Trosthunde

bild vom 30. 12.2012

Niemand kann sich vorstellen, was die Tragödie im amerikanischen Newtown, Connecticut unter den Einwohnern und überlebenden Kindern ausgelöst haben mag: Ein Amokläufer hatte 20 Kinder und sechs Erwachsene in der Sandy Hook- Grundschule erschossen. Aus der ganzen Welt kamen Hilfsangebote – einschließlich einem Team von Therapiehunden aus Illinois. Neun Golden Retriever und ihre Hundeführer reisten knapp 1500 Kilometer weit, um die Einwohner von Newtwon auf die spezielle Art zu trösten, wie es nur Hunde können: Dort, wo Worte nicht mehr helfen können.
Das Team der „ K9 Comfort Dogs” – Trosthunde” – hat Trauerfeiern, Mahnwachen und Friedhöfe besucht. Manche Menschen unterhielten sich oder beteten leise, während sie einen der Hunde streichelten. Andere weinten still und umarmten dabei einen der Hunde, andere saßen einfach nur da. Die großen, blonden Hunde spendeten Trost und Ruhe einer Zeit der Verwirrung und Verzweiflung. Die Hundeführer erzählten , dass die Hunde vielen Leuten helfen konnten, sich zu öffnen – was eine große Hilfe für die betreuenden Psychologen war. Allerdings sind noch längst nicht alle so weit, vor allem viele Kinder sind ängstlich und sehr unsicher. Das Team der „Comfort Dogs” – „Trosthunde” – hat entsprechend viele Schulen besucht. „Die Kinder kommen traurig auf die Hunde zu, aber gehen mit einem Lächeln auf den Lippen”, sagte Tim Hetzner, Präsident der Lutheranischen Kirchengemeinde, zu deren Pfarramt die Trosthunde gehören. Hetzner gründete die „Trosthund”- Gruppe 2008 nach einer ähnlichen Katastrophe in einer anderen Schule. Die Hunde werden im Alter von 5 ½ Wochen das erste Mal für ihr Eignung als Therapiehunde evaluiert und im Falle einer Eignung anschließend als solche ausgebildet. „Golden Retriever sehen aus wie sehr große Teddybären auf vier Beinen”, sagte Hetzner. „Sie wollen nichts, sie sitzen einfach nur da und lassen sich streicheln – oder die Ohren voll weinen. Hunde sind hervorragend darin, gute Laune zu verbreiten.” Ähnliches haben die Trosthunde auch nach dem Wirbelsturm „Sandy” in New York und New Jersey gemacht. „Wo immer wir hin kommen, lächeln die Menschen”, sagte ein anderer Hundeführer. „Es ist eine wundervolle Arbeit.”
Inmitten der tiefen Trauer in Newtown sorgten die Rettungshunde für eine ganze Menge lächelnder Gesichter.
In Deutschland ist man noch nicht so weit – niemand kam auf die Idee, Therapiehunde nach Winnenden zu bringen. Wahrscheinlich wäre derlei belächelt worden – aber eher ein abfälliges Lächeln. Dabei gibt es auch hierzulande Therapiehunde, immer mehr. Auch wir könnten Trosthunde gut gebrauchen, die uns in Zeiten emotionaler Krisen Trost, Lächeln und ein bißchen Fröhlichkeit spenden. Es gibt verschiedene Vereine, die diese Arbeit leisten, wie z.B. „Tiere helfen Menschen e.V.” (die übrigens auch sehr gut Spenden gebrauchen können) – vielleicht eignet sich auch Ihr Hund für diese Arbeit? Weihnachten ist zwar vorbei, aber es ist doch immer noch die Zeit des Gebens und des Mitgefühls.

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