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Neuigkeiten vom Barthl

Ich schulde Ihnen längst mal wieder ein Update zu Barthl – aber, ehrlich gesagt, hält uns das bäuerliche Landleben derart auf Trab, dass ich schwören könnte, mein Tag hat deutlich weniger als 24 Stunden.

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IMG_5802 IMG_6027 Barthl ist ein Glücksfall. In dunklen Stunden, in denen meine Hunde ob der wirklich unbeschreiblichen Wild-Situation hier (die Biester sind auch völlig angstfrei, weil sie hier offenbar nie gestört werden, und betrachten herannahende Spaziergänger mit mehreren Hunden gefühlte Ewigkeiten, bevor sie anmutig und ganz entspannt von dannen hopsen) sich in zähneklappernde Zombies verwandeln, erinnert er mich daran, warum ich Hunde eigentlich so mag. Er hält sich zwar grundsätzlich ebenfalls für einen Windhund und macht jeden noch so schwierigen Abenteuerspaziergang mit, egal, wie hoch das Gras, wie tief die Pfützen, wie lehmig die Ackerböden – aber von Jagd hält er nichts, außerdem kann er sowieso so nicht über das Gras gucken.

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Meine Freundin Elke meint, die Ähnlichkeit zwischen Barthl und dem hier sei geradezu frappierend. Irgendwie hat sie recht.

Barthl ist ein unglaublicher Clown mit wahnsinnigem Charme – neulich hörte ich, wie ein Trecker vor dem Haus hielt, und sah nach, weil ich befürchtete, mein Auto stünde vielleicht im Weg. Stattdessen lagen zwei ausgewachsene Männer auf dem Boden in meinem Hof und machten Handyfotos von Barthl, der damit beschäftigt war, die Plastik-Blumentöpfe herumzutragen, aus denen ich etwas früher Hortensien verpflanzt hatte. Er trug sie so, wie Kinder ihre Becher in die Zähne klemmen, wenn sie Quatsch machen, und der Becher das halbe Gesicht verdeckt.

Barthl ist wie der Duracell-Hase – Gott sei Dank habe ich sechs andere Hunde, die ihn rund um die Uhr bespaßen. Nicht auszudenken, wenn er mit diesem Energie-Level  ein großer Hund wäre, oder ich sein Entertainment-Programm alleine bewältigen müßte! Er ist unermüdlich, unersättlich und gänzlich unbeeindruckt von Neins und Lass’ dass’. Dabei kann er sich durchaus auch mal alleine mit ein paar winzigen Spielsachen amüsieren, die er alle hübsch ordentlich in ein sehr großes Hundebett im unteren Flur geschleppt hat, das mittlerweile in sein privates Spielzeuglager umfunktioniert hat. Überhaupt ist er ein kleiner Horter (mag mit seiner frühen Kindheit in einem Animal-Hoarding-Haushalt zu tun haben), überall findet man kleine Häufchen mit Spielsachen, Socken und/oder Kauartikeln, die er nicht ganz geschafft hat. Wenn es ganz still wird, rennt man besorgt los, um zu schauen, was er denn jetzt schon wieder macht.

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Sein bevorzugter Spielpartner ist Fritz, der sich rührend Stunde um Stunde mit dem Winzel balgt, ihn sanft, aber nachdrücklich erzieht, ihm Augen und Ohren saubermacht und ihn ein bisschen krault. IMG_6033Zweitbester Spielkamerad ist Pixel, der sanfter ist als Fritz. Harry fällt in dieser Hinsicht völlig aus, weil er den wilden kleinen Puschelhund mittlerweile lästig, laut und zu frech findet und ihm regelmäßig ohne große Vorwarnung auf die Mütze gibt (allerdings geht Fritz dann mittlerweile dazwischen und schiebt Harry von Barthl weg). Amali spielt stundenlang mit ihm – wilde Rennspiele im Garten, die dann aber meistens damit enden, dass Barthl unterm Tisch sitzt, um Amalis jugendlichen Attacken irgendwie zu entgehen, aber im Haus, im Körbchen sind es lange Orgien zwischen Gekuschel und sich gegenseitig Annagen. Nano spielt mit hm nur heimlich, wenn ich nicht zusehe- sobald er merkt, dass ich ihn beobachte, springt er auf und schüttelt sich angeekelt. So junges Gemüse ist mittlerweile offenbar unter seiner Würde.

Wenn gerade mal niemand Zeit für ihn hat, spaziert Barthl unterm Gartenzaun durch und marschiert zum Nachbarhof hinüber. Auf dem Weg dorthin kläfft er die riesigen Kaltblüter an, die direkt neben uns auf der Weide stehen, nimmt einen Mundvoll Kuhkacke mit und biegt dann in den Hof ein, wo er, wie mir der Nachbar erzählt, mit dessen Hunden Arco und Vroni (ebenfalls ein ShiTzu – Mischling, der immer mit Herrchen auf dem Traktor sitzen darf) spielt, bei den Bullen im Stall nach dem Rechten sieht und dann wieder bestens gelaunt nach Hause kommt.

Und manchmal, am Abend zum Beispiel, da schläft er auch mal.

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