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Stress bei Hunden

Noch einmal das Thema, noch ausführlicher, weil mir verstärkt Hundebesitzer begegnen, die die stressbedingten Signale von Hunden nicht deuten können – auch nicht ihrer eigenen. Vor allem in Turniersituationen, auf Ausstellungen, bei Tierschutzhunden oder in stark frequentierten Hundeausläufen sehe ich Hunde, die massive Stresssymptome aufzeigen, was ihre Besitzer als “glückliches Erschöpften” oder wildes Spiel misinterpretieren.

In Mehrhundehaushalten habe ich in letzter Zeit häufig gesehen, dass von der Familie unbemerkt direkt unter ihren Augen massive Machtspiele und offene Revolutionen stattfinden, und die ganzen Rennspiele oder vorgeblichen Aufmerksamkeitseinforderungen nichts anderes waren, als Ausdruck von Aggression gegen den anderen Hund.

Mich macht das ganz unglücklich, denn es erschwert das Zusammenleben und – treffen so sehr: Einem aufgeregten Hund wird Aggression unterstellt, anstatt ihm einfach etwas mehr Raum zu schenken, damit er sich nicht so fürchterlich gegen einen anderen Hund mit Gebrüll “wehren” muss, beim Spielen wird übersehen, dass ein Hund und er Gruppe längst gemobbt wird. Bei der Erziehung wird der Hund angeschnauzt, weil der Halter völlig übersieht, dass der Hund vor lauter Stress gar nicht mehr in der Lage ist, sich zu konzentrieren, denn sein Adrenalin ist so hoch, dass der Körper sich auf Flucht oder Angriff  vorbereitet und “Sitz”, “Platz”, “Bleib” oder Ähnliches gar nicht mehr möglich ist.

Der aufgeregte Hund: Gemeinsam zu mehr Ruhe und Gelassenheit
Alltag und Training mit einem überaktiven Hund können eine echte Herausforderung sein – inklusive mitleidiger Blicke und gut gemeinter Ratschläge der Mitmenschen. Nur – wie unterstützt man einen Vierbeiner, der in vielen Situationen aufgeregt reagiert und nicht zur Ruhe kommt? Was tun, wenn sich der Hund von jeder Kleinigkeit ablenken lässt? Monika Schaal begleitet Mensch-Hund-Teams auf ihrem Weg zu mehr Ausgeglichenheit.

Was also bedeutet Stress für einen Hund?

Um Hunde und deren Verhalten besser verstehen und einordnen zu können, ist es wichtig zu verstehen, was Stress bei unseren Hunden auslösen kann – und nicht zuletzt: Was Stress eigentlich ist.  Der Begriff “Stress” wurde von dem Arzt Dr. Hans Selye eingeführt, der Stress als eine Aktivierungsreaktion des Körpers definierte. Er unterschied zwischen positivem und negativem Stress – “positiver Stress” ist für Hunde z.B. die Jagd, die zwar extrem anstrengend sein kann, aber Glückshormone freisetzt und deshalb vom Hund positiv empfunden wird.   Um es einfach zu sagen: Alles, was einen Hund physisch oder psychisch überfordert, bedeutet für ihn Streß. Wie beim Menschen ist das von und zu Hund unterschiedlich: Es gibt Hunde, die völlig überfordert sind, wenn es in der Nachbargemeinde gewittert, während andere es für eine angenehme Brise halten, wenn es um sie herum blitzt und donnert und schon der Sonnenschirm durch den Garten fliegt. Für einen Hund bedeutet es physischen Stress, wenn seine Grundbedürfnisse nicht erfüllt werden: Wer zu lange Durst aushalten muss, wird körperlich überfordert, wer dringend aufs Klo muss, ohne dass ihn jemand nach draußen läßt, hat Streß, Hunger haben und nicht gefüttert werden bedeutet Streß (nicht zu verwechseln mit den Hunden, die dem Besitzer mentalen Streß machen, weil sie sich partout nicht daran erinnern können, dass sie gerade vor zwanzig Minuten gefüttert worden sind).

