Doch kein Wolf: Die Evolution hat die Ernährung von Hunden verändert

katharinavonderleyen013
Ich würde nicht beschwören, dass meine Hunde ein ordentliches Steak einer Portion Pommes wirklich vorziehen. Das ist, wie ich seit ein paar Tagen weiß, auch gar nicht mehr so schlimm: Da wurden neue Forschungsergebnisse eines schwedischen Genetiker-Teams veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass Hunde sich im Laufe der Jahrtausende ein Verdauungssystem angeeignet haben, das mehr Variationen verträgt und braucht, als das ihres direkten Vorfahren, des Wolfes.
Die Lieblings-Behauptung der Premium-Hundefutterindustrie und der extrem-BARFer, in jedem Hund stecke nun mal ein Wolf, denn seit Tausenden von Jahren sei der Hund genetisch vom Zahn bis zum Verdauungstrakt mit dem Wolf identisch und auf Fleisch ausgelegt, ist damit widerlegt.
„”Auf dem Weg vom Wolf zum Hund hat sich alles verändert”, bestätigt auch Dr. Dorit Feddersen-Petersen, die bekannteste und bedeutendste Verhaltensbiologin Deutschlands. „Kein Organ ist gleich geblieben, selbst das Hautwachstum hat sich im Laufe der Domestikation gewandelt. Der Hund ist ein domestizierter Wolf, aber die beiden sind so extrem verschieden, dass man nicht immer mit dem Wolf ankommen sollte, wenn man über Hunde spricht. Domestikation ist ein tiefgreifender, genetischer, verändernder Prozeß.”

Die Veränderung vom Mitglied im Wolfsrudel zum Familienmitglied beinhaltete mehr als sich das Talent anzueignen, sich mit dem Menschen zu verstehen, sagt der Genforscher Erik Axelsson von der Universität in Uppsala, Schweden. Er und seine Forschergruppe verglichen die DNA von Hund und Wolf um herauszufinden, welche Gene wichtig für die Domestizierung waren. Dabei fanden sie Gene, die an der Entwicklung des Gehirns, des Nervensystems und des Fett- und Stärkestoffwechsels beteiligt sind. Genomunterschiede also, die zum einen zur Erklärung der geringeren Aggressivität des Hundes verglichen mit dem Wolf dienen könnten und zum anderen auf einen veränderten Verdauungsmechanismus hinweisen. Die Forscher fanden heraus, dass Hunde Kohlehydrate und pflanzliche Nahrung deutlich besser verdauen können als der Wolf.
http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature11837.html

Die Forschungen wurden von einer unabhängigen Gruppe Genetiker, und zwar Evolutionsforscher durchgeführt: Es stand kein Lebensmittelkonzern dahinter, um Verschwörungstheorien gleich vorzubeugen. Leiter der Studien war der Genetiker Erik Axelsson (Science for Life Laboratory, Department of Medical Biochemistry and Microbiology, Uppsala University, 75237 Uppsala, Sweden), in Zusammenarbeit mit Broad Institute of Massachusetts Institute of Technology, die Harvard Universität in Cambridge, Massachusetts, die Grimsö Wildlife Research Station, Department of Ecology, die schwedische Universität of Agricultural Science, und dem Department of Forestry and Wildlife Management, Faculty of Applied Ecology and Agricultural Sciences, Hedmark University College in Norwegen).

Insgesamt wurden beim Hund 30 Kopien des Gens für Amylase entdeckt, dem Protein, das die Aufspaltung von Stärke im Verdauungstrakt beginnt. Wölfe verfügen dagegen nur über zwei dieser Gene, eines auf jedem Chromosom. Eine bestimmte Variante des Gens für Maltase-Glukoamylase, ein Enzym, das für den weiteren Abbau der Stärke notwendig ist, fanden die Wissenschaftler sogar ausschließlich im Genom der untersuchten Hunde. Das durch diese Variante kodierte Enzym wurde in einer vergleichbaren Ausprägung bisher lediglich bei Pflanzenfressern wie Hasen und Kühen oder Allesfressern wie der Ratte gefunden – nie jedoch bei Fleischfressern.

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Hund Stärke – dem Hauptnährstoff in Getreide wie Reis oder Weizen – um ein Fünffaches besser verdauen kann als der Wolf. Die Domestizierung vom Wolf zum Hund ging offensichtlich insbesondere mit einer Umstellung auf stärkehaltige Nahrung einher. Das Forscherteam betont, dass diese Entwicklung beim Menschen und seinem besten Freund anscheinend sehr ähnlich war. Die Anzahl der Kopien dieser Gene variiert nämlich auch bei Menschen: Jene, deren Ernährung vor allem hoch in Kohlehydraten ist – wie Japaner, Europäer oder westliche Amerikaner – besitzen mehr dieser Kopien als Menschen, die sich stärke-arm ernähren, wie etwa die Mbutis in Afrika. Und „Auch wir Menschen haben uns auf sehr ähnliche Art den drastischen Veränderungen angepasst, seit sich die Landwirtschaft entwickelt hat”, sagt Axelsson. So, wie der Europäer aufgrund seiner evolutionären Entwicklung andere Ernährungs-Bedürfnisse hat wie der Neanderthaler (der schlicht sterben würde, wenn er sich so ernähren würde, wie wir heutzutage) oder auch nur ein Asiate – um auf der gleichen evolutionären Zeitschiene zu bleiben -, mit dessen Ernährung Europäer langfristig nicht zurechtkommen, und umgekehrt.
Der Hund ist – anders als der Wolf – keineswegs in erster Linie ein Fleischfresser. Ein Wolf würde auf Dauer bei einer Ernährung mitn einem Anteil von 50% Fleisch & 50% Kohlehydrate nicht überleben können. Ein Hund durchaus – und das auch sehr gut. Das bedeutet nicht, dass man seinem Hund ab heute nur noch Reisbrei zu fressen geben sollte. Es heißt nicht, man dürfe ihn statt einer ausgewogenen Fleisch-Getreide-Gemüse-Ernährung oder einem hochwertigen Trockenfutter mit Schokoriegeln ernähren. Es bedeutet nur, dass der Hund durchaus und sehr gut mit Kohlehydraten leben kann, die der Wolf nicht vertragen kann.

Der Evolutionsbiologe Robert Wayne, der an der University of California in Los Angeles Hunde erforscht, ist hocherfreut über die von Axelsson veröffentlichten Forschungsergebnisse. Er wird häufig von Hundehaltern um Rat gebeten, die wissen wollen, ob sie ihre Hunde, wie Wölfe, vornehmlich mit Fleisch ernähren sollen, und ob Getreide schädlich sei für Hunde. „Die Ergebnisse von Axelssons Studien beweisen, dass Hunde anders sind als Wölfe und eine ‚wolfartige’ Ernährung ihnen nicht entspricht.”, sagt er. “Hunde und ihre Ernährungsweise haben sich gleichzeitig mit dem Menschen evolutionär entwickelt.”

http://www.spektrum.de/alias/hundedomestizierung/hund-mehr-vegetarier-als-wolf/1181997http://www.spektrum.de/alias/hundedomestizierung/hund-mehr-vegetarier-als-wolf/1181997

38 Kommentare

  1. Caroline (Besucher)
    http://www.pugs-of-sense-and-sensibility.de
    Mittwoch, 30. Jan, 2013 @ 08:05:48

    Ich wundere mich! Wieso ist das, nach diesem Post, hier so ruhig! In jedem Hundeforum würden sich bei diesem Thema, die Kommentare nur so überschlagen! Das gibts doch gar nicht, der Hund kann Stärke verdauen… 😉

    kvonderleyens
    http://www.vonderleyen.com
    Mittwoch, 30. Jan, 2013 @ 11:37:44

    Ja, ich bin auch völlig erstaunt. Vielleicht sind die Leser auf diesem Blog einfach zu gut erzogen? Zumal diese Studien wirklich bedeuten, dass alle Barfer, alle Premium-Futtermittelhersteller ihr Marketing-Konzept völlig überdenken müssen…. Ich hatte vor einer Woche auf einem Barf-Blog eine ziemlich scharfe Auseinandersetzung mit der Blog-Betreiberin, die darauf beharrte, dass Wölfe in der Wildnis pro Kopf 6 kg Fleisch am Tage fressen würden (wenn das so wäre, würde es in keinem Nationalpark der Welt mit einem kompletten Wolfsrudel noch Wild geben. Das wäre innerhalb kürzester Zeit ausgestorben, weil aufgefressen), und dass Wolf und Hund eine identische DNA hätten.

    Mali (Besucher)
    Mittwoch, 30. Jan, 2013 @ 13:21:04

    Hundeforum…passt ja genau zu dem anderen Bericht….

    Hmm ich sehe das persönlich etwas anders, aber nur weil ich mich mit Ernährung beim Menschen sehr stark beschäftige. Meine Meinung ist: auch wenn die Möglichkeit besteht das etwas verdaut werden kann, heißt es nicht das es für das einzelne Individuum gesund und gut ist.

    Mich würde mal interessieren wer hat diese Studie gemacht, aus welchem Grund und wer hat sie bezahlt. Soetwas versuche ich immer zu hinterfragen.

    Was mir in diesen Foren oder Blogs immer aufstößt ist diese wahnsinnige Fundamentalisierung. In ein paar Jahren und manchmal nur Wochen,jagen wir eh wieder eine ganz andere Sau durchs Dorf…

    kvonderleyens
    http://www.vonderleyen.com
    Mittwoch, 30. Jan, 2013 @ 14:01:40

    Die Forschungen wurden von einem Genetiker und Evolutionsforscher durchgeführt, der für die Universität Uppsala arbeitet, Erik Axelsson (Science for Life Laboratory, Department of Medical Biochemistry and Microbiology, Uppsala University, 75237 Uppsala, Sweden, in Zusammenarbeit mit Broad Institute of Massachusetts Institute of Technology and Harvard, Cambridge, Massachusetts, Grimsö Wildlife Research Station, Department of Ecology, Swedish University of Agricultural Sciences, und dem Department of Forestry and Wildlife Management, Faculty of Applied Ecology and Agricultural Sciences, Hedmark University College in Norwegen). Das Team hat diese Forschungen durchgeführt, um die Evolution des Hundes nachzuvollziehen bzw. inwiefern sich die DNA im Zuge der Evolution verändert hat und welche Gene für die Domestizierung verändert werden mussten. http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature11837.html
    Es wurde die DNA von 12 Wölfen aus der ganzen Welt und 60 Hunden von 14 verschiedenen Rassen sequenziert. Dabei ist man auf viele Unterschiede in der Genetik gestoßen, u.a. im Gehirn und eben im Verdauungssystem. Insgesamt wurden 122 Gene gefunden, die für die Domestizierung des Hundes verantwortlich waren.
    Wenn 28 Genome für die Verdauung von Stärke vorhanden sind, dann bedeutet das, dass der Körper über die Jahrtausende nicht nur an die Verdauung von Stärke gewöhnt wurde, sondern der Körper diese Stärke auch braucht (so, wie wir Menschen eben auch, sofern wir keine Mbutis sind. Ich persönlich z. B. kann bei einer reinen Gemüse-Protein-Ernährung schlicht nichts leisten, ich persönlich brauche sehr viel Kohlehydrate, um denken zu können.). Einzelne “Unverträglichkeiten” gibt es immer, das hat aber nichts damit zu tun, dass der westliche Mensch Kohlehydrate für eine ausreichende Nährstoffversorgung braucht. Die Natur baut normalerweise nichts im System ein, was man nicht braucht
    Der Neandertaler brauchte seinen Blinddarm, in dem Enzyme vorhanden waren, um Baumrinde zu verdauen. Der wäre schlicht gestorben, hätte er sich auch nur ansatzweise so ernährt wie ich. Wir essen keine Baumrinde mehr, also ist der Blinddarm verkümmert, und Baumrinde würde uns heutzutage nährstofftechnisch auch nicht weiterbringen. Wir Westeuropäer können Alkohol sehr gut verdauen – Rotwein werden sogar gesundheitliche Vorzüge bzgl. Herzgefäße etc. zugeschrieben – , während Koreanern das Enzym zum Abbau von Alkohol fehlt, weshalb sie von einem halben Glas Wein wirklich sturzbetrunken werden, es ihnen also schadet. – Meine Windhunde werden von einer reinen Fleisch-und Gemüse-Diät viel zu dünn, sie brauchen unbedingt Kohlehydrate, so wie auch alle Leistungshunde (ich habe noch keinen Musher, Schäfer oder Jagdgebrauchshundeführer getroffen, der es geschafft hat, seine Hunde ohne Kohlehydrate zu ernähren, und cih frage immer nach).
    Vor allem geht es doch um die Aussage, dass der Hund eben NICHT wie der Wolf ein reiner Fleischfresser ist, wie immer behauptet wird. Das er NICHT identisch mit dem Wolf ist, wie immer gerne gesagt wird (sondern der Wolf bei einer reinen Ernährung mit Hundefutter übrigens schlicht eingeht). Dass man aufhört, den Hund immerzu mit dem Wolf zu vergleichen. (Ich möchte auch nicht mehr dauernd mit dem Ur-Menschen verglichen werden: Meine gesamten Bedürfnisse, meine Ernährung, meine Intelligenz, mein Verhalten, meine Wehrhaftigkeit, meine Überlebensfähigkeit, meine Mimik, meine Kombinierfähigkeit – nichts hat mehr etwas mit dem Urmenschen zu tun. Und Hund und Wolf paaren sich nicht einmal freiwillig, wenn sie die Möglichkeit bekommen, der Angelegenheit aus dem Weg zu gehen: Eben weil sie nicht mehr wirklich verwandt sind. Sie verstehen einander nicht einmal wirklich, denn der Wolf hat eine unendlich viel ausgeprägtere, subtilere Mimik. Die fürs Überleben im Wolfsrudel notwendig ist, dem hund kann’s egal sein: Der muss ja vor allem vom Menschen verstanden werden, und der schaut halt nicht so genau hin.

    Mali (Besucher)
    Mittwoch, 30. Jan, 2013 @ 14:41:50

    Ich glaube Wölfe mögen Hunde nicht einmal, sie töten sie wenn sie können. Nein, da haben sie bestimmt Recht. Der Hund ist ein Hund und der Wolf ein Wolf.
    Was die Kohlenhydrate und uns Menschen angeht, sehe ich anders. Zucker kann unser Körper in benötigter Menge selber herstellen, somit muß er nicht zwingend zugeführt werden. Wie war das: die Dosis macht das Gift.
    Und bei Gemüse und Protein könnte ich auch nix leisten, da wird meist das Fett vergessen. Und damit der Körper sich zb. auf den Fettstoffwechsel umstellen kann, braucht er Zeit, das geht nicht von heute auf morgen. Um ausgleichen zu können muß er sich dann in Ketose befinden, führe ich zuviel Protein zu, klappt das nicht.

