Freilauf, den ich meine

Who let the dogs out?

Man liest es immer wieder: ein Tierschutzhund, der gerade erst vor wenigen Wochen ins neue Zuhause gekommen ist, wurde nach zehn Tagen ohne Leine laufen gelassen – und der Hund lief weg. Zu Recht verzweifeln die Mitarbeiter von Tierschutzorganisationen an solchen Botschaften, und immer wieder entstehen auf Facebook unglaubliche Auseinandersetzungen bezüglich des Freiluafs – ob man Hunde aus dem Tierschutz überhaupt jemals frei laufen lassen kann, ob man Windhunde aus dem Tierschutz jemals laufen lassen darf, und ob ein gesicherter Auslauf nicht ein Leben lang ausreichen muss für “diese Hunde”. Immer wieder liest man dann Kommentare von Hundebesitzern, die stolz darauf sind, ihren Hund (einen Labrador vom Züchter z.B. ) überhaupt noch nie in seinem Leben freigelassen zu haben, alle Ausflüge unternehme man selbstverständlich an der Leine, und nur das sei richtig. Jemand, der seinen Pflegehund als “sicher im Freilauf” beschreibt, wird öffentlich gesteinigt, denn: Wie kann man nur!

Ich finde, jeder Hundebesitzer hat die Pflicht, seinem Hund – egal, woher er stammt – ein artgerechtes Leben zu bieten. Dazu gehört Erziehung, Training, Führung, und dazu gehört unbedingt auch Freilauftraining. Freilauf ist unglaublich wichtig für Hunde. Auch sie brauchen dringend eine gewisse Privatsphäre, müssen trödeln oder sich in einem Geruch verlieren dürfen – was nicht geht, wenn da immer jemand an der Leine an einem dran hängt. Sie müssen sich in der Wiese oder irgendwas Widerlichem wälzen können, sie müssen auch mal stehen bleiben können und dumm herumgucken – um dann eilig hinter ihren Menschen her zu laufen. Hunde, dieunter allen Umständen und immer an der Leine laufen müssen, sind nach meinem Dafürhalten arme Hunde. Es sind Hunde, mit denen die Besitzer es sich bei aller Liebe zu leicht machen – indem sie einen wichtigen Teil der Erziehung und des Trainings einfach nicht wahrnehmen. Sie verwehren sich auch den wunderbaren Anblick eines Hundes, der in langen Sätzen übers Feld, eine Wiese oder einen Strand rennt, der Körper gestreckt im vollen Lauf, den Wind in der Nase, bis er fast verschwindet am Horizont – und dann wieder zurück rast, ein Punkt, der immer größer wird, bis er wieder bei uns ist, strahlend, keuchend, glücklich. Hunde brauchen das.

Welpen sind so abhängig von ihrer Bezugsperson, dass sie gewöhnlich automatisch folgen Foto: Meike Böhm

Das bedeutet dabei natürlich nicht, dass man einen Hund aus zweiter Hand nach einer oder zwei (in den meisten Fällen nicht einmal nach sechs oder zehn) Wochen ableint und mal guckt, was passiert. Das Wort “Training” ist hier wichtig: Denn zum Freilauf gehört mehr, als einfach nur den Karabiner vom Halsband abzumachen und zu hoffen, der Hund wisse schon, was von ihm verlangt wird. Das funktioniert nur mit Welpen – die nämlich noch so abhängig vom Menschen sind, dass sie schon konzentriert darauf achten, wo die “Ersatzmami” oder der “Ersatzpapi” denn hin gehen. Sobald Hunde etwas selbstbewusster und damit selbstständiger werden, wird es schon etwas schwieriger – dann muss man den Junghund daran erinnern, dass unsere Aufforderung zu Folgen kein Vorschlag, sondern ein Befehl ist.
Wenn man es also von Anfang an mit dem jungen Hund so übt, dass er uns im Auge behält, weil wir immer wieder für Überraschungen und Abenteuer sorgen und es an unserer Seite am schönsten ist, ist die Chance sehr hoch, dass man ihn nicht verliert.

Schon bei einem Junghund oder einem erwachsenen Hund, der bisher nicht gelernt hat, was Freilauf mit Verbindung zum Menschen, “Zu mir!” oder “Halt!” bedeutet, sieht die Sache ganz anders aus. Auch wenn der “Hund aus zweiter Hand” zuhause bereits so wirkt, als wäre er wirklich angekommen, heißt das nicht, dass das Kommando “Zu mir!” auch unter Ablenkung klappt. Viele der Hunde aus dem Tierschutz sind ja abgegeben worden, weil sich niemand die Mühe gemacht hat, sie zu erziehen, zu ihnen eine Bindung aufzubauen, ihnen die Grundregeln der Kommunikation beizubringen. Und ausgreechnet jetzt, wo alles neu ist, wahnsinnig aufregend (und ein bisschen verstörend) soll das klappen? Überlegen Sie mal: Das kann gar nicht gehen.

