Futterzusätze beim Füttern von Fertignahrung

Tut man dem Hund zusätzlich etwas Gutes, wenn man Trocken- oder Dosennnahrung mit Zusätzen „aufpeppt“?

Tatsächlich fehlen in vielen so genannten „Alleinfuttermitteln“ wertvolle Nahrungsbestandteile, denn häufig ist Hundefutter so konzipiert, dass die Inhaltsstoffe nur das Minimum des Tagesbedarfs eines Hundes decken, aber keinen Sonderbedarf. – Das bedeutet also: Wenn der Hund aus saisonalen Fellwechsel-Gründen mehr essentielle Fettsäuren im Futter benötigt, oder z.B. mehr Magnesium oder B-Vitamine, weil er mehr Stress hat (neues Kind, Ausstellungen, viele Partys im Haus, neuer Hund, etc.), wird der Bedarf nicht ausreichend versorgt. Natürliche Zusätze bringen keineswegs das „Gleichgewicht“ der Fertignahrung durcheinander, wie die Futtermittelindustrie gerne glauben machen möchte – sie möchten nur ihre eigenen Zusätze verkaufen. Kein Mensch und kein Tier ernährt sich so, dass ein Mehr an Calcium, essentiellen Fettsäuren oder Magnesium den Nährstoff-Haushalt durcheinander bringen könnte.

Werbeanzeige

Ausnahmen sind allein die fettlöslichen Vitamine A und D sowie das Jod. Zu Futtermitteln, die bereits mit den Vitaminen A und D angereichert sind, sollte daher z.B. kein Lebertran oder andere Mittel, die ebenfalls reich an diesen Vitaminen sind, gemischt werden. Auch Seealgenmehl sollte nicht zusätzlich zu jodhaltigen Fertigfutter verabreicht werden.

Praktisch immer empfehlenswert sind pflanzliche Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie auch das an hochkettigen Omega-3- Fettsäuren- (vor allem EPA und DHA) reiche Fischöl. Dieser Zusatz beugt Schuppenbildung und entzündlichen Hautveränderungen vor und sorgt für weiche Haut und glänzendes Fell

a_d2a2ab_01Bei der Zufütterung mehrfach ungesättigter Fettsäuren ist allerdings zu beachten, dass dabei gleichzeitig dem dadurch erhöhten Bedarf an natürlichem Vitamin E Rechnung getragen wird.

Ebenso ist Vitamin K in Fertigfutter nicht immer vorhanden. Ein Grund dafür könnte sein, dass der tatsächliche Bedarf nicht sicher bekannt ist: Es wird vermutet, dass im Darm eine ausreichende Menge von den Darmbakterien gebildet wird. Diese Tatsache wird mittlerweile allerdings bezweifelt, da Vitamin K als fettlösliches Vitamin nur in Verbindung mit Gallensäuren resorbiert werden kann – und diese erreichen bei der Verdauung nur den Dünndarm und nicht den Dickdarm, in dem die bakterielle Produktion stattfindet. Dies ist auch ein Grund, warum der Kot recht reich an Vitamin K ist (interessant für Besitzer von Kotfressern!).

Vitamin K ist zwar in vielen, vor allem grünen Gemüsen und auch in Leber vorhanden, allerdings ist die Verbindung so instabil, dass sie sehr schnell durch Licht und Kälte zersetzt wird. In der Futtermittelindustrie wird daher auch oft das stabilere, synthetisch hergestellte Vitamin K3 verwendet. Dieses wird aber ganz anders im Organismus verteilt als das natürliche Vitamin und kann daher auch andere Wirkungen entfalten. Nicht umsonst ist Vitamin K3 in der Humanmedizin verboten! Es ist daher486px-West_Show_Jersey_July_2010_11 empfehlenswert, Futter mit natürlichem, also pflanzlichen Vitamin K1 zu ergänzen. Wichtig ist hierbei, dass das Vitamin mit fetthaltigen Nahrungsbestandteilen verabreicht wird, da es sonst vom Organismus nicht aufgenommen werden kann.

Die Anreicherung von Fertigfutter mit Gemüse, Obst und Algen (jeweils in pürierter Form) ist natürlich bei der Verwendung von Feuchtfutter leichter möglich als bei Trockenfutter. Je nach der Zusammensetzung des verwendeten Futters kann eine Anreicherung Sinn machen. Allerdings: Viel hilft nicht unbedingt viel!

 

Teilen Sie diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert