Kohlenhydrate sind Nervennahrung – auch für Hunde

Foto: Debra Bardowicks

Selbstbeherrschung bei Hunden

Gute Nachrichten für Halter mit gestressten Hunden und solchen, die wenig Impulskontrolle haben: Eine neue Studie zeigt, dass gerade leicht erregbare, ängstliche und nervöse Hunde von hochwertigen Kohlenhydraten profitieren

Das Thema Selbstbeherrschung („Impulskontrolle“ in Hundefachsprache) ist extrem bedeutsam im Umgang mit Hunden. Impulskontrolle ist etwas, was der Hund lernen kann und muss, um in unserer menschlichen Welt klar zu kommen (nein, er darf die Weißwürste nicht vom Teller stehlen, nein, er darf das kleine Kind nicht stürmisch begrüßen, nein, er darf dem anderen Kind nicht sein Eis aus der Hand reißen, nein, er darf den anderen Hund nicht einfach angreifen, nein nein nein). Gleichzeitig berichten Trainer und Verhaltenstherapeuten von einer deutlichen Zunahme von Hunden, die so massive Stressmerkmale aufzeigen, so dass sie zu Impulskontrolle gar nicht mehr in der Lage sind.

Foto: Petra Jungebluth

Foto: Petra Jungebluth

Die amerikanische Psychologin Dr. Holly C. Miller beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit Studien zur Selbstbeherrschung und den dafür notwendigen Gehirnvorgängen, dem Zusammenhang von Stoffwechsel und Erinnerungsvermögen und Stress. In einer Studie aus dem vergangenen Jahr (Miller, Pattison et al) stellte sich heraus, dass Hunde, die Kopfarbeit leisten sollen, Stress ausgesetzt sind oder über schlechte Impulskontrolle oder Frustrationstoleranz (auf menschlich: Selbstbeherrschung) verfügen, viel gelassener bleiben, sich deutlich besser konzentrieren können und lösungsorientierter sind, wenn sie ausreichend mit Glukose oder Fructose versorgt wurden. In der Studie zeigte sich außerdem, dass die Gabe von Glukose oder Fruktose – also Kohlenhydraten – das Nachlassen von Impulskontrolle sogar ganz unmittelbar ausgleichen kann.

Die Studie

Zwölf Hunde (sechs Hündinnen und sechs Rüden, alle kastriert), die unter ähnlichen Bedingungen gehalten und alle mit positiver Verstärkung trainiert worden waren, wurden in zweimal sieben Tests innerhalb von zehn Tagen beobachtet. Nach einem „Sitz – Bleib!“ wurden sie für zehn Minuten in einem Raum allein gelassen, wobei sie genau beobachtet wurden. Anschließend bekamen sie ein Glukose-Getränk, ein Fructose-Getränk oder ein zuckerfreies Placebo. Danach wurde ihnen ein Futterspielzeug gegeben, in dem außer Würstchen noch Gegenstände waren, die zu groß waren, um aus dem Spielzeug zu fallen. Die Zeit, in der sich die Hunde mit dem Spielzeug beschäftigten, wurde genau gestoppt und aufgezeichnet. Im Ergebnis war die Ausdauer, mit denen die Hunde versuchten, das „Problem“ zu lösen, kaum zu unterscheiden, ob die Hunde nun Glukose oder Fructose bekommen hatten. Die Hunde, die das zuckerfreie Placebo bekommen hatten, gaben im Vergleich relativ schnell auf – das Gehirn vom Hund reagiert also insulinunabhängig.

Die Studie zeigt auch, dass Hunde, die kohlenhydratarm oder ganz ohne Kohlenhydrate ernährt werden (beispielsweise durch eine reine Fleisch- und Gemüsefütterung) schneller gestresst, erschöpft und frustriert sind. Mit Erziehung hat das wenig zu tun – es ist ein chemischer Prozess im Gehirn, gegen den das beste Training kaum ankommen kann. „Das Nachlassen von Selbstbeherrschung tritt dann ein, wenn die Glucose aufgebraucht ist und dann das Gehirn nicht mehr mit ausreichend Energie versorgt wird, um Reizen von außen widerstehen zu können“, sagt Dr. Daniela Zurr, Tierärztin mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie in der ganzheitlichen Praxis  Bräuningshof. „Durch die Versorgung des Gehirns mit Kohlenhydraten wird Dopamin ausgeschüttet. Auch der Vagus-Nerv reagiert in Erwartung der bald folgenden Verdauung, wodurch Noradrenalin und Serotonin ausgeschüttet werden. Ohne die Botenstoffe Dopamin, Noradrenalin, ß-Endorphin und Serotonin kann das Gehirn keine Informationen verarbeiten.“ Mehr noch: Wenn Glukose direkt nach dem Training verabreicht wird, wird dem Gehirn damit der Erinnerungs-Prozess an das Neue, das der Hund soeben gelernt hat, deutlich erleichtert.

Der Hund kann sich auch alles Neue besser merken, wenn er nach dem Training Kohlenhydrate bekommt.

Als „angenehmer“ Hund gilt gewöhnlich einer, der in ungewohnten Situationen gelassen und ansprechbar bleibt, nicht über Tisch und Bänke geht und mit Stress entspannt umgeht – also ein Hund, der eine gute Selbstbeherrschung besitzt. „Viele Hundehalter übersehen häufig, dass es den Hund sehr, sehr viel Energie kostet, in unserer heutigen, sehr lebhaften und reizüberfluteten Umwelt ruhig zu bleiben, indem er allen diesen Prozessen, die um ihn herum stattfinden, nicht folgt“, sagt Dr. Zurr. „Das übrigens auch der Grund, warum Hunde, die unter Dauerstress stehen, irgendwann krank werden, weil die Reserven einfach aufgebraucht sind.“

Manche Hunde haben einen durchaus eigenwilligen Geschmackssinn - aber das heißt nicht, dass sie instinktiv wissen, was gut für sie ist Foto: Debra Bardowicks

Manche Hunde haben einen durchaus eigenwilligen Geschmackssinn – aber wie Menschen wissen sie oft nicht instinktiv, was gut für sie ist
Foto: Debra Bardowicks

Die Fähigkeit zur Impulskontrolle – also zur Selbstbeherrschung – ist anstrengend und erschöpft sich irgendwann. In einer früheren Studie (Miller et al, 2010) wurde gezeigt, dass bei einem Hund, der in aufeinander folgenden, verschiedenen Situationen immer wieder Impulskontrolle ausüben muss, diese Fähigkeit irgendwann aufgebraucht ist – so dass Selbstbeherrschung schlicht nicht mehr möglich ist. Ein Phänomen, das bei Menschen und Hunden gleichermaßen zu beobachten ist. „Es fällt dann viel schwerer, impulsives Verhalten zu kontrollieren“, erklärt Dr. Zurr. „Das kann im Alltag schnell mal passieren“, fügt sie hinzu. „Der Hund soll sich beherrschen, wenn er ein Kaninchen sieht, gleich darauf soll er zehn Minuten vor einem Geschäft still sitzen, und wenn er anschließend auf die Hundewiese darf, soll er alle rennenden Hunde ignorieren. Das alles hintereinander ist sehr anstrengend, und irgendwann ist der Akku einfach leer. Mit der Impulskontrolle ist es dann vorbei.“ Der Hund führt sich auf, pöbelt an der Leine herum, und der Mensch ist ganz baff, wieso sich der Hund, der vorhin noch so gesittet und entspannt war, nun plötzlich in einen wilden Troll verwandelt hat.

Manchmal kann man das auch im Training beobachten: Auf einmal kann der Hund nicht mehr, zeigt alle möglichen Stressignale und scheint „über den Punkt“ zu sein:

Training – für das je nach gestellten Aufgaben ein hohes Maß an Impulskontrolle nötig ist, verbraucht sehr viel Energie, selbst wenn man kaum vom Fleck kommt. Anschließend sinkt die Konzentrationsfähigkeit auf einen ganz niedrigen Level.

Die Studie von Miller zeigt: Bekommt der Hund dann Kohlenhydrate, ist alles wieder gut.

Bereits in einer früheren Studie von Dr. Miller wurde gezeigt, dass „verbrauchte“ Selbstbeherrschung auch alle anderen Energiereserven des Hundes erschöpft, wie auch seine Fähigkeit, überhaupt noch anspruchsvolle Aufgaben auszuführen. In jener Studie bekamen die Hunde einen Keks gezeigt, der anschließend in einem von sechs Behältnissen versteckt wurde. Hunde, die vor 30 Minuten Frühstück bekommen hatten, fanden den Keks deutlich schneller und zielstrebiger als die Gruppe von Hunden, die das letzte Mal vor zwölf Stunden gefüttert worden waren.

„Die Kernbotschaft ist ganz einfach“, sagt Dr. Miller. „Frühstück unterstützt die Gehirnleistung von Hunden.“ Und fährt fort: „Wenn Hunde hungrig sind, sind sie weniger in der Lage, ihr Verhalten zu kontrollieren. Das dürfte der Grund dafür sein, warum hungrige Hunde häufig weniger berechenbar und leicht gereizt sind.“

Mehr noch: „Wenn das Futter die Gehirnfunktionen nicht optimal unterstützt, wird die Fähigkeit des Hundes, Stress zu verarbeiten, deutlich gesenkt“, sagt Dr. Zurr. Damit der Hund sich überhaupt konzentrieren kann, muss erst einmal die Grundenergieversorgung sicher gestellt werden – was die Trainingsmethode, sich den Hund sein Futter „erarbeiten“ zu lassen, in ganz neuem Licht erscheinen lässt: Der Hund gerät unter massiven Stress, denn seine Konzentrationsfähigkeit läuft schon auf den letzten Reserven – soviel zu Training, dass Spaß machen soll.

