Kinder und Tiere

Ich habe unzählige Kinder in der Nachbarschaft – alle ungefähr so zwischen eineinhalb und vier Jahren. Alle sind hingerissen von meinen Hunden, rasen begeistert auf uns zu, sobald sie uns irgendwo entdecken, sogar die eineinhalbjährige Tochter meiner Nachbarn stapft, kaum läßt man sie aus den Augen, durch ihre Hecke vierzig Meter weiter zu mir an den Zaun und sagt in stiller Anbetung das Mantra: “Wau! Wau!” auf. Meine Hunde sind das gewöhnt, sie machen auch von alleine Platz, wenn sehr kleine Kinder kommen, damit sie sich unter deren Augenhöhe befinden. An der Leine gehen sie ganz langsam und mit ganz kleinen Schritten an der locker durchhängenden Leine – so brav gehen sie bei mir praktisch nie. Wir machen oft Waldspaziergänge mit dem Kindergarten zusammen, jedes Kind zwischen zwei und fünf darf dann mal einen Hund an der Leine führen (wie gut, dass ich so viele habe!), was sie wahnsinnig stolz macht.
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Nachbarskind mit Ida
Es gibt nur ein Nachbarskind, dass das alles nicht darf. Einmal traf ich sie im Park – sie war ungefähr zweieinhalb -; meine Hunde waren alle an der Leine, und die Kleine ging mit ihrer Mutter spazieren. Sie sagte “Wauwau!” und schickte sich an, auf uns zuzugehen, als ihre Mutter sagte: “Geh’ da nicht hin, die beißen.” “Nein”, widersprach ich freundlich, “die beißen überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Ihre Tochter kann meine Hunde sehr gerne streicheln, die sind total sicher.” Die Frau sah mich mit hartem Gesichtsausdruck an und sagte: “Sie soll sie nicht anfassen. Geh’ da weg”, sagte sie nochmal an das Kind gewandt, “ich habe doch gesagt: Die beißen.”
“Erzählen Sie Ihrem Kind nicht so einen Unsinn”, sagte ich. Sie können ihr gerne verbieten, an meine Hunde heranzugehen oder nur, nachdem sie gefragt hat – aber sagen Sie ihr nicht, dass die beißen, weil das nicht stimmt und sie nur unnötig Angst bekommt.”
“Ich kann meiner Tochter sagen, was ich will”, fauchte sie. “Können Sie nicht”, sagte ich. “Sie können ihr zumindest in meinem Beisein keine Lügen erzählen. Außerdem betrifft es mich direkt, wenn Ihr Kind Angst bekommt vor meinen Hunden. ”
Die Diskussion nützte natürlich nichts – neulich trafen wir das Kind im Beisein von seinem Vater. Als es meine Hunde sah, begann sie zu weinen und schrie: “Papa, au! Papa, aua!”
Hat doch super geklappt, die Erziehung, oder?

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Dagegen hier ein Video des viereinhalbjährigen Sohnes einer Freundin aus Minnesota, das mich schlicht entzückt: Der Kleine macht einfach alles richtig.

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