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Beschwichtigungs-Lecken (Foto: N. Munninger)
Beschwichtigungs-Lecken
(Foto: N. Munninger)

Ob Stress positiv oder negativ für den Organismus ist, hängt davon ab, ob

  • die Stressfaktoren als gut oder schlecht empfunden werden
  • der Hund sich der Situation gewachsen fühlt (Hundesport, Deckakt, Familienfest)
  • er sich freiwillig in die Situation begeben hat
  • wie lange der Stressfaktor anhält (auch ein anfänglich positiver Stress kann in negativen Stress umkippen, wenn die Situation zu lange anhält)

Negativer Stress entsteht dann, wenn ein Lebewesen von einer Situation überfordert ist, d.h. also nicht mehr weiß, wie es reagieren soll, um der Situation Herr zu bleiben.   Je nach Intensität der negativen Stressfaktoren reagiert der Hund mit

  • Flucht
  • Angriff
  • Blödsinn machen
  • Erstarren
  • Jagdreflex
  • Bewachungsverhalten
  • Paarungsverhalten
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In Stresssituationen schüttet der Körper vermehrt die Hormone Adrenalin und Cortisol aus. Die Freisetzung von Adrenalin ermöglicht dem Körper, schnell an Energiereserven heranzukommen, um schnell fliehen oder auch kämpfen zu können.  Bei der einsetzenden „Kampf oder Flucht“ – Situation wappnet sich der Körper gegen eine drohende Gefahr und wird in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Adrenalin aktiviert den Kreislauf, der Blutdruck steigt, das Herz schlägt schneller und die Muskeln werden besser durchblutet. Die Verdauung verlangsamt sich, da vermehrt Blut in die Muskeln geleitet wird und der Blutzucker steigt, weil vermehrt Energie bereit gestellt wird. Der Körper benötigt viel Cortisol, um mit dem Stress fertig zu werden und schraubt die Produktion weiter hoch: Die exzessive Ausschüttung von Cortisol signalisiert dem Körper, dass er sich in grosser Gefahr befindet. Bekommt der Hund keine “Entwarnung”, indem die stressige Situation geändert oder verlassen werden kann, dann können die Stress-Hormone nicht abgebaut werden, und die körperliche Anspannung bleibt erhalten. Das sind optimale Voraussetzungen für einen drohenden Kampf oder eine Flucht – aber ganz schlecht, wenn der Hund etwas lernen soll.

Negative Stressoren können sein:

  • Grundbedürfnisse werden nicht befriedigt (Hunger, Durst, Schlafmangel, Isolation, kein Tageslicht, Bewegungsmangel)
  • Fehlende oder falsche Führung des Hundes (der Hund muss „alles selbst“ machen)
  • Schmerzen
  • Bedrohung
  • Druck
  • Starkzwang (TeleTak, Peitsche)
  • Krankheiten
  • Nicht verstanden werden
  • Stressiges, unausgeglichenes Umfeld
  • Angstauslösende Reize
  • Besitzerwechsel/Wohnortwechsel
  • Verlust des Sozialpartners
  • Plötzliche Veränderungen
  • Zu langes, zu häufiges Alleinsein
  • Nebenwirkungen von belastenden Medikamenten

Positive Stressoren können sein:  

  • Zuviel des Guten
  • Zuviel Bewegung
  • Zuviel Spiel mit anderen Hunden
  • Beutespiele / Jagdspiele
  • Ständige Höchstleistung
  • Zuviel Aufmerksamkeit
  • Zuviel Aufregung
  • Zuviele freudige Erlebnisse hintereinander
  • Ständiges Kommen und Gehen von Besuchern im Haushalt

Stressfaktoren, die nicht von außen beeinflussbar sind:  

  • Starker Hormonschub bei Rüden in der Pubertät
  • Trächtigkeit
  • Läufigkeit
  • Störungen im Hormonhaushalt (z.B. Schilddrüsenprobleme)

