Fifi allein zuhaus – Trennungsangst beim Hund behandeln

Macht Ihr Hund zuhause alles kaputt, wenn er alleine bleiben muss? Kommen Sie nach Hause und fürchten sich vor dem Anblick, der sich Ihnen bieten wird? Die Tierärztin und Fachärztin für Verhaltenskunde Dr. Barbara Schöning erklärt, was man tun kann, damit der Hund ganz entspannt bleibt, wenn er alleine sein muss

Der Besitzer hat seinen Hund einige Stunden alleine gelassen und kommt nach Hause.

  • Szenario 1: der Hund begrüßt ihn relativ ruhig an der Tür. Er wirkt leicht schläfrig und das Hundebett ist zerwühlt und noch warm vom Hundekörper.
  • Szenario 2: der Hund begrüßt den Besitzer an der Tür. Er ist leicht hektisch und erregt; der Schwanz wedelt heftig und der Hund drängt sich dem Besitzer förmlich auf.
  • Szenario 3: der Hund begrüßt den Besitzer an der Tür. Er ist stark erregt. Im Haus ist einiges in Unordnung: der Wassernapf ist umgekippt, ein Regal ist angenagt, ein Blumentopf vom Fensterbrett gefallen, die Sofakissen heruntergezogen und angenagt; eventuell ist auch irgendwo ein Pfützchen Urin oder ein Kothaufen.
  • Szenario 4: der Hund begrüßt den Besitzer hektisch und erregt kurz an der Tür und läuft dann im Haus herum. Er speichelt stark. Die Zarge der Haustür ist an einer Seite fast völlig aus der Wand gerissen und der Hund hat blutige Pfoten.
  • Szenario 5: der Hund begrüßt den Besitzer mit stark geduckter Körperhaltung und ängstlichem Gesichtsausdruck. Der Besitzer wandert durchs Haus und guckt, was der Hund während seiner Abwesenheit angestellt hat.

Das erste Szenario ist das wünschenswerteste. Es zeigt dass der Hund während der Abwesenheit des Besitzers nicht gestresst war. Er hat geruht, vielleicht sogar geschlafen. Vielen Besitzern ist allerdings Szenario Nummer zwei lieber. Sie freuen sich, wenn sie “wirklich” begrüßt werden und wenn der Hund den Eindruck vermittelt, dass er sich “wirklich freut” wenn sie nach Hause kommen. Der Hund zeigt (für menschliche Augen) durch sein hektischeres Verhalten dass er seine Besitzer vermisst hat – und dass tut dem menschlichen Ego gut. Das Verhalten des Hundes ist aber schon ein Hinweis darauf, dass die Abwesenheit des Besitzers für ihn einen gewissen Stressor dargestellt hat. Bedauernswert sind die Hunde und Halter, bei denen sich Szenario drei, vier oder fünf abspielen. Beim Hund löste die Abwesenheit des Besitzers starken Stress aus (eventuell mit direkten körperlichen Folgeschäden wie im Szenario vier beschrieben) und für den Besitzer ist der Zustand der Wohnung ärgerlich und teuer. Szenario fünf spiegelt dabei die Lernerfahrungen bei Hund und Besitzer nach einigen Wiederholungen von Szenario drei oder vier wieder. Hier hat der Hund schon eine Kette gelernt: Mein Besitzer ist fort – also kommt er wieder – wenn er wieder kommt ist er aggressiv – also habe ich jetzt schon Stress bei dem Gedanken an seine Rückkehr – also muss ich meinen Stress abbauen (z.B. an der Tür kratzen) – also begrüße ich ihn mit starkem Beschwichtigungsverhalten.

Menschliches Schimpfen und starke körperliche Manipulationen stellen aus Sicht des Hundes Aggressionsverhalten dar. Strafaktionen alleine lösen bei den meisten Hunden schon gewisse Stresszustände aus. Wenn der Hund aber dazu überhaupt nicht versteht, warum sein Mensch bei der Rückkehr auf einmal aggressiv reagiert, wird der Stresszustand ungleich intensiver. Für den Hund ist es nicht nachvollziehbar, dass der Mensch aggressiv reagiert, weil der Hund eine halbe Stunde vorher ein Kissen zerfetzt hat. Für den Hund stellt es sich so dar: ich beschwichtige und der Mensch reagiert, warum auch immer, aggressiv – also muss ich mehr beschwichtigen. Das hat dann oft für den Hund nur noch mehr Schimpfen (= Aggression) zur Folge, denn spätestens jetzt denken die Besitzer, der Hund hätte ein schlechtes Gewissen (“er weiß genau was er getan hat”) oder er will sie ärgern. Solche Gedanken provozieren bei vielen Besitzern stärkeres Strafen und ein Teufelkreis setzt ein.