    Vielen Dank für die Info.

    kvonderleyens
    http://www.vonderleyen.com
    Mittwoch, 30. Jan, 2013 @ 14:46:50

    Es gibt Kohlehydrate und Kohlehydrate – ich spreche ja nicht von Zucker, sondern von Stärke – eben Reis, Getreide, etc. Das brauchen wir durchschnittlichen West-Europäer durchaus (trotz Butter oder Öl auf den Bohnen). Und die Mengen an Zucker, die zumindest MEIN Körper zu brauchen scheint, könnte er niemals selber herstellen… 🙂

    Judith Tubbesing (Besucher)
    http://www.facebook.com/groups/rohfutter/
    Sonntag, 03. Feb, 2013 @ 16:00:49

    komisch das meine hunde pflanzenfrei ernährt werden und trotzdem völlig gesund und keine mängel aufweisen.
    die können stärke 5mal besser verdauen als wölfe die es so gut wie gar nicht können? soll das schon ausreichen damit diese nahrung gesund ist?
    bei menschen ist es ähnlich? ahja und wieso gibt es immer mehr zivilsaitonskrankheiten die mit vermeidung von weißem zucker etc geheilt oder zumindest gebessert werden können? ich frag mich ob die mbuti diese krankheiten kennen?
    alos nur weil sich hunde an die von uns aufgezwängte ernährung ETWAS angepasst haben, heißt das lange nicht es ist für sie gesund.
    viele hunde bleiben dabei auf der strecke wie man an vielen krankheiten erkennen kann, klar die stärksten und am besten angepassten überleben, aber super, wir fuschen wieder rum!
    die futtermittelindustrie haut doch eh schon viel zu viele pflanzen ins futter, wieso sollte sie also ihre methoden überdenken?
    davon mal ab, ist die innere physiologie immer noch identisch mit der des wolfes, das hat sich nicht geändert und der verdauungstrakt ist nach wie vor der eines carnivoren. aber vielleicht wird das smithonianinstitut ja den hund bald wieder canis irgendwas nennen statt canis lupus familiaris und ihn zum omnivoren erklären.
    ich fütter meine tiere weiterhin pflanzenfrei und mit mir 10000de andere rohfütterer.
    toll das die futtermittelindustrie jetzt wieder einen grund mehr hat ihre billigen pflanzlichen füllstoffe zu rechtfertigen.
    ich frag mich nur warum ein hund der pflanzenfrei gefüttert wird,dennoch nach wie vor weniger kot produziert als die die mit fplanzen ernährt werden…

    und k vonderleyen, ich kenne viele die arbeitshunde haben und sie nur mit knochen fleisch (inkl fette sehnen etc) und organen ernähren und die prima leistung erbringen, hudne können nämlich die benötigte glucose aus tierischen fetten und eiweißen selbstherstellen. das hat der körper auch so vorgsehen;) super so ein körper was;)
    und nein es bedeutet nicht das der körper sie braucht ich kenne zahlreiche züchter die ohne pflanzen aufziehen, komischerweise wachsen die welpen gesund heran und bleiben auch gesund, wenn ein mange da wäre wäre das nicht möglich!
    es bedeutet das durch unsere schlechte fütterung der hund sich da langsam dran gewöhnt das nennt man eben evolution, er passt sich an, ich betrachte das aber alles andere als posititv, wie gesgat die zivilisationskrankheiten wie diabetis, pankreatitis, allergien etc kommen nicht von ungefähr;)
    wen es mal interessiert sollte sich mal auf rawfed.com umschauen, vielleicht geht dann ein licht auf;)

    kvonderleyens Profil-Bild kvonderleyen Pro
    http://www.vonderleyen.com
    Sonntag, 03. Feb, 2013 @ 18:42:11

    Liebe Judith Tubbesing,
    ich weiß gar nicht, wieso Sie mit solcher Polemik auf mich losgehen müssen. Ich habe ein hochinteressantes Forschungsergebnis von einer großen Gruppe renommierter Forscher veröffentlicht, die sich jahrelang mit dem Thema beschäftigt haben, dass sich das Ernährungsverhalten von Hunden über viele Jahrtausende weg vom Wolf entwickelt hat. Weder ist mein Plan, der Futtermittelindustrie zuzuspielen, noch Sie persönlich anzugreifen. Dass das jetzt nicht in Ihr Weltbild paßt, ist natürlich bedauerlich, aber ändert nichts daran, dass diese Studien stimmen und einen großen Fortschritt bedeuten, was die Evolutionsforschung angeht.

    Es freut mich, dass Ihre Hunde bei reiner Fleischfütterung so toll aussehen. Ich kenne auch hunderte von Hunden, die trotz Mischfütterung hervorragend aussehen und keinerlei Krankheiten zeigen,glänzendes Fell haben und vor Kraft nur so strotzen. Also ist doch eigentlich alles gut, oder?
    Ich kenne keinen einzigen Ernährungsphysiologen bzw. Fachtierarzt, der eine reine Fleischfütterung beim Hund unterstützt, weil diese Hunde nachweislich sehr häufig an Überversorgungen einerseits und Unterversorgungen andererseits leiden. Würde ich versuchen, meine Windhunde mit reinem Fleisch zu ernähren, würde mein 9kg-Windspiel ca. 2,5 Kilo Fleisch am Tag brauchen, um nicht abzumagern: Das schafft kein Wolf und kein Hund in freier Wildbahn. – Die abgesehen davon übrigens nie wirklich gut aussehen, eher stumpfes Fell haben, häufig schlechte Wundheilung, etc.
    Dorit Feddersen-Petersen hat 30 Jahre lang Wölfe und Hundeartige studiert und ist nicht der Meinung, dass Hunde allein von Fleisch leben können. Die Forscher in der genannten Studie auch nicht. Wie kommt es, dass Sie es viel besser wissen, als diese Leute, die sich jahrzehntelang mit nichts anderem beschäftigt haben?

    Der Hund hat 28 Genome mehr, um Stärke zu aufzuspalten und zu verdauen als der Wolf: Das ist nicht ETWAS angepaßt, das ist ein vollkommen anderes Verdauungssystem. Wie im Text steht: Ähnlich dem eines Pflanzenfressers. Und dem soll ich dann trotzdem eine reine Fleischfütterung verabreichen? Wieso sollte das gesund sein? Übrigens hat sich das Verdauungssystem des Hundes in den vergangenen 20 – 40 000 Jahren auch nicht deshalb angepaßt, weil der Mensch ihm etwas “aufgezwungen” hat: Es ging ums optimierte Überleben. Der Hund ist kein Opfer. Im wissenschaftlichen Sinne gilt er sogar die erfolgreichste Spezies ausser dem Menschen.

    Wie gesagt: Kein Neandertaler würde unsere heutige Ernährung überleben, und wir umgekehrt deren Ernährung auch nicht. Ich würde auch nicht froh werden mit der Ernährung der Mbuti, weil ich als Westeuropäer dringend Kohlehydrate in meiner Ernährung benötige. Mit Kohlehydrate ist nicht weißer Zucker gemeint, weißes Mehl, Kuchen, Vanilleguß, Pudddingpulver und kein Snickers, und nicht die vielen, vielen Dinge, von denen wir Menschen viel zu viel essen, und die uns anschließend krank machen (und nicht die “normalen” Kohlehydrate wie Reis, Hirse, Getreide, Obst). Wir Menschen neigen dazu, von allem viel zu viel zu machen. Diese Zivilisationskrankheiten können Sie nicht mit dem vergleichen, was bei Hunden passiert.
    Ich fürchte, Sie vermischen da viele Dinge.

    Die “Zivilisationskrankheiten” beim Hund wie Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes, Pankreatitis etc. gab es übrigens schon immer. Wir wissen heutzutage mit Krankheiten nur besser Bescheid und können sie besser herausfinden. Wenn sich ein Hund vor 30 Jahren dauernd kratzte, ging man davon aus, dass er entweder Flöhe oder Räude hatte. Heutzutage weiß man, dass es zahllose Gründe dafür geben kann. Wenn ein Hund früher nicht mehr aufstehen konnte, hieß es, er habe Rheuma. Heute kann man herausfinden, ob es stattdessen Spondilose, HD, ED, Arthrose, Arthritis, Keilwirbelproblematik etc.p.p. ist. Usw. – Und sehr viele Krankheiten kommen heutzutage übrigens von der Überversorgung. Der menschliche wie auch der Tierkörper sind eigentlich darauf angelegt, sehr mager ernährt zu werden. Stattdessen ernähren wir uns viel zu gut, zu hochwertig, ohne “Magerphasen” mit sehr wenig Nahrung dazwischen, wie früher, wenn man eben nicht jeden Tag Fleisch, dreierlei Gemüse und Vanilleeis auf dem Tisch hatte und den Eintopf mit Graupen strecken musste.

    Und nein, Evolution heißt nicht, dass man sich einer “schlechten Ernährung” anpaßt, sondern dem Angebot an Nahrung. Und das ist mittlerweile fantastisch, verglichen mit dem Angebot vor fünfhundert Jahren, geschweige denn vor 20 000 Jahren. Wir werden älter und sind unendlich viel gesünder als noch vor 50 Jahren, TROTZ Zivilisationskrankheiten.

    Wir Westeuropäer vertragen größtenteils Milch und Milchprodukte. Unsere Babies brauchen Milch, auch Kuhmilch. In Afrika führt das Verteilen von Milchpulver an Babies und Kleinkinder bei allen Hungerkatastrophen regelmäßig zu entsetzlichem Säuglingssterben, weil die mit Kuhmilch nicht zurecht kommen können: Ihnen fehlt das Enzym, Kuhmilch aufspalten zu können. Deshalb ist Kuhmilch für unsere westeuropäischen Kinder aber nicht nur NICHT schlecht, sondern sogar gesund (dass Erwachsene das mit der Milch lieber lassen sollten, ist ein anderes Thema).

    Aber ob ich Ihnen das hier nun schreibe oder in China ein Sack Reis umfällt, spielt wahrscheinlich keine Rolle: Sie haben Ihre Meinung längst, und nicht einmal ganz neutrale Forschungsergebnisse können Sie davon abbringen. Hundeernährung ist eben keine Sache der Tatsachen, sondern des Glaubens. Und der versetzt bekanntlich Bäume.

    Claudia Landgrafe (Besucher)
    http://www.signal-hund.de
    Montag, 25. Feb, 2013 @ 12:00:48

    Auch wir füttern roh und OHNE zusätzliche pflanzliche Nahrung. Und ich kann Frau Judith Tubbesing in all ihren Punkten nur vorbehaltlos zustimmen (und wo bitte war da Polemik?!).
    Dass Hunde mit der größeren Variation an Nahrung besser umgehen können als Wölfe, ist ganz klar ein Zeichen der Evolution, da haben Sie sicherlich Recht.
    Dass Hunde deswegen aber stärkehaltige Nahrung benötigen, halte ich persönlich für völlig falsch.

    Wir können uns auch mit Dingen ernähren, die eigentlich schädlich für uns sind und lange damit leben. Was das aber in unserem Organismus anrichtet, ist eine ganz andere Frage!

    Sie sprechen von Stärke als ein anderes Kohlenhydrat als von Zucker – haben Sie sich damit schon mal wirklich beschäftigt??
    Stärke wird im Körper zu Zucker aufgespalten, und in nahezu allen Fertigfuttern (welche hocherhitzt wurden) ist die Stärke durch das Erhitzen bereits in Glucose, also Einfachzucker aufgespalten worden – also absolut schädlich für Hunde und Mitverursacher von Krebs, Arthrosen, Zahnproblemen, Diabetes, Gewichtsproblemen und anderen Zivilisationskrankheiten.
    Und diese sind deutlich erhöht, seitdem die Industrie getreidehaltiges Futter anbietet!!

    http://medizin.pr-gateway.de/artgerechtes-futter-verhindert-zivilisationskrankheiten-bei-tieren/

    http://www.zentrum-der-gesundheit.de/gesunde-tiernahrung-ia.html

    Der Verdauungstrakt eines Hundes ist enorm kürzer als der von Alles- oder Pflanzenfressern, auch das hat ja seine Gründe im Bezug auf seine Ernährung.

    Jeder soll füttern, was er möchte und glauben was er möchte – diese Studie kann und wird wahrscheinlich widerlegt werden, wenn sich jemand die Kosten und Mühen aufnimmt, eine vernünftige Langzeitstudie an Hunden und Katzen zum Thema Ernährung zu machen…

    Claudia Landgrafe (Besucher)
    http://www.signal-hund.de
    Montag, 25. Feb, 2013 @ 13:20:15

    Nachtrag:
    auch so manche “Hyperaktivität” (meist eine Reizverarbeitungsstörung gekoppelt mit zu viel “falscher Energie”)und Reizbarkeit (durch Übersäuerung des Körpers)von Hunden geht auf das Konto von zuckerhaltigem Futter – dies belegen zahreiche Fälle, nicht nur aus unserer Hundetrainer-Praxis, sondern auch bei vielen unserer Kollegen.

    Nach Umstellung auf getreidefreies Futter veränderten 90% der Hunde ihre Verhalten nach ca. zwei Wochen deutlich, wurden ruhiger, weniger reizbar, schneller und leichter trainierbar.
    Bei einem Hund wurde die Ernährung wieder auf das alte Futter umgestellt – und prompt häuften sich die alten Verhaltens-Probleme wieder – ein sicheres Zeichen, wie stark die Ernährung sich auch im Verhalten unserer Hunde wiederspiegelt!

    kvonderleyens
    http://www.vonderleyen.com
    Dienstag, 26. Feb, 2013 @ 12:53:51

    Es wurden beim Hund 122 Gene entdeckt, die für die Domestizierung des Hundes verantwortlich waren. Was soll da widerlegt werden? Irgendwann wurde entdeckt, dass die Erde keine Scheibe ist – was bis heute auch nicht mehr widerlegt wurde.
    Ich bin sehr beeindruckt von Ihrem Selbstbewußtsein und Ihrer festen Überzeugung, sich mit Genetik und Ernährung besser auszukennen, als die aufgeführten, ca. 20 internationalen – unabhängigen, nicht von der Futtermittelindustrie bezahlte – Evolutionsforscher und Wissenschaftler, die Jahre damit verbracht haben, die Genetik von Hunden und Wölfen zu erforschen, oder Dr. Feddersen-Petersen, die 30 Jahre lang praktische Erfahrung mit dem “Unterhalt” von Wölfen, Hunden und Hundeartigen hat, und ganz unabhängig von diesen neuen Studien zu genau dem gleichen Ergebnis gekommen ist.
    In meinen vorigen Kommentaren habe ich ja schon versucht, das Meiste aufzuklären. Nur zu Ihrem letzten Einwand: Bis vor ca. fünf Jahren wurde Hyperaktivität und Reizbarkeit einem zu hohen Proteingehalt im Futter zugeschrieben – dem exakten Gegenteil von dem, was Sie jetzt behaupten. Jetzt ist es also der “Zucker” – wobei Sie mit dieser Formulierung aufpassen müssen, denn so klingt es ja, als würde man seine Hunde mit Karamellbonbons ernähren, wenn man Getreide bzw. Stärke dazu füttert: Pferde werden bei reiner Getreidefütterung ja auch nicht mit “Zucker” ernährt.
    Hier geht es nicht um eine Studie des Verdauungstraktes. Hier geht es darum, dass man festgestellt hat, dass der Hund IM GEGENSATZ ZUM WOLF über 30 Gene verfügt, um Stärke bzw. Kohlehydrate zu spalten. Er verfügt sogar über Enzyme im Darm, die bisher nur bei reinen Pflanzenfressern gefunden wurden. Deshalb KANN das Füttern von Pflanzen und Stärkehaltigen Lebensmitteln nicht schädlich sein – für den Wolf sehr wohl, den man auf Dauer mit getreidehaltigem Hundefutter umbringen kann.
    Das hat nichts mit Meinung oder Glauben zu tun, sondern ist wissenschaftlich bewiesen.
    Ein Organismus verändert sich im Laufe der Evolution, um sich der Umgebung, in der er lebt, optimal anzupassen. So, wie westeuropäische Völker vertragen Milch und Milchprodukte größtenteils sehr gut, sogar als Erwachsene. Unsere Kleinkinder vertragen Kuhmilch nicht nur, sie ist für sie sogar GESUND. Das liegt daran, dass diese Völker seit Jahrtausenden Milchwirtschaft betreiben und es für sie einen Selektionsvorteil bedeutete, auch als Erwachsene das Enzym Laktase zu bilden, mithilfe dessen sie Milchzucker spalten können. Afrikanische Babies stattdessen sterben jedesmal wie die Fliegen, wenn die Hilfsorganisationen wohlmeinend tonnenweise Milchpulver verteilen – weil ihnen das Enzym Laktase fehlt. Der Umkehrschluß bedeutet aber nicht, dass es für europäische Babies deshalb auch besser wäre, keine Milch zu trinken.