„Bevor ein Hund gelassen reagieren kann, muss man ihm erst einmal Energie zur Verfügung stellen, damit er überhaupt in einen leistungsfähigen Modus kommt“, sagt Dr. Zurr. „Laut einer anderen Studie sind auch Hunde, die nüchtern zum Tierarzt müssen, deutlich gestresster als wenn sie vorher gefüttert wurden. Wenn ausreichend Energieversorger (also Kohlenhydrate) gefüttert wurden, hat der Hund nachweislich weniger Stress.“

Das verändert auch die Paradigmen für impulsive, ängstliche oder aggressive Hunde erheblich, die mit einem erhöhten Anteil an Kohlenhydraten im Futter sehr unterstützt werden können. Schon in einer Studie aus dem Jahr 2000 fand man heraus, dass territorial-aggressive Hunde durch Eiweiß-reduziertes, Tryptophan-angereichertes Futter ausgeglichener wurden (DeNapoli, Dodman et al. 2000) – damals stellte man allerdings noch nicht die Verbindung zum erhöhten Kohlenhydrat-Gehalt der Hundenahrung her.

Kohlenhydrate in der Hundeernährung sind dabei seit vielen Jahren ein heißes Thema: Der Hund stamme vom Wolf ab, und der jage nun einmal kein Getreide, lautet eine These. Sieht man sich im Internet um, begegnen einem schon unter den ersten sieben Klicks weitere Meinungen:„Der Hund ist ein Fleischfresser“; „Glukose ist denkbar ungesund; „Hunde könnten keine Kohlenhydrate verdauen“; „Ernährung mit Kohlenhydraten ist bei Hunden nicht nur überflüssig, sondern kann sogar krank machen“, oder: „Überlegen Sie mal, was die artgerechte Ernährung eines Hundes ist! Was würde ein Hund in freier Wildbahn fressen? Natürlich: Fleisch – und keine Kohlenhydrate!“

Nicht eine dieser Ansichten ist wissenschaftlich haltbar. Der Hund ist keineswegs ein Fleisch- sondern ein Allesfresser, der durchaus von Pflanzenfasern und Stärke profitiert (was ein echter Fleischfresser, wie z.B. die Katze, nicht kann). Sein Stoffwechsel und Dünndarm – der im Verhältnis länger ist als der eines echten Carnivoren – sind die eines Allesfressers. Den „Hund in freier Wildbahn“ gibt es bis auf den australischen Dingo nicht, nur Straßenhunde oder ausgesetzte Hunde: Sie alle ernähren sich hauptsächlich von Abfall, also sehr kohlenhydratreich.

Die Spezies Hund entwickelte sich vor Zehntausenden von Jahren im engen Zusammenleben mit dem Landwirt Mensch und lebte von dem, was dieser ihm übrig ließ – was eher Getreide- und Gemüseabfälle als Nackensteak waren, denn Fleisch war wertvoll und wurde nicht verschwendet. Dadurch hat sich der Hund in seiner Evolution im Vergleich zum Wolf entscheidend genetisch verändert: Eine schwedischen Studie, die im Januar 2013 veröffentlicht wurde (Axelsson et al) bewies, dass der Hund über 30 Kopien des Gens für Amylase verfügt – dem Protein, das die Aufspaltung von Stärke im Verdauungstrakt beginnt. Wölfe verfügen dagegen nur über zwei dieser Gene. Außerdem verfügt der Hund über ein weiteres Gen für den Abbau (= Verwertung) von Stärke, das in seiner Ausprägung lediglich bei Pflanzenfressern wie Hasen und Kühen oder Allesfressern wie Ratten vorkommt –nicht aber bei Fleischfressern.

"Der Wolf hat keinerlei biologischen Vorteil von Impulskontrolle", so die Wolfs-Expertin Elli Radinger

“Der Wolf hat keinerlei biologischen Vorteil von Impulskontrolle”, so die Wolfs-Expertin Elli Radinger

Der Wolf verfügt übrigens über so gut wie gar keine Selbstbeherrschung.  Wozu denn auch? Er braucht sie nicht im tägliche Leben, im Gegenteil: eine schnelle Reaktion rettet ihm im Zweifelsfall das Leben. Dem Hund dagegen rettet im Zusammenleben mit dem Menschen gerade die Selbstbeherrschung das Leben: Er darf eben nicht immer bellen, wenn er möchte, er muss sich zurückhalten können, auch wenn er etwas will, er soll nicht beißen, auch wenn ihm danach ist.

Der Hund kann im Gegensatz zum Wolf Kohlenhydrate also nicht nur verdauen, sondern profitiert auch davon. Kohlenhydrate sind die am schnellsten verfügbare Energiequelle und dementsprechend wichtig für Sprinter, Rennhunde oder Flyball-Athleten. Insbesondere das Gehirn ist in hohem Maße von Glukose als Energieträger abhängig, weil es keine Fette verwerten kann. Daher auch der Ausdruck von Kohlenhydraten als „Nervennahrung“.

„Das Verteufeln der Kohlenhydraten, das von einigen Nahrungs-Extremisten vertreten wird, ist nicht korrekt und fügt dem Hund tatsächlich sogar Schaden zu“, sagt Dr. Zurr. „Das Gehirn des Hundes benötigt eine ausreichende Versorgung mit Zucker-Arten, und die stammen nun einmal aus Kohlenhydraten. Man kann sogar so weit gehen, dass der durchschnittliche Hund heutzutage im modernen Alltag die Kohlenhydrate noch mehr braucht, als ein Hund, der relativ ruhig und zurückgezogen auf einem Bauernhof wohnt, wo den ganzen Tag nichts passiert.“

Ein Stadthund oder ein Hund, der viel zu unterschiedlichen Orten mitgenommen wird und sehr vielen Reizen ausgeliefert wird und deswegen auch kontinuierlich diese Selbstbeherrschungs-Leistung aufbringen muss, braucht also Kohlenhydrate.

Kohlenhydrate sind komplexe Verbindungen aus vielen einzelnen Zuckermolekülen. Entsprechend der Anzahl der Zuckermoleküle (und damit der Größe des Kohlenhydrats) spricht man von Einfach-, Zweifach- oder Mehrfachzuckern. Einfachzucker sind z.B. Glukose, Fruktose und Galactose. Mehrfachzucker Kohlenhydrate sind der Hauptenergielieferant für den Organismus. Sie sind im Gegensatz zu den Fetten relativ schnell verwertbar. Jede Körperzelle kann Glucose aufnehmen bzw. wieder abgeben. In den Zellen der verschiedenen Organe liefert sie entweder durch Verstoffwechselung die chemische Energie für Muskelarbeit oder die Gehirnaktivität.

Ernährung ist nicht nur Liebe und Nahrung, sondern auch eine Wissenschaft. Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter und liefert uns überprüfbare Methoden, um herauszufinden, welche Nährstoffe und Nahrungsmittel unsere Hunde brauchen und welche ihnen gut tun, und mit welchen sie nichts anfangen können. Wir brauchen die Wissenschaft nicht nur, um herauszufinden, welches Futter die ideale Wahl für unseren Hund ist, um ihn gesund zu erhalten, sondern auch, um Wahrheit, Halbwissen und Hype auseinander halten zu können. Nehmen Sie sich die Zeit für Recherche, wählen Sie mit Bedacht und lassen Sie sich nicht von Meinungen und Gefühlen anderer leiten. Es ist schließlich Ihr Hund.

aus:

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Ausgabe 2/2016

 

Wegen der vielen Nachfragen lietse ich hier die einzelnen Studien auf, auf die ich mich in meinem Artikel u.a. beziehe:
http://pss.sagepub.com/content/23/10/1137
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4340790/
http://pss.sagepub.com/content/23/10/1137
Miller HC, Pattison KF, Laude JR, Zentall TR. Self-regulatory depletion in dogs: insulin release is not necessary for the replenishment of persistence. Behavioural Processes 2015
Miller HC, Bourrasseau C, Blampain J. Can you enhance executive control without glucose? The effects of fructose on problem solving. Journal of Psychopharmacology (Oxford, England, 2013)
Miller HC, Bender C. The breakfast effect: dogs (Canis familiaris) search more accurately when they are less hungry (2012)
Miller HC, DeWall CN, Pattison K, Molet M, Zentall TR. Too dog tired to avoid danger: self-control depletion in canines increases behavioral approach toward an aggressive threat. Psychonomic Bulletin & Review. 2012
Miller HC, Pattison KF, DeWall CN, Rayburn-Reeves R, Zentall TR. Self-control without a „self“?: common self-control processes in humans and dogs. Psychological Science. (2010)
Holden JM, Meyers-Manor JE, Overmier JB, Gahtan E, Sweeney W, Miller H. Lipopolysaccharide-induced immune activation impairs attention but has little effect on short-term working memory. Behavioural Brain Research. 2008

61 Kommentare

  1. Kerstin Ehlen

    Toller Artikel!
    Perfekt wäre er mit einigen Beispielen für geeignete KH-Quellen und eine Mengenempfehlung.
    Stelle mir gerade vor, wie nun einige Halter Traubenzucker kaufen und vor dem Training verfüttern…

    • Gut verdauliche KH-Quellen sind bspw. gekochter Reis, gequetschte Haferflocken, gekochte Kartoffeln, gekochte Süßkartoffeln oder auch gekochte Nudeln.
      Füttern kann man davon 10g/kg Körpergewicht. Ich würde mit wenig anfangen und dann die KH-Menge langsam steigern.

      • Kerstin Ehlen

        Hihi, ICH brauch das als Info nicht – aber evtl andere Halter – das sollte mit in den Artikel…

      • Das würde ja 1% vom Körper Gewicht ausmachen. Da ich einen Hund habe der ein sehr guter Futter Verwerter ist. Und nur 1,5 bis 2% fütter, würde dies bedeuten er bekäme mehr als 50% seines Futters KH. Ich glaube das da was nicht stimmt an der Rechnung.