Selbst wenn der Streß-Auslöser vorbei ist, dauert die Adrenalin-Produktion noch mindestens weitere zehn, fünfzehn Minuten an, bevor sie sich langsam einstellt (das ist der Moment, in dem z.B. Menschen dann gewöhnlich die Knie weich werden, wir wütend werden oder aufs Klo müssen). Adrenalin verstärkt alle Instinkthandlungen. Hat der Hund mehr Adrenalin, wird je nach Anlage des Hundes der Jagdtrieb verstärkt, das Wachverhalten eines Herdenschutzhundes; ein hypersexueller Rüde in der Pubertät kann „auf“ Adrenalin noch überaktiver werden; ein unsicherer Hund kann aufgrund einer hohen Adrenalinproduktion in Panik verfallen. Lässt der Stress nach, sinkt der Adrenalinlevel, aus der Panik wird Unsicherheit, und man kann wieder trainieren.  Hat der Hund dagegen chronischen Stress (Angsthunde, Hunde in Auffanglagern, Hunde mit unberechenbaren, gewalttätigen Besitzern, manche Hunde im Turniersport), ist der Adrenalin- und Cortisollevel chronisch übermäßig erhöht. Diese Hunde können die gleichen Symptome zeigen wie ein Hund, der aus medizinischen Gründen Kortison bekommt: Er bekommt starken Durst oder großen Appetit, oder sein Immunsystem schwächelt. Stresshormone können die Magensäfte verringern oder erhöhen. Viele Hunde können deshalb bei akutem Stress keine Leckerchen annehmen (Sie kennen das, wenn Streß einem „auf den Magen schlägt“). Andere essen extrem viel, andere bekommen aufgrund einer Überproduktion der Magensäfte postwendend Durchfall). Hunde, die über längeren Zeitraum Streß erleben, werden zickiger und überreagieren häufig.

Anzeichen für Stress:

  • Starkes Hecheln / Luftanhalten
  • Zittern
  • Angespannte Muskulatur
  • Unruhe
  • Jammern/Fiepen/Winseln
  • erhöhte Reizbarkeit
  • Zerkauen/Zerstören von Gegenständen
  • Speicheln
  • Aufblasen der Backen
  • Rute eingeklemmt/steif
  • Dauer-Wedeln
  • Geduckte Körperhaltung
  • Ohren eingeklappt/zurückgezogen
  • Verweigern von Keksen
  • Unkonzentriertheit
  • Schlecken über die Nase
  • Wegsehen
  • Verdauungsprobleme/Durchfall/Erbrechen
  • Stereotypen wie Rute fangen, im Kreis drehen
  • Innerliche und äußerliche Unruhe
  • Nicht mehr ansprechbar sein
  • Konzentrationsmangel
  • Überreaktionen auf beiläufige Ereignisse
  • Erhöhte Aggressionsbereitschaft
  • Starke Aufregung
  • Mobbing
  • Hypersexualität
  • Körper- und/oder Mundgeruch
  • Fellveränderungen, Schuppen, stumpfes oder fettiges Fell
  • Allergien und andere Hauptprobleme
  • Häufigeres Urinieren als gewöhnlich
  • Übersprungverhalten
  • Appetitlosigkeit
  • Nicht mehr ansprechbar sein
  • Angespannter Körper
  • Übertriebene Körperpflege
  • Häufiges Erkranken (z.B. Infektionen)
  • Erhöhte Verteidigungsbereitschaft
  • Erhöhte Aggressionsbereitschaft
  • Fixierung auf Dinge (Stofftiere, Schuhe des Herrchens od. Frauchens)

Wenn Sie diese Symptome an Ihrem Hund feststellen, gehen Sie in sich und überlegen Sie, was genau dem Tier Stress verursacht. Finden Sie eine Lösung, um den verursachenden Stressauslöser zu mindern oder, noch besser: Abzustellen.   Für das Training bedeutet Streß: Wie beim Menschen entstehen beim Hund durch Stress Lernhemmungen und “Störungen der Gedächtnisbildung”, wie man das in der Lernpsychologie nennt, der Lernprozess wird behindert. Das bedeutet: Ein Hund, der beim Training stark gestresst ist oder wird, lernt viel langsamer als ein Hund, der sich beim Training amüsiert. Ein gestresster Hund lernt sogar eher gar nichts, sondern resigniert und wird passiv, um keinen Ärger zu bekommen, aber gelernt hat er eigentlich nichts. Er hat nur aufgegeben.