Hunde mit Trennungsproblemen stellen ca. 10-15% der Patienten in verhaltenstherapeutischern Praxen. Es wird angenommen, dass der Anteil an der gesamten Hundepopulation höher ist, aber dass ein großer Teil dieser Hunde schnell abgegeben wird oder dass die Besitzer sich (mit kleineren Schäden) arrangieren. Trennungsprobleme sollten zu aller erst immer als ein Problem für den Hund verstanden werden. Er zeigt durch sein Verhalten, dass es ihm während der Abwesenheit der Besitzer nicht gut geht; dabei kann in Einzelfällen durchaus die Grenze zur Tierschutzrelevanz überschritten werden.

Man unterscheidet ganz grundsätzlich zwischen Trennungsproblemen ohne starke Angstkomponente und sogenannten Trennungsangstproblemen. Bei den Trennungsangstproblemen sind die Hunde durch die Abwesenheit der Besitzer verunsichert; sie empfinden Angst und sind aus diesem Grund in einem Stresszustand. Hunde sind hochsoziale Tiere und in der Natur könnte Alleinsein durchaus den Tod bedeuten.

Wenn Hunde in ihrer Welpen- und frühen Jugendzeit nicht gelernt haben, dass Trennungsphasen zum Leben gehören, zeigen manche später beim Alleinsein Trennungsangst. Verstärkt wird diese Angst dann weiter durch eine ungewollte Belohnung: der Besitzer kommt zwangsläufig irgendwann nach Hause. Verhalten und Emotionen, die belohnt werden, werden auf Dauer häufiger gezeigt – und so wird das Problem stärker. In diesem Fall ist die Heimkehr des Besitzers die Belohnung weil dadurch die Nähe zum Sozialpartner wieder hergestellt wird.
Angst oder Panik können so stark sein, dass Hunde sich im Bestreben, zum Sozialpartner zu gelangen, verletzen – z. B. beim Versuch durch geschlossene Fenster zu springen oder indem sie Türzargen heraus reißen. Typische Verhaltensweisen, die bei Trennungsangst gezeigt werden, sind die schon genannten Versuche, den Kontakt zum Besitzer wieder herzustellen; neben Kratzen (oder schlimmeres) an Türen und Fenstern gehört auch das Vokalisieren (Bellen, Jaulen) dazu. Hunde können aber auch Verhaltensweisen zeigen, die typisch für eine starke Stressbelastung sind: sie setzen Kot oder Urin im Haus ab, oder sie zernagen/zerstören Gegenstände.

Bestimmte Hunde sind prädestiniert dafür, ein Trennungsangstproblem im weitesten Sinne zu entwickeln:

  • Hunde, die viele Besitzerwechsel erlebten (z. B. Tierheimhunde)
  • Hunde, die wegen einer schwereren oder längeren Erkrankung eine Phase der intensiven Pflege durch den Besitzer durchlebten
  • Hunde, bei denen sich die Lebensumstände substantiell geändert haben. Der Besitzer arbeitet auf einmal Vollzeit während der Hund früher höchstens einmal allein gelassen wurde, wenn der Mülleimer heraus gebracht wurde.