    • Katharina

      Liebe Kerstin,
      so lange ein Hund keine Unverträglichkeiten gegen irgendwelche Stoffe hat, sind geeignete Kohlenhydrate: gekochte Haferflocken, Reis, Buchweizen, Amaranth (gepoppt), Hirseflocken (Hunde köen normal gekochte Hirse nicht verwerten), Kartoffeln, Kartoffelbrei, Vollkornbrot, Nudeln, Banane, Hundekuchen, Weizenflocken, Maisflocken, Dinkelflocken oder -brei.
      Mengenempfehlungen kann ich nicht geben – ich füttere nie mehr als 50 PRozent Fleisch, weil der Hundedarm das nicht so gerne hat. Im Gegensatz zu (übermäßig viel) Protein (was nämlich zu Darmentzündungen führen kann) freut sich der Darm über Kohlenhydrate, man muss also nicht mit kleinen Mengen anfangen – Durchfall bekommt er davon nicht. Immerhin ist gekochter (weißer) Reis Schonkost, die man gibt, wenn der Hund Bauchweh hat. Gerade Straßenhunde oder Galgos in SPanien fressen ja praktisch nichts anderes – Galgos bekommen von den Jägern in Spanien hauptsächlich hartes Weißbrot und nur ein- bis zweimal die Woche Fleisch oder Trockenfutter, und Krankheiten oder Skelett-Erkrankungen sind bei ihnen extrem selten.

      • Galgos als Vergleich sind schwierig, da sie ja leider meist nur eine Jagdsaison leben und dann erhängt werden. Da ist keine Zeit, um Skeletterkrankungen zu entwickeln. Aber davon ab ist eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung einer einseitigen (egal ob Kohlehydrat- oder Eiweißlastig) auf jeden Fall vorzuziehen.

        • Katharina

          Liebe Tanya,
          das stimmt so pauschal natürlich nicht: Sowohl in Spanien, als auch im Tierschutz gibt es zahllose Galgos, die fünf, sechs, sieben Jahre und noch viel älter sind, und die man hervorragend für Vergleiche heranziehen kann. Abgesehen davon gibt es viele “gute” Züchter und Galgueros in Spanien, die sehr wohl ihre Hunde behalten bzw. sehr sorgfältig vermitteln, die man in Spanien auch auf Zuchtschauen begutachten kann. Nur das, was wir von hier aus im Tierschutz mitbekommen, sieht natürlich ganz anders aus. HD oder ED beispielsweise kommt bei Galgos schlicht nicht vor, weil sie seit Jahrhunderten sehr streng selektiert werden (was nicht 100 prozentig ist, wird nicht zur Zucht eingesetzt). – Von einer einseitigen Ernährung ist ja auch keine Rede: Es geht nur darum, dass ein hoher Protein-Anteil Hunden gewöhnlich nicht gut tut – entgegen allem, was man seit Jahren fr richtig hielt (der Hund als Fleischfresser, der Hund, der doch vom Wolf abstammt, “In der Natur würde der Hund seine Nahrung jagen, und das ist kein Gemüse”, etc.). – Hetzlich, Katharina

      • Das ist super interessant für mich, ich habe nämlich einen spanischen Jagdhund adoptiert und sie hat alle paar Wochen Durchfall oder frisst nichts… kaum hat sie mal zugenommen, fängt es spätestens wieder an.
        Laut Arzt ist es eine Futtermittel Allergie und ihr Darm wäre vom bisherigen Leben völlig kaputt.
        Ich füttere mittlerweile hauptsächlich mit Kartoffeln (die liebt sie ) gekochten Karotten und Frischkäse und kleinen Mengen hochwertigen Trockenfutter. Habe aber davor Angst sie mangelhaft zu ernähren!!
        Wo kann ich mich denn genauer erfahren, wie ich solche Hunde ernähre???

        • Katharina

          Liebe Petra,
          eigentlich klingt das für mich so, als habe die Hündin eine Pankreas-Insuffizienz (also: Eine Bauchspeicheldrüsenschwache. was sich leider nicht im Blu feststellen läßt. Sie könnten ihr einfach Pankreas-Enzyme (im internet zu bestellen) über das Futter streuen und mal schauen, ob es ihr dann “durchgehend” besser geht. Schaden kan man dem Hund mit diesen Enzymen auf keinen Fall, falls sie nicht das hat, was ich vermute – klingt aber genau so.
          Eine hervorragende Fachtierärztin für Ernährung ist Dr. Julia Fritz, http://www.napfcheck.de, die Ihnen einen genauen Futterplan machen kann mit allen Zusatz-Mineralien und Vitaminen, die die Hündin natürlich noch braucht (wie z.B. Zink, das vor allem in Fleisch, Blut und Haaren enthalten ist).
          ich glaube, ich werde mit ihr zusammen wirklich mal ein Seminar für die Ernährung von Hunden aus dem Tierschutz machen – das ist ein immer wiederkehrendes Problem.

          herzliche Grüße!

          • Liebe Katharina,
            Herzlichen Dank für die schnelle Antwort! ! Im Blut wurden nur einmal erhöhte Werte der Bauchspeicheldrüse festgestellt, diese waren dann aber wieder in Ordnung. Ich werde das mit den Enzymen mal versuchen.
            Danke nochmals!!!

            das mit dem Ernährungsseminar ist eine tolle Idee!!
            Herzliche Grüße

      • Du kannst ja gerne mal meinem, eine normale-große Portion Kartoffeln, Nudel usw. zu geben.
        Viel Spass beim Häufchen weg machen in der Wohnung, wenn er es denn mal überhaupt frisst. 😉

        Da meiner Nudeln, Kartoffeln und co gar nicht mag,gibts hier sowas auch nicht.

    • Pfotenzeit

      Das mit dem Traubenzucker ist nicht so schlecht. Wir haben einer Hündin, die sobald sie im Auto fahren sollte, anfing zu würgen und zu kötzeln, weil sie total unter Stress stand, mit einer Halben, später einer
      Viertel Traubenzuckertablette ca. eine Viertelstunde vor Fahrtantritt das Fahren so erleichtert, dass sie heute entspannt in jedes Auto steigt und sofort schläft, wenn der Wagen rollt. Inzwischen braucht sie den Traubenzucker längst nicht mehr.

  2. Danke! liebe Katharina, dass sie immer wieder so undogmatisch ihr Wissen mit uns teilen. Meine Hunde und ich haben sehr davon profitiert. Ich hoffe, Sie haben sich schon gut im neuen Heim eingelebt. Grüße aus Bad Zwischenahn Petra&Platon&Ninja

  3. Ich habe einen Pudel mit multiblen futtermittelallergien..als wir am Anfang auf pferd umgestellt haben sollten wir gekochte Kartoffeln dazu füttern..er hatte davon massive blähungen, die seit wir ohne kh füttern, weg sind. Jetzt bin ich etwas besorgt, dass ich meinem Hund damit geschadet habe..aber mit kh/Kartoffeln war es nicht auszuhalten

    • Teste mal Süßkartoffel! Mein Pudel hat das gleiche Problem. Sie bekommt nun Rind oder Huhn mit Süßkartoffel. (50/50)
      Wie sieht es mit Reis aus?

  4. „Laut einer anderen Studie sind auch Hunde, die nüchtern zum Tierarzt müssen, deutlich gestresster als wenn sie vorher gefüttert wurden. Wenn ausreichend Energieversorger (also Kohlenhydrate) gefüttert wurden, hat der Hund nachweislich weniger Stress.“ Klingt interessant. Ich würde dazu gern die Original-Publikation lesen. Weißt du, wo und von wem das veröffentlicht wurde?

    Achso, Frau Dr. Miller heißt übrigens Holly mit Vornamen 😉

  5. Hallo, vielen Dank für den Artikel und auch die Kommentare! Es wäre sehr schön, entweder den Link zu den Studien oder der genaue Titel und die Autoren zu bekommen.
    Herzlichen Dank,
    Grüße
    Asti + Bobby

      • chihuahualover

        Hm, in der verlinkten Studie steht doch aber etwas ganz anderes.

        Nicht die “hochwertige” komplexe Kohlenhydrate werden dort als Grund für die länger andauernde Beschäftigung mit dem Intelligenzspielzeug vermutet, sondern nur der Geschmack von Glucose und Fructose, der sich potentiell auf den für die exekutiven Funktionen/Motivation/mentale Ausdauer relevanten Dopaminhaushalt auswirkt.

        Die Vermutung wird mit einem Experiment an Ratten begründet, bei denen durch Zuckerkonsum eine erhöhte Dopaminausschüttung beobachtet wurde.

        Weiterhin wird sogar konkret erwähnt, dass es sich nicht um einen Effekt handeln kann, den Kohlenhydrate im weiteren Verdauungsprozess liefern. Der Blutzuckerspiegel scheint irrelevant zu sein und innerhalb der Versuchszeit hat die Glukose keinen direkten Einfluss auf den Energiehaushalt des Gehirns.

        Deswegen wird zusätzlich gewarnt, die Ergebnisse dieses Versuchs auf die Praxis zu übertragen, da den Autoren zufolge die Verabreichung zuckerhaltiger Getränke potentiell degenerativen Hirnschäden und verschlechterte Exekutivfunktionen verursacht.

        “For dogs, the present research has implications regarding alter-native means of replenishment. It is not wise to administer sugarybeverages to dogs for the purposes of increasing persistence on aregular basis, as the chronic consumption of sugars has been linkedto long-term neurodegeneration and decreased executive function”

        Vielversprechender halten sie den Ansatz beim Hund, statt mit Zucker/Fructose, den Effekt mit Fetten zu erzeugen. Sie sehen Fett eher als geeigneten Kandidaten als Kohlenhydrate

        “Thus, it would be use-ful if the results obtained here motivated research on the effects of other nutrients (that similarly activate the vagus nerve) on replen-ishment. One promising candidate would be a lipid, rather than a carbohydrate. ”

        Insgesamt hat also diese Studie überhaupt nichts mit dem Füttern von Kohlenhydraten zu tun.