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Dies wiederum bedeutet also: Einen stark gestressten Hund muss man erst einmal “`runterfahren”, bevor man weiter arbeiten kann. Ein Hund, der gerade Wild, einen Jogger oder ein Fahrrad gejagt hat, muss erst einmal wieder entspannt werden, um irgendetwas aufnehmen zu können (also an die Leine mit ihm!), sonst geht er womöglich gleich wieder durch. Ein Hund, der vor Angst sichtbar gestresst ist, kann jetzt gar nichts lernen, sondern muss erst einmal in einer reizarmen Umgebung entspannt werden. Ein Hund, der gerade angeschrien, auf den Rücken geworfen oder geschlagen wurde, macht anschließend nicht mehr mit, sondern sieht nur zu, dass er keinen weiteren Ärger bekommt.

22 Kommentare

  1. Sina Berger

    Hallo,
    mein 11 Jahre alter Labrador braucht dringend Hilfe.
    Seit mehreren, durch einen fiesen Piepton angezeigten Batteriewechsel der Rauchmelder in unserer Wohnung denen er teilweise wegen Abwesenheit lange ausgeliefert war, wird er urplötzlich im Alltag total Panisch. Ich vermute ähnliche Geräusche wie das Piepen dem Rauchmelder durch Waschmaschine, TV, Radio, Handy ect. Er H!ächelt extrem, sein Herz hämmert, er zittert und sucht engen Kontakt und will ständig die Wohnung verlassen. Beruhigen tut er sich mit viel Zuwendung aber es dauert Stunden. Mitlerweile kommen diese Panikanfälle fast täglich. Da ich in einem Mehrfamilienhaus und mit Kleinkind die Geräusche nicht alle vermeiden kann und die Batterien der Rauchmelder auch irgendwann wieder leer gehen habe ich an ein intensieves Trainig mit Futterbelohnung gedacht. Über Youtube ein Rauchmeldergeräusch auslösen und sofort Leckerchen schmeißen bevor die Panikreaktion ausgelöst wird. Das so oft machen jeden Tag bis er denkt Pieptöne=Futter und nicht Pieptöne=Todesangst.
    Macht das Sinn? Kann das erfolgreich sein?
    Ich will nicht das Gegenteil ereichen und er ist dann völlig verstört rund um die Uhr wegen meiner Aktion.
    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.
    Liebe Grüße
    Sina mit Hund Balou

    • Liebe Frau Berger,

      Ihr Plan könte durchaus funktionieren. Allerdings ist es unmöglich, Ihrem Hund Kekse zuzuwerfen, bevor sich die Panik in ihm breit macht, denn mittlerweile ist er so konditioniert, dass der erste Ton sofort Angst und Panik auslöst.
      Was Sie versuchen können ist, den angstmachenden Ton so leise abzuspielen, dass er dem Hund keine Angst bekommt. Und wenn das funktioniert, den Ton langsam (!!!!!) lauter machen. Am nächsten Tag wieder, und dann wieder – ich würde mir mindestens drei Wochen Zeit lassen, bis die eigentliche Lautstärke erreicht ist. Wirklich: Zeitlassen ist das A und O der Sache.
      Sehr herzlich, Katharina von der Leyen

  2. Mein achtjähriger Rüde hat seit ca drei Jahren enormen Stress durch den Duft der Hündinnen. Er sucht nur noch nach Pipi was er abschlecken möchte, will ständig raus und pienzt rum. Das ist aber nicht nur an bestimmten Zeiträumen so, sondern das ganze Jahr. Was kann ich tun?

    • Liebe Andrea, was Sie beschreiben, sind massive Stress-Signale, die offenbar auch immer massiver werden. Will heißen: Der Spaziergang ist nicht mehr das, was er sein soll: Ein entspanntes Unterhaltungsprogramm für den Hund, sondern eigentlich etwas, von dem man sich überlegen möchte, ob man ihm das jetzt “zumuten” kann – auch wenn er es unbedingt möchte (das vergleichbar mit Spielsüchtigen: Die suchen den Automaten/die Karten/den Roulette-Tisch auch immer wieder auf, obwohl das Ganze unglaublichen Stress und Ängste bei ihnen auslöst. Der Hund weiß es nur nicht besser). Sie haben in Ihrem vorletzten Satz ja schon impliziert, dass Sie eigentlich wissen, was zu tun ist: Auch, wenn das heutzutage keiner mehr hören, geschweige denn aussprechen will: Ich würde den Rüden kastrieren lassen – er hat ja sonst überhaupt keine Chance, zur Ruhe zu kommen. Ich hatte eine ähnliche Situation hier, obwohl sie durchaus “Saison”-bedingt war: Wenn die Nachbarhündin läufig wurde, sind zwei meiner Rüden so vollständig ausgeflippt, dass sie mir fast die (denkmalgeschützte) Tür zerstört haben, geheult und getobt haben, ständig abgehauen, drei Wochen lang nichts mehr gefressen und sich jammernd in den Hof des Nachbarn gelegt haben. Nachdem ich beide Rüden kastriert habe, sind sie völlig entspannt, fröhlich, verspielt (und haben übrigens kein Gramm zugenommen und immer noch wunderbares Fell) und gelassen. Stress ist eine eindeutige medizinische Indikation, die echte körperliche Auswirkungen haben kann – einem Hund zuzumuten, ständig mit allerhöchstem Adrenalinlevel durch die Straßen zu gehen, ist keine Option und wird ihm letztlich Lebensjahre kosten. – Herzliche Grüße, Katharina von der Leyen

