus und ließ ihn von zwei Sklaven bedienen, die ihm sein Futter auf silbernen Schüsseln reichten.
Für Friedrich den Großen waren seine Hunde – allesamt Italienische Windspiele – seelenverwandte und vernunftbegabte Wesen. Für seine Potsdamer Hundemeute wie Alcmene, Biche, Pax, Phyllis, Superbe, Thisbe, Pyramos und Zephir gab es einen eigenen Koch, und sie wurden von der Dienerschaft mit „Sie” angesprochen: „Alcmene, bellen Sie nicht so!” und „Thisbe, si haben wieder nicht aufgefressen!” Als Friedrichs Lieblingshündin Biche in der Schlacht bei Sohr im österreichischen Erbfolgekrieg zusammen mit ca. 100 Hofstaat-Angehöriger in Gefangenschaft geriet, wurde ihre Rückgabe eigens im Friedensvertrag von Dresden ausbedungen. Als sie starb, wurde sie in einem Staatsakt beerdigt. Der Glöckner von Notre Dame besaß einen kleinen Hund namens Carpellon, den er stets bei sich hatte. Carpellon deckte später auch die Ermordung seines Herrn auf und entlarvte die Täter: Nämlich den Barbier Galipaud und seinen Komplizen, den Pastetenbäcker Grimaldi. Die beiden pflegten regelmäßig Menschen zu ermorden, aus denen Grimaldi dann seine berühmten Pasteten buk. Von Sigmund Freud weiß man, dass er Geburtstage haßte – aber die seiner Chow Chows mit allem Drum und Dran feierte. Jofi, Lun und Tattoun saßen je auf einem Stuhl und trugen einen Papierhut. Um den Hals hing ein Umschlag mit einem Gedicht, dass Freuds Tochter Anna im Namen des jeweiligen Hundes geschrieben hatte. Die ersten Stücke der Geburtstagstorte bot Freud auch zuerst seinen Hunden an. Es ist nicht überliefert, aber wir können wohl davon ausgehen, dass die Chows Chows ihren Herrn nicht dahingehend enttäuschten, dass sie die Torte dankend ablehnten.

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