        • Katharina

          Ich glaube, Sie haben ein paar mißverständliche Rückschlüsse gezogen. Diese Studie ist eine von sechs oder sieben Studien, die Holly C. Miller zu diesem Thema durchgeführt hat, und auf die ich mich in meinem Artikel berufen habe (die anderen hbe ich unten angeben, sie sind allerdings kostenpfichtig). Und selbstverständlich wurde sie, wie ich auch beschrieben habe, mit Hunden durchgeführt. Was den Hinweis auf das Insulin betrifft, haben Sie da etwas mißverstanden: Bei Hunden das Wiederherstellen von Selbstkontrolle Insulin-unabhängig ist (anders als beim Menschen), kann also NICHT durch ein Plazebo oder ein Diät-Getränk wiederhergestellt werden. Beim Menschen ist dies durchaus möglich, er kann seine Selbstbeherrschung mit einem Glas Diät-Cola wieder “auftanken”. Es wird in der Tat davor gewarnt, Hunden zuckerhaltige Getränke – also Limonaden oder Sportgetränke wie Gatorade – anzubieten, weil einfache Zuckerarten möglicherweise Hirnschäden auslösen können, und in solchen Fällen eher auf aminosäurenhaltige Nahrungsmittel zurückzugreifen. Insgesamt geht es aber in der Studie (und den anderen zu dem Thema) um die Tasache, das Glukose (also Kohlenhydrate) die Selbstkontrolle/Selbstbeherrschung/Impulskontrolle wieder “auffüllt”.

          Noch einmal die Zusammenfassung:
          “Highlights

          • Self-regulation can be depleting and reduce subsequent persistence.
          • The taste and consumption of glucose replenishes this depletion.
          • We investigated whether insulin secretion is the mechanism.
          • Depleted dogs were administered glucose, fructose, or a placebo.
          • Only the carbohydrates were replenishing, suggesting that insulin is not the mechanism.

          Abstract
          It has been hypothesized that self-control is constrained by a limited energy resource that can be depleted through exertion. Once depleted, this resource can be replenished by the consumption or even the taste of glucose. For example, the need to inhibit reduces subsequent persistence at problem solving by humans and dogs, an effect that is not observed when a glucose drink (but not a placebo) is administered following initial inhibition. The mechanism for replenishment by glucose is currently unknown. Energy transfer is not necessary, although insulin secretion may be involved. This possibility was investigated in the current study by having dogs exert self-control (sit–stay) and subsequently giving them (1) glucose that causes the release of insulin, (2) fructose that does not result in the release of insulin nor does it affect glucose levels (but it is a carbohydrate), or (3) a calorie-free drink. Persistence measures indicated that both glucose and fructose replenished canine persistence, whereas the calorie-free drink did not. These results indicate that insulin release is probably not necessary for the replenishment that is presumed to be responsible for the increase in persistence. This article is part of a Special Issue entitled: Canine Behavior.”

          Hierzu gibt es noch weitere Studien:
          http://pss.sagepub.com/content/23/10/1137
          http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4340790/
          http://pss.sagepub.com/content/23/10/1137
          Miller HC, Pattison KF, Laude JR, Zentall TR. Self-regulatory depletion in dogs: insulin release is not necessary for the replenishment of persistence. Behavioural Processes 2015
          Miller HC, Bourrasseau C, Blampain J. Can you enhance executive control without glucose? The effects of fructose on problem solving. Journal of Psychopharmacology (Oxford, England, 2013)
          Miller HC, Bender C. The breakfast effect: dogs (Canis familiaris) search more accurately when they are less hungry (2012)
          Miller HC, DeWall CN, Pattison K, Molet M, Zentall TR. Too dog tired to avoid danger: self-control depletion in canines increases behavioral approach toward an aggressive threat. Psychonomic Bulletin & Review. 2012
          Miller HC, Pattison KF, DeWall CN, Rayburn-Reeves R, Zentall TR. Self-control without a “self”?: common self-control processes in humans and dogs. Psychological Science. (2010)
          Holden JM, Meyers-Manor JE, Overmier JB, Gahtan E, Sweeney W, Miller H. Lipopolysaccharide-induced immune activation impairs attention but has little effect on short-term working memory. Behavioural Brain Research. 2008

  6. Nicole Skiba

    Hallo zusammen,
    ich hab da mal eine Frage – meine Hündin hat die Gesäugeleiste w/Tumor entfernt bekommen – mir wurde gesagt das ich bei Krebs keine Kohlenhydrate füttern soll.
    Nun bin ich etwas verwirrt…
    Kann mir da jemand helfen?
    Lieben Dank und vielen Grüße!

    • Katharina

      Liebe Nicole,
      bei Krebserkrankungen ist eine kohlenhydratarme Ernährung zu empfehlen, das heißt aber nicht, dass der Hund gar keine Kohlenhydrate mehr bekommen darf. Tumorzellen nutzen überwiegend Stärke und weit weniger Eiweiß und Fett, weshalb Rationen für Tumorpatienten möglichst viel Eiweiß und Omega 3-Fettsäuren enthalten sollten, und wenige Kohlenhydrate. Vor allem halbfeuchte Futtermittel – also z.B. bestimmte Kaustangen mit weicher Konsistenz – sollte man meiden, weil sie häufig mit Zucker haltbar gemacht wurden. Für Krebspatienten sind fleischreiche Rationen mit hochwertigen Fischölen ideal. Herzlich, Katharina

      • Nicole Skiba

        Vielen Dank für die schnelle Antwort liebe Katharina! Meine Hunde werden gebarft – deshalb habe ich auf die Zusammensetzung des Futters Gott sei Dank Einfluss! Also meinst du das 2-3 x die Woche Dinkelnudeln, Haferflocken etc. ok wären?
        Nochmals ganz lieben
        Dank

        • Katharina

          Liebe Nicole,
          bei den Hunden, die KEINEN Tumor haben,würde ich eher täglich Kohlenhydrate füttern, und bei der Hündin, die betroffen ist, die Kohlenhydrate auf 15 Prozent reduzieren. Das ist es ja, was die Studie sagen möchte: Hunde brauchen Kohlenhydrate, und das nicht nur 2 – 3 Mal in der Woche. – Die äktesten Hunde, die ich kennen gelernt habe, sind übrigens die von Karin Petra Freiling (die Tellington-Vertretung von Linda Tellington-Jones in Deutschland), die ihre Hunde mit 70% Kohlenhydrate und dem Rest Proteine und Gemüse etc. füttert: Ein Jack Russel, der 26 wurde, und ihr Sheltie Schampus, der im vergangenen Jahr mit 16 (oder 19?) noch in Dortmund die Veteranenklasse GEWANN, bevor er an Silvester friedlich einschlief. Sehr herzlich, Katharina

          • Nicole Skiba

            Nochmals ganz ganz <3-lichen Dank und liebe Grüße!
            Sie sind ein Schatz – und Ihre Seite ist einfach nur klasse und sehr informativ! DANKE!

  7. Guten Abend,

    und lieben Dank für diesen super interessanten Beitrag!
    Wir haben einen empfindlichen, sensiblen 9 jährigen Border Collie Mischling,
    dem ich schon immer aus dem Bauch heraus etwas mehr Kohlenhydrate gefüttert habe,
    da seine Verdauung dann besser ist!!
    Mit dem Barfen hat es leider nicht geklappt, er hatte oft Durchfall.
    Ich versuche möglichst hochwertiges Nass- und Trockenfutter zu füttern,
    nicht immer einfach, aber er ist fit und es bekommt ihm gut!

    Liebe Grüße in das schöne Bayern, wo die Menschen wirklich sehr herzlich sind!!

    Kira (ursprünglich Nordlicht ;-))

  8. Liebe Katharina,

    vielen lieben Dank für diesen interessanten Artikel. Wir haben eine ziemlich ängstliche, nervöse Labbidame für die das Wort Impulskontrolle ein absolutes Fremdwort ist 🙁 Sie bekommt ein gutes Trockenfutter mit einer Kohlenhydrath-/ und einer Eiweissquelle. Gerne würde ich testen, ob es mit mehr Glycose tatsächlich besser wird. Was kann ich da nehmen und wie und in welcher Menge wird es verabreicht?

    Danke und liebe Grüße, Ilona

    • Katharina

      Liebe Ilona,
      ich würde mal versuchen, Ihrer Hündin morgens einen Haferbrei zu kochen – 1 Tasse Haferflocken auf 2 Tassen Wasser mit einer Prise Salz. Als Labrador müsste sie ja ein Allesfresser sein :), wenn sie den Brei nicht mag (1 Suppenkelle voll zum Frühstück), dann zwei TL Sahne hineinrühren. Entsprechend etwas weniger Trockenfutter später. Natürlich sind Kohlenhydrate nicht die Antwort auf Schüchternheit (angeboren), können aber unterstützen – ich würde den Brei mal drei Wochen lang geben und schauen, ob sich etwas verändert. Wir haben damit große Erfolge erzielt. – Herzliche Grüße, Katharina

      • Vielen Dank für die superschnelle Antwort!

        uiuiui, Allesfresser schon aber als Labbi eben auch zum Übergewicht neigend ….. mhhhhh, ich werde es trotzdem mal testen und sehen wie ich das Trofu dann am besten dosiere. Alternativ habe ich zwischenzeitlich auch das Rezept von den Knusperbällchen gefunden. Das wäre doch auch was, oder?

  9. Ein schön geschriebener Artikel, allerdings hinkt er gewaltig und lässt mir als Wissenschaftlerin (Biologin) die Haare zu Berge stehen.

    Natürlich stimmt es, dass Hunde mittlerweile in der Lage sind, Getreide aufzuspalten, allerdings darf man darüber nicht vergessen, dass unsere heutigen überzüchteten Getreidesorten auch für die Gesundheit des Menschen mittlerweile in Frage gestellt werden.

    Zudem wird von Kohlenhydraten gesprochen. in diesem Falle werden Fructose und Glucose angepriesen, dies sind allerdings einfache Monosaccharide. Wie beim Menschen ist Traubenzucker ein schneller aber kurzweiliger Energiekick für den Körper, es kann schnell aufgenommen werden, wird aber genauso schnell verbrannt und ist nicht nachhaltig für den Körper.

    Ebenfalls zu den Kohlenhydraten gehören Stärke und Zellulose. Diese gehören zu den Polysacchariden, also Vielfachzucker. Dafür braucht der Körper länger um sie aufzuspalten, jedoch haben sie so auf den Energiehaushalt des Körpers einen sehr viel nachhaltigeren Effekt, beispielsweise über den Tagesverlauf betrachtet. Damit der Hund aber Stärke und Zellulose verdauen kann, sollte es vorverdaut oder aber sehr stark verkleinert sein, wie es ja in den Mägen ihrer “Beutetiere” vorliegt.