    Claudia Landgrafe (Besucher)
    http://www.signal-hund.de
    Dienstag, 26. Feb, 2013 @ 18:51:36

    “Ich bin sehr beeindruckt von Ihrem Selbstbewußtsein und Ihrer festen Überzeugung, sich mit Genetik und Ernährung besser auszukennen, als die aufgeführten, ca. 20 internationalen – unabhängigen, nicht von der Futtermittelindustrie bezahlte – Evolutionsforscher und Wissenschaftler, die Jahre damit verbracht haben, die Genetik von Hunden und Wölfen zu erforschen, oder Dr. Feddersen-Petersen, die 30 Jahre lang praktische Erfahrung mit dem “Unterhalt” von Wölfen, Hunden und Hundeartigen hat, und ganz unabhängig von diesen neuen Studien zu genau dem gleichen Ergebnis gekommen ist. ”

    Ich bin meinerseits beeindruckt, wie Sie angeführte Argumente umschiffen und verdrehen… 😉

    Punkt 1 : Ich habe weder behauptet, die Gene wären nicht vorhanden noch gesagt, Hunde können das nicht verdauen. Ich sagte, sie benötigen keine pflanzliche Kost und ich halte sie in Form von Getreide für absolut schädlch – und ich bin da nicht alleine. Viele unabhängige Tierärzte bestätigen dies.

    Punkt 2 : wieso findet Ihrer Meinung nach eine Verhaltensänderung bei den vielen von uns trainierten Hunden statt, nachdem das Futter umgestellt wurde (Proteingehalt blieb nahezu gleich) ?!

    Punkt 3) Was passiert mit Stärke, wenn sie hoch erhitzt wird (und alle Futtersorten werden hoch erhitzt, um Keime abzutöten und es haltbar zu machen)?? Bleibt es einfach Stärke?? Oder zerfällt es nicht doch zu Zucker…

    liebe Grüße und ich bin gespannt auf Ihre Antworten!

    parthenkind (Besucher)
    Dienstag, 26. Feb, 2013 @ 11:11:15

    Zitat:Jeder soll füttern, was er möchte und glauben was er möchte – diese Studie kann und wird wahrscheinlich widerlegt werden, wenn sich jemand die Kosten und Mühen aufnimmt, eine vernünftige Langzeitstudie an Hunden und Katzen zum Thema Ernährung zu machen… Zitatende

    Wenn sich jemand findet, das ist ja das Problem, denn da stehen keine Futtermittelkonzerne dahinter, die ihre Produkte vermarkten wollen.
    Ganz einfach-kein Profit, keine Studie!

    Bianca Kühn-Ast (Besucher)
    http://www.peppels-futterschuessel.de
    Mittwoch, 27. Feb, 2013 @ 08:12:37

    Der Mensch konnte den Wolf, als sich dieser als Zivilisationsfolger dem Menschen anschloss, in der äußeren Form, und bestimmten gewünschten, für die Arbeit tauglichen Eigenarten und Verhaltensweisen durch Selektion verändern.
    Das konnte der Mensche jedoch nur durch äußere Beobachtungen, was ihm verwehrt blieb, war der Blick ins Innere, also auf die Organe. Die Organe – also die Dinge im Körper, die für die Verarbeitung, Verstoffwechselung, der Nahrung zuständig sind, konnte er in keiner Weise verändern. Die Organe arbeiten und funktionieren auf die gleich Weise wie die eines Wolfes.

    So hat das Senckenberg-Institut in Frankfurt eine 10-jährige Feldforschung an den in der Lausitz lebenden Wölfen durch Kotuntersuchungen festgestellt, dass dieser nur einen pflanzlichen Anteil (Beerenfrüchte) von gerade mal 0,02% der kompletten Nahrung ausmacht.
    Ebenfalls wurde festgestellt, dass sich die Genetik der heutigen Haushunde um gerade mal 0,1%-Punkte von der des wild lebenden Wolfes unterscheidet.
    Dies gilt für Hunde der Ursprungsrassen wie z. B. Alaskan Malamute, Husky, Grönlandhund, Samojede oder auch den Lundehund umso mehr also für die kleine Schosshundrassen.

    Sicherlich können Hunde aus einem Notprogramm heraus ihre Amylase- und Insuliproduktion bis zu einem gewissen Maß erhöhen, um eben auf industrielle Weise verarbeitetes Futter, dass – gerade bei dem von ihnen angeführten Futtermittelhersteller “Eukanuba” – bevorzugt aus pflanzlichen Anteilen, und keinesfalls aus hochwertigen tierischen Bestandteilen hergestellt wird.

    Hier einmal die Herstllerangaben für die Futtersorte “Eukanuba Adult Lamm & Reis”

    Zutaten

    Getrocknetes Huhn und Pute, Lamm (>14%), Reis (>14%), Mais, Sorghumhirsemehl, Gerste, Trockenvollei, tierisches Fett, getrocknete Zuckerrübenschnitzel (>2.5%), Hühnerproteinhydrolysat, Fischmehl, Kaliumchlorid, Natriumchlorid, Calciumcarbonat, Natrium

    Die tierischen Bestandteile stehen zwar an 1. Stelle der Auflistung, ergeben aber – wenn man sich alle tierischen Ausgangsmaterialien einmal zusammenrechnet, soweit möglich – nicht einmal 20% des kompletten Inhaltes. Der Rest des Futters besteht aus pflanzlichen Stoffen, die durch das Herstellungsverfahrens des Extrudierens (Erhitzung auf bis zu 180°C) verändert werden. So wird z. B. Kohlehydrat zu Glukose umgewandelt, was für die Bauchspeicheldrüse eine unnatürliche Dauerbelastung bedeutet.
    Oder wie können sie sich so viele an Diabetes erkrankten Hunde erklären.
    Auch an Pankreatitis erkankte Hunde gibt es zur Genüge.

    Nieren- und Leberschäden, IBD, HotSpots, Schiddrüsenfehlfunktionen, Gelenkerkrankungen, nur um einige zu nennen – alles Folgen von Trockenfutter, also erzwungener Stärke, und damit auch Kohlehydrat- bzw. Glukoseaufnahme sind die Folge.

    Werden diese Hunde nun vom Trockenfutter befreit und dürfen endlich nach meist langer und erfolgloser Therapie-Odysse artgerechtes Futter – Pansen, rohes Fleisch, Innereien, Rohfleischknochen, Haut und Fell, etc. fressen – ohne pflanzliche pürierte oder gekochte Pampe – OH WUNDER! Die Entzündungen gehen zurück, heilen aus, die Organe können sich zum Teil regenerieren, da die Überbelastung wegfällt.
    Der Hund ist agiler, mobiler, gesünder – die Tierarztkosten minimieren sich.

    In meiner mehrjährigen Tätigkeit als Ernährungs- und Gesundheitsberaterin habe ich diese Beobachtungen an den verschiedensten Hunden der unterschiedlichsten Rassen beobachten können.

    Aber zum Glück gibt es ja für jede Erkrankung das richtige Fertigfutter – ob mit oder ohne Fleisch – ob artgerecht oder nicht, sei dahingestellt, so dass die Futtermittel- und Pharmaindustrie immer sehr gut verdienen.

    kvonderleyens
    http://www.vonderleyen.com
    Mittwoch, 27. Feb, 2013 @ 08:47:32

    Jetzt wird es hier aber wirklich sehr durcheinander. Haben Sie meinen Text wirklich gelesen? Natürlich fressen Wölfe kaum Pflanzennahrung, denn sie verfügen nur über zwei Genome, um Pflanzennahrung aufzuspalten. Im Gegensatz zum Hund, der über 30 (!) verfügt.

    Wir reden hier über eine ziemlich phänomenale Studie aus der Evolutionsforschung, die ergeben hat, dass Wolf und Hund eben nicht das gleiche sind, obwohl die Futtermittelbewegung das ständig propagiert. Es ist einfach nicht wahr. Er ist vom Verhalten, von der Mimik, von den Organen, von der Aggressionsbereitschaft völig unterschiedlich. Wie gesagt: Sogar sein Hautwachstum ist VÖLLIG anders als das des Hundes.
    Auf den Glaubenskrieg “Hundeernährung” möchte und kann ich mich hier nicht einlassen. Aber die von Ihnen angeführte Studie (Link?) des Senckenberg-Instituts ist keine neue Studie. Die – internationale, in viel größerem Umfang unter anderen Möglichkeiten ausgeführte – Studie, über die ich berichte, ist vor einem Monat veröffentlicht worden. Inhalt davon ist, dass die DNA eben SEHR anders ist als die des Hundes. Genau das ist der Inhalt der Studie. So, wie meine Gene sich sehr stark unterscheiden von denen des Neandertalers und der Menschenaffen, auch wenn wir den gleichen Stamm haben.
    Es geht auch nicht darum, Hunde von nun an von Stärke zu ernähren. Es geht nicht darum, Hunde schlecht und nicht ihren Bedürfnissen entsprechend zu ernähren. Es gibt natürlich unzählige Beispiele von Hunden, die entsetzlich ernährt werden mit Fertigfutter – und vor allem mit klebrigen, grauenvollen “Leckerli” vollgestopft werden, die eben keinerlei Nährwert haben. Aber ich habe aber Schwierigkeiten, persönliche Erfahrungen mit wissenschaftlichen Studien zu vergleichen, das bringt uns in dieser Diskussion überhaupt nicht weiter. Ich kann genauso viele Hunde aus persönlicher Erfahrung anführen, die hochgradig unterversorgt beim Tierarzt vorgestellt wurden, weil sie ein Jahr lang nichts als Fleisch bekommen haben. Das sind keine Fallbeispiele, weil man eben alles falsch machen kann in jeder Richtung. Ich könnte Ihnen meine Hunde zeigen, die mit Fleisch, Reis und Gemüse und auf Reisen durchaus mit Trockenfutter ernährt werden – wie alle meine Hunde seit über 35 Jahren – und fantastisch aussehen, leistungsbereit und kein bißchen nervös oder hyperaktiv sind. Aber das sind alles EINZELBEISPIELE und spielen keine Rolle: Ich habe keine Ahnung, wie grauenvoll der Hund ernährt wurde, den Frau Landgrafe erwähnt. Vielleicht hat er eine Unverträglichkeit auf irgendeine Proteinquelle? Vielleicht hat er endlich und zum ersten Mal in seinem Leben eine Einfach-Protein-Ernährung bekommen, und in seinem bisherigen Hundefutter waren so viele verschiedene Proteinquellen, dass sein Körper eben völlig durcheinander kam? Das ist ein Case-Report, den man nicht auf die Mehrzahl von Hunden übersetzen kann. Es gibt in der Hundeernährungen so viele Modeerscheinungen – es wird plötzlich (von der Futtermittelindustrie!) auch behauptet, dass Hunde “glutenfrei” ernährt werden sollten: Das ist totaler Quatsch. Hunde leiden nicht an Glutenunverträglichkeit, das ist eine reine Menschensache. Aber es klingt natürlich super und sehr gesundheitlich bemüht.
    Ich bin keineswegs für reine Fertigfutterernährung, mißverstehen Sie mich nicht.

    Hunde haben heutzutage mehr der von Ihnen aufgeführten Krankheiten, als je zuvor. Der Witz ist aber: Hunde haben noch nie in ihrer Geschichte so viel Fleisch zu fressen bekommen, wie in den letzten zwei Jahrzehnten, weil Fleisch früher viel teurer und wertvoller war und Hunden (wie auch Menschen) nie in diesem Ausmaß zur Verfügung stand. Vor 50 Jahren bekamen Hunde ungefähr das, was Schweine zu fressen bekamen – und wurden angeblich viel älter, als unsere Hunde heute.
    Der Hase liegt also meiner Ansicht nach ganz woanders begraben.
    Es ist einfach falsch, ein “stärkehaltiges” Futter als “zuckerhaltiges Futter” zu bezeichnen. Reis in einer Dose verwandelt sich durch die Erhitzung NICHT automatisch in Zucker. Kurzkettige Kohlehydrate wandeln sich sehr schnell um, was auch sehr wichtig sein kann für Leistungshunde. Aber gekochter Reis oder Linsen sind nicht dasselbe wie ein Schokoriegel. Der Hund muss mithilfe seiner Enzyme aus Stärke erst einmal Zucker machen.
    Nochmal: Es geht in dem Bericht über diese Studie NICHT darum, Hunde ab jetzt von Reis zu ernähren. Es ist keine Frage, dass Hunde nicht gut von minderwertigem Fertigfutter leben können, Menschen geht es auch nicht gut, wenn sie sich nur von Miracoli ernähren: Die Wahrheit liegt, wie immer, in der Mitte, in der Ausgewogenheit. Ich persönlich (Vorsicht: Case report! Keine Studie!) kann ohne Kohlehydrate nichts leisten, bei einer reinen Proteinernährung (was ich machen musste wegen einer Migränebehandlung) wurde ich so dünn, dass ich umgefallen bin, wenn jemand gehustet hat.
    Aber darum geht es hier nicht. Es geht darum, dass sie sich innerhalb der Evolution so weit von Wölfen entfernt haben, dass sie nicht mehr wie diese ernährt werden sollen. Ich habe die menschlichen Verdauungsunterschiede, die durch die Evolution in verschiedenen Kulturen vorkommen, mehrfach aufgeführt, ich will mich nicht ständig wiederholen.

    Karin (Besucher)
    Mittwoch, 27. Feb, 2013 @ 10:41:49

    Hier prallen offenbar zwei Welten aufeinander… Ist der Hund nun Wolf-ähnlich oder nicht??