      • Mein 7,5 jähriger Australien Shepherd Rüde Neo kotet seit einiger Zeit auf den Gassirunden bis zu 10x. Seit 5 Monaten lebt eine junge Hündin in unserem Haushalt und vor 10 Tagen mussten wir unseren 11jährigen Rüden Pepper einschläfern. Extrem wurde es bei Neo nach dem Tod von Pepper. Ist es wohl auf Stress zurückzuführen durch den Verlust des Hundekumpels und durch den Einzug der Hündin?

        • Lieber Kerstin, der Auslöser könnte Stress sein, für mich klingt das allerdings nach einem relativ massiven organischen Problem: Vielleicht hat er Giardien? Zehnmal Kot absetzen klingt nach echtem Druck, ein “normaler” Darm gibt das gar nicht her, außer bei massiver Colitis, Giardien, Wurmbefall o. ä. Ich würde eine Probe von dem Kot von drei Tagen beim Tierarzt abgeben – von beiden Hunden -, und zwar zügig. Bei jedem Spaziergang so oft aufs Klo zu müssen klingt eindeutig zu viel – selbst wenn es “nur” Stress sein sollte, müssen Sie dringend Maßnahmen ergreifen.
          Herzlich, Katharina

      • Marion Spiecker

        Eine Kastration bringt gar nichts. Man operiert zwar die Eier weg, aber das Gehirn bleibt, wie es ist. So geschehen bei unserem Jack Russel Mix. Im Moment will er nur noch raus, schnüffeln und sich auf der Wiese wälzen. Geht es nach Hause, Schwan zwischen die Beine und zu Hause zittert er wie Espenlaub. Geht man wieder mit ihm raus, ist die Freude sehr groß. Dann ist er wieder wie ausgewechselt. Die Kastration war vor 5 Jahren und alles war gut. Dieses Jahr ist es extrem und wir machen uns Sorgen. Bluttest und Ultraschall hat nichts negatives ergeben. Also können es nur läufige Hündinnen sein, die sein abnormales Verhalten auslösen.

  3. Anna Mack

    Mein 13jähriger Rüde hechelt massiv und das fast den ganzen Tag!
    Organisch ist alles okay, er wurde auf den Kopf gestellt, Schilddrüsenwerte okay, er bekommt Forthyron 400, 2 Tabl./Tag.
    Er ist ein Angsthund, kam als zitterndes Bündel vor 7 Jahren aus Frankreich, hat sich aber gut entwickelt.
    Er ist sehr lärmempfindlich, Gewitter/Feuerwerk werfen in tagelang aus der Bahn!
    Morgens ist er am besten drauf, ab Mittag geht es rapide abwärts und ab ca. 16:00 ist er nur am hecheln…….
    Abends nochmal raus geht garnicht mehr!
    Er legt dann den Kopf nicht ab, sondern liegt mit hochgerecktem Kopf da, der ganze Kerl wackelt.
    Dementsprechend ist auch der Schlaf, nur kurze Intervalle und dann wieder Kopf hoch…
    Ich bin fertig, versuche allen Stress für ihn zu vermeiden, klappt halt nicht immer!
    Was kann ich noch versuchen?

