Wie man seinen besten Freund wieder los wird

bildvom 5. 12. 2010

Sogar wenn man Hunde liebt, kann man sich genügend Gründe vorstellen, warum jemand seinen Hund wieder weggeben möchte. Hunde sind anspruchsvoll. Hunde stellen Erwartungen an uns, die wir erfüllen müssen. Hunde übergeben sich immer nur auf den teuersten Teppichen und hopsen mit matschigen Pfoten aufs helle Sofa. Auch meine Hunde sind mindestens dreimal in der Woche für volle fünfzehn Minuten zur Adoption frei, weil ich mich so über sie ärgere. Verstörend ist allerdings, dass manche Leute diesem Impuls tatsächlich nachgeben, ihren Hund einfach vor einem Laden anbinden und für immer weggehen, ihn im Tierheim abgeben, weil sie in eine Wohnung ziehen wollen, in der Tierhaltung verboten ist, oder ich einfach im Wald aussetzen im Glauben, er könne sich schon selber durchschlagen: Die Kälte muss man erstmal haben. Für unsereins, die wirklich mit Hunden leben, sind die Herausforderungen, die Hunde an uns stellen, Teil des Reizes. Vielleicht ist das der Hauptunterschied zwischen Hunden und anderen Haustieren: Wir leben mit Hunden, während man eher selten davon spricht, dass man mit Fischen, Vögeln oder Meerschweinchen lebt. Wenn man mit jemandem das Leben teilt, übernimmt man eine andere Verantwortung, als wenn man ihn „hält”. Sich jemanden zu „halten” hat wenig mit Freundschaft oder gar Liebe zu tun (das kennt man ja schon von Geliebten oder Hausangestellten, die man sich auch „halten” kann). Obwohl beim Hund doch immer vom „besten Freund” die Rede ist.

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Wie man seinen besten Freund zuverlässig los wird

1. Laden Sie ihn ein, mit Ihnen zu leben – aber nur, wenn er draußen bleibt.
2. Legen Sie ihn an die Leine, damit er weiß, wo er hingehört.
3. Übernehmen Sie seine Ernährung, aber nur mit dem Billigsten, was Sie bekommen können.
4. Zwingen Sie ihn dazu, Sie bei Ihren täglichen Besorgungen zu begleiten, aber lassen Sie ihn – selbst bei Regen und Kälte – draußen warten.
5. Wenn Sie in die Ferien fahren, bringen Sie ihn bei Freunden unter, die ihn gar nicht kennen.
6. Versichern Sie sich selbst immer wieder, In der freien Natur gehen die auch nicht zum Tierarzt und überleben trotzdem, obwohl die Stadt, der Park oder Ihr Garten ja nicht die Natur sind, und Hunde in der freien Natur übrigens nicht sehr lange leben.
7. Denken Sie nach ein paar Jahren ernsthaft darüber nach, wie Sie ihn am besten wieder los werden, weil er irgendwie nicht mehr so lustig ist und Sie sich mit ihm langweilen. Überlegen Sie sich dasselbe mit Ihrem Partner, Ihren anderen Freunden, und Ihren Kindern.
8. Sie haben keine Zeit, ihm irgendetwas beizubringen, aber es ist natürlich sein Fehler, dass er Ihre Kommandos nicht kennt.
9. Wenn Sie darauf angesprochen werden, erklären Sie, dass Hundeschulen für andere Leute eine super Sache sind, aber nicht für Sie.
10. Wenn Sie umziehen, gehen Sie einfach davon aus, dass er genauso gut ohne Sie klar kommen wird – auch wenn die Beweislage gegen dieses Argument spricht – , dass er sich schon an jemand anderen gewöhnen wird und, trotz der gemeinsamen Jahre, kaum mitbekommt, dass Sie nicht mehr da sind und er sich problemlos in ein völlig fremdes Leben einfügen wird.

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