    Sie, kvonderleyen waren zunächst erstaunt, wie ruhig es hier war, doch dann kam die von Ihnen gewünschte Konfrontation… Bleiben wir doch bei Ihrem ersten Kommentar – Barfer, Premium-Futterhersteller etc. müssen Ihre Konzepte überdenken? Hm, offenbar ist selbst das Premium-Futter für den (domestizierten) Hund nicht “ausreichend”, denn sonst müssten ja nicht noch Zusätze gefüttert werden…

    Aber gehen wir doch mal wissenschaftlich an die Sache ran:
    Sie zitieren einen aktuellen Wissenschafts-Bericht. Doch gehen wir einfach mal ein Stückchen weiter zurück. Ich gehe mal davon aus, Sie haben hier nicht nur einen Artikel zitiert, sondern kennen ebenso weitere Studien, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Wobei entwickelt nicht gleichzusetzen mit “verbessert” ist. Nie sollte aus den Augen verloren werden, ewr der Auiftraggeber einer Untersuchung ist. Sind es unabhängige Institute?

    Zusammengefasst in einer Studie von R.K. Wayne (1993) Trends in genetics, Volume 9, Issue 6, June 1993, Pages 218–224:
    “In comparison, the gray wolf differs from its closest wild relative, the coyote, by about 4% of mitochondrial DNA sequence.” N. Lehman et al. Evolution, 45 (1991), pp. 104–119
    weiter
    “Dogs are gray wolves, despite their diversity in size and proportion […]” R.K. Wayne Evolution, 40 (1986), pp. 243–261

    Einige Jahre später Shearin AL, Ostrander EA (2010) Canine Morphology: Hunting for Genes and Tracking Mutations. PLoS Biol 8(3): e1000310. doi:10.1371/journal.pbio.1000310:
    “The closest relative to the domestic dog is undeniably the gray wolf, from which the dog differs by only 0.04% in nuclear coding-DNA sequence”
    weitere Quellen die dies ebenfalls bestätigen:
    Lindblad-Toh K, Wade C. M, Mikkelsen T. S, Karlsson E. K, Jaffe D. B, et al. (2005) Genome sequence, comparative analysis and haplotype structure of the domestic dog. Nature 438: 803–819.
    Bardeleben C, Moore R. L, Wayne R. K (2005) A molecular phylogeny of the canidae based on analysis of six nuclear loci. Molecular Phylogenetics and Evolution 37: 815–831.
    Wayne R. K, Leonard J. A, Vila C (2005) Genetic analysis of dog domestication. In: Zeder M. E, et al., editor. Documenting Domestication: New Genetic and Archaeological Paradigms. Washington, D.C.: Smithsonian Institution Press. pp. 279–293.

    Wenn ich zurück zu dem von Ihnen geposteten Artikel gehe, kann ich dort keine Hinweise zu den von mir angesprochenen Studien finden (oder auch andere, die Liste könnte natürlich verlängert werden, aber dies würde hier den Rahmen sprengen).

    Nun aus meiner Arbeit als Forscherin bin ich gewohnt, Studien zu hinterfragen. So auch hier. Wo ist die kritische Hinterfragung der Werte, wo es doch zugleich auch Studien gibt, die zu einem anderen Schluss kommen? Hier gilt nunmal, wenn ich zu einem anderen Ergebnis komme, muss ich begründen, warum Person XY vor mir etwas anderes herausgefunden hat.

    Und weil die Frage nach der Studie des Senckenberg Instituts aufkam, ich gehe davon aus, dass Frau Kühn-Ast auf diese Untersuchung hingewiesen hat: http://www.wolfsregion-lausitz.de/nahrungszusammensetzung

    Weiterhin schreiben Sie, kvonderleyen, Hunde hätten noch nie so viel Fleisch bekommen wie zuvor in ihrer Geschichte. Können Sie mir bitte die Quelle zu dieser Aussage nennen? Ich halte sie nämlich für falsch, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen, sofern es fundiert ist. Denn in meinen Augen haben Hunde “früher” noch viel mehr “draußen” gelebt, sprich, sie waren in der Lage sich selbst um Futter zu kümmern (Hasen, Kleintiere…). Aber auch hier muss bedacht werden, dass Fleisch nicht gleich Fleisch ist. Eine reine “Fleisch-Fütterung” halte ich für nicht sinngemäß. Wenn “Fleisch” aber in diesem Fall gleichzusetzen ist mit “ganzen Futtertieren” so ist durch diese Ernährung alles abgedeckt, was der Hund (oder auch Wolf) benötigt. Fleisch, Knochen, Innereien…
    Gleichwohl möchte ich eine Frage an Sie stellen:
    Wie hat ein Hund in seiner Geschichte seinem Menschen mitgeteilt, wenn etwas “nicht passte”?
    Sollte er trotzdem Mangelerscheinungen haben, wie meinen Sie, wurden diese behandelt?
    Entgiftungserscheinungen, z.B. Kratzen, tränende Augen, verschmutzte Ohren? Traten diese auch früher auf? Wurde etwas gemacht? Wurde es mit der Ernährung in Zusammenhang gebracht? An dieser Stelle sei gesagt, dass selbst heute einige Tierärzte diesen Zusammenhang nicht kennen!

    Auch wir (Menschen) können uns von fast-food ernähren. Wir können rauchen, Alkohol trinken. Auch damit kann man alt werden. Raucherlunge und Übergewicht und weitere Krankheiten lassen grüßen…

    kvonderleyens
    http://www.vonderleyen.com
    Mittwoch, 27. Feb, 2013 @ 15:03:50

    Ich habe die von Ihnen angegebenen Studien nicht zitiert, weil ich keinen Artikel über Wolf-Hund-Studien allgemein geschrieben habe, sondern auf diese wirklich aufsehenerregende, ganz neue Studie hingewiesen habe Noch einmal: Ich halte nichts davon, Hunde ausschließlich von Fertignahrung zu ernähren. Ich weiß nicht, warum mir das die ganze Zeit unterstellt wird. Darum geht es hier nicht, das wird nur permanent hineingemischt. Natürlich werden furchtbar viele Hunde – wie auch Menschen – miserabel ernährt. In diesem Bericht geht es aber darum, dass Hunde SEHR WOHL mit Kohlehydraten und pflanzlichen Stoffen gut ernährt werden können. Der Hund mag dem Wolf von allen Caniden am ähnlichsten sein – aber er ist trotzdem KEIN WOLF. Sie unterscheiden sich durch 120 verschiedene Genome. Ich bin auch kein Menschenaffe, obwohl er mit mir verwandt ist. Ich kann nicht von Bananenblättern leben, der Gorilla schon.
    Die Studien, die Sie zitieren, sind teilweise über 17 Jahre alt. Sie als Forscherin müssten wissen, dass damals die Gen-Sequenzierung nicht vergleichbar war mit den Möglichkeiten, die man heute hat.
    Hunde haben genau wie der Mensch noch nie so viel Fleisch zu fressen bekommen (und so genannte “Premium-Nahrung”), weil Fleisch viel zu teuer war. Wenn Sie sich ein bißchen mit Soziologie beschäftigen, wissen Sie das. Und selbst die Hunde, die “mehr draußen” lebten (vor 50 Jahren), haben sich vielleicht auf dem Hof mal eine Maus gefangen, aber ganz sicherlich keine Kaninchen, etc. Unterhalten Sie sich mal mit Ihrer Großmutter, was deren Hunde bekommen haben: Ganz bestimmt nicht täglich Fleisch. Sie als Forscherin müssten doch wissen, das genau dies der Grund war, warum der Hund sich dem Nahrungsangebot angepaßt hat. – Wenn Sie die Hunde in Polen oder Rußland sehen, die durchaus mehr “alleine” spazieren gehen, als das bei uns üblich oder erlaubt ist: Die fressen trotzdem zuhause. und Kaninchen laufen auch nicht mal eben herum und sind frei verfügbar. Und Ratten, wie Sie sich wissen, werden fast nie gefressen.
    Und den Vergleich zwischen Reis im Hundefutter und menschlichem Übergewicht und Raucherlunge finde ich doch sehr gewagt.

    Bianca Kühn-Ast (Besucher)
    http://www.peppels-futterschuessel.de
    Donnerstag, 28. Feb, 2013 @ 07:55:19

    Sehr geehrte Fr. kvonderleyen,

    sie schreiben, der Hund könne durch Enzyme Kohlehydrate zu Zucker umwandeln. Das ist richtig, handelt es sich dabei für den Hund und seinen Organismus jedoch lediglich um ein Notprogramm, dass er einige Zeit gut überstehen kann, wenn für ihn keine tierische Proteinquelle, bzw. noch wichtiger Fett, zur Verfügung steht, aus der er seine Energie sowohl für die Bewegung, Organfunktion, Körperwärme, etc. ziehen kann.

    Auch weisen sie darauf hin, dass sie selbst aufgrund einer Eiweissdiät abgenommen haben, dass ihr Körper nicht ohne Kohlehydrate funktionieren kann. Das stimmt, denn sie sind ein Mensch. Der Körper des Menschen, der in Ursprungszeiten von pflanzlicher Kost gelebt hat, ist nach wie vor darauf ausgelegt, in erster Linie eben Kohlehydrate und pflanzliche Proteine aufzuspalten und zu verarbeiten, wobei die aufspaltung der Proteine den Körper so viel Energie kostet, dass man dabei abnimmt.
    Das ist übrigens die einzige Gemeinsamkeit zwischen Hund und Mensch – bei Zufuhr von zu viel Proteinen, sprich reiner Muskelfleischfütterung (diesen Fehler machen leider recht viele HH) leidet auch ein Hund unter Mangelerscheinungen, und nimmt unweigerlich ab.

    Im Gegensatz dazu funktioniert der Körper eines Hundes eben am besten mit tierischen Proteinquellen (wird zum Muskelaufbau benötigt), auch Fett(Energiegewinnung), weil am leichtesten zu verstoffwechseln ist. Pflanzliche Kost kann vom Hund verstoffwechselt werden, aber nur, um in Notzeiten nicht zu verhungern.

    Ja, auch ich sehe immer wieder Hunde, die entsetzliche Mangelerscheinungen haben. Die meisten davon sind aber Hunde, die mir industriellem Futter ernährt werden – ganz schlimm trifft es die Hunde, die aus unvernunft ihrer veganen Besitzer ebenfalls vegetarisch, oder noch schlimmer vegan ernährt werden.

    Was meinen sie, woher kommt z. B. die exokrine Pankreatitis? Was meinen, was sind HotSpots? Was meinen sie, durch was kommt es bei Hunden in erster Linie zum Leber- oder Nierenversagen? Wie entsteht eine IBD? Wieso leiden einige Hunde – auch roh gefütterte (schön mit Gemüse, Obst, Getreide – gekocht oder/und püriert) immer wieder an Ohrenentzündungen, oder tränenden Augen?

    Haben sie sich schon einmal mit diesen Fragen auseinandergesetzt?

    Ihre Feststellung, dass einseitig ernährte Hunde nicht gut leben können – in jeder Richtung – kann ich in soweit unterstützen, dass ich diese Beobachtung selbst oft genug machen muss.
    Natürlich gehört eine ausgewogene Ernährung auch bei Hunden zum gesunden Leben – am idealsten mit Ganztierfütterung, nur wer ist schon dazu in der Lage. deshalb hatte ich in meinem Beitrag gerade auch Haut und Fell mit aufgeführt, weil eben darin noch Vitalstoffe enthalten sind, die ein Hund ebenso braucht wie die anderen Nährstoffe, die in Innereien, Blut, Fleisch, Knochen enthalten sind.

    MfG

    Claudia Landgrafe (Besucher)
    http://www.signal-hund.de
    Donnerstag, 28. Feb, 2013 @ 22:29:32

    Liebe Frau von der Leyen,

    einigen wir uns einfach darauf, dass wir uns nicht einigen können und aus der von Ihnen angegebenen Studie jeweils völlig andere Schlussfolgerungen ziehen.

    Sie sagen, aufgrund der Studie können Hunde gut mit stärkehaltiger Nahrung ernährt werden. Das ist “Ihre Wahrheit”.

    Ich ziehe aus der Studie nur den Schluss, dass der Hund sich zwangsläufig mehr an das “Umfeld Mensch” angepasst hat, um überleben zu können, als vielleicht vermutet, was ich nicht auf seine gesunde Ernährung beziehe – die für mich möglichst stärkearm sein sollte, weil ich einfach zu viele Verbindungen zu teils sehr schlimmen Erkrankungen und Verhaltensstörungen sehe.

    Und “der eine arme Hund” waren:

    – ein Jack Russel Terrier, gefüttert mit einem teuren Premium-Trockenfutter extra für kleine Rassen

    Der Hund zeigte Zeichen von Hyperaktivität, kam nie zur Ruhe, rannte ständig herum, ritt auf allem auf (Gegenstände & Menschen), pinkelte unter sich, pöbelte heftig Mensch und Hund an.

    Nach Umstellung auf “getreidefrei” wurden alle Symptome innerhalb von 2 Wochen um rund 60% geringer und verschwanden alle! innerhalb der angegliederten Verhaltenstherapie (ich war der 5. Trainer, der an dem Hund war und der Erste, der mal an eine Ernährungsumstellung gedacht hatte…)

    – ein weißer Schäferhund-Doggen-Mix, gefüttert zuerst mit Billig-Trockenfutter aus einer Discounterkette und danach mit teurem Premium -Trockenfutter extra für große Rassen

    Der extrem hohe Maisanteil verschlimmerte seine Demodex-Schübe, der Hund kam nicht zur Ruhe, war draußen außer Rand und Band, biss und leckte sich die Beine und Pfoten blutig.

    Nach Umstellung auf “getreidefrei” hörten die heftigen Juckreizschübe auf, der Körper begann sich zu regenerieren, Beine und Pfoten heilten ab und aufgrund einer verbesserten Darmflora (Sitz des Immunsystems) wurden auch die Demodexauswirkungen deutlich geringer. Der Tierarzt fragte überrascht nach 4 Wochen, was wir denn mit dem Hund gemacht hätten – und war noch überraschter, als wir ihm von der Ernährungsumstellung berichteten, denn er selbst hatte das teure Premiumfutter empfohlen, weil große Hunde ja Kohlenhydrate brauchen würden (ha ha, so kann man sich auch selbst Kundschaft erhalten…)

    – ein Staffordshire-Beagle-Mix, gefüttert mit teurem Premium-Trockenfutter

    Der Hund bekam regelrechte Wutausbrüche, nahm die Wohnung auseinander, zeigte starke Artgenossen-Aggressionen, erbrach immer wieder gelben Schaum.

    Nach Umstellung auf “getreidefrei” kam der übersäuerte Körper endlich zur Ruhe, die Aggressionen nahmen ab, der Hund wurde traininerbar (wenn ich Sodbrennen hab, bin ich auch sauer im wahrsten Sinne!).

    – ein Cocker Spaniel, gefüttert mit teurem Premium-Trockenfutter extra für diese Rasse – die Besitzer hatten Angst, er hätte Cockerwut. Nö, auch er war einfach nur völlig übersäuert…

    …und ich könnte noch eine ganze Liste dranhängen!
    Soviel zu meinem “Einzelfall” … und ich wette, viele meiner Kollegen könnten noch Seitenweise hier dranhängen.

