Wie man sich über Hunde unterhält

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vom 4.8.2013

 

„Was machen denn eure Kinder?“ frage ich immer, wenn ich mit Eltern an einem Tisch sitze, und das ist praktisch bei jedem Abendessen so, zu dem ich eingeladen bin. Die Eltern freuen sich über mein Interesse und erzählen von Allergien, Mathenachhilfe, Ferienlager und was der oder die Kleine neulich wirklich sehr Komisches gesagt hat. Mit mir kann man über alles reden: Ich habe sechzehn Patenkinder, mich erschüttert nichts mehr.

Weil jeder weiß, dass ich eine Art offizieller „Hundetante“ bin, kommen wir gewöhnlich bei jedem Abendessen auch auf Hunde zu sprechen. Ich fürchte mich gewöhnlich vor diesem Moment, denn das Einzige, was die meisten Nichthundehalter zu diesem Thema zu sagen haben, handelt von Hundehaufen. Abgesehen davon, dass es wirklich unangebracht ist, dieses Thema beim Essen auf den Tisch zu bringen und es außerdem auch bei Hundehaltern nur für schlechte Stimmung sorgt, gibt es ein ganzes Kaleidoskop an Fragen, die man Hundeleuten stellen kann. Hier ein paar Vorschläge, mit denen Sie den Small Talk in Gang bekommen und sich außerdem bei Hundeleuten beliebt machen können:

  1. Fragen Sie nach dem Namen des Hundes. So, wie Kinder gewöhnlich nach jemandem benannt werden, haben die meisten Hundenamen auch eine Hintergrundsgeschichte. Mein Windspiel Fritz beispielsweise wurde nach dem kleinwüchsigen großen König benannt, der diese Hunderasse liebte, sie von Porzellan fütterte und einen eigenen Koch für seine Hunde engagiert hatte.
  2. Im Fall von Hunden ist Rasse ein akzeptables Thema. Trotzdem reagieren Hundeleute empfindlich, wenn man ihren Hund (wie z.B. meinen Königspudel Luise) als „Omahund“ abtut. Vermeiden Sie außerdem unter allen Umständen das Wort „Bastard“.
  3. Ein Kompliment kann Sie weit bringen. Adoptiert oder gezüchtet: Auch Hundeeltern sehen ihre Lieblinge als Spiegelbild ihrer selbst. Meine 10jährige Pudelhündin Luise hat glänzendes schwarzes Fell und seelenvolle Augen und  wird häufig für einen ganz jungen Hund gehalten. Auch ich werde von vielen Leuten noch immer für ziemlich unreif gehalten.
  4. Man ist mit ihnen so beschäftigt! Wenn man die Augen nicht überall hat, treten Hunde im Park in Scherben und fressen gefährlich splitternde Hühnerknochen am Straßenrand. Man kann nur froh sein, wenn sie keine Allergien haben. Die regelmäßige Gabe von Knochen ist gut für die Zähne und immer noch billiger als neue Turnschuhe.
  5. Vergessen Sie Geburtstagsparties. Es ist wirklich reizend von Ihnen, wenn Sie sich an Gretels Geburtstag im August erinnern,  aber Sie hätten nichts von der Party. Außerdem ist das Essen ist ungenießbar.
  6. Vergleichen Sie Terminkalender. So, wie viele Kinder Ballett, Sport und Nachhilfe haben, teilen die meisten Hunde einen ähnlichen straffen Zeitplan: Montags und Mittwochs Jagdtraining, Dienstags Hundetagesstätte, Donnerstags Kindergartentherapiebesuch, Samstags Agility und Sonntags Therapiebesuch auf einer Palliativ-Station. Schließlich will jeder Hund nach bestem Wissen und Gewissen gefördert werden.

 Sie sehen: Es ist eigentlich ganz leicht, wenn man sich nur ein bisschen Mühe gibt.

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