Protein im Hundefutter

Foto: Debra Bardowicks www.animal-photography.de

Wie viel hilft viel?

Zweifellos gehören Eiweiße (= Proteine)  zu den wichtigsten Baustoffen des Körpers. Man unterscheidet tierisches und pflanzliches Eiweiß je nach Quelle. Beide Arten sind aus sogenannten Aminosäuren aufgebaut. Man definiert die Qualität des Nahrungs-Proteins über seine Aminosäuren-Zusammensetzung. Insgesamt sind 22 verschiedene Aminosäuren bekannt; die meisten dieser Aminosäuren können im Hundeorganismus selbst gebildet werden. Einige Aminosäuren sind jedoch „essentiell“, d.h. der Körper kann sie nicht selber herstellen und sie müssen deshalb über die Nahrung zugeführt werden.  Dazu gehören Arginin, Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin. Sehr hochwertige Eiweißquellen sind z.B  Muskelfleisch, Milchprodukte, Ei und Fisch; aber auch einige pflanzliche Proteine wie z.B. Kartoffeleiweiß oder Haferflocken haben einen sehr hohen Gehalt an essentiellen Aminosäuren.

Die Eiweißverdauung beginnt bereits im Magen mithilfe der Magensäure und des Enzyms Pepsin. Der weitere Abbau findet im Dünndarm statt, wo darmeigene Enzyme und Enzyme der Bauchspeicheldrüse die Eiweiße in die Aminosäuren spalten. Im hinteren Dünndarmbereich findet dann die Absorption der Aminosäuren statt.

Darum ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal die Verdaulichkeit des Proteins (das ist mit dem Begriff der „hohen Verdaulichkeit“ gemeint, wenn Hundefutter beschrieben wird!).  Denn wenn der Hund das zugeführte Eiweiß ungenutzt wieder ausscheidet, ist es sinnlos. So sind z.B. Eiweiße aus Knorpeln, Sehnen und Bindegewebe schlecht verdaulich und passieren den Dünndarm, ohne resorbiert zu werden. Die Eiweiße können nicht schnell genug bis auf die Stufe der Aminosäuren gespalten werden, bevor sie in den Dickdarm gelangen, wo sie micht mehr verdaut werden können. Z.B. bestehen Knochen zu fast 100 Prozent aus Protein – allerdings ist nur 33 Prozent davon verwertbar. Fleisch dagegen enthält 98% verwertbares Protein, ist als Eiweißquelle also ungleich hochwertiger.

Die Funktion der Eiweiße ist sehr vielfältig. Sie sind Hauptbestandteil der Muskulatur und zahlreicher Gewebe wie z.B. Haut, Haare und Blut und Organzellen, die sich in ständigem Auf- und Abbau befinden. Deshalb ist es so wichtig, dem Körper ausreichend Proteine zur Verfügung zu stellen. Der Eiweißbedarf von Hunden ist in den verschiedenen Altersstufen unterschiedlich.

Der Minimalbedarf liegt bei hochwertigem Eiweiß in der Nahrung eines ausgewachsenen Hundes bei ca. 5 Prozent der Gesamtenergiemenge der Nahrung, also ca. 2 bis 2,5g Eiweiß pro Kg Körpergewicht. Beim wachsenden Hund liegt der Minimalbedarf bei bis zu 11,5 Prozent.

Auch hohe körperliche Leistungen erhöhen den Eiweißbedarf des Hundes – dazu zählen Krankheit und Rekonvaleszenz, ganz besonders aber Trächtigkeit und Laktation.

Der Proteinbedarf des Hundes steigt aber NICHT durch Arbeit und Sport an. In diesen Fällen ist es wichtig, als wichtigste Energielieferanten mehr Fett und/oder Kohlenhydrate zu füttern. Vor allem essentielle Fettsäuren, die im Organismus nicht synthetisiert werden können, wie Linolsäure und Alpha-Linolsäure.

Tierisches Eiweiss ist für unseren Hund meist von grösserem Nährwert, aber auch hochwertiges pflanzliches Eiweiss ist für ihn sehr bekömmlich. Je hochwertiger, desto weniger müssen wir davon füttern, ausserdem belastet der Abbau von hochwertigem Eiweiss den Stoffwechsel weniger stark. Auch wie hoch der Fettanteil in der Nahrung ist, beeinflusst den Proteinbedarf: Je höher der Fettanteil, umso mehr Protein, da sonst kein ausgewogenes Stickstoffverhältnis entstehen kann.

Wie zeigt sich Proteinmangel?

Eiweißmangel äußert sich in schlechtem Fell, Hautinfektionen, Infektionskrankheiten, Durchfall und Parasitenbefall. Welpen wirken träge und zeigen nur wenig Temperament; außerdem ist ihr Wachstum gewöhnlich vermindert. Beim älteren Hund dagegen zeigt sich ein deutlicher Leistungsnachlass, er wirkt träge bis apathisch. Laktierende Hündinnen haben meist zuwenig Milch.

Wie äußert sich ein Protein-Überschuß?

Bekommt ein Hund zuviel Eiweiß, wandelt der Körper dies in Fett um und speichert es in Depots. Außerdem wird der überschüssige Stickstoff, der von den dann nicht benötigten Aminosäuren kommt, in der Leber in Ammoniak umgewandelt. Dieser Ammoniak wird wiederum in Harnstoff umgebaut und über die Niere ausgeschieden. Dadurch wird die Niere stärker mit giftigen Abbauprodukten belastet, was bei einem Hund mit Nierenschäden zu Problemen führen kann. In solchen Fällen ist es besonders wichtig, auf die Qualität der Proteinquelle und deren leichte Verdaulichkeit zu achten, damit der Stoffwechsel durch den Abbau nicht zu sehr belastet wird. Ein weiteres Zeichen für eine Überdosierung kann übrigens auch Juckreiz sein; allerdings kann dies durch die Art der Eiweißquelle bedingt sein und muss nicht unbedingt an der Menge des Eiweißes liegen.

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2 Kommentare

  1. Hallo,
    suche ein Hundedosenfutter 800gr mit allen wichtigen und ausgewo-
    genen Bestanteilen ( Proteinen, Eiweise, Kohlehydrate etc. )für meine
    7 Jahre alte Schäferhündin.
    Danke für eine Antwort.

    Garske

    • Lieber Herr Garske, vielleicht möchten Sie sich einmal das Futter ansehen, dass ich produziere – das ich nämlich nicht angefangen habe, um endlich reich zu wrden (das ist sehr, sehr schwer als kleiner Futterproduzent 🙂 ), sondern weil ich für meine eigenen Hunde schlicht nichts gefunden habe, das mir wirklich gefiel. Sie finden es hier: http://www.leyen-hundefutter.de
      Wir überprüfen regelmäßig mithilfe von Laboranalysen, das wirklich alle notwendigen Nährstoffe enthalten sind. Die Zutatenliste ist ziemlich reduziert, damit Magen und Darm der Hunde nicht überbeansprucht werden (gerade ältere Hunde werden häufig empfindlich). Die Zutaten sind wirklich sehr sorgfältig ausgesucht, und bisher haben alle Kunden festgestellt, dass ihre Hunde nach kurzer Zeit viel besser riechen.
      Herzliche Grüße, Katharina von der Leyen

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