    Ich finde es schade, wie hier eine rein subjektive Meinung als die Wahrheit verkauft wird, nur weil ein paar wissenschaftliche Quellen genannt werden, die aber absolut rein subjektiv ausgelegt werden (können).

    Bitte alles Gelesene immer in Frage stellen und auf die tatsächlichen Fakten überprüfen.

    • Katharina

      Liebe Maja, wenn Sie die Studien aufmerksam gelesen haben, werden Sie feststellen, dass es sich hier keineswegs um (m) eine subjektive Meinung handelt: Er beruht auf so vielen verschiedenen Studien von verschiedenen Wissenschaftlern, dass man sich ruhig darauf einigen kann, dass Kohlenhydrate unde nervlich unterstüzten. “Angespriesen” werden Fructose und Glucose keineswegs, es waren die Kohlenhydratquellen, die in einigen der Studien verwendet wurden – wobei auch in der Studie (die Sie ja sicherlich gelesen haben) davor gewarnt, diese beiden Kohlenhydratquellen für Hunde zu verwenden. Es gibt eine weitere Studie, die ich ebenfalls genannt habe, in der Holly C. Miller den “Breakfast-Effect” beschreibt, in dem festgestellt wurde, dass Hunde, die Frühstück bekommen hatten, sich deutlich besser konzentrieren konnten und höhere Leistungen brachten als Hunde, die nüchtern waren.
      Wenn Sie als Wissenschaftlerin sich mit dem Thema tiefer beschäftigt haben, wissen Sie auch, dass Hunde den Magen des jeweiligen “Beutetieres” (was immer das sein mag, denn der Hund lebt seit über 40 000 Jahren eher von Abfall als von Erjagtem – sogar ausgesetzte Galgos in Spanien, die die körperliche veranlagung dazu haben, ziehen es vor, sich auf Müllhalden zu ernähren, als Kaninchen zu jagen) nicht als erstes frisst – und das, was an verwertbaren Getreide im Magen einer Maus zu finden ist, hilft keinem Hundehirn auf die Sprünge.

      Dass unsere “heutigen überzüchteten Getreidesorten auch für die Gesundheit des Menschen mittlerweile infrage gestellt werden”, ist so pauschal auch schlicht nicht richtig, und abgesehen davon eine andere Diskussion (was Sie aus Ihrer wissenschaftlichen Arbeit auch wissen müssten). Es gibt im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung nur sehr wenige Menschen, die tatsächlich mit Getreide/Gluten etc. Probleme haben – außerdem wird ja niemand daran gehindert, seinem Hund/Kind/sich selbst mit Bio-Pseudo-Getreiden zu versirgen.

      Ich finde es schade, dass Sie (als Wissenschaftlerin) sich nicht die Mühe gemacht haben, die angegebenen Studien nicht sorgfältig gelesen haben, und mir dennoch einfach unterstellen, nicht gründlich zu recherchieren.

      Bitte immer erst gründlich nachlesen und die Fakten prüfen, bevor man harsche Kritik an der Arbeit eines anderen leistet.

      • Ich möchte keines Wegs ihre Recherche in Frage stellen, jedoch finde ich es nicht gut, dass Sie eben diese Studien teilweise einseitig darstellen. Denn auch ein wissenschaftlicher Artikel enthält oftmals in der Diskussion die Anmerkung über Fehlerquellen und dass die Ergebnisse einer kleinen, eingeschränkten Studie noch lange keine Rückschlüsse auf die Gesamtheit aller anderen betreffenden Individuen zulassen.
        Sie hätten, wie sie mir eben auch geschrieben haben, beispielsweise erwähnen sollen, dass in der Studien selbst auch davon abgeraten wurde, Hunde mit Fructose und Glucose tatsächlich zu ernähren. Manchen unerfahreren Hundebesitzern mag das nach ihrem Artikel womöglich nicht ganz deutlich gewesen sein.
        Ich möchte lediglich darauf hinweisen, wie Sie selbst im letzten Absatz ihres Artikels schreiben, darauf hinweisen, dass man eben die Wissenschaft als Ganzes betrachten sollte, und ja eben auch auf ein weites Feld ausbreiten muss, um möglichst viele Einflüsse und Auswirkungen mit einbeziehen zu können.

  10. Was ich noch anfügen möchte:

    Bitte seien Sie kritisch bei Verhaltensexperimenten! In der Wissenschaft sind sie (selbst unter strikten Laborbedingungen) sehr vielen Fehlerquellen und Einflüssen unterworfen und ihre Ergebnisse werden daher unter Wissenschaftler auch nur eingeschränkt übernommen. Verhaltensexperimente sind wohl die unsicherste “Messmethode”, denn bei diesen Tierversuchen beeinflussen sehr viele Faktoren das beobachtbare Verhalten, welches meist in der selben Publikation noch sehr stark diskutiert werden. Welche Einflüssen hatten Rasse, Alter, Geschlecht, individuelle Erziehung und Konditionierung durch vorherige Erfahrungen und individuelle Vorlieben der Hunde auf ihr Verhalten? Und darüber hinaus ist bei einer Anzahl von gerade mal 12 Test-Hunden noch lange keine sichere Aussage möglich, da hier sie Signifikanzwerte viel zu gering sind.

    • Katharina

      Noch einmal: Ich habe mich keineswegs auf diese eine Studie bezogen, sondern auch auf die anderen Studien, die ich aufgeführt habe – sowohl im Text, als darunter. Diese eine Studie hat zusammengefasst, was andere Studien davor schon angedeutet hatten. Die Hunde waren, wie in der Studie genu beschrieben, alle unter gleichen Voraussetzunegen trainiert worden und gleich alt. Ich habe die Studie(n) auch nicht einseitig dargestellt, sondern das Thema der Kohlenhydrate als Nervennahrung herausgestellt bzw. zusammengefasst, auch wenn die Studien noch weitere Aspekte behandelten (wer sich für die weiteren Aspekte interessiert, kann ja die ganzen Studien lesen). Wenn man über ein neues Gesetz schreib, fasst man dieses auch zusammen, und berichtet nicht auch noch über sämtliche Querverweise und Korrelierungen, die sich zwangsläufig mit anderen Gesetzen ergeben. – Ich stimme Ihnen zu, dass man bei “Verhaltensexperimentenkritisch “sein sollte. Grundsätzlich sollten alle Studien, ganz egal, ob es um Verhalten oder andere Aspekte geht, kritisch gelesen werden – und das habe ich getan. Wenn es um Verhalten geht, kann dieses nun mal nur in Studien, die Verhaltensparameter nutzen, erfolgen. Und bei allen möglichen Störfaktoren haben wir damit in den letzten Jahren schon sehr viel Neues über Hunde gelernt – auch bei “kleinen” Studien.

      • chihuahualover

        Maja hat leider Recht.

        Der Artikel ist extrem schlecht recherchiert, leider :(. Hier werden aufeinander aufbauende Studien durcheinandergewürfelt (auf die Studien kann man übrigens alle mittels Universitätsaccount zugreifen..kostenlos…) und Schlussfolgerungen gezogen, die definitiv so nicht in den Arbeiten erwähnt werden.

        Auf das nicht ernst zu nehmende Signifikanzniveau wird auch nicht eingegangen.

        Warum wird im Artikel nicht erwähnt, dass in einer der Miller Studien die Gabe von Glukose überhaupt keinen Effekt hatte? Weil es nicht in den Artikel passt?

        • Katharina

          Maja hat keineswegs recht, we man ja auch an ihren Antworten erkennen konnte. Die Studien wurden keineswegs “durcheinander gewürfelt”. Und wie ich bereits Ihrem letzten Einwand widersprechen musste, haben im Gegenteil Sie die falschen Schlüsse gezogen aus der genannten Studie – was möglicherweise mit einem sprachlichen Problem zu tun hat. Ich habe Ihnen die Zusammenfassung ja erneut geschrieben – aber die haben Sie nun ignoriert – weil Sie auf Ihr Mißverständnis nicht einfehen wollten? Auch Maja hat, wie aus ihren Kommentaren deutlich zu erkennen, die Studien bis zu ihrer Kritik nicht einmal gelesen.
          Sie müssen meineswegs mit dem Artikel zufrieden sein, Sie können auch den Inhalt ablehnen; das ist mir alles Recht. Wenn Sie mir allerdings “extrem schlechte Recherche” vorwerfen, nachdem ich monatelang an dem Thema gearbeitet habe und mit verschiedenen Fachtierärzten UND Holly Miller selbst gesprochen habe, werde ich sehr empfindlich, weil Sie mich in meiner Berufsehre angreifen. Wie bereits gesagt, müssen auch kleine Studien mit “niedrigem Signifikanz-Niveau” berücksichtigt werden, denn diese letzte Studie von Dr. Miller baut ja auf ihren vorherigen auf – und übrigens auch auf vorhergegangenen anderer Wissenschaftler, die ich auch im Text genannt habe.

          Wenn es darum geht, mich als miserablen Journalisten zu entlarven und mir Meinungsmache vorzuwerfen, seien Sie so bitte freundlich und arbeiten Sie heraus, an welchen Stellen ich “extrem schlecht recherchiert” oder “Studien durcheinandergewürfelt” habe. Behauptungen aufstellen kann jeder. Ich habe mir wenigstens die Mühe gemacht, meine Quellen zu benennen. Sie dagegen liefern nicht ein einziges Beispiel – bzw. ist das einzige Beispiel, das Sie genannt haben, falsch, wie wir ja bereits geklärt haben.

          • chihuahualover

            Welches “einzige Beispiel” war jetzt genau falsch?

            Und ich finde es durchaus verwunderlich, dass man nach Mailkontakt und dem Durcharbeiten sämtlicher Veröffentlichungen einer Wissenschaftlerin deren Namen zunächst falsch schreibt und von den Lesern korrigiert werden muss.