    • Liebe Frau Mack, das klingt so, als wäre die Schilddrüsenmedikation nicht richtig eingestellt. Eventuell kommt der Wirkstoff bei him nicht richtig an und er braucht ein anderes Medikament. Mit “Stress vermeiden” hat das nichts zu tun – ich würde den Hund in einer Klinik vorstellen: Das klingt nach Schmerzen (Kopf? Bauch?). Ich würde ein MRT machen lassen.

      Herzlich, Katharina von der Leyen

    • Hallo ihr lieben wir haben im November einen Welpen (rüde) zu unserem 6 Jahre alten bernersennenhund (Rüde) dazugekommen. Jetzt ist der kleine fast 5 Monate alt und seid Tagen ist der große nur am Hinterteil vom kleinen.. Rennt ihn überall nach und probiert auf ihn aufzureiten? Jetzt brauch ich mal eure hilfe bitte. Kann er nicht unterscheiden das der kleine auch ein rüde ist? Oder was soll ich dagegen tun. Soll ich den großen kastrieren lassen um ihn die Stress Situation zu nehmen? Lg

      • Liebe Nici, wenn das Problem erst seit ein paar Tagen besteht, kann man ihn doch nicht sofort kastrieren lassen! Er muss sich an die neue Situation (veränderter Hormonstatus des Jungrüden, das Baby wird zum ernstzunehmenden Sozialpartner) gewöhnen dürfen – und übrigens würde eine Kastration diese Art Streß gar nicht notwendigerweise auflösen.
        Es gibt verschiedene Gründe, warum der erwachsene Rüde aufreiten möchte: Der Welpe kommt jetzt in die Pubertät, das ist halt irre spannend für den Berner Sennenhund. Außerdem muss er ihn vielleicht dauernd in seine Schranken weisen und weiss nicht, wie er das sonst machen soll. Vielleicht rennt er dem Junghund dauernd hinterher, weil der ihm einfach zu unruhig und zu wild ist? Sie können ihm sehr viel Streß abnehmen, indem sie den erwachsenen Rüden stoppen (Abbruchsignal) und dazwischen gehen, um seinen Irrsinn abzustellen, außerdem für mehr Ruhe sorgen im Haushalt (einer oder beide in je eine Box, oder verschiedene Zimmer). Hier leben fünf Rüden zusammen, einer davon 5 Monate alt, die natürlich häufig eingenordet werden müssen: Wildes Spiel gibt’s nicht momentan, einander Spielzeug wegnehmen gibt’s auch nur, wenn es einigermaßen ruhig zu geht, gemeinsamen Freilauf auch nur, solange es entspannt bleibt. Jegliches Adrenalin muss momentan unterbunden werden, sonst muss der erwachsene Rüde aufreiten, weil er einfach nicht weiß, wie er diesen Konflikt sonst lösen soll. Sie schaffen das mit zweien, ganz bestimmt. Sehr herzlich, Katharina von der Leyen

  4. Bettina Mohr

    Mein 11 Monate alter Mini australian shepherd hat plötzlich Panik vor Zügen, speziell Güterzüge. Er schreit vor Angst, will nur noch weg.
    Plötzlich aufgetreten, jetzt reichen schon Züge in der Ferne.
    Kein Spiel, kein Hundekumpel, kein Leckerchen….
    Hoffe, das hängt mit den Hormonen zusammen?

    • Liebe Frau Mohr,
      das klingt nicht nach einem hormonellen Problem – Panik die mit “Schreien vor Angst” verbunden ist, weist auf ein ernstes Problem hin. Ich würde ihn unbedingt untersuchen lassen, vor allem die Augen: Möglicherweise sieht er schlecht und hatte bei einem willkürlichen Zug-Geräusch eine Fehlverknüpfung. Angst in diesem Ausmass kann ich ferndiagnostisch nicht lösen oder auch einschätzen- Sie müssen da unbedingt mit einem guten Trainer `ran. Vorher aber, wie gesagt, unbedingt untersuchen. Wir hatten einen Hund, der plötzlich Angst vor Bussen bekam – nach langer Zeit stellte sich heraus, dass er unter einer Netzhautablösung litt, was sehr schmerzhaft ist, und die Spiegelreflexe in Busfenstern plus dem Busgeräusch mit seinen Schmerzen verband. Das muss bei Ihrem Huns natürlich nicht so sein, ich würde aber auf Nummer sicher gehen.
      Herzlich, Katharina von der Leyen