Bei Trennungsproblemen ohne Angstkomponente können sich dem Besitzer bei der Heimkehr durchaus gleiche Bilder der Verwüstung bieten. Hier ist es allerdings eher das Resultat von Langeweile. Der Hund war zu lange sich selbst überlassen und hat sich “Beschäftigung” gesucht. Das kann dann das Benagen von Möbeln oder Teppichen sein, oder das Plündern von Mülleimern etc.. Manchmal können die Aktivitäten durch äußere Ereignisse gestartet werden, die für Erregung sorgen. Der Hund liegt ruhig auf seinem Lager bis jemand im Treppenhaus Lärm macht oder an der Tür klingelt, bis die Nachbarskatze vor dem Fenster auftaucht oder es im Garten nebenan klappert. Kommt der Besitzer nach Hause, während der Hund noch am Stuhlbein nagt, kann auch dies eine Verstärkung für den höheren Erregungslevel und das entsprechende Verhalten darstellen.
Aus einem Trennungsproblem ohne Angstkomponente kann sich im Weiteren leicht ein Trennungsangstproblem entwickeln. Wenn der Hund nach der Rückkehr bestraft wird, kann sich dem Besitzer irgendwann bei seiner Rückkehr das eingangs erwähnte Szenario fünf bieten. Der Hund rechnet schon mit aggressivem Verhalten des Menschen (Strafen) und verhält sich entsprechend. Sein Stresslevel und die Unsicherheit sind gestiegen und bald kann die Kette so aussehen: Besitzer geht >> Bedeutet: er kommt wieder >> bedeutet es wird unangenehm >> Bedeutet: sowie der Besitzer geht, setzen beim Hund Stress und Angst ein.

Vorbeugen ist sinnvoll und lohnt in jedem Alter
Gerade bei Welpen – aber auch wenn man einen älteren Hund übernimmt – sollte man das Alleinsein trainieren. Wichtig sind anfangs nur kurze Trennungsphasen und klare Spielregeln für das gemeinsame Zusammenleben Hund-Mensch. Die meisten Menschen lassen einen Welpen oder neuen Hund in den ersten Wochen nach der Übernahme nicht gerne alleine: “Der Neuzugang soll sich ja einleben und seine Familie kennenlernen”. Damit kann aber schon der Weg in ein Trennungsproblem geebnet werden. Gerade am Anfang ist es wichtig, dem Hund durch deutlich aufgestellte Spieregeln zu vermitteln: “der Mensch steht nicht immer zur Verfügung – er ist auch hin und wieder weg, ohne dass dies ein Drama bedeutet”. Der Hund soll im Zusammenleben mit seinen Menschen alles bekommen, was er für ein artgerechtes und tierschutzkonformes Leben benötigt. Dazu gehört neben Futter, Wasser, Bewegung und Sozialkontakt mit anderen Hunden vor allen Dingen auch der Sozialkontakt mit “seinen” Menschen. Man kann aber ohne weiteres in den Alltag sehr viele und sehr kurze Trennungsphasen einbauen. Dabei liegt die Betonung auf beidem: sehr viel und (anfangs) sehr kurz. “Sehr viel”, weil sich das Langzeitgedächtnis für “Alleinsein ist kein Drama – am besten schlafe ich bis sie wiederkommen” bei einer hohen Wiederholungsrate am schnellsten herausbildet. “Sehr kurz” weil man den Hund im Training nicht überfordern soll. Trennungstraining bedeutet nicht, dass man bei jeder Trainingssequenz an die Grenze der Belastbarkeit geht. Im Gegenteil: Trennungstraining bedeutet, dass man deutlich unter dieser Grenze bleibt, damit stärkere Stresszustände gar nicht erst entstehen. Wenn Sie wissen, dass Ihr Hund dreißig Sekunden Alleinsein in einem Raum aushalten kann bevor er sich auf die Suche nach Ihnen macht, beginnen Sie das Training mit zwanzig Sekunden. Denken Sie daran: Ihr Zurückkommen ist schon ein Teil der Belohnung – und Sie wollen den Hund ja nicht für Suchen und Erregungssteigerung belohnen. Wenn Sie nach den zwanzig Sekunden wieder in den Raum kommen, hört der Hund ein ruhiges FEIN oder BRAV etc., und danach gibt es ein klitzekleines Leckerchen oder einen Streichler. In den folgenden Tagen können Sie dann peu á peu die Zeiten der Trennung verlängern …..
Wenn Sie allerdings merken, dass z.B. der Sprung von einer Minute auf zwei Minuten zu groß war und der Hund Ihnen bei Ihrer Rückkehr schon etwas hektisch an der Tür entgegen kommt, müssen Sie die Trennungszeit wieder reduzieren.

Denken Sie beim Trennungstraining in kleinen Maßstäben und peilen Sie nicht gleich die Wohnungs- oder Haustür an. Es ist schon viel wert, wenn ein Hund bei geschlossener Wohnzimmertür ruhig im Raum bleibt, während Sie in der restlichen Wohnung herum wandern. Von hier das Training auf die Einganstür auszudehnen ist sehr einfach. Viel schwieriger ist es, wenn man diese Tür gleich zu Beginn im Training bearbeiten will, aber in der Wohnung nicht einmal für kurze Zeit alleine aufs Klo gehen kann.