    Es geht mir nicht darum, Recht zu behalten, liebe Frau von der Leyen, sonderm um aufzuzeigen, dass man ganz vorsichtig mit Verallgemeinerungen sein sollte.

    Nicht alle Hunde können mit stärkehaltigem Futter ernährt werden, egal wieviele Genome man da entschlüsselt hat.
    Es mag viele Hunde geben, deren Verdauungssystem lange toleranz gegenüber nicht artgerechter Ernährung ist – es gibt aber leider zu viele Hunde, die ernsthaft krank werden, dies nicht erkannt wird und die dann Verhaltensprobleme entwickeln, weil der Körper um Hilfe schreit.
    Dies bitte ich zu bedenken…

    Henry Wollentin (Besucher)
    Samstag, 02. Mär, 2013 @ 10:13:00

    Hallo,

    eine tolle Diskussion, die ich sehr genossen habe.

    Ich möchte das Ganze mal in 1 bis 2 Sätzen zusammen fassen:

    Die große Gefahr in dem von Frau von de Leyen, die ich übrigens sehr wegen ihres Engagements für Hunde schätze, geschriebenen Beitrag sehe ich nicht in der unstreitigen Tatsache an sich, dass moderne Hunde eine relative Anpassung an veränderte Nahrungsbedingungen durchlebt haben und ihr natürlich vorhandenes Notprogramm auf Dauerzustand geschaltet haben, sondern vielmehr in der Tatsache, dass aufgrund dieses Beitrags sehr viele Hundebesitzer nun die Inhaltsangaben ihres Trockenfutters mit dem Artikel vergleichen und sagen werden: ” Seht ihr, mein TroFu ist doch gut für den Hund”. Da denen die denen die erforderliche Sachkenntis fehtl und die meisten die Deklarationen auch nicht “lesen” können, wird de Artikel zu einem Rechtfertigungartikel für pflanzenhaltiges TroFu werden.

    Ich glaube nicht, liebe Frau von der Leyen, dass das ihr Ziel war. Aber Ihr Artikel wird genau das bewirken.

    Herzlichst
    Henry Wollentin

    portopapss
    Freitag, 15. Mär, 2013 @ 14:43:18

    Die Ergebnisse dieser Studie überraschen mich nicht so sehr, auch wenn man fragen kann, wer daran ein Interesse haben könnte… Die Folgerung, dass Hunde Kohlenhydrate “…um ein Fünffaches besser verdaueen können als Wölfe…” ist für eine wissenschaftliche Untersuchung ebenso wertvoll wie der Weltwetterbericht vom Tag der Laboruntersuchungen…! -In sehr vielen Futter-Fertigprodukten, ob trocken oder nass, ist ohnehin Stärke in Getreideform, meist Reis, in keineswegs vernachlässigbaren Mengen vorhanden. Trofu’s können -angeblich zumindest, und für den Laien nachvollziehbar – ohne Kohlenhydrate überhaupt nicht hergestellt werden, da die Stärke allein schon rein produktionstechnisch benötigt wird. Evtl. gibt es einige sehr exclusive Fertigfutter, die ohne KH auskommen. So was hab ich aber in Portugal noch nicht gefunden, was nichts heissen muss, da der Markt viel zu klein ist; aber vom H-TA bezogenes Trofu von “RoyalCanin”, ausgewiesen für den Hund mit gastro-intestinalen Problemen (veterin.diät), hat auch über 30% KH, die allerdings auf einer dt. TA-Seite genannt werden/nicht nachprüfbar. -Aber dass Hunde rel. gut mit KH zurechtkommen (statt elendig daran einzugehen), wird ja allein schon durch die tagtägliche Fütterung mit den allermeisten Fertigfuttern belegt; auch viele Nassfutter enthalten ja KH! Also müssen Hunde die entsprechenden Enzyme für den KH-Abbau selbst bilden können! Und das geht ohne die nötigen Gene eben nicht!
    Keinesfalls zustimmen kann ich daher der Schlussfolgerung, dass “die Futtermittelindustrie… (nach dieser Studie) in weiten Teilen völlig umdenken” müsse… -ticken die nicht schon viel länger “ein wenig anders…” ? -Dann hätten wir künftig womöglich nicht mehr 30% KH, sondern vielleicht 60…80%KH im Trofu zu befürchten…Gute, böse Nacht!

    abcde (Besucher)
    Mittwoch, 03. Jul, 2013 @ 10:58:17

    In der Genetik gibt es zwei Vermutungen: Die erste Vermutung liegt darin, dass wir mit Genen geboren werden die dann unser Leben beeinflussen. Die zweite und leider sehr oft vergessene besagt, dass sich die Gene im Laufe unseres Lebens den Umweltbedingungen anpassen. Was also haben die Hunde aus der Studie zuvor in ihrem leben zu fressen bekommen? Selbst wenn sich diese Gene angepasst haben sollten, ist es dann gleichzeitig auch die gesündeste Ernährung? Auch beim Menschen ist im übrigen sehr umstritten ob die hohe Kohlenhydratzufuhr wirklich gesund ist. Die entsprechende Ernährungspyramide die in unser aller Köpfen geistert wurde übrigens von Kellogs erstellt.

    kvonderleyens
    http://www.vonderleyen.com
    Mittwoch, 03. Jul, 2013 @ 13:47:04

    Es handelt sich hierbei um eine Evolutionsforschung. In der Genetik gibt es keine “Vermutungen”. Es sind beim Hund 30 unterschiedliche Genome zum Wolf gefunden worden, die sich direkt auf seinen Stoffwechsel und sein Verdauungssystem beziehen So, wie es auch unterschiedliche Genome im Aggressionsverhalten etc. gibt. Es geht nicht darum, was die Hunde, die für diese Studien untersucht worden sind, in letzter zeit zu fressen bekommen haben, sondern darum, dass DER HUND KEIN WOLF IST. So, wie ein Japaner mit einer Diät aus sehr viel Rohkost hervorragend lebt, es dem Europäer mit der gleichen Ernährung aber nicht so gut geht. Es geht hier auch nicht darum, den Hund ab jetzt mit Kohlehydraten vollzustopfen. Aber so, wie der durchschnittliche Mensch mit einer ausgewogenen Ernährung aus Proteinen und Kohlehydraten lange und gut lebt (wir reden hier NICHT von Fischstäbchen, MacDonald’s oder Zwiebelringen!), kann der Hund das auch. Es geht darum, dass der Hund nicht ständig mit dem Wolf verglichen werden soll. Es geht darum, dass den herstellern, den Barfern etc. der Satz: “Der Hund stammt vom Wolf ab, und dementsprechend muss er auch ernährt werden” allzuleicht von den Lippen kommt. Denn, siehe da: Es ist falsch.

    ahhhhh bbbbmh (Besucher)
    Mittwoch, 24. Jul, 2013 @ 09:10:30

    deshalb müssen unsere hunde den müll fressen der sich im tf befindet? .. (tote haustiere, klärschlamm, fleisch/knochenabfall)???? geht manchen barfer vllt.noch nciht mal ums getreite sonderen das im tf einach nur müll ist! naja und 4% fleisch im tf it doch ein bisschen arg wenig!

    kvonderleyens
    http://www.vonderleyen.com
    Mittwoch, 24. Jul, 2013 @ 09:22:33

    Na, da ist aber jemand wirklich jedem Märchen, jeder Legende, jeder Halbwahrheit und jedem Blödsinn aufgesessen, der je zum Thema Trockenfutter in Umlauf geraten ist: Alles das, was Sie aufführen, ist SOWAS von verboten, bei strengsten Strafen. Die deutschen Lebensmittelgesetze sind die strengsten der Welt – deshalb werden Lebensmittelskandale mit ausländischen Produkten ja auch immer hierzulande aufgeklärt.
    Abgesehen davon, dass die Tatsache, dass der Hund Stärke gut verträgt und nutzen kann (im Gegensatz zum Wolf) ja nicht bedeutet, dass man ihm ab jetzt minderwertiges Futter verabreichen soll. Das steht wirklich nirgends. Klärschlamm im Hundefutter? Meine Güte. Bitte lesen Sie dieses Interview mit der Fachtierärztin für Ernährung, die wirklich von niemandem gesponsort wird, sondern sich seit vielen, vielen Jahren mit nichts anderem beschäftigt, als Futtermittel, ständig mit Herstellern spricht und andauernd Dinge entlarvt:

    http://www.lumpi4.de/2013/05/03/hundefutter-darf-hundefutter-15823398/

    Jörg B aus H bei Re (Besucher)
    Mittwoch, 24. Jul, 2013 @ 09:48:12

    Welcher Futterkonzern hat die Forschung bezahlt?

    kvonderleyens
    http://www.vonderleyen.com
    Mittwoch, 24. Jul, 2013 @ 09:55:47

    Erst Text lesen, dann kommentieren: Kein Konzern. Dies sind Evolutionsforscher, die haben mit Futtermittelherstellern nichts zu tun. Es ging, wie im Text ja auch ersichtlich, um alle möglichen Unterschiede zwischen Wolf und Hund – die eben nur noch sehr entfernt miteinander verwandt sind, anders als immer behauptet -, wie ja auch Unterschiede im Gehirn, etc.

    Jörg B aus H bei Re (Besucher)
    Mittwoch, 24. Jul, 2013 @ 10:25:00

    Das Kompliment “Erst Text lesen, dann kommentieren” gebe ich mal höflich zurück und nehme es nicht persönlich… Die Frage war NICHT, wer die Forschung DURCHGEFÜHRT hat, sondern wer sie BEZAHLT hat.

    Dass der Hund kein Wolf ist, ist völlig klar, die Unterschiede beschränken sich jedoch in erster Linie auf den Phänotyp (Rassenauszüchtung) und das Verhalten (Neotenie). Der Verdauungstrakt und seine Organe sind praktisch identisch und nicht – wie beim Pferd – auf die Verdauung von Getreide ausgelegt. Woher kommen denn die vielen Diabetiker unter den Hunden? Woher die vielen Pankreasinsuffizienzen? Die Massen an Lebensmittelallergien? Warum bessert sich bei fast allen Hunden der Gesundheitszustand nach der Umstellung auf artgerechte Ernährung (allgemein unter dem Begriff BARF bekannt)?

    Also: WER hat die Forschung BEZAHLT? Das ist die alles entscheidende Frage.

    kvonderleyens
    http://www.vonderleyen.com
    Mittwoch, 24. Jul, 2013 @ 12:12:38

    “Viele Diabetiker” unter Hunden gibt es keineswegs. Auch nicht “viele Pankreasinsuffizienzen”: Bei 5,9 Millionen Hunden, von denen der Großteil ausgesprochen nachlässig und minderwertig ernährt wird, ist der Anteil noch immer verschwindend gering. Aber man findet diese Krankheiten aufgrund der verbesserten Forschung heutzutage viel besser, daher kennt man mehr dieser Fälle.
    Die “alles entscheidende Frage” ist keineswegs, wer die Studie bezahlt hat, denn selbst WENN Kellogs sie bezahlt hätte, ändert es nichts daran, dass Hunde über 30 Genome verfügen, um Kohlehydrate abzubauen, der Wolf aber nur über zwei – was bedeutet, das der Wolf auf Dauer bei einer Ernährung von durchschnittlichem Hundefutter sterben würde. Es ging in dieser Studie um Evolutionsforschung. Der Hund war nur ein “Randthema”, weil er eben bereits so lange mit Menschen zusammen leben.
    Die Unterschiede zwischen Wolf und Hund sind mittlerweile genetischer und organischer Natur, wie ja auch Dr. Dorit Feddersen-Petersen bestätigt (siehe Text). Hautwachstum, Fellwachstum etc. sind keineswegs identisch. Hunde und Wölfe paaren sich nicht einmal miteinander, wenn sie eine Ausweichmöglichkeit haben. (Dr. Feddersen-Petersen wurde übrigens ihr Leben lang von der Universität Kiel bezahlt. Es gibt unendliche unabhängige Studien, die von Universitäten bezahlt werden. Wenn Heimtierfutterfirmen, Kellogs oder Nestlé etc. Studien in Auftrag geben, werden diese Studien gewöhnlich auch so ausgeschrieben. ) An dieser speziellen Studie waren die Universitäten von Uppsala Schweden beteiligt, das Institute of Massachusetts Institute of Technology, die Harvard Universität in Cambridge, die schwedische Universität für Landwirtschaftstechnologie, und die Hedmark Universität in Norwegen, und die haben die Studie auch bezahlt.

    M Nasarek (Besucher)
    Mittwoch, 24. Jul, 2013 @ 10:46:58

    In all den Diskussionen wird offensichtlich gerne der Oberbegriff Kohlenhydrate mit Getreide gleichgesetzt.

    Fakt ist, der Hund kann KH verwerten (wobei auch der Wolf absolut kein 100% Carnivor war, aber das nur am Rande), und in eine ausgewogene Ernährung sollte man idealerweise eine KH-Quelle anbieten, sei es in Form von Mageninhalt, Gemüse etc..
    Fakt ist leider auch, und das wird hier irgendwie verwechselt: Unser Leistungsgetreide, vielfach verändert und “verbessert” führt verstärkt zu Allergien, beim Hund kann eine getreidereiche Ernährung ausserdem (v.a. bei genetischer Prädisposition) zu Gelenkserkrankungen führen, weiterhin finden pathogene Darmkeime bis hin zu Würmern ein vermehrt freundliches Milieu im Hund.
    Wer seinen Hund also ausgewogen und seinem evolutionsbedingten “Enzymstatus” entsprechend ernähren wollte, der gebe ihm KH in Form von Gemüse aller Art, vielleicht auch mal Kartoffeln, und möglichst wenig Getreide (Insb. Weizen, Mais!!). Zudem ist bei einer sebst zusammengestellten Ernährung unbedingt auf einen ausreichenden Fettgehalt zu achten, denn genau DESWEGEN nehmen viele Hunde kurz- und auch langfristig ab, weil dem Fett keine Beachtung geschenkt wird.

    Das heutige Industriefutter ist leider nachwievor überwiegend angereichert mit Getreide und deren Nebenerzeugnissen. Nicht, weil Hund es braucht, sondern schlichtweg, weil es billig ist. Das Ergebnis sieht man vielfach auf dem Tisch der Tierärzte.