  5. Angela Principe

    Hallo zusammen
    Habe eine Hündin aus Rumänien sie ist jetzt 11 Monate daben sie mit 8 Monaten bekommen sie freut sich wenn wir im auto sitzen aber nicht lange sie Sabbert und kurz dadrauf erbricht die von der Pflege Stelle wo wir sie haben sagt bei ihr hst die nicht etbrichrn beim Autofahren wir haben schon alles ausprobiert haben 2 Hunde sind beide im Kofferraum da erbricht die haben eine transportboxe da erbricht sie im fussraum vorne bei mir Beifahrer alles das selbe was kann man da noch machen wir wissen nicht mehr weiter möchten ja auch gerne mit unseren Hunden auch mal im urlaub fahren oder auch mal eine längere strake fahren bitte um Hilfe danke eure Angela

  6. Meine Hündin Sissi,reibt sich draußen sowie in der Wohnung den Bobo hin und her und quiekt dabei,was könnte es sein.

  7. Maike Scherr

    Hallo, mein (Ex-)Rüde ist mittlerweile 4,5 Jahre alt und er hat wahnsinnigen Stress, wenn ich oder mein Mann uns auf ein Fahrrad setzen. Unser Kind kann ohne Probleme fahren und auch Passanten, ohne Hund sind ihm egal.
    Er hechelt stark und fiept oder bellt hell, klebt an uns und ist sichtlich gestresst.
    Wir würden ihn gerne irgendwie desensibilisieren, weil wir gerne mit Kind und Hund Ausflüge machen möchten unde er nicht immer Zuhause bleiben soll.
    Manchmal reicht es aber sich nur zum Fahrrad zu stellen und den Lenker in die Hand zu nehmen um StressReaktionen auszulösen.
    Wie können wir vorgehen um im zu helfen?
    Danke im voraus Maike

  8. Liebe Maike, das klingt ernst, kann ich ferndiagnostisch aber leider nicht lösen – dazu müsste ich den Hund beobachten und 190 Fragen stellen, seit wann das so ist, wie und auf welche Weise das Fahrradfahren mit ihm geübt wurde, usw. , weil man erst einmal klären müsste, warum und wodurch dieser Streß nur in dieser speziellen Situation auftritt. Das schaffen wir schriftlich nicht. Sehr viel effektiver wäre es, hier die Hilfe eines vernünftigen Hundetrainers in Anspruch zu nehmen.
    Tut mir wirklich sehr leid, in diesem Fall nicht besser helfen zu können –
    herzlich, Katharina

  9. Eva-Maria Benning

    Hallo, gerade bin ich auf diese Seite gestoßen und denke, dass mir und meinem Australien Shepherd eventuell hier geholfen werden kann.
    Er wird Ende November 2 Jahre alt. Er ist seit Mai diesen Jahres bei uns.
    Wir haben ihn Mitte Mai mit einem Hormonchip behandeln lassen, da er immer wieder aufritt. Er ist also nicht kastriert.
    Zwischendurch war er ziemlich krank, ständiger Durchfall. Jetzt bekommt er ein medizinisches Futter, es geht ihm wieder gut.
    Nun das Problem: er wird immer unruhiger, ist selten wirklich mal entspannt, und zerstört immer mehr (sogar seine Decke!) Er ist zwischendurch auch mal allein, was kein Problem darstellte. Die Zerstörungen passieren mittlerweile auch, wenn wir bei ihm sind. Das können wir dann unterbinden. Wir versuchen ruhig dabei zu bleiben, da alles unruhige von unserer Seite auf ihn doppelt wirkt.
    Was können wir tun?
    Danke im Voraus Eva-M

  10. Hallo 🙂

    Ich habe einen 9 Monaten alten Aussi Rüden. Seit 3-4 Wochen hechelt er auffällig häufig. Wir waren bereits beim Tierarzt doch der konnte nichts feststellen. Es gab zwei Vermutungen doch keine konnten wir bestätigen. 1. Nachbarshündin ist läufig (ist/war sie nicht) 2. Es ist einfach zu warm in der Wohnung. Das können wir nicht 100% ausschließen doch finde ich es komisch, dass ihm immer zu warm ist auch wenn wir nur 19° in der Wohnung haben.
    Er hat keine gravierenden Schwankungen in seinem Alltag und es ist in der Vergangenheit auch nichts tragisches vorgefallen… Sind es einfach die Hormone ?