Der Witz ist, dass das Freilauftraining an der Leine beginnt. An einer langen Leine, zwei bis drei Meter lang, an der der Hund immer mehr Freiraum bekommt und man ihn anspricht und mit ihm umgeht, als sei er frei. Will heißen: Ihn nicht abschleppt oder durch die Gegend zieht, sondern stehen bleibt, ihn mit “Weiter!” zum Weitergehen auffordert, ihn mit Schnalz-Geräuschen oder kleinen leisen Pfiffen daran erinnert, dass er nicht alleine ist und das Ziehen an der Leine extrem unangenehm für alle Beteiligten ist. Er muss an der Leine lernen, dass andere Hunde manchmal einfach egal sind, und dass er ihnen oder anderen Menschen in großem Bogen aus dem Weg gehen kann. Das kann man sogar im Windhundauslauf üben – nicht, wenn 25 Hunde wie die Irren koppheister rennen, aber an Tagen, wenn nur ganz wenige andere Hunde da sind. Hat der Hund allerdings erst einmal gelernt, dass der Windhundauslauf ein Rummelplatz ist, wo gerannt, getobt und gemobbt wird und die Bezugsperson nicht ansprechbar ist, weil sie sich anderweitig unterhält, dann wird es schwer, im Windhundauslauf (oder jeglichem anderen eingezäunten Gebiet) eine Verbindung zum Hund herzustellen.

Foto: Nicole Munninger

Gerade bei Windhunden wird man in der Tat nie die Art Freilauf erlangen wie mit, beispielsweie einem Australian Shepherd. Oder einem Vizsla, einen Bassett, einem Schäferhund. Sogar viele Terrier kann man nicht einfach immer und überall ableinen, Hunde mit ausgeprägtem Jagd- oder Hetztrieb können nur in bestimmten Gegenden frei laufen. Aber selbst Freilauf auf nur einem einzigen, ganz bestimmten. sicheren Weg, an einem bestimmten Stran, einer bestimmten Wiese ist besser als überhaupt kein Freilauf. Man muss es üben. Gerade bei Hunden, die “ständig auf dem Sprung” zu sein scheinen, muss man Ruhe und Beruhigung üben, dem Hund zeigen, dass auch Trödeln eine 1A -Sache ist, denn ein Hund, der vor sich hintrödelt, verpasst einen Wildreiz eher, als ein Hund, der mit uns immer wie ein gespannter Flitzebogen spazeren geht.

Ich habe sechs Windhunde, einen Labrador und einen Havanesermischling. Der Labrador kann praktisch immer frei laufen, um ihn muss ich mich nur kümmern, wenn wir in gefährliche Nähe zu einem Komposthaufen geraten. Auch in seinem, sehr zuverlässigen Fall gibt es einen bestimmten Abstand, in dem er noch ansprechbar ist und gehorcht – einen Meter weiter, und Polen ist offen. Der Havanesermischling ist ein Thema für sich; so lange er nur auf dem Weg läuft, ist alles gut. Drei Meter neben dem Weg, und ihm ist der Ruf der Wildnis viel wichtiger als mein Kommando. Meine Windhunde können nicht immer frei laufen, nicht an allen Tagen. Sie sind extrem stimmungsabhängig in ihrem “Folge-Modus”: Sie zeigen mir das meistens schon auf den ersten 200 Metern des Spaziergangs, an denen sie grundsätzlivch angeleint sind: Sie sind nervöser oder starren dauernd über die Felder und scannen den Horizont. In diesen Situationen leine ich sie selbstverständlich nicht ab. Aber es gibt viele, viele Tage, an denen es wunderbar klappt – nicht alle gleichzeitig, und bestimmte Hunde niemals zusammen, denn die Gruppendynamik ist immer ein weiteres Thema, das berücksichtigt werden muss.

Niemand behauptet, dass Freilauf einfach ist – zumal bei manchen Rassen. Es gehört unbedingt dazu, seinen Hund lesen zu können. Es gehören innere Gelassenheit und ein Verständnis vom Hund dazu. Es ist Arbeit, keine Frage, aber das ist Tanzen oder Reiten lernen auch. Wer nicht bereit ist, jemals mit seinem Pferd zu galoppieren, der braucht gar nicht erst anfangen. Und wer von vorneherein der Meinung ist, Freilauf für den Hund sei ein “No Go”, der sollte sich vielleicht ein anderes Haustier zulegen.

