Wer miaut, ist doof

bildvom 29.11.2009

Katharina liegt mit Grippe (ganz altmodisch und ohne Schwein dazu, aber das will heutzutage keiner hören oder glauben) im Bett und kann nicht schreiben, deshalb mache ich das heute: Mein Name ist Harry, ich bin ein Italienisches Windspiel – ein sehr kleiner Windhund also, und das ist gut so: Es gibt keine besseren Wärmflaschen als unsereins. Konstante 38, 5 Grad ohne je auszukühlen. Sehr gemütlich. Hunde schwitzen ja auch nicht, alles immer schön trocken. Was man von einem Menschen mit Fieber nicht gerade behaupten kann. Ich bleibe trotzdem immer schön direkt dran gekuschelt, damit es keinen Temperaturverlust gibt. Ich bin überhaupt sehr nützlich im Falle von Bettlägerigkeit: Ab und zu ringele ich meine Zunge in Ohren, Augen oder Nasenlöcher, um zu sehen, ob sie noch lebt, oder, falls sie sich sehr lange nicht bewegt hat, springe ganz plötzlich und überraschend mitten auf Katharina drauf. Meistens stellt sich dann heraus, dass sie nur tief geschlafen hat, aber das kann ein Hund ja vorher nicht wissen.
Selbst, wenn sie mich wegschiebt, rücke ich sofort wieder nach. Hunde sind eben treu. Im Gegensatz zu Katzen. Bei uns lebt ja auch so ein Tier, Kater, dunkelbraun, steinalt. Bildet sich sonst was ein, weil er schon 16 Jahre alt ist. Der kommt nicht mal ins Schlafzimmer, wenn jemand krank ist! Mögen Katzen nicht, Krankheit, Tränen, usw. Da halten sie sich schön fern. Tolle Freunde.
Hunde sind besser als Katzen. Ganz bestimmt. Hunde sind treue Begleiter, egal, wo der Mensch hin will. Katzen sind treue Begleiter, solange Sie schön zuhause auf Ihrem Sofa bleiben. Hunde kommen, wenn sie ihren Namen hören (naja, meistens jedenfalls). Katzen kommen, wenn sie ihren Namen hören nur dann, wenn das Begleitgeräusch der Dosenöffner ist. Hunde schlafen in Ihrem Bett, was nachweislich sehr gemütlich ist – Katzen schlafen mitten auf Ihrer Zeitung, während Sie sie lesen wollen, was für die Katze wahrscheinlich auch gemütlich ist. Ein Hund spielt mit Ihnen und legt Ihnen seinen Ball zu Füßen. Eine Katze kotzt Ihnen vor die Füße. Hunde halten Ihren Küchenboden absolut krümelfrei, während Katzen Ihnen die Schillerlocken vom Teller stehlen. Katzen lassen halbaufgegessene Mäuse und Vögel herumliegen. Hunde würden nie irgendetwas halbgegessenes herumliegen lassen. Hunde retten Menschenleben. Katzen dagegen hoffen einfach, ihr nächster Besitzer bleibt zuhause vor dem Fernseher.
Hunde lösen Albträume bei Einbrechern und ungebetenen Gästen aus. Die Einzigen, die wegen Katzen Alpträume haben, sind die Hersteller von Weihnachtsbaumschmuck. Haben Sie das mal erlebt – eine Katze im Weihnachtsbaum? Das braune Tier, das bei uns lebt, macht so was nicht mehr: Zu alt. Der kommt ja kaum noch aufs Sofa ohne Hilfe. Hält sich aber für Werweißwas. Aber letztes Jahr durften wir das bei Freunden erleben, die eine ganz winzige kleine Babykatze bekommen hatten und bei unserem Anblick ruckzuck den geschmückten Tannenbaum hinaufkletterte: Die Weihnachtskugeln flogen nur so nach allen Seiten. Und fragen Sie nicht, wie lange es dauerte, das Vieh wieder herunter zu bekommen. Der ganze Nachmittag war dahin. Mein Freund Fritz hob in einem unbewachten Moment das Bein an den Baum. Ich fand das völlig in Ordnung: Es musste einfach mal gesagt werden.
Ich gebe zu: Hunde trinken gerne aus dem Klo. Ich kann Ihnen das auch nicht erklären, es ist einfach so. Ist wahrscheinlich genetisch. Katzen tun das nicht. Aber dafür trinken Katzen aus Ihrem Aquarium – und zwar gleich, nachdem Sie Ihren 500-Euro Prachtgrundkärpfling gefressen haben.

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