    Übrigens, Frau von der Leyen: Klärschlamm wurde in jüngster Vergangenheit durchaus mit verarbeitet im Tierfutter, bis sich die gesetzlichen Regelungen geändert haben. Leider wahr

    kvonderleyens
    http://www.vonderleyen.com
    Mittwoch, 24. Jul, 2013 @ 11:49:30

    Klärschlamm wurde nicht mit verarbeitet – es gibt ja viele, viele Hunde, die trotz jahrelanger Fertigfutterdiät hervorragend aussehen, und Klärschlamm auf die Dauer würde zu ganz anderen Schäden führen. Aber Sie haben Recht: die Gesetzeslage war so, dass es durchaus möglich gewesen wäre, es zu verarbeiten. Die Lebensmittel- und Tierfuttergesetze wurde dahingehend bereits vor vier Jahren geändert. Vor allem geht es um den Quatsch, dass Haustierkadaver, Sägespäne etc. verarbeitet werden dürfen (wie gesagt: Siehe den Link zu dem Interview mit Dr. Fritz).
    Bei einer selbst zusammen gestellten Ernährung ist vor allem und ganz besonders auf den Nährstoffgehalt zu achten, denn Hunde haben einen vielfach höheren Mineralienbedarf, als beispielsweise Menschen (eine trächtige Hündin hat den 20fachen Kalziumbedarf wie eine schwangere Frau). DAS ist der Grund, warum so viele Tierärzte die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie “barfen” hören – denn die Leute denken, dass es bereits artgerechte Rohfütterung ist, wenn sie dem Hund jeden Tag Herz füttern.
    Gemüse reichen beispielsweise bei Leistungshunden als Kohlehydratquelle nicht aus. Mit “Mageninhalt” meinen Sie wahrscheinlich Grünzeug? Denn mittlerweile weiß man, dass Wölfe oder Wildhunde keineswegs als erstes den Magen fressen, wie man das immer annahm, den lassen sie schön liegen für die Hyänen, die Krähen, etc.
    Woher die ganzen Allergien kommen, ist ja nicht geklärt. In der Abteilung für Tierernährung der Münchner Tierklinik laufen Studien, demzufolge es sehr häufig damit zu tun hat, dass Hunde heutzutage ununterbrochen unterschiedliches Futter angeboten bekommen (der Hund braucht ja “Abwechslung”!), was für das Verdauungssystem des Hundes offenbar nicht gut ist. Früher, als es noch längst nicht dieses Überangebot von Hundefutter- und Fleischsorten gab, wurden Hunde sehr häufig ein Leben lang von einer Futtersorte (ob nun Dose oder IMMER Fleischeintopf) ernährt, und es schien ihnen besser zu gehen. Abgesehen davon gab es Gelenkerkrankungen etc. schon immer – übrigens auch bei Wölfen: Da fällt es nur nicht so auf, weil sie in der Wildnis nur selten älter als sechs Jahre alt werden -, aber man hat dem Thema nicht so viel Beachtung geschenkt. Ebenso bei Allergien: Wenn der Hund sich dauernd kratzte oder das Fell verlor, ging man davon aus, dass er Flöhe hatte oder Räude.

    • Also vielen Dank für die Info. Ich persönlich war ja schon immer überzeugt davon dass mein Hund einen “Saumagen” hat. Und wenn ich kritisch Futterdosen im Zoogeschäft beäugt habe habe ich mich da schon oft gefragt ob das Verdauungssystem des Hundes mittlerweile nicht “angepasst” ist. Nun weis ich dass es stimmt. Was aber nicht heißen soll dass ich ihm nun wahllos irgendwelches Zeug reinschiebe

    • Einigen wir uns darauf, dass die Erde eine Scheibe ist und wer das Gegenteil behauptet auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden muss. Seit vielen tausend Jahren wird der Hund vom Menschen domestiziert. Wenn er sich in dieser langen Zeit nicht Evolutionär weiterentwickelt, von der Züchtung vom Menschen mal abgesehen, hat, dann ist es wirklich eine dumme Art.

    • hallo,
      ich freue mich über die veröffentlichung der studie und der daraus bezogenen diskussion, die alleo offentsichtlich im sinne des wohls des hundes zu ergründen sind.
      ich persönlich ernähre meine hunde vegan.
      seit mehr als 5 jahren. ihr blutbild wird regelmäßig an einer klinik untersucht und ihre gesundheit gecheckt. zur beruhigung vorab- ihnen geht es sehr gut.
      ich schreibe dies deswegen, weil ich mich freuen würde über mehr offenheit bei diesem thema. wir wissen noch lange nicht alles über die ernährungswissenschaft beim hund und dann noch noch lange nicht bei jeder rasse. meine hunnde sind der zumindest der beweis dass gesunde vegane ernährung möglich ist. das heißt nicht, dass dies bei allen so möglich ist. bei meinen funktioniert es gott sei dank.
      denn für mich macht es auch keinen sinn mehr, seitdem ich meinen zweithund aus dem tierheim geholt habe, einem tier helfen zu wollen und dabei zehn anderen oder ihre produkte die aus ausbeutung resultieren, zu verfüttern.
      zudem warf sich mir zu beginn die frage auf, weswegen so viele hunde, an krebs erkanken.

  2. Wunderbar, diese Debatte! Ich habe eine Menge gelernt durch all die vielen, sich teilweise widersprechenden Inputs. Auch danke für die vielen weiterführenden Links.
    Als begeisterte Hundehalterin (zwei Löwchen”) bin ich stets auf Informationssuche. Dabei ist nichts aufschlussreicher als eine gut geführte Kontroverse.
    Tolles Forum!

  3. Gabi"Packleader"Papadopoulos

    Ich habe einen kleinen Mischling, Labrador Mama, Jack Russel Papa, der mit 3 Jahren zu mir kam. Fell struppig, Zähne belegt, zu dick.
    Ich füttere K9, das getreidefrei auf der Basis natürlicher Ernährung des Wolfes entwickelt wurde. Gefriergetrocknet.
    Er mag das sehr gerne und es ist das Futter, wo er sich nach dem Fressen ins Körbchen packt und pennt.
    Ich gebe zwischendurch auch hochwertige Dosennahrung, die mag er auch sehr gerne, aber danach bleibt er irgendwie noch hungrig. Jedenfalls gibt er nicht so schön Ruhe und wirkt nicht so zufrieden wie nach dem Wolfsfutter.
    Er bekommt auch rohe Knochen und ab und an was vom Tisch. Vertragen tut er alles.
    Da das K9 auch noch sehr günstig ist, bleibt das aber die Basis.
    Mittlerweile hat er samtiges, glänzendes Fell, stinkt nicht mehr, Zähne sind schön weiß und er hat sein Idealgewicht.
    Ich rate, unabhängig von diesem Artikel, bei fertigen Futterzusammenstellungen genau die Inhaltsstoffe zu lesen und danach zu entscheiden, was gefüttert wird.
    Allergiker und andere erkrankte Tiere müssen individuell gefüttert werden.
    Gabi”Packleader”Papadopoulos

  4. Sicherlich haben sich im Laufe der Evolution sämtliche Lebenwesen an ihr Umfeld angepasst. Genau das macht das “Überleben” aus –
    Der Organismus lernt mit den Gegebenheiten aus zukommen und sogar bei schlechtester Ernährung, Versorgung, Umfeld irgendwie durch zu kommen.

    Das der Hund inzwischen sich soweit verändert bzw. angepasst hat, dass er sogar mit Getreide “überleben” kann, bedeutet sicher nicht, dass dieses Entwicklung zu seinem Nutzen ist. Es stellt sich hier nicht die Frage, ob der Hund inzwischen notgedrungenderweise Getreide teilweise verarbeiten kann, sondern ob er es benötigt?!?

    So wie wir Menschen mit Übergewicht, Diabetes, Krebs und vielen Zivilisationskrankheiten überleben – schafft es auch der Hund auf gleiche Weise.

    Das Kohlenhydrate unter anderem auch für Krebs verantwortlich gemacht werden, ist keine Neuigkeit. Und da auch unsere Hund durch diese, sagen wir mal “Andersernährung” klar kommt, bedeutet gleichermaßen, dass diese ebenfalls an Übergewicht, Diabetes, Krebs usw. erkranken.

    Haben Wölfe vielleicht auch einmal Krebs…., möglich – aber Diabetes, Übergewicht – so wie unsere Haushunde = sicher nicht.

    Anstatt den Hunden weiterhin zuzumuten, dass sie unsere Ernährungsfehler ausbaden müssen, sollte man lieber einmal daran arbeiten, diesen der Gesundheit schadenden Schritt wieder in die ursprüngliche gesunde Richtung zu führen.
    “Evolution” ist nichts anderes, als das das Leben neue Möglichkeiten der Existenz findet. Das bedeutet nicht, dass diese Schritte immer gut sind.
    Und diese, durch den Menschen erzwungene Evolution der Nahrungsaufnahme kann man sicher nicht als Argument nehmen, damit man den Fleischfresser zum Allesfresser “umbauen” kann .
    Hier ist eine Erklärung, die sicher von der Futtermittelindustrie gerne verlinkt wird, für den bequemen Trockenfütterer als Entschuldigung dienen mag, aber dem Hund sicher nicht gerecht wird

    • Katharina

      Es geht bei evolutionärer Entwicklung nicht um “notgedrungene Anpassung”, sondern um größtmögliche Optimierung. Europäische Kinder vertragen Kuhmilch nicht nur notgedrungen, sie ist sogar sehr gut für sie. Afrikanische Kinder sterben daran. Ebenso sterben die Stammesmitglieder der afrikanischen Mbuti an Stärke, während unsereins nicht nur “notgedrungen” damit überlebt, sondern sich unser Organismus in den letzten Jahrtausenden so gut angepaßt hat, dass wir Stärke und Kohlehydrate sogar benötigen, um Leistung bringen zu können.
      Übergewicht bei Hunden kommt vor allem durch zuviel Futter und zuwenig Bewegung – nicht durch die Gabe von Kohlehydraten (Kohlehydrate sind übrigens auch in Karotten, Erbsen, Bananen, Blaubeeren, Äpfeln, Amaranth, Hafer, Quinoa, Buchweizen und allen möglichen anderen Dingen enthalten, die wir unseren Hunden schon aus Vitamingründen nicht vorenthalten sollten). Wölfe leiden natürlich nicht an Übergewicht, weil sie gar nicht genug Nahrung finden können, um sich massive Fettpolster anfressen zu können. Ich habe auch noch nie von einem Wolf gehört, der an Krebs erkrankte – Tatsache ist aber, dass Wölfe in freier Natur selten älter als fünf, sechs Jahre alt werden (Krebserkrankungen treten in den meisten Fällen – sofern nicht vererbt – erst nach dem neunten, zehnten Lebensjahr bei Hunden auf) und nie das glänzende, weiche Fell haben, dass unsere Haushunde aufgrund ausgeklügelter Nahrung und zahllosen Nahrungsergänzungen vorweisen. Unsere Hunde dagegen werden – nicht zuletzt aufgrund der guten Ernährung – älter als je zuvor in der Geschichte. Wir Menschen übrigens auch – obwohl wir uns doch schon lange “unnatürlich” ernähren. Meine Ernährung hat nichts mit der eines Steinzeitmenschen gemein: Den könnte man mit der Menge an M&Ms, die ich zu mir nehme, glatt umbringen. Dafür kann ich daran sterben, wenn mir irgendetwas in den Blinddarm gerät – den der Steinzeitmensch aber dringend brauchte, denn darin befand sich ein Enzym, mit dem er Baumrinde zersetzen konnte. Ich weiß nicht, wie das in Ihrem Fall ist, aber: Ich brauche keine Baumrinde mehr zum Überleben.
      Hunde sind nicht mehr mit dem Wolf verwandt. Sie wollen sich nicht einmal mehr miteinander verpaaren, wenn sie es irgendwie vermeiden können, erkennen sich also nicht mehr als gleiche Art. Hunde und Wölfe gehen auf die gleichen Vorfahren zurück – wie Affen und wir (und wir ernähren uns tatsächlich vollkommen anders als Gorillas, und ob es us gut ginge, wenn wir zu dieser “ursprünglichen” Ernährung zurückkehren würden, bezweifle ich. Hunde sind auch keine Carnivoren mehr, sondern laut Dr. Feddersen-Petersen Omnivoren (und die muss es wissen – sie erforscht seit 40 Jahren nichts anderes). Die DNA von nordamerikanischen Wölfen ist in fast jeder Hinsicht völlig anders als die unserer Haushunde. Der unglaublich lange Zeitraum, während dem die Domestikation stattgefunden hat, bedeutet, dass Hunde sich radikal verändert haben, seit sie sich von Wölfen getrennt haben vor ca. 10 000 Generationen. Und in dieser Zeit hat sich auch ihr Umfeld dramatisch verändert. Lange dachte man, die Domestikation unserer Hunde habe irgendwann vor 15 000 Jahren stattgefunden, aber seit ziemlich erstaunlichen Forschungen, die 1997 von einem amerikanisch-schwedischen Forschungsteam erstellt wurden, geht man davon aus, dass Hunde nicht erst seit Beginn der Landwirtschaft unsere Begleiter sind, sondern wohl schon 100 000 Jahre früher. Es gab bereits Hunde, bevor irgendein anderes Tier domestiziert wurde, also dürfen wir getrost davon ausgehen, dass der Hund sich in unendlich vielen Punkten deutlich stärker von seinen Urahnen unterscheidet, als irgendein anderes Tier auf der Welt. Den Hund immer weiter mit dem Wolf zu vergleichen, ist schlicht ungerecht dem Hund gegenüber. Alles am Hund, sogar bis hin zu seiner (im Verhältnis zum Wolf) massiv vereinfachten Mimik dient dazu, möglichst optimal mit dem Menschen zusammen zu leben.
      Die Geschichte also, der Hund müsse ernährt werden wie der Wolf, ist ein Märchen. Es geht in meinem Text überhaupt nicht darum, Hunden ihr Fleisch nicht zu gönnen oder der Futtermittelindustrie zuzuarbeiten (im Gegenteil: Die behaupten ja andauernd, der Hund sei ein domestizierter Wolf) – ich habe fünf Hunde, von denen drei möglichst ohne Getreide ernährt werden, zwei davon mit einem Drittel Nudeln/Bulgur/Reis, weil sie sonst in kürzester Zeit bucchstäblich “vom Fleisch fallen” , sondern darum, Hunde endlich als das zu sehen, was sie sind – eine eigene Spezies, die mit dem Wolf nicht einmal mehr die DNA teilt.

  5. Es ist meines Erachtens vollkommen korrekt, dass der Hund kein Wolf ist, denn der Wolf würde auf Dauer nicht so friedlich in einem Menschenrudel leben.
    Daher ist es auch richtig, dass man die Ernährung zwischen Wolf und Hund nicht 1:1 vergleichen kann.
    Auch richtig ist, dass der Hund nicht ausschließlich Fleisch benötigt, das ist beim Wolf jedoch auch nicht der Fall. Auch der Wolf frisst zwischendurch Wurzeln.
    Man sollte nun jedoch nicht den falschen Rückschluss ziehen, dass man Hunde ausschließlich vegetarisch oder gar vegan ernähren kann. Eine Zeitlang sicherlich, aber nicht dauerhaft. Dafür spricht weiterhin der zu kurze Darm.
    Nicht ohne Grund haben Pflanzenfresser einen x-fach längeren Darm als Fleischfresser, da dieser für die Aufspaltung der pflanzlichen Rohstoffe erforderlich ist.

    Gluten (Klebereiweis in bestimmten Getreidearten) ist nicht ohne Grund ein Allergen, welches für Allergien verantwortlich ist. Daher ist zumindest bei betroffenen Hunden auf Gluten zu verzichten. Zudem ist von der Verwendung von Getreide bei einer Krebserkrankung abzuraten (gilt bei allen Lebewesen).