 

16 Kommentare

  1. Hedwig Jost

    Danke für den tollen Text. Ich hatte bisher nur Hunde aus dem Tierschutz oder aus 2. Hand. Mit geduldigem Training war bisher bei jedem Hund, 3 Entlebucher- Appenzellermixe, 1 Terrier- Griffon bleu des Gascognesmix und 1 Labrador, der Freilauf möglich. Je nach Hund, gab es Strecken oder Situationen, wo sie kurz an die Leine gelegt wurden.

  2. Kerstin Holler

    Ich unterschreibe jedes Wort !!!! Ich habe dieses Jahr in einem komplett eingezäunten Hundewald in DK “Hundebesitzer” mit einem angeleinten Welpen getroffen, leider waren die Leute beratungsresistent , mein ehemaliger Angsthund darf mittlerweile bestimmte Flächen freilaufen, Jagdtrieb ist reichlich vorhanden aber eine Top HuSchu und ein mittlerweile entspanntes Frauchen machen es möglich ! Ohne Freilauf wäre Funny wohl schon ausgezogen ! Dafür kann der Bobtail nur schlecht mit Leine laufen , die braucht einfach keine …. Wie gerne würde ich Sie mal mit Ihren Hunden zusammen erleben Liebe Grüße nach Bayern von Kerstin

  3. Grossartiger Text und so wahr ! Ich genieße es, meine beiden Hunde im Freilauf zu betrachten…genau wie du es beschreibst: rennen, stehen, buddeln , schnüffeln. Und ich freue mich diebisch, dass sie sich freuen. Ich sehe es ihnen förmlich an. Und trotz der Entfernung immer (meistens) in Kontakt zu mir. Herrlich ! Aber leider fühle ich mich im Wald immer mehr als Exot zwischen all den Flexileinen und Schleppleinen Viele Grüße aus OWL…

  4. Monika Setz

    Daumen hoch ich finde mich und meine 2 Terrier wieder. Jedes Wort stimmt. Wir arbeiten daran. Grüssle Mona

  5. Marion Meinert

    Wenn nur die ganzen freilaufenden Hunde wirklich hören würden…
    Ich denke oft, dass die nicht an der Leine sind, weil die da viel zu sehr nerven. Und da sie sich ohne Leine auch nicht benehmen können, nerven die halt andere – und manche machen auch Angst. Ich weiss, Sie haben ganz oft betont, dass freilaufende Hunde gut erzogen sein müssen. Schade, dass es davon so wenig gibt.
    Gestern hat mir jemand erzählt, dass seine Hunde nicht kommen, weil er nach einem Zahnarzt Termin nicht rufen kann…
    Gut ist auch der Spruch, dass die Hunde nicht mehr kommen, weil meine angeleint wurden. Wir jetzt?
    Und dann müsste ich mich auch schon beschimpfen lassen, weil ich meinen 10 Kilo Mix mit Rückenproblemen nicht mit einem 40 Kilo Labrador spielen lassen wollte.
    Tschuldigung, ich bin so verbittert – da kommt mir der Artikel wie ein Freifahrtschein vor. Ich weiß, dass das nicht so gemeint ist.

  6. Freilauf bekommen meine immer wenn es die Situation zulässt.Mir ist wichtig das sie von dem Tag an wo sie bei mir sind lernen das sie ganz viel Freiheit haben können wenn wir ein gutes Team sind.Meine trödeln auch gerne und verlieren sich auch mal Grad jetzt wo es so herbstlich duftet. Merke ich das sie mich nicht mehr beachten weil die Düfte so toll sind bin ich immer mal flott hinter einem Baum verschwunden.Ist ein beliebtes Spiel.Und die begeisterte Begrüssung.Halter die zu bequem sind ihren Hunden das klitzekleine Bisschen Erziehung verwehren und die einfach überall unangeleint laufen dürfen während Herr/Frauchen die Mails auf dem Smartphone checken sind mir immer wieder ein Ärgernis
    Der Gipfel ist es aber wenn deren Hunde uns sehr penetrant folgen und die Halter stinkig meinen wir müssten solange warten bis sie ihrem die Leine anlegen können.Kein Thema wenn es keinen Stress gibt
    Aber ich muss meine Beiden nicht das Ausbaden lassen; zumal wenn sie anderen Hunde das pöbeln anfangen. Meine kann ich auch aus weiterer Entfernung ins Platz legen. Das übe ich nebenher seit mir als Anfängerin mal eine Händin durchgegangen ist einem Reh hinterher. Das Zauberwort war Leckerchen; was ich in meiner Angst gebrüllt hatte.Sie kam zurück; seit dem Tag sage ich nie wieder das Collies nicht jagen.Aber ich habe begriffen das ich immer einen Blick auf meine Hunde haben sollte ; ich sehe es an der Körperspannung noch ehe ich das Objekt nur ansatzweise bemerke. Und wenn ich ganz bei meinen Hunden bin entdecke ich ganz viel was mir sonst entgehen würde. Wir sind ja hoffnungslos unterlegen was die Sinne angeht