            Nun zu einer der von Ihnen verlinkten Studie

            “In four experiments, we found that (a) exerting self-control did not increase carbohydrate metabolization, as assessed with highly precise measurements of blood glucose levels under carefully standardized conditions; (b) rinsing one’s mouth with, but not ingesting, carbohydrate solutions immediately bolstered self-control; and (c) carbohydrate rinsing did not increase blood glucose. These findings challenge metabolic explanations for the role of carbohydrates in self-control depletion; we therefore propose an alternative motivational model for these and other previously observed effects of carbohydrates on self-control.”

            http://pss.sagepub.com/content/23/10/1137

            Das stützt in keinster Weise die Verfüttungerung von (am besten noch komplexen) Kohlenhydraten zur Verbesserung der Impulskontrolle. Genau das Fazit trifft Holly Miller ja auch…

          • Katharina

            Es hilft natürlich sehr, wenn man beim Lesen solcher Studien gut Englisch spricht.
            Die Übersetzung des von Ihnen genannten Textes lautet wie folgt:
            “In vier Experimenten stellten wir fest, dass a) angewandte Selbst-Beherrschung die Verstoffwechslung von Kohlenhydraten nicht erhöhte, wie wir mithilfe präziser Messwerte der Glucose-Werte im Blut unter immergleichen Bedingungen feststellten, b) das Spülen (des Mundes, Anm. KvdL), nicht erst die Einnahme von Kohlenhydrat-Lösungen, verstärkte sofort die Selbstbeherrschung; und c) das Spülen mit Kohlenhydraten nicht den Insulin-Wert erhöhte. Diese Ergebnisse stellen bisherige Erklärungen der Rolle des Stoffwechsels bezüglich des Abbaus von Selbstbeherrschung infrage; dementsprechend möchten wir eine alternatives Motivations-Modell vorstellen, was diese und zuvor beobachtete Effekte von Kohlenhydraten auf die Selbstbeherrschung betrifft.”

            – Wenn Sie bitte noch einmal gründlich lesen wollen, worauf Dr. Miller sich bezieht: Nämlich auf bisherige Studien, bei denen davon ausgegangen wurde, dass ein erhöhter Insulin-Spiegel bereits ausreichen würde, um Selbstbeherrschung wieder herstellen zu können (beim Menschen trifft dies auch zu, weshalb auch Diät-Getränke bereits Selbstbeherrschung unterstützen kann). Dr. Miller (deren Namen ich in der Tat falsch geschrieben habe, weil ich sehr schnell geschrieben habe, und ich Sie auch nicht mit Holly o.ä. angesprochen habe, sondern mit ‘Dr. Miller’) hat in dieser Studie festgestellt, dass bei Hunden Selbstbeherrschung Insulin-unabhängig ist, sondern ausschließlich mithile “richtiger” Kohlenhydrate motiviert werden kann – und zwar schon über die Speicheldrüse. Es geht in dieser Studie um INSULIN (das ist auch der Titel der Studie, wenn Sie noch einmal hinschauen wollen), denn bisher ging man davon aus, dass Selbstbeherrschung vom Insulinlevel abhängig ist. Die Studie von Dr. Miller stellt also die bisherigen Erkenntnisse infrage: Dasss der “Abbau” (wenn man es so nennen will) von Selbstbeherrschung den Kohlenhydrat-Stoffwechsel aktiviert.

            Man muss Studien auch richtig lesen können. Und nein, Holly Miller trifft dieses Fazit eben nicht. Bitte lesen Sie doch auch die Studie über den “Breakfast-Effect”.

  11. Klasse Artikel ! Grundsätzlich unterschreibe ich.
    Was aber mache ich mit einem TS-Hund, der Giardien mitbringt ? Bitte GRUNDSÄTZLICH keine !!! Kohlehydrate in der Nahrung. ……………. Und Jetzt ???
    Ohne Kohlehydrate, hat sie keinen Durchfall mehr (stabil seit 4 Jahren), ihr “Stresslevel” lässt zu wünschen übrig. ………….. und ????

    Dieser Artikel stürzt mich – mal wieder – in Grundsatzüberlegungen.
    Grüsse Marion

    • Katharina

      Liebe Marion,
      alle Tierhscutz-Hunde, die ich je hatte, hatten auch Giardien. Auch einige andere Hunde von – naja, sagen wir mal: nicht so tollen Züchtern. und wenn die Giardien erfolgreich behandelt waren, dann bekamen die Hunde auch wiederKohlenhydrate von mir. Nano hatte sehr mit Giardien zu tun, als ich ihn bekam – und war ja gleichzeitig so schwer untergewichtig, dass es völlig unmöglich war, ihm keine Kohlenhydrate zu geben; er hätte ja nie zugenommen. Die Giardien sind trotzdem weg. Wenn der Hund seit vier Jahren keine Giardien mehr hatte, würde ich es todesmutig wagen, ihm auch wieder Kohlenhydrate zu füttern.

  12. Tinchen

    Danke für diesen Artikel.

    Jetzt weiß ich, warum unsere Hunde zuhause alle immer so coole liebe Socken waren und allesamt so alt wurden. Übriggebliebene Reste, wie Kartoffeln, Reis, Nudeln kamen immer mit unters Futter. Die Hunde liebten es und wurden allesamt gesund alt, und sogar der, der regelmäßig rohe Kartoffeln aus dem Keller stibitzt und genüßlich dran geknabbert hat.

    Werde unserem auch ab sofort Kohlenhydrate unter’s Futter mischen. Es ist älter aus dem Tierheim als nervliches Wrack mit zwei Zwangsstörungen und extremer Umweltunsicherheit außerhalb des Hauses zu uns gekommen. Der liebe Schatz hat sich schon so gemacht, obwohl viele gesagt haben, mit dem werdet ihr mit vielem nur im Managementbereich bleiben.

    Vielleicht kommen wir dann ja doch in einigen Bereichen auch noch aus dem Management raus. Es wäre ihm so zu wünschen.

  13. Wissenschaft hin oder her. Komplexe Kohlehydrate sind ein wichtiger Bestandteil in der Nahrung von Hunden und Menschen. Viele Menschen verspüren eine deutliche Leistungssteigerung nach dem Konsum von Kohlehydraten. Nicht wenige haben depressive Verstimmungen bei einer Low Carb Diät…
    Da der Hund seit Jahrtausenden mit uns zusammenlebt und Fleisch ein wertvolles Nahrungsmittel war, kam er ganz sicher nur sehr selten in dessen Genuss. Mein Menschenverstand sagt mir – ganz unabhängig von der Wissenschaft – dass die Abfälle, von denen sich Hunde vorwiegend ernähren mussten, daher zu einem großen Teil aus Kohlehydrate bestanden.
    Was ich aber eigentlich mitteilen möchte, ist, dass ich mich über das Thema „Impulskontrolle“ freue. Vielen Dank erstmal dafür! Auch ich bin der Meinung, dass wir diese bei unseren Hunden – häufig umweltbedingt – sehr überstrapazieren (müssen). Da ich ebenfalls glaube, dass sich Impulskontrolle erschöpft, ist es mir wichtig, darüber nachzudenken, wo wir sie unseren Hunden wirklich abverlangen müssen. Ich beobachte sehr oft, dass Hundebesitzer ihre Hunde vor Aufgaben stellen, die der Hund in dieser Situation nur schlecht erfüllen kann und es vor allem nicht unbedingt nötig wäre. Leider wird dies auch in Hundeschule häufig so gelehrt. Z.B. wird von Welpen und Junghunden ein Platz und Bleib abverlangt. Aus meiner Sicht völlig unnötig. Die Konzentrationsfähigkeit auf Hundeplätzen bei jungen Hunden ist stark reduziert. Eine Wucht von Reizen strömt auf sie ein, die verarbeitet werden müssen. Die Folgen eines solchen Vorgehens könnten sein, dass der H.besitzer seine Kommandos verbraucht, sauer wird, die Beziehung zum Hund schlechter wird – Kommunikationsprobleme und Missverständnisse zwischen Hund und Mensch sind dann häufig die Folge. Wenn ich mich z.B. mit einem anderen Hundebesitzer unterhalte, erlebe ich oft Kämpfe mit dem Hund, dass er, solange das Gespräch dauert, im Platz bleiben muss. In so einer Situation habe ich mich beispielsweise einfach auf die Leine gestellt. Ob meine Hündin dann stehen oder liegen wollte habe ich ihr überlassen. Davon gibt es viele Beispiele, wo wir es uns und dem Hund leichter machen können.
    Auch schaue ich, dass ich die Erziehung und vor allem die Beziehung zum Hund so gestalte, dass ich nicht ständig Abbruchssignale geben muss. Dadurch wird so vieles besser. Dem Hund werden mehr Erfolgserlebnisse ermöglicht, man selbst ist begeistert, Stimmung gut. Alles gut. Hört sich vielleicht etwas platt an. Aber ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Und meine Hündin hat heute eine weitaus bessere Impulskontrolle, als so mancher Hund, der vom Welpenalter auf Selbstbeherrschung gedrillt wurde. Nach dem Motto, dass der Hund das schließlich lernen muss. Stimmt. Tut er auch. Zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort mit der richtigen Unterstützung. Dann klappt es am besten.
    Also Impulskontrolle ist eine Fähigkeit, die der Hund im Laufe der Zeit lernen muss, die hat er nicht einfach so und von Anfang an. Wir sollten uns immer gut überlegen, was wir wann und in welcher Situation vom Hund verlangen. Und wenn Kohlehydrate den Hund in seiner Impulskontrolle noch zusätzlich unterstützen. Umso besser.

  14. chihuahualover

    Ja genau, man muss die Inhalte der Studien lesen…

    während nämlich in “The breakfast effect: Dogs (Canis familiaris) search more accurately when they are less hungry” noch ein Zusammenhang zwischen dem Maß an Selbstkontrolle und dem Glucosespiegel im Blut vermutet wird (wodurch es einen messbaren Zusammenhang mit dem Insulinspiegel geben würde), wird das in der letzten Studie in Frage gestellt.