Der Idealfall wäre natürlich, wenn man einen Neuzugang mindestens in der ersten Zeit gar nicht ernstfallmäßig alleinlassen muss, sondern erst einmal üben kann. Aber die ideale Welt gibt es nur äußerst selten. Machern Sie sich also schon vor Anschaffung des Hundes Gedanken:

  • Welche Ernstfälle könnten wann eintreten und wie lang wären sie (wie lang müsste der Hund alleine sein)?
  • Gibt es Nachbarn/Verwandte, die ihn dann kurz betreuen könnten?
  • Kann ich den Hund vielleicht sogar mitnehmen?
  • Hat der Züchter den Hund eventuell schon auf einen Zimmerkennel trainiert (dann kann man ihn für den Ernstfall kurz dort hinein setzen)? Parallel macht es natürlich Sinn, das Kenneltraining auch bei Ihnen weiter laufen zu lassen.
  • Kann der Hund schon entspannt Auto fahren und eventuell schon kurz im Auto, alleine bleiben?

Wenn Sie den Hund schon eine Woche haben, und in dieser Zeit auch fleißig geübt haben, ist ein “Ernstfall” von dreißig Minuten in der Regel auch schon kein Ernstfall mehr. Natürlich werfen einen die Ernstfälle des Lebens im Trainingsplan zurück – aber in den meisten Fällen nicht dramatisch. Es ist tatsächlich wichtiger dass Sie überhaupt ein Trennungstraining durchführen und trotz möglicher Ernstfälle am Ball bleiben. Dies gilt auch, wenn Ihr Hund schon ein Trennungsproblem hat.

Wenn der Hund schon in den Brunnen gefallen ist

Wenn sich ein Trennungsproblem oder Trennungsangstproblem schon etabliert hat, wird das Training langwieriger. Das Prinzip des Trennungstrainings bleibt aber das gleiche: über sehr viele und sehr kurze Wiederholungen soll der Hund das entspannte Alleinsein lernen. Bei einem bestehenden Problem ist es besonders wichtig, am Anfang in sehr kleinen Schritten vorzugehen. Einige Hunde laufen ihren Besitzern hinterher, sowie diese nur vom Sessel aufstehen. In solchen Fällen muss auch genau bei dieser Sequenz das Trennungstraining beginnen. Anfangs stehen Sie nur kurz auf uns setzen sich wieder hin, sowie der Hund auch aufsteht. Nach einigen Wiederholungen wird der Hund liegenbleiben nach dem Motto “das kenne ich – der macht nur seine Gymnastik und geht nicht weg – also bleibe ich gemütlich liegen und gucke zu”. Wenn der Hund liegen bleibt ist der Moment für die Belohnung gekommen und Sie versuchen, nach dem Aufstehen aus dem Sessel einen Schritt Richtung Tür zu machen. Gerade in der Anfangsphase müssen Sie viel Geduld haben und nicht zu schnell zu viel wollen. Passen Sie ihr Tempo dem Lerntempo des Hundes an. Grade bei Trennungsangstproblemen ist die Stressbelastung für den Hund groß und Stress ist ein Lernkiller. Je ruhiger und gemütlicher Sie grade am Anfang das Training gestalten, desto ruhiger wird ihr Hund und desto schneller wird er lernen.

Bei einem bestehenden Trennungsproblem sollte man besonders darauf achten, den Hund im alltäglichen Umgang nicht in zu hohe Erregungslagen zu bringen. Das fängt mit der Belohnung an. Sagen Sie ihr Belohnungssignal FEIN ruhig, fast beiläufig, und nehmen Sie keine Leckerli, die der Hund extrem toll findet. Um eine Primärbelohnung wie Leckerli oder Streicheln kommen Sie im Training nicht herum – die Primärbelohnung ist es, die das interne Belohnungssystem zum arbeiten bringt und damit die Bildung des Langzeitgedächtnis fördert. Das FEIN (oder welches Belohnungssignal Sie auch immer verwenden) ist nur die Ankündigung für “genau jetzt hast du es richtig gemacht und die Primärbelohnung folgt”.
Das Prinzip “Ruhe im Alltag” sollte generell angewandt werden. Besonders wichtig ist es bei der Begrüßung nach Trennungsphasen. Wenn Sie den Hund z.B. mit einem Familienmitglied alleine gelassen haben, sollten Sie ihn nicht überschwänglich begrüßen, wenn Sie nach Hause kommen. Begrüßen Sie statt dessen zunächst die anwesenden Menschen und beachten Sie den Hund erst, wenn er sich etwas beruhigt hat.