  7. Mein Hund ist 9 1/2 Jahre, er war immer sehr freiheitsliebend … wir haben das aber sehr gut hinbekommen. Nun, und jetzt in diesem Alter … hat uns das Leben was reingespielt, das uns nur mehr an der Leine gehen läßt. Ein Rehkitz lag beim Bach, weit weg vom Wald … dort, wo wir immer baden waren … es ging nicht gut aus … tja, es gibt nur mehr Freilauf in den dafür vorgesehenen Zonen, das tut uns beiden sehr weh. Da nützte das ganze viele Training nichts, er ließ sich immer abrufen, aber so vor der Nase, es ging nicht. Nun werde ich so etwas nicht mehr aufs Spiel setzen!!!

  8. Vielen, vielen Dank! Seit Jahren trainiere ich windhunde, vor allen Dingen Galgos. Die Argumentation “galgos können nicht erzogen werden” geistert leider immer wieder durchs Netz und verschiedene Tierschutzorgas stimmen dem leider zu. Meine Mitarbeiterin züchtet parson (durchaus auch für Jäger;)) und die sind nicht leichter zu erziehen ….nur anders. Ich glaube, dass es daran leider hakt. Als Humdetrainer muss einem klar sein, dass ein galgo anders “angepackt” werden muss als ein schäferhund.

  9. “Sie müssen sich in der Wiese oder irgendwas Widerlichem wälzen können” ähm, nein *lach*. Aber sonst würde ich Ihnen in allen Punkten voll zustimmen.
    Nach Ihrer Beschreibung würde ich es mir allerdings niemals zutrauen einen Hund aus zweiter Hand aufzunehmen

    • Liebe Margerie, doch, natürlich! Es sind viele, viele, viele Hunde aus zweiter Hand, die wunderbar kompatibel sind und immerzu frei laufen können – die Tierheime sind voller Hunde, deren Besitzer gestorben oder verunfallt sind, die fürchterliche Trennungen hinter sich haben und den Hund einfach nicht mehr halten konnten – und diese Hunde sind ohne Weiteres ableinbar. Wirklich! Was ich hier beschreibe, sind ja die Extremfälle.
      Herzlich, Katharina

  10. Es gibt wirklich nichts schöneres als seine Hunde frei über die Wiese laufen zu sehen. Wir haben das erste Jahr mit unsere beiden Galgos im Freilauf und an der Schleppleine Rückruf trainiert, hat sehr gut funktioniert. Das nächste halbe Jahr haben wir den Rückruf immer nur jeden einzeln fünf Minuten ohne Leine beim Gassi geübt. Hat gut geklappt.
    Und dann Ende des halben Jahres ist ein Reh im hohen Gras aufgeschreckt und hat unsere Hündin mit in den Wald genommen. Wir warten seit 6 Monaten auf ihre Rückkehr.
    Ich weiß nicht wo es diese eine Wiese, diesen einen Weg, diesen einen Platz geben soll, wo kein Wild ist. Bei uns hoppeln sogar im Wohngebiet auf den freien Bauplätzen morgens und abends Kaninchen.
    Uns blutet zwar das Herz, aber bei uns bleibt die Leine dran 🙁

    • Liebe Nicole,
      oGott, wie furchtbar. Das ist eine entsetzliche Erfahrung, vor allem, weil man nie wirklich damit abschließen kann, dass der Hund weg ist – das tut mir so leid.
      Aber es kann einem mit jedem jagdlich versierten Hund passieren. Ich habe viele Jagden erlebt, auf denen die Jäger ihren Hund verloren und manchmal micht wieder gefunden haben. Meine Nachbarn haben erzählt, dass ihr – immer vollkommen friedlicher, töffeliger (nicht jagender!) Hund eines Tages verschwand und nie wieder auftauchte. Und natürlich gibt es Hunde, mit denen Freilauf tatsächlich nicht möglich ist – nur eben an Stellen, wo kein Wild ist, an irgendwelchen Stränden, in Parks, etc. Ich kann, wie im Text beschrieben, auch nicht jeden meiner Hunde überall ableinen und fahre manchmal extra in den Englischen Garten, um ihn zwei Stunden in aller Ruhe laufen lassen zu können. Hätte ich das aber nicht trainiert, wäre auch das nicht möglich. Mir geht es vor allem um die Leute, die der Meinung sind, Hunde aus dem tierschutz gehörten rigoros an die Leine – das finde ich eben nicht.
      Herzlich, Katharina