    Schlimm genug, dass der Mensch permanent herumexperimentiert und Veränderungen züchtet nur um seine eigene Befriedigung zu erhalten. Wir sollten die Finger von natürlichen Abläufen lassen und uns mit der Natur vereinen. Wir können natürliches nicht optimieren – die Natur ist bereits perfekt, nur nicht der Mensch.

    • Katharina

      Nirgends in diesem Beitrag steht, dass Hunde vegetarisch oder vegan ernährt werden sollen. Hier steht nur, dass Hunde aufgrund ihrer evolutionären Veränderungen von Stärke in der Ernährung profitieren – im Gegensatz zum Wolf. Noch dazu sind Hunde mit dem Wolf so weitläufig verwandt wie wir und der Neandertaler. Niemand findet, dass wir Menschen uns wie Neandertaler ernähren sollten… Und Gluten ist für jene ein Problem, die ein Problem haben. Es gibt auch Kinder mit Erdbeerallergien, aber deshalb gibt es keine Erdbeersperre für alle Kinder; manche Menschen bekommen Migräne von Rotwein, aber deshalb müssen ja nicht alle Menschen aufhören, Rotwein zu trinken.

      Wir sollten vor allem aufhören, unseren Hunden ständig Krankheiten/Allergien/Unverträglichkeiten etc. anzudichten, die sie gar nicht haben. Und sollten aufhören, so zu tun, als würden wir mit Wölfen oder domestizierten Wölfen zusammen leben. Sie haben mit Wölfen nichts mehr gemein. Weder das Haut- noch das Haarwachstum, noch die Mimik gleichen einander, sämtliche Organe sind mittlerweile anders. Und der Natur ihren Lauf lassen wir auch schwer: Zumindest meine – übrigens vollkommen gesunden – Hunde leben im Haus, in gemütlichen Hundebetten, bekommen ausgesuchtes Futter und verreisen per Auto mit mir, müssen sich von fremden Kindern streicheln und fremde Hunde und Menschen ins Haus lassen, und wenn sie stinken, werden sie mit Hundeshampoo gebadet (aber bio, na klar). Sie sind z.T. kastriert (aus unterschiedlichen Gründen), z.T. nicht, trotzdem verhindere ich ihre Fortpflanzung. Ich erziehe sie, verhindere, dass sie ganz natürlich Rehwild jagen (oder Fahrräder und Jogger), ich behandele sie gegen Zecken und andere Parasiten, jage ihnen fürchterliche Medikamente durch den Darm, wenn sie Giardien haben (was zumindest die Tierschutzhunde immer haben, wenn sienhier ankommen), baue ihre Darmflora dann mit bestimmten Hefen wieder auf… Ach, wissen Sie: Die Natur ist auch irgendwie überbewertet.

  6. Alexander

    Vielen Dank für die Veröffentlichung dieser Studie. Ich arbeite seit 20 Jahren in einem großen Futtermittelmarkt als Verkäufer. Wir verkaufen die komplette Bandbreite der Produkte, die im Lebensmittelhandel und im Fachhandel angeboten wird, aber auch schon seit über 15 Jahren tiefgefrorenes Frischfleisch.

    Aus meiner Erfahrung kann ich bestätigen, dass mindestens 96 % aller Hunde das Standardfutter der Futtermittelindustrie sehr gut vertragen, sonst gäbe es diese Industrie schon gar nicht mehr. Darum erstaunt mich diese Studie auch nicht.

    Mit welcher Verbissenheit hier diskutiert wird, als wenn es sich um Ausübung einer perversen Religion dreht, bleibt mal locker.

    Wenn wir bei Kundenhunden eine Futtermittelallergie feststellen, arbeiten wir mit der Ausschlussprinzip, häufig wird dann auf Frischfleisch beraten. Hier kann bei der Fütterung so viel falsch gemacht werden, da sehe ich beim “Fertigfutter” wesentlich geringere Probleme für den Laien. Darum würde ich für Anfänger immer industriell gefertigtes Futter favorisieren.

    Wer Frischfleisch füttert, oder neudeutsch barfen möchte, sollte sich mit dem Thema ernsthaft auseinandersetzen, oder sich dementsprechend beraten lassen.

    Hunde, die bestimmte Kohlenhydrate nicht vertragen, gibt es sehr wohl, aber das ist die Ausnahme.

    Ach so, Katzen wurden in der Diskussion auch angeschnitten. Das ist mal ein völlig anderes Thema und hat mit dieser Studie nichts zu tun. Die haben sich evolutionär eben nicht so weiterentwickelt, wie unser geliebter Hund.

  7. Andreas Mayer

    Ist zwar schon länger her, der Kommentar von Judith Tubbesing, aber zu einer Aussage von ihr möchte ich etwas anmerken:

    Zitat: “nur weil sich hunde an die von uns aufgezwängte ernährung ETWAS angepasst haben, heißt das lange nicht es ist für sie gesund.”

    Nun, diese Nahrung wurde den Hunden nicht vom Menschen “aufgezwängt”, sondern sie haben sich vor Jahrtausenden diesen Weg der Ernährung (Abfallverwertung auf den Müllhaufen menschlicher Siedlungen) selbst ausgesucht und sich im Laufe der Evolution eben daran angepaßt. Und daß da keine hochwertigen Fleischteile herumlagen, kann man sich ja wohl vorstellen.

    Sollte man vielleicht mal beim guten alten Coppinger nachlesen, wie Hunde sich mit großer Wahrscheinlichkeit selbst domestiziert haben. 🙂

    Eigentlich müßte einem ja schon – der bei Hundehaltern leider nur selten vorhandene – logische Menschenverstand sagen, daß Hunde schon aus diesem Grunde keine reinen Fleischfressser mehr sein können.

    Und wenn sich eine Art über viele Jahrtausende an eine veränderte Nahrungszusammensetzung angepaßt hat, dann ist diese auch (über)lebensnotwendig. Insoferne ist der Vergleich Neandertaler-Mensch durchaus passend. Denn der Urhund, der vor 20- oder dreißigtausend Jahren begonnen hat, sich an die menschlichen Abfälle als Nahrung anzupassen, hat ja mit den heutigen (teils extrem durchgezüchteten) Hunden auch nicht mehr viel gemein.

    Und ich bin mir sicher, daß Baumrinde zu essen für mich wesentlich ungesünder wäre, als täglich ein Schnitzel mit Pommes. 😉

  8. Ganz ehrlich… ihr habt Probleme das gibts nicht. Wann lernen die Menschen endlich mal das zu tun, das ihnen und ihren Hunden einfach nur gut tut, ohne sich auf Aussagen anderer zu verlassen. Lernt mal auf euer Gefühl zu hören, auf die Intuition. Genau das ist es nämlich was wir alle im Laufe der Jahrzehnte durch die Informationsflut verloren haben! Die “Goldene Mitte” ist für Vieles immer noch die beste Lösung – die Mischung machts! Und wenn ich lese, wie hier über Kohlenhydrate (auch bei Menschen) hergezogen wird kann ich nur noch lachen. LowCarb.. so ein Käse! Wie sagt man immer, wer gewinnt hat Recht?…http://www.tri2b.com/926-triathlon-und-ernaehrung-10-fragen-an-sebastian-kienle.html

  9. Andrea Reiss

    Fakt ist, einer meiner Hunde bekommt von jeglichem Trofu schrecklichen Durchfall. Ich hab ein dreiviertel Jahr alles versucht. Auch medizinisch wurde alles abgeklärt, zb parasiten usw. Nichts. Er bekam Fleisch und innerhalb kurzer Zeit kein Durchfall mehr. Und er ist nun seit einem Jahr komplett durchfallfrei. Studie hin oder her, NICHT jeder Hund kommt mit Industriefutter zurecht. Und jeder Hundebesitzer, sollte aufmerksam bleiben für sein Tier und nicht nur theoretisch handeln, nachdem was irgendeiner meint zu wissen und verkündet. Füttert das was euer Hund verträgt. Achtet auf alles am Hund, denn Symptome kann man nur erkennen wenn man wachsam ist. Sei es Geruch vom Fell bis hin zum offensichtlichen Durchfall.

    • Es steht ja auch nirgends, dass man seinen Hund unbedingt mit Trockenfutter ernähren soll. Die Studie sagt, dass Hunde über große Kapazitäten verfügen, um STÄRKE zu verdauen – im Gegensatz zum Wolf. Das bedeutet nicht automatisch, dass man ihn also mit Croissants oder mit Trockenfutter ernähren soll – es gibt ja sogar kohlehydratarmes Trockenfutter, das der Hund trotzdem nicht vertragen muss. Stärke heißt: Kartoffeln, Reis, alle möglichen Sorten Getreide, sogar Brot. Mir ist schleierhaft, wieso daraus automatisch geschlossen wird, dass es bedeutet, man solle den Hund mit Fertigfutter vollstopfen. Mir ging es in dem Artikel darum, dass diese ganzen Firmen (wie auch BARFER) immer behaupten, der Hund sei ein domestizierter Wolf und müsse genauso ernährt werden. Und. Das. Ist. Falsch.

  10. Was für ein schwachmatenkack….

    ZITAT: Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Hund Stärke – dem Hauptnährstoff in Getreide wie Reis oder Weizen – um ein Fünffaches besser verdauen kann als der Wolf. Die Domestizierung vom Wolf zum Hund ging offensichtlich insbesondere mit einer Umstellung auf stärkehaltige Nahrung einher. Das Forscherteam betont, dass diese Entwicklung beim Menschen und seinem besten Freund anscheinend sehr ähnlich ….
    ZITATende

    Dann müsst ihr das machen… und sie mal richtig anfahren…. dann wisst ihr mehr.. wie sie schmelzen wie die reiher……

    UND richtig… ein hund ist kein wolf…..

    ähnlich wie ein homo-sapiens kein Neandertaler ist…

    dennoch ist ein mensch ein primate….

  11. Monika Berthel

    Sehr interessanter Artikel, finde ich. Und wer mag, werfe den ersten Stein, denn meine Hündin wird vegan ernährt. Ehrlich gesagt, nicht freiwillig. Obwohl ich selbst vegan lebe, war ich doch der Meinung, ein Hund bräuchte Fleisch. Aber da meine Hündin eine Allergie gegen tierisches Eiweiss entwickelt hat, blieb mir nichts anderes übrig. Ich koche das Futter selbst, eine Mischung aus Linsen, Gemüse und Kartoffeln oder Vollkornnudeln. Mineralstoffe, Hefepulver und Leinöl, sowie Vitamin B12 werden zugesetzt. Meiner Hündin geht es hervorragend, besser als je zuvor und sie ist erheblich agiler geworden. Verdauungsprobleme sind Schnee von gestern und das Fell sieht aus, als hätte ich den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als sie zu bürsten.
    Letztendlich ist es doch auch so: Als der Hund noch nicht diesen Status von heute hatte, noch nicht echtes Familienmitglied war, gab es als Futter das, was vom Menschenessen übrig blieb und mal den einen oder anderen Knochen. Solche Unmengen an Schlachtabfällen gab es doch früher gar nicht, da wurde verarbeitet, was irgendwie ging. Und wenn ich meiner Mutter glauben darf: Ihre Hunde wurden auch sehr alt.

  12. Anja Gobmaier

    Wenn Hunde wirklich nur Fleischesser wären, hätten sie nie so lange überlebt.
    Auch heute gibt es viele Länder, wo nicht mal die Menschen regelmäßig Fleisch bekommen, trotzdem sieht man überall Hunde die gut aussehen, nicht dick sind und sehr agil.
    Hirten auf Wanderschaft hätten gar nicht die Möglichkeit gehabt, ihre Hunde laufend mit Fleisch zu füttern ohne daß der Viehbestand darunter gelitten hätte, nur Jagdhunde bekamen häufig Fleisch aber auch in Deutschland war Fleisch für Hunde früher recht selten genau wie für ihre Halter.
    Und auch ich kannte vor 50 Jahren Hunde mit 15 und 17 Jahren die noch fit waren und mich ab und zu begleiteten weil sie damals im Ort noch frei laufen durften und jeder wußte wohin sie gehören. Die aßen auch Brot und alles was ihre Menschen auf den Tellern hatten und übrig ließen.
    Nur keinerlei Süßigkeiten, die sind heute leider auch in vielen Fertigfuttersachen drin und nicht gesund machen vieles aber erst freßbar weil es sonst nicht angenommen würde. (Rübenschnitzel, Melasse usw.)

  13. P-müller

    Das Hunde vor dem Industriefutter älter wurden ist ganz richtig, sicherlich nich weil sie damals hochwertiger oder roh gefüttert wurden. Was hier ganz außer acht gelassen wurde, sind u.a. haufenweise Pestizide und Konservierungsstoffe die das geliebte Trockenfutter haltbar und schimmelfrei machen sollen. Wer schonmal verschüttetes Trofu Wochen später im feuchten Keller unversehrt wiederfand, der braucht sich nicht wundern. Darüber gibt es ja bereits auch Studien, die ganz klar besagen das diese Zusatzstoffe bei Laborratten in vielen Fällen zu Krebs führte. Da es aber nich verboten ist damit zu arbeiten, wirds logischerweise weiterverwendet. Der billige Füllstoff aus Abfällen der Getreideindustrie ist da wohl das kleinste Problem….
    Ich würde auch mal behaupten, das 90% der zZ. am Markt erhältlichen Trofu ihr Geld nicht annähernd wert sind. Von Dicounterhausmarkenkram für 1€ das Kg mal abgesehen, find ich es bald unverschämt über 50€ für einen Sack billigster Füllstoffe und überbleibsel der Getreideverarbeitung zu zahlen. Und das was da unter Fleischanteil betietelt würd, ist auch unter aller Kanone, nicht nur von der geringen Masse, sondern auch vom letztendlich verwendeten Material. Nur Trottel, glauben noch, feinstes Hack und Muskelfleisch oder das reine Korn oder frische Gemüse wäre dem Futter beigefügt.

    Und genau das ist der Hauptgrund meine Hunde mit einer gesunden Mischernährung, aus Fleisch, Küchenabfällen, Essensresten, Schlachtabfällen/Knochen, Milch und Getreideprodukten zu ernähren. Scheinbar bekommt es ihnen auch ganz prächtig, es kostet mich weniger und ich weiß selber genau was in den Napf kommt.
    Und sie produzieren von 350gr Futter keine 3x500gr Haufen pro Tag, was mich auch immer wieder stutzig macht, wenn ich mir andere so anschaue. Auch ist es sonderbar, wenn in freier Natur rot leuchtende Kothaufen Wochenlang unberührt von Schnecken und Kleinstlebewesen umherliegen sehe….