Machen Sie sich Gedanken über Ihre “Weggehmarotten”. Jeder Mensch hat seine eigenen kleinen Rituale: die Schuhe werden vor der Jacke angezogen, der Schlüssel wird schon eine halbe Stunde vorher vorsorglich auf das Bord neben der Tür gelegt, der Anrufbeantworter wird eingeschaltet ….. Egal was es ist und wie viele Rituale es sind: sie bedeuten für den Hund “gleich bin ich allein”. Damit der Stresslevel des Hundes nicht schon früh hochfährt, sollten Sie solche Rituale und Weggehsignale verwässern. Z. B. kann man sich mehrmals täglich die Schuhe anziehen, durch die Wohnung gehen und sie dann wieder ausziehen; oder man frühstückt in Hut und Mantel, klappert vor dem Fernseher mit dem Schlüssel oder kontrolliert vor dem Schlafengehen die Handtasche.

Wenn ein Trennungstraining erfolgreich war, kann man neue Weggehsignale aufbauen, die dann durchweg positiv besetzt sind. Z.B. können Sie dann für den Hund das Ritual aufbauen “Geh auf deinen Platz – dort bekommst du eine Kaustange – warte ruhig, bis ich wieder da bin”.

In dramatischen Fällen, wenn der Hund deutlich mit Angst oder eventuell schon mit Panik reagiert, kann auch der Einsatz von Medikamenten sinnvoll sein. Medikamente “heilen” das Problem nicht, aber sie können den Einstieg in ein Trennungstraining erleichtern. Bei leichteren Angstzuständen können homöopathische Präparate, Pheromone oder spezielle Nahrungsergänzungen helfen, die im Gehirn für eine Verbesserung der Stresstoleranz sorgen. Bei starken Angstzuständen oder Panik ist der vorübergehende Einsatz von echten Psychopharmaka durchaus sinnvoll. In solchen Fällen sollte aber immer ein verhaltensmedizinisch ausgebildeter Tierarzt/Tierärztin konsultiert werden. Adressen solcher Praxen finden Sie auf der Homepage der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -Therapie ( www.gtvmt.de ).
Auch wenn ein alter Hund plötzlich “grundlos” mit Trennungsproblemen beginnt, nachdem er vorher jahrelang problemlos allein gelassen werden konnte, sollte ein Tierarzt/Tierärztin konsultiert werden. Klinische Grundleiden (z.B. auch chronische subklinische Schmerzen) oder einfach nur das nachlassende Sensorium (Verlust der Seh- oder Hörfähigkeit) können die Toleranzgrenzen für das Empfinden von Angst oder Stress massiv verändern.

Der vorliegende Text ist als Übersicht zum Thema “Trennungsprobleme” gedacht und hat deshalb Lösungsansätze auch nur sehr allgemein beschreiben können. Individuelle Hunde mit individuellen Lebensbedingungen und individuellen Problemen erfordern individuelle Lösungsansätze. Passen Sie die Lösungsansätze Ihrem Hund und dessen Problemen an – aber wenn Sie beim Training auf Probleme stoßen oder es trotz Training “einfach nicht besser” wird, sollten Sie einen verhaltensmedizinisch ausgebildeten Tierarzt/Tierärztin befragen. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die beim Training geändert werden sollten, manchmal kann nach ausführlicher Konsultation aber auch ein komplett anderer Lösungsweg oder ein Psychopharmakon nötig sein.

Die Tierärztin Dr. Barbara Schöning ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirates für Zucht und Forschung des VDH und Autorin verschiedener Bücher und Fachartikel zum Thema Tierverhalten, Ausbildung und Verhaltenstherapie.  2001 gründete sie eine tierärztliche Gemeinschaftspraxis für Verhaltenstherapie in Hamburg und die Hundeschule Struppi & Co
http://www.struppi-co-hundeschule.de/

Struppi & Co
Tierärztliche Praxis für Verhaltenstherapie
Dr. B. Schöning  Dr. K. Röhrs
Neusurenland 4
22159 Hamburg
Telefon: 040 – 60 84 97 91

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