  11. Anja& Lotta

    Ich habe vor etwas über einem Jahr einen Hund aus dem Tierschutz adoptiert. Als Jugendliche hatte ich ebenfalls einen Hund aus dem Tierheim und würde es immer wieder tun! Zu Beginn war es mir zu unsicher, sie frei laufen zu lassen, weil sie sich noch nicht an mir orientierte, außerdem war sie meine erste Erfahrung mit Podenco-Mix-Hunden und die zahlreichen Kommentare dazu im Netz sind alles andere als ermutigend. Nach etwa einem Vierteljahr klappte der Freilauf auf sicheren Strecken super-für etwa ein halbes Jahr. Dann mit dem Spätsommer wurden ihre Ausflüge in die Wiesen länger und die Distanz zu mir immer grösser. Eines Morgens wartete ich zweieinhalb Stunden auf ihre Rückkehr. Ich kann gar nicht beschreiben, welche Gedanken und Ängste mir durch den Kopf gingen. Ich war völlig mit den Nerven am Ende, als sie mit halb ausgezogenem Geschirr und von Brombeerdornen blutig gerissenen Ohren wieder auftauchte. Seitdem fangen wir wieder von vorne an; wir trainieren wieder den Rückruf und versuchen mit Ihrem Leinen los! – Buch nachdrücklich den unerwünschten Ausflug ins Dickicht zu vermeiden. Es steckt eben ein Jagdhund in ihr-möglicherweise sogar von beiden Elternteilen (Basset-Podenco vermutlich) . Und ich sehe sie furchtbar gern über die Wiesen fetzen und vor Freude springen- aber momentan doch lieber erstmal an einer laaangen Schleppleine, auch wenn man sehr aufpassen muss und es nicht immer leicht ist, sich nicht komplett darin zu verwickeln. Bis ich – Oberglucke, die ich bin, – wieder den Mut finde und das Vertrauen, dass sie zu mir kommt, wenn ich sie rufe und sie die Kaninchen Kaninchen sein lässt…

  12. Petra Münich

    Es gibt sicher Hunde, die nicht ableinbar sind, aber sie sind bestimmt nicht die Regel, meine Hunde haben bis auf eine Ausnahme Dobermann I immer mehr oder weniger gejagt, ob Dobermann, Airedale, Bullterrier, Setter, Foxel, Dackel alle. Sie waren auch Stunden weg, sind Gott sei dank wiedergekommen, alle sind trotzdem frei gelaufen, der Hund muss frei laufen und der Mensch hat die Verpflichtung so lange gemeinsam zu lernen bis es klappt. Das ist man seinem Freund schuldig, sie müssen sich so an und anpassen, da besteht die Verpflichtung, dass wir lernen mit diesem Naturtrieb eines Beutegreifers umzugehen. Außerdem gibt es ja wirklich Rassen, die nicht jagen, es besteht also eine Wahl

  13. Liebe Katharina, das “beruhigt” mich ein wenig, dass es dir mit deinen Windhunden auch so geht, dass es “stimmungsabhängig” ist, ob sie freilaufen oder nicht. Bei uns ist es genauso. Eigentlich kann ich damit gut leben, aber wenn man dann andere sieht, die ihre Podengos immer mitten in der Stadt freilaufen lassen, dann denke ich, ich muss doch noch mehr trainieren. Meine kleine Podengohündin läuft sehr gut mit mir und steht auch immer in Kontakt zu mir, aber bei Fasanen oder Kaninchen ist sie dann doch hinterher.. sie hat ihren täglichen Freilauf, mal nur im Park , aber meistens auch hier in der Natur an der hinter ihr schleifenden Schleppleine.. ich bin schon froh, dass sie die vielen Enten nicht mehr jagt, die gibt es überall massenweise.. Kaninchen sehen wir vielleicht alle 2 Wochen, Fasan einmal im Monat, ist also nicht oft.. in Berlin war es einfacher , dort gibt es keine Kaninchen, wo wir wohnten. Ich bin gespannt auf dein neues Buch, wird es sicher bald bei uns auch in der Stadtbibliothek geben. 🙂

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