    Jetzt kommt das Beste…in der Breakfast Studie wurde für die Hunde folgendes Futter verwendet: “Evo® turkey and chicken formula dog food served
    as the breakfast meal. The meal size for each dog was half of the
    total amount of energy it would need to maintain its resting energy
    requirements”

    Die Hunde der Breakfast Studie haben also Evo Turkey and Chicken als Frühstück bekommen. Sieht man sich die Zusammensetzung dieses Futters an http://www.evopet.com/products/1571 , sieht man, dass in diesem Futter absolut kein Getreide, keine Kartoffeln etc. enthalten sind. Es handelt sich also um ein Futter, dass sehr kohlenhydratarm ist und in keinster Weise die von Ihnen empfohlenen hochwertigen/komplexen Kohlenhydrate enthält. Es wird sogar beworben mit “GRAIN FREE & POTATO FREE to maximize protein concentration while limiting carbohydrates” (Getreide und Kartoffelfrei, um einen maximalen Proteingehalt unter gleichzeitiger Reduktion von Kohlenhydraten zu erhalten)…

    Der in der Studie beobachtete Effekt hat also nichts mit den im Artikel getroffenen Empfehlungen zu tun.

    • Katharina

      Das genaue Lesen scheint wirklich nicht Ihre Stärke zu sein. Das Futter enthält Tapioka (Stärke!), Äpfel, Karotten und Tomaten – alles Kohlenhydrate…
      Und was hat das mit Ihrem Vorwurf zu meiner “schlechten Recherche” zu tun, wenn ich Ihnen doch aufgezeigt habe, dass Sie schlicht falsch übersetzt haben?
      Ich glaube, wir brechen diese seltsame Diskussion hier ab. Ich habe keine Zeit, um Ihnen permanent Ihre unfreundlich formulierten Denkfehler aufzuzeigen.

      • chihuahualover

        “Die Studie zeigt auch, dass Hunde, die kohlenhydratarm oder ganz ohne Kohlenhydrate ernährt werden (beispielsweise durch eine reine Fleisch- und Gemüsefütterung) schneller gestresst, erschöpft und frustriert sind. ”

        Hm, Fleisch und Gemüse ist erst laut ihrem Text nicht empfehlenswert, dann aber plötzlich doch? ” Das Futter enthält Tapioka (Stärke!), Äpfel, Karotten und Tomaten – alles Kohlenhydrate…”

        (btw., das Futter enthält einen Kohlenhydratanteil von ca. 16 Prozent und ist damit wie vom Hersteller angegeben vergleichsweise kohlenhydratarm)

        • chihuahualover

          Achso, und ich würde gerne mit Zitaten die Stelle sehen, die falsch übesetzt wurde

          • Katharina

            Ich habe Sie Ihnen bereits übersetzt, den ganzen Absatz zu der Synopsis, die Sie vollkommen mißverstanden haben aus einem offensichtlichen sprachlichen Mißverständnis heraus. Was ist eigentlich mit Ihnen los?

        • Katharina

          Die Hunde sind aber eine halbe Stunde vor dem Versuch gefüttert worden, die Kohlenhydrate sind also noch vollständig verfügbar gewesen. Wie geagt: Sie sprechen ganz offensichtlich nicht gut genug Englisch, um die Studien auseinanderzuklamüsern. Ich habe mir die Mühe gemacht, meinen Lesern die ergennisse dieser Studien zu übersetzen und zu erklären. Wenn Se unbedingt Felher herauslesen wollen, ist das Ihre Sache. Bisher habe ich jedes einzelne Argument, das Sie gegen meinen Text hervorgebracht haben, aushebeln können. Mehr Zeit habe ich nicht für Sie.

        • Katharina

          Natürlich sind Fleisch und Gemüse notwendig für eine ausgewogene Ernährung – ich habe NIE behauptet, dass das nicht so wäre. Ich stelle lediglich fest, dass eine kohlenhydratarme Ernährung laut verschiedener Studien ungesund ist. Wie u.a. auch Dr. Zurr feststellt, die mit täglich mit verhaltensproblematischen Hunden in ihrer Praxis zu tun hat. Sie müssen meinen und alle anderen Texte schon genau lesen, bevor Sie auf andere Leute losgehen.

  15. Hallo, was wird geraten, wenn man einen hund hat, der eine hochgradige Getreideallergie und Arthrose hat. In beiden Fällen sind Getreide und versteckte Getreidearten (Reis und Mais) absolut tabu.

  16. Liebe Katharina,

    ich habe mit großem Interesse Ihre Artikel zur Hundeernährung gelesen. Meine 6 Monate alte Hündin habe ich bisher mit Barf ohne Getreide ernährt (außer den Haferleckerlis). Da sie momentan, u.a. durch den Hormonschub, teils nervöser als vorher ist und ich ihre Erklärungen zu den Studien sehr einleuchtend fand, versuche ich es seit drei Tagen mit einer neuen Futterweise. Sie bekommt am Morgen ihren Flockenbrei mit Gemüse, Öl u Nahrungsergänzungen und am Nachmittag Fleisch/Knochen/Innereien. Prozentual aufgeteilt: 55% Pflanzliche (inkl. Getreide) und 45% Tier. Erzeugnisse. D.h. sie bekommt 115g Flocken am Morgen, die ich ihr mit Wasser aufquellen lasse und das Gemüse hinzufüge.
    Leider ist sie bisher überhaupt nicht begeistert davon…. Ich habe schon versucht mehr Kokosöl hinzu zu geben, was nichts geholfen hat. Dann Sahne und eine Prise Salz. Das hat sie gestern dann mit mäßiger Freude gegessen, was aber auch daran liegen kann, dass sie am Tag davor sich selbst quasi auf Diät gesetzt hat. Heute wieder mit Sahne und sie will es nicht. Meine Frage ist nun: Was könnte man noch versuchen? Andere Sorten durchprobieren? (bisher habe ich Hirse-, Hafer-, Quinoa-Flocken versucht) oder gibt es Hunde, die das weniger gut verwerten und deshalb nicht mögen…. hmm, ihre Haferleckerli mag sie allerdings sehr gerne (gebacken).
    Meine zweite Frage ist: Wenn ich die 115g Flocken anschließend mit Wasser aufquellen lasse, ist das eine unglaublich riesige Menge an Futter. ihre Fleischprotionen waren wesentlich kleiner. Und ich frage mich jetzt, ob ich es erst im gequollenen Zustand abwiegen soll? Aber das würde ja die tatsächliche Menge verfälschen…
    Ich hoffe Sie können mir die beiden Fragen beantworten, ich bin momentan etwas ratlos wie ich weiter verfahren soll.

    mit den besten Grüßen aus Wien,

    Lea Hintermaier

    • Hmmm… Ich weiß nicht, um welche Flockensorten es sich handelt. Ich würde wirklich einfach Haferflocken mit zwei Prisen Meersalz aufkochen und die anderen Sachen darunter mischen. Ich denke eher, dass sie eine der Gemüsesorten nicht mag. – Hunde wissen nicht genau, ob sie etwas gut verwerten können oder nicht, daran liegt es nicht, wenn sie es nicht frisst (wenn Sie ihr ein Croissant anbieten würden, würde sie es bestimmt fressen, ganz unabhängig davon , ob das gut ist für Magen und Dsrm 🙂 ). Oder eine der Ölsorten schmeckt nicht – Schwarzkümmel- oder Borretschöl z.B. haben einen sehr intensiven Geruch und werden von vielen Hunden nur sehr ungern genommen. Statt mit Sahne können Sie auch ein bisschen zerlassene Butter versuchen. Außerdem würde ich das Fleisch püriere und unter den Haferbrei mischen – dass sie die Luft anhält und lieber auf die nachmittägliche Reinfleischmahlzeit wartet, kann man ja verstehen, wenn die Gemüseflockenpampe zu gesund schmeckt und riecht. Lassen Sie doch mal alle Ergänzungen weg, mischen Sie das Fleisch unter die Haferflocken, und wenn sie das frisst, würde ich eine Ergänzung nach dem anderen hinzufügen, bis Sie herausfinden, was ihr eigentlich nicht schemckt.

      Ich bin etwas überfordert mit den Gramm-Angaben, weil ich ja nicht weiß, was Ihre Hündin wiegt. Grundsätzlich sagt man, dass man -je nach Aktivitätslevel – dem Hund ca. 2-3% seines Gewichts füttert. Ich würde, wenn der Hund momentan so “hochgefahren” ist, tatsächlich 45% Haferflocken (enthält alle neun Aminosäuren, davon kann der Hund also eine ganze Weile hervorragend leben), 15% Gemüse, 5% Zusätze und nur 35 % Fleisch füttern. Sie wächst ja nicht mehr, also braucht sie nicht so viel Protein, momentan scheint sie mehr Nervennahrung zu brauchen. Als Öle hochwertiges Bio-Sonnenblumenöl und Leinöl; dann haben sie ein ideales Verhältnis von Omega 3- und Omega 6-Fettsäuren. Und so viel Fleisch brauchen Hunde nicht, denn wie an anderer Stelle erwähnt, ist der Hund menschengemacht, wurde über 60 000 JAhre von unserren Essensresten ernährt – und das waren Brot- und Getreidebreireste und meistens nur sehr wenig Fleisch, denn Fleisch war immer extrem wertvoll. Hunde haben noch nie so viel Fleisch bekommenwie heutzutage, und noch nie gab es so viele Hunde mit UNverträglichkeiten, Allergien, Verhaltensauffälligkeiten etc…
      Ich würde es einfach mal ausprobieren. Sie können Ihrem Hund damti auf keinen Fall schaden.

      Sehr herzlich, Katharina v.d. Leyen

  17. Alexandra

    Nach dem Durchlesen aller Kommentare ist in meinem Kopf eine Frage hängen geblieben, die ich gerne geklärt hätte:

    Wir haben seit gut 7 Monaten eine knapp 3 Jahre alte Mischlingshündin aus dem TS, die natürlich mit Giardien und Würmern zu uns kam.

    In den ersten Wochen haben wir den kleinen Hund (7,5 kg) also mit Antibiose und Wurmkuren gequält und die Darmflora komplett zerschossen.