  11. Hallo . Ich habe einen Aussi Welpen . Gerade 1 Jahr geworden. Jetzt geht’s in die Junghund Phase über . Das erste Jahr hab ich ihm die Ruhe beigebracht. Was er Zuhause super hin bekommt . ( Nicht immer , wegen meinem kastrierten Kater ).
    Er ist eifersüchtig wenn ich meinen Kater streicheln möchte, und springt ihn dann an . Ich unterbinden das . Aber er möchte auch aufreiten. Ich weiß das er einen Hormonschub hat . Und dazu kam das die Nachbars Hündin läufig war . Er hat es gemerkt . Soweit war auch alles prima . Bisschen nervös Zuhause , nachts Mal aufgewacht oder wollte sein Bettchen zerstören. Aber alles in der Norm . Jetzt waren wir drüben zum Kaffee , und die Hündin war in den anscheinend letzten Zügen , mein Hund kam absolut nicht zur Ruhe , extrem schnelle Atmung, rote Augen , Rute dauerhaft wackelnd . Nicht ansprechbar, ab und an ging’s . Und wenn der Rüde von denen zu der Hündin wollte ,ist meiner komplett ausgerastet .
    Ich möchte ihn nicht kastrieren lassen . Ich übe Zuhause auch ein Ruhe Kommando und ein Abbruchsignal. Aber was kann ich sonst tun ?
    Auch zu Rüden ist er draußen viel angespannter ,aber nur wenn er an der Leine ist .

    • Liebe Jen,
      es kann gut sein, dass sich dieser Stress wieder gibt, wenn er aus der Pubertät heraus ist. Mit einem Jungrüden geht man allerdings auch nicht zu einer läufigen Hündin, wenn man möchte, dass er artig und entspannt bleibt – läufige Hündinnen riechen meistens noch zwei Wochen nach der Läufigkeit wunderbar; einem jungen Rüden derlei vor die Nase zu setzen ist unfair, von ihm in seiner solchen Situation Gehorsam zu verlangen illusorisch. Solche Situationen “aussitzen” zu wollen, macht überhaupt keinen Sinn (das ist so, als würden Sie einem 14jährigen beim Anblick eines Pornos verbieten wollen, sich zu erregen); Sie können ihn nur sofort aus der Situation herausnehmen (Sie haben ihn hineingebracht, also müssen Sie ihn vor Streß beschützen). Sein Adrenalin-Level ist so hoch, dass er Sie gar nicht hören kann, Sie maßregeln ihn dann also für etwas, was schlicht nicht in seiner Macht liegt (als würden Sie von jemandem, der angeschossen wurde verlangen, nicht zu weinen). Nachdem es bis zu zehn Tagen dauern kann, bis das Adrenalin wieder auf dem normalen Level angekommen ist, befindet Ihr Hund sich anschließend also im Dauerstress – und hat gar keine Möglichkeit, erst wieder “herunterzufahren”, bevor er dem nächsten Stressmoment ausgesetzt wird. Nach einem solchen Nachmittag würde ich mit meinen Hunden zehn Tage lang ganz ruhig und möglichst ohne Hundebegegnungen spazierengehen, bis er sich wieder entspannen kann.
      Die Sache mit dem Ruhesignal ist gut, aber grundsätzlich geht es darum, dass der Hund gar nicht in solche Stress-Situationen kommt. Sie können es mit der Aminosäure Tryptophan versuchen, die im Gehirn für das Streßmanagement zuständig ist (hilft auch sehr gut bei Menschen), oder es mit CBD-Öl versuchen.
      Sollte sich der Hormonstress nicht legen, bis er eineinhalb ist, sollten Sie wohl leider doch über eine Kastration nachdenken – manche Hunde sind derartig triebig, dass der geringste Hinweis auf eine läufige Hündin in der Umgebung massiven Streß auslöst, was den Hund auf Dauer krank macht.

      herzlich, Katharina von der Leyen

  12. Hallo hab seit fast einer Woche ein Welpen aus Spanien sie stellt die Haare knurrt und will schnappen sie hat auch mein Tierarzt angegriffen mein Mann auch bei meinem Mann geht es mittlerweile

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