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Verkehrsprobleme

bild vom 18.11. 2012

Das Verkehrsproblem in größeren Städten wird schlimmer. Wir sind ein Volk der Pendler (wobei das Pendeln mittlerweile so lange dauert, dass viele Arbeitnehmer kaum noch Zeit haben, ihre Arbeit zu erledigen: Kaum sind sie nach vielen Fahrtstunden an ihrem Arbeitsplatz angekommen, haben sie nur Zeit, einen Kaffee trinken, bevor sie sich wieder auf den endlosen Heimweg machen müssen). Einen großen Anteil an dem Problem haben die Hundeauslauf-Pendler: In den meisten Städten liegen die Freilaufflächen so weit entfernt, dass man praktisch in ein anderes Land fahren muss, um seinem Hund artgerechten Auslauf zu bieten. Die Zeit, den Mensch und Hund auf sehr engem Raum im Auto verbringen, ist leider nicht als „gemeinsame Beschäftigung” zu werten (stattdessen wird Hund und Mensch durch die endlosen Radio-Wiederholungen der schlimmsten Popsongs aller Zeiten wie „You’re my heart, you’re my soul” und „One Night in Bangkok” die Trostlosigkeit ihres Daseins bewusst. Statistisch sind Hundehalter jährlich über 632 Stunden dem „Lemon Tree” ausgesetzt. Für „Everything I do” von Bryan Adams ist die Statistik noch erschütternder). Früher, als Hunde noch frei auf der Autorückbank fuhren, konnten sie sich amüsieren, indem sie beim Anblick jedes anderen Hundes 80 km lang leidenschaftlich aus dem offenen Autofenster kläfften. Oder sie hopsten gummiballartig von der Hutablage zum linken Seitenfenster, von dort zum rechten Seitenfenster und wieder auf die Hutablage, was für kleine Rassen auf langen Strecken ein völlig ausreichendes Sportprogramm war. Mittlerweile ist das verboten, und Hunde sitzen schön still in einer Box oder per Sicherheitsgurt festgeschnallt. Bis man nach endloser Fahrt durch Staus, Baustellen und Umleitungen nach dem Spaziergang wieder zuhause angekommen ist, ist der Hund wieder super ausgeruht und genauso fit wie vor dem Ausflug.
Die Stadtverwaltungen empfehlen Mitfahrgelegenheiten. Das bedeutet, dass fremde Leute in einem Auto ans gleiche Ziel fahren und auf diese Weise Benzin sparen, einander Körperausdünstungen einatmen und sich über das Radioprogramm streiten („Hey, laß’ mal den Sender – mir gefällt One Night in Bangkok!”). Das ist also auch keine Lösung.
Eine Möglichkeit wäre es, im Falle von Staus oder plötzlich auftauchenden Baustellen einfach auf den Gehweg auszuweichen wie man das von Fahrradfahrern kennt, und wie das auch in Italien durchaus nicht unüblich ist. Der Verkehrsfluß würde jedenfalls deutlich an Tempo gewinnen, der Puls der Fußgänger ebenfalls, was einen unvorhergesehenen Gesundheitsbonus für die Bevölkerung mit sich brächte. Womit erneut erwiesen wäre: Hunde sind gut für die Gesundheit.

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