    Nach der letzten Entwurmungstablette bekam sie Durchfälle, die mich jede Nacht im 1 1/2 Stundentakt nach draußen zwangen – über Wochen.

    Wir haben die Darmflora wieder aufgebaut und die Durchfälle verschwanden, wobei sie immer sehr empfindlich blieb und sowohl auf erneute Antibiose (aus anderen Gründen) als auch auf Futterumstellung oder Geflügelfleisch mit erneuten hartnäckigen Durchfällen reagierte.

    Nun ist sie schon eine ganze Weile stabil mit kohlehyratfreier Fütterung (Nassfutter mit 70% Pferd, 25% Wasser und 5% Gemüse) und getrocknetem Pferde -oder Rindfleisch als Belohnung.

    Wir haben nach Abschluß der Antibiose 2x in größeren Abständen sowie jedes mal bei neu aufgetretenem Durchfall auf Giardien testen lassen – jedes mal negativ.

    Nun lese ich weiter oben, dass ein Hund, der einmal Giardienbefall hatte, grundsätzlich keine KH fressen sollte.

    Verstehe ich das richtig, oder kann man nach überstandener Giardiasis auch wieder KH füttern? Ich dachte, wenn die Parasiten eliminiert sind, sei der Hund wieder gesund?

    Unsere Hündin scheint permanente Angst vor dem Verhungern zu haben, und wenn ich etwas Reis unter ihr Futter mische (ca 30% der Futtermenge), ist sie ausgeglichener und scheint länger satt zu sein.

    Ich zögere nun, ihr wieder KH zu füttern, weil sie eben vor einem halben Jahr Giardien hatte.

    Wie ist Ihre Meinung dazu?

    • Katharina

      Liebe Alexandra,
      es ist schwer, ohne KH satt zu werden, außerdem hat Ihre Hündin im letzten halben Jahr sicherlich immer wieder ein ganz echtes irgend geht, in den nächsten zwei Jahren auf jegliche Antibiotika verzichten. Suchen Sie sich einen ganzheitlichen Arzt oder einen richtig guten Heilpraktiker, der mit einem Schulmediziner zusammen arbeitet (leben Sie zufälig in der Nähe von Nürnberg?). Antibiotika ruinieren die Darmflora komplett – und damit wird auch der Rest de Körpers angengriffen. Kochen Sie Ihrer Hündin die Dr. Moro’sche Karottensuppe, die die Damrschleimhaut imitiert, kochen Sie ihr Reis mit Leinsamenschrot. Leinsamen enthält besondere Schleimstoffe, die die Schleimhaut beruhigen. Sofern Ihre Hündin im Laufe ihrer Erkrankung keine allergischen Reaktionen entwickelt hat, können SIe auch andere magere Fleischsorten füttern und auch Kartoffelbrei mit 1 TL Heilmoor (www.sonnenmoor.at).
      Eine kohlenhdratarme Ernährung kann Dysbiosen, also Darmentzündungen auslösen. Die Darmflora freut sich sehr über Stärke.
      Viele viele Hunde haben Giardien, drei meiner Hunde hatten massiven Giardienbefall und fressen heute alles (und ich bin ein großer Befürworter von kohlenhydratreicher Ernährung), inklusive Kuhfladen, Pferdeäpfel und Marderkacke und sind vollkommen gesund. Das wird wieder, und Sie werden alle wieder durchschlafen.

      Herzlich, Katharina v.d. Leyen

      • Vielen lieben Dank für Ihre Antwort.
        Wir hatten gerade die nächste Durchfall – Episode, und ich hatte das Gefühl, sie wurde durch Reis ausgelöst, etwas anderes haben wir bei der Fütterung nicht verändert.
        Ich habe 2 Tage etwas Reis gegeben, dann wurde der Kot sehr weich und schleimig. Habe den Reis wieder weggelassen, und als sich die Situation beruhigt hatte, habe ich einen erneuten Versuch unternommen.
        Es folgten die gefürchteten Durchfälle mit mehreren nächtlichen Outdoor-Einsätzen… Natürlich haben wir wieder auf Parasiten und Giardien getestet – negativ.
        Geflügel, Hüttenkäse und Kartoffeln verträgt sie nicht, und nun offenbar auch keinen Reis mehr.

        Habe aus dem Moro – Rezept einen Karottenbrei gekocht und ihn 50:50 mit ihrem Nassfutter gemischt. Außerdem bekommt sie nun Bactisel HK.

        Nach 1 Woche scheint sich die Lage wieder beruhigt zu haben, aber meine Experimentierfreude tendiert gegen Null.

        Da ihr die lange gekochten Karotten sowohl gut zu schmecken als auch zu bekommen scheinen, wollte ich sie erst mal weiter geben – das sind ja auch Kohlenhydrate, wenn auch nicht aus Getreide.

        Ich wohne auch leider nicht in der Nähe von Nürnberg (obwohl mein Vater seit Jahrzehnten “Clubberer” ist)

        Sind KHs aus Karotten ausreichend?

        Herzliche Grüße,Alexandra M.

  18. Hanno Welsch

    Sorry wenn ich da etwas spät hinterher komme, aber ich bin unsicher was die Mengenangaben angeht:
    wenn ich x% Kohlenhydrate (zu rohem Fleisch und püriertem Gemüse) geben will, ist das bei Kartoffeln und Nudeln klar, weil sich das Gewicht ja bei diesen beiden durch das Kochen nicht ändert. Aber bei Haferflocken oder anderen Getreideflocken oder auch bei Reis ist es ja so, dass das Gewicht nach dem Kochen ja durchaus um das drei- bis vierfache angewachsen ist.
    Wenn ich also die prozentualen Mengen über das Gewicht ermittle, nehm ich dann die gekochte Menge oder die trockene?

    Zu Hirse und Buchweizen: ich habe eine Getreidemühle im Haushalt, kann ich Hirse und Buchweizen auch ungeflockt nehmen, wenn ich das Getreide vor dem Kochen mahle?

    Und danke für den tollen Artikel, da wir einen Hund im Rudel haben, der sehr schnell draußen ausflippt (nach Schilddrüseneinstellung zwar schon deutlich besser geworden, aber von Entspannung noch weit entfernt), wollen wir das gerne mal austesten, ob sich das Verhalten durch eine andere Gewichtung der Nahrung ändern wird.

    Viele Grüße
    Hanno

    • Lieber Hanno Welsch, macht doch nix – der Artikel ist ja nicht “ungültig”, nur weil er nicht von gestern ist.
      Sie sollten bei Getreide immer von der gekochten Menge ausgehen (Nudeln werden, weil sie im gekochten Zustand aufgequollen sind, übrigens auch schwerer nach dem Kochen, wenn auch nicht sehr viel).
      Die Getreidemühle ist gut – Buchweizen kann man auch “normal” aufkochen, der wird ja weich, aber Amaranth und Hirse eben nicht. Aber als geschroteter Brei ist es wunderbar. Könnte man auch als Frühstücksbrei geben.
      Herzlich, Katharina vdL

      • Hanno Welsch

        super, vielen Dank für die schnelle Antwort.
        Für Nudeln muss ich meine Aussage auch selbst revidieren, hab gestern 500 g Vollkornpenne gekocht (statt 9 min 15 min, weil al dente sollten sie für die Hunde ja nicht sein) und nach dem Abkühlen habe ich 1100 g gekochte Nudeln gemessen. Also je nach Nudel geht da auch ordentlich was.
        Bis jetzt hab ich Buchweizen (im ganzen gekocht), Kartoffeln, Nudeln und geschrotete Hirse als Brei gekocht, meine Hunde sind von allem begeistert. Sind aber auch Retriever. 🙂 Wir füttern auch zweimal am Tag alles zusammen (Fleisch, Gemüse und Kohlenhydrate), macht auch keine Probleme. Das machen wir aber schon immer so (nur dass es bisher nur 10% KH waren).
        Und fürs erste geh ich mal auf 70% Kohlenhydrate um zu sehen ob es einen Effekt gibt.
        Bin sehr gespannt.
        Danke nochmal für die Hilfestellung.

  19. Guten Abend,
    ich bin zufällig über diesen interessanten Artikel gestolpert, weil ich trotz intensiven Trainings mit meinem erwachsenen Podenco aus dem TS bei der Impulskontrolle an Bewegungsreizen auf der Stelle trete.Natürlich weiß ich,dass ein ehemaliger Strassenhund mit evtl. jagdl. Vorgeschichte sich schwerer tut, Selbstbeherrschung an o.g. Reizen zu üben, aber nach monatelangem Training mit einem verhaltenstherapeutschen Hundetrainer immer mit hochgepushtem Hund durch die Landschaft zu traben,der beim kleinsten Wildkontakt schreiend auf die Hinterbeine springt.. da kann doch was nicht stimmen! Ja, auch ich füttere bisher stark kohlenhydratreduziert, aufgrund von Empfehlung bei der Vermittlung… ein Nassfutter mit 80% Fleisch und 20% Kartoffeln, was demnach auch noch zu wenig KH wären,wenn ich das richtig verstanden habe?! Ich beobachte auch, seit ich ihn habe, dass er nach dem Fressen vermehrt unruhig durch die Wohnung läuft und sich aufgedreht benimmt (fängt an, die Ecken von den Möbeln zu benagen und läuft suchend durch die Wohnung nach irgendwas, das er zerstören kann… sowas macht er sonst nicht, nicht mal wenn er alleine bleiben muss,obs am Futter liegt,weiß ich nicht – tierärztl. wurde nichts gefunden trotz Blutuntersuchung usw.). Habe das Futter auch schon einige Male (natürlich langsam) umgestelllt,aber immer mit wenig KH, weil ich überall mit Fleisch,Fleisch und nochmals Fleisch bombardiert wurde. Kann es wirklich sein, dass sich diese mangelde Impulskontrolle durch mehr KH verbessern könnte? Wäre ja ein Traum, ich werde es einfach mal probieren.. jedenfalls bedanke ich mich für die ganze Arbeit,die es gekostet hat, den Artikel zu verfassen!
    Viele Grüße,
    Jessi

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