  14. In dem Artikel gings zum wiederholten Male nicht darum, dass (minderwertiges) Trockenfutter die beste Wahl ist…………………

  15. P-müller

    Stimmt, aber der Artikel bzw die “Studie” will dem Leser verklickern, das der moderne Hund mit Cerealien ganz gut haushalten kann, weil er dies 5X mal besser verdaut als der Wolf.
    Das bleibt zumindest bei jedem hängen der kurz über Artikel ließt.
    Die Frage ist dann noch, wie schlecht bitte der Wolf dann pflanzliche Kohlenhydrate verdaut,
    wenn der moderne Haushund der auf Getreidebasis ernährt wird, schon mehr ausscheißt
    als vorne reingeht. Von Guter Verwertung, kann also nich die rede sein. Man erkennt es ja selber schon, wenn oftmals nicht aufgeschlossenes Gemüse oder Getreide, was auch einfach nur geschluckt wurde, im ganzen wieder ausgeschieden wird.
    Das weiß insgeheim jeder der mit Hunden zutun hat, und um diese Erkenntniss zu erlangen
    muss man kein Atomphysiker sein.
    Und wenn wie beschrieben sich angeblich alle inneren Organe vom Wolf zum Hund erheblich unterscheiden, dann müssen wir ja scheinbar auch davon ausgehen das sich das Gebiss in den nächsten Jahrzenten bei den verbliebenden Normalrassen Grundlegend, vom Beutegreifer zum Allesfressergebiss ändern.
    Und solange das beim alten bleibt, weiß ich auch ohne Studie, das meine Hunde besser ernährt werden, mit dem Hauptbestandteil aus tierischem Eiweiß.
    Davon ab kenn ich zuviele Negativbespiele, vorallem was neue Futter-Sorten mit Mais statt herkömmlichem Getreide angeht.

    • Katharina

      Ups, da sitzen Sie aber doch einer ganzen Menge Missverständnissen auf.
      Zuerst einmal: Ja, der Hund kann in der Tat mit Getreide sehr viel besser haushalten als der Wolf, der es nämlich praktisch gar nicht kann. Selbst Dorit Feddersen-Petersen betont, dass man Wölfe mit eine reinen Ernährung aus Hundefutter umbringt, während von den 5,9 Millionen in Deutschland lebenden Hunde sehr, sehr viele kerngesund und mit glänzendem Fell sehr, sehr alt werden.

      Die Studie müssen Sie gar nicht in Anführungszeichen setzen, denn es sind sehr, sehr renommierte Wissenschaftler von großen, internationalen Universitäten gewesen (ich wage einfach mal die Behauptung, dass die sich mit der Materie intensiver auseinander gesetzt haben als Sie), die, wie auch immer wieder betont, keine Studie zu Ernährung gemacht haben, sondern erforscht haben, wie sehr sich der Hund mittlerweile genetisch vom Hund unterscheidet. Eine Studie ist es, wenn sie an einer oder mehreren Universitäten angemeldet wurde und mindestens zehn verschiedene Tiere untersucht wurden, die unter den gleichen Bedingungen gelebt haben. In diesem Fall wurden ja international viel, viel mehr Hunde und Wölfe untersucht, Die Futtermittelindustrie war den Forschern dabei völlig schnuppe.

      Es gibt viele schlimme Beispiele von Hunden, die aufgrund von individuell falscher Ernährung große Probleme haben. Inzwischen gehen Tierärzte und Wissenschaftler allerdings davon aus, dass das auch sehr viel mit der unendlichen “Abwechslung” zu tun hat, die die Hundehalter ihren Tieren zumuten, ständig die Futtersorten und Proteinquellen wechseln, etc.-. Aber wenn Sie sich z.B. mal mit den Tierärzten der Diätetischen Abteilungen der veterinärmedizinischen Unikliniken von Berlin und München unterhalten, können Sie sich Seiten über Seiten Fälle von Hunden ansehen, die entsetzliche Defizite aufgrund viel zu hochproteinhaltiger Nahrung haben, die massive Skelett-Verbildungen aufzeigen, weil sie völlig falsch mit viel zu viel Fleisch ernährt wurden. Ich kenne Studien, die an der Münchner Uniklinik gemacht wurden, aus denen hervorgeht, dass die allerwenigsten gebarften Hunde tatsächlich ausreichend mit Mineralien und Vitaminen versorgt werden. Fast immer fehlt ihnen Jod, fast immer Kupfer, fast immer ist das Kalzium- Phosphor-Verhältnis völlig durcheinander. Noch dazu wurden in ihrem Kot immer wieder üble Bakterien gefunden, die aus Rohfleisch stammen (deren Namen ich leider erst nachfragen muss), die aber den Darm nachhaltig schädigen. Aber die BARF-Lobby ist einfach lauter als die anderen (und haben übrigens in vielen Foren dazu aufgerufen, eine BARF-Studie der Münchner Uni zu boykottieren. Könnte ja sein, dass dabei herauskommt, dass ihre Hunde gar nicht so gesund sind, wie sie dachten. Und das wollten sie offenbar lieber gar nicht erst herausfinden. Eine neutrale Betrachtungsweise lassen die also auch nicht zu. )

      Das Gebiß unserer Hunde gibt wenig Auskunft über ihre Nahrung (ich verfüge auch noch über leicht verkümmerte Reißzähne, und wir Menschen essen seit vielen Jahrhunderten mit Messer und Gabel). Übrigens ist der einzige Hund, der noch ein wolfsartiges Gebiß hat, ist der Pudel. Ud das sicherlich nicht, weil er in den vergangenen Jahrhunderten ernährt wurde wie ein Wolf. Auch ich habe noch einen Blinddarm – wie an anderer Stelle bereits beschrieben, diente der den Neandertalern dazu, darin ein Enzym zu speichern, um Baumrinde besser verdauen zu können. Ich habe noch nie Baumrinde gegessen, und soweit ich das verfolgen kann, hatten auch meine Vorfahren das nicht nötig in den letzten 500 Jahren.

      Galgos werden in Spanien hauptsächlich von hartem Weißbrot ernährt – nur zur Jagdsaison bekommen sie ein bißchen Trockenfutter hingeworfen. Sie sehen häufig entsetzlich aus, aber das hat eher etwas mit der üblichen Misshandlung zu tun, der sie ausgesetzt sind. Sie haben nie HD, sie haben sehr gute Zähne, und Krebs ist nicht ihr Problem. Windhunde schädigt man mit zuviel Protein – sie brauchen eigentlich eine Ernährung aus Fett und Kohlehydraten. Mit viel Fleisch bekommen sie bei ihnen nichts auf die Rippen.
      Das gleiche mit Schlittenhunden, also richtigen Leistungshunden – geschrotete Hühnerkarkassen (keine ganzen Masthühner), Öl und Reis. Und die leben lange und bleiben sehr gesund.

      Mais ist keineswegs eine Zutat, die “neuerdings” Futtermitteln beigefügt wird – im Gegenteil kommt man langsam weg von Mais. Hirse kommt aus dem Hund hinten genauso wieder `raus, wie Sie es vorne `reingegeben haben, die Schale ist zu hart; genauso Amaranth. Aber in gepresster Form, als Flocke profitieren Hunde sehr von Magnesium und den zahllosen Spurenmineralien darin. Wenn Sie Knochen füttern, kommen die zum größtenteil auch unverdaut wieder `raus – aber Sie würden trotzdem nicht darauf verzichten, Knochen zu füttern. Oder wenigstens Eierschalenpulver – woher, denken Sie, würde der Hund “in der Natur” an ausreichend Eierschalen für seinen Kalziumgehalt kommen?
      Und Wölfe ernähren sich keineswegs so gut wie unsere Hunde – sie werden in freier Natur selten über sechs Jahre alt, also sterben sie natürlich nie an Krebs, aber sie haben z.B. fast immer massiven Kupfer- und Selenmangel. Wenn Sie sich Wolfsfilme ansehen, glänzt deren Fell nie, wenn die Tiere über zwei Jahre alt sind.

      Meine Hunde bekommen eine gemischte Ernährung aus mühsam von Fachtierärzten errechneten Rationen aus Fleisch, Kohlehydraten und Gemüse, Ölen und Mineralien. Sie bekommen durchaus auch Trockenfutter. Es ist ein hochwertiges Trockenfutter ohne Mais, und ihre Hinterlassenschaften danach sind relativ klein und wohlgeformt. Darauf lege ich großen Wert bei fünf Hunden, hinter denen ich aufräumen muss. Sie sehen den Tierarzt nur alle drei Jahre zur Impfung, oder wenn entwurmt werden muss, weil sie im Akkord vor Wochen verstorbene Maulwürfe gefressen haben.

      Schnecken kümmern sich übrigens nicht um Hundekot, leider – aber Mistkäfer. Ich habe beides in unserem Garten, die Schnecken interessieren sich viel mehr für meine Hortensien und alle anderen Blumen. Keine Ahnung, welches Futter den Hundekot orange färbt, wie Sie schreiben, aber es geht ja auch nicht darum, Hunde schlecht zu ernähren. Diese Logik verstehe ich sowieso nicht: Wenn ich Kohlehydrate esse, heißt das ja auch nicht, dass ich Weißbrot esse, sondern z.B. Vollkornbrot. Wenn ich ins Restaurant gehe, bedeutet das nicht automatisch, dass ich zu McDonald’s gehe.
      Wenn man seinem Hund also hochwertiges Trockenfutter gibt, ist das nicht dasselbe wie Frolic.

      Und Atomphysiker wissen wirklich gar nichts über Ernährung. Das ist einfach nicht ihr Feld.

      • “Schnecken kümmern sich übrigens nicht um Hundekot, leider”

        Doch, die echten “Braunen Wegschnecken”. Die fressen Kot und Erbrochenes fein säuberlich aus dem Gras…

    • Nee, die will verklickern, dass der Hund besser mit Stärke zurecht kommt und das stimmt so. Das gab dem Hund einen evolutionären Vorteil.

      Nahrung muss ans Individuum und dessen Bedarf angepasst sein, um gut zu sein. Deswegen ist eine reine Rohfleischfütterung bestimmt nicht für alle Hunde geeignet, wahrscheinlich sogar für die allerwenigsten. Ich kanns mir für Inuithunde vorstellen, aber ansonsten?

      Windhunde, gerade im arabischen Raum, bekamen, was ihre Herren aßen, Brot/Mehl, Milch (natürlich nicht Kuh, aber das tut nichts zur Sache) und auch Oliven.
      Japanische Hunde wurden seit Jahrtausenden (!) mit Reis, Gemüse und Fischresten (GEGART) ernährt, japanische Züchter machen das heute noch so.

      Selbst unter Wölfen haben sich regionale Unterschiede ausgebildet, keinesfalls aber will ich einen Hund so ernähren.

      Der Hund lebte beim Menschen, selbst Pariahunden bedienen sich an den Abfällen des Menschen, auch wenn sie nicht in deren Häuser wohnen. Da gibt es gekochtes Gemüse und Kohlehydrate, und das wird je nach Hund sogar sehr gut verwertet. Ich gebe dir Recht – rohes Gemüse… damit können die wenigsten Hunde auch nur irgendwas anfangen (übrigens ist es beim Menschen ganz ähnlich).

      Es kann aber nicht sein, dass man Hunde ungeachtet ihrer eigenen Bedürfnisse miot Fleisch, Innereien und Knochen vollstopft und dies dann als artgerechte Fütterung deklariert – ganz besonders wenn sich bestimmte ungute Sachen einstellen, wie schleimiger Knochenkot oder tägliches Erbrechen. Ich weiß, da kommt der Rohfütterer gerne und behauptet, das sei eine “Entgiftungserscheinung” – was es natürlich nicht ist.
      Es gibt bestimmt Hunde, die mit einer ausgewogenen Rohfütterung (mit gekochten Komponenten) gut zurechtkommen, es gibt bestimmt auch vereinzelte Hunde, die man komplett roh ernähren kann, aber dieses Überstülpen… das werde ich nie verstehen, besonders dann nicht, wenn es mittlerweile genug Indizien und Beweise gegen die ach so gesunde Barferei gibt.

      Niemand sagt,d ass ein Hund dann nur noch Trockenfutter fressen sollte, allerdings ist das Futter am besten, das den Hund am besten versorgt und ihm am besten bekommt. Ich glaube, dass mehr Hunde mit einem guten Fertigfutter besser bedient sind als an einer Mangelernährung durch Rohfleisch (oh ja).

    • Ach ja, Verwertung:
      Es ist klar, dass ein Hund “weniger ausscheißt”, wenn er Rohfleisch bekommt, weil TAAADAA Rohfleisch aus viel Wasser besteht. Hat jemand schon mal den ausgeschiedenen Urin verglichen?

  16. Wow, welch belebende Debatte……sehr interessante Ergebnisse, gefällt mir gut. Was mir beim Lesen so durch den Kopf ging möchte ich hier stichwortartig anführen. Vielleicht gibt es Anstoß zu neuen Diskussionen…..
    Zum einen sehe ich es ebenfalls so, dass die Hunde meiner Vorfahren teilweise ein fast biblisches Alter erreicht haben (16 Jahre für einen dt. Schäferhund) und das bei ausschließlicher Fütterung von Essensresten bzw. Nudeln und Reis mit etwas Fleisch und ab und an ein fleischiger Knochen.
    Wenn man meine Oma nach “Trockenfutter” gefragt hätte, hätte sie gar nicht gewusst was das ist, denn diese neumodische Erfindung der Industrie gibt es ja noch gar nicht so lange. Auch der Hirte in Anatolien der mit seinen Hunden
    die Herden bewacht, schleppt sicher keine Säcke mit irgendwelchen trockenen Bällchen durch die Gegend……ich möchte hier nur einmal aufzeigen, dass die Frage, ob der Hund Getreide vertragen kann oder ob es ihm gesundheitlich schadet, nicht automatisch mit einer Fütterung von Trockenfutter gleichzusetzen ist. Mal ganz davon abgesehen, dass man sich bei einer reinen Fleischfütterung auch mal ernsthafte Gedanken machen sollte, woher das Fleisch denn kommen soll. Wenn alle Hunde künftig mit ausschließlich rohem Fleisch ernährt werden sollen, frage ich mich wer all diese zusätzlichen Rinder, Schafe, Kaninchen, Pferde etc. züchten soll und unter welchen Bedingungen diese dann ihr kurzes Leben fristen sollen. Wenn sich nun also der Hund genetisch an die veränderten Bedingungen angepasst haben soll, ist das doch prima. So kann man die Fleischration mit gutem Gewissen auch mal mit etwas Nudeln, Reis oder Gemüse strecken (vorausgesetzt der Hund verträgt es). Trockenfutter ist für mich nicht die richtige Alternative, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Natürlich kann ich auch bei der Wahl des Fleisches Fehler machen, denn wer garantiert mir, dass nicht genau dieses Stück aus einer Antibiotikagefütterten Massentierhaltung stammt……aber das Problem ist ja wieder ein ganz anderes…….deshalb Fazit für mich: man sollte niemand verurteilen, der seinen Hund mit Getreide, ohne Getreide mit viel oder wenig Fleisch füttert……so lange der Hund gut damit klar kommt ist doch alles OK.

  17. Ich finde diese Studie ebenfalls sehr interessant.
    Man muss es jedoch wirklich in Anbetracht der Tatsache sehen, dass hier eine Studie im Bereich der Evolutionforschung und nicht der Ernährungsphysiologie durchgeführt wurde.

    Denn dadurch konnte eben nur diese Aussagen getätigt werden:
    a) Hunde haben mehr Gene zur Aufschlüsselung von Stärke und Zucker als der Wolf