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Trunkene Hunde

bildvom 13.Februar 2011

Das Gute an Hunden vs. Kindern ist es, dass man Hunde nicht zum Mathelernen überreden muss, sie freiwillig keine Drogen nehmen und auch nicht auf die Idee kommen, Komasaufen zum Sport zu machen (dass Hundebesitzer ihrerseits manchmal ins Koma fallen, wenn der Hund, den man gewöhnlich für sein Besseres Ich hält, mit Begeisterung aus der Kloschüssel trinkt, steht auf einem anderen Blatt). Neulich habe ich eine Gruppe Jugendlicher gesehen, die sich unglaublich über den stockbesoffenen jungen Hund amüsierten, den sie dabei hatten. Sie johlten und lachten sich halb kaputt, als der Hund herumtorkelte, hinfiel, mühsam wieder aufstand, in Schlangenlinien herumlief und wieder umkippte. Ich kann kaum beschreiben, wie wütend ich war. Mag sein, dass ich eine Empathie-Psychose habe, aber mir ist es relativ egal, was Menschen sich selber zufügen, aber nie, wenn einem absichtlich Unangenehmes von Anderen zugefügt wird. Hunde trinken nicht gerne Alkohol, Punkt. Hunde sind – im Gegensatz zu vielen Menschen – nicht gerne betrunken, der Kontrollverlust über ihre Sinne und Gliedmaßen erfreut sie nicht, sondern beängstigt sie im Gegenteil, und sie können hinterher ihren Kater auch nicht mit Alka Seltzer kurieren. Wozu ein anderes Wesen absichtlich krank machen?
Ich kenne eine Reihe schokofarbener Labradore, die Guinness heißen und jede Menge Pitbulls namens Budweiser, aber selbst diese Hunde trinken lieber Wasser als Bier. Hunden setzt Alkohol heftig zu. Ihnen mag er Geschmack von Bier vielleicht sogar gefallen, aber ohne die hoffnungsvolle Aussicht, jetzt leichter ein Mädchen ansprechen zu können oder mit ihresgleichen darüber zu schwadronieren, wie viel man verträgt, kann ich mir nicht vorstellen, dass ihnen der leisteste Rausch Spaß machen könnte. Hunde haben wie Kinder genug Phantasie und Lebensfreude, um sich ihre höchstpersönliche Form der Euphorie selbst zusammenzuspinnen. Vergessen Sie nicht: Hunde trinken aus Pfützen und schlammigen Teichgewässern, um ihren Durst zu stillen und sich angemessen hydriert zu halten, und es ist schlicht gefährlich, wenn ein Hund – auch, wenn er Guinness oder Chivas Regal heißt – größere Mengen Alkohol zu sich nimmt, denn: Alkohol dehydriert, könnte die Leber des Hundes schädigen oder ihn auf andere Weise krank machen. Burschenschaftler oder Teenager scheinen der Meinung zu sein, es sei besonders cool oder lustig, einen Hund – möglichst noch einen Welpen – betrunken zu machen.
Darf ich daran erinnern, dass viele Serienmörder und Triebtäter auch mit Tieren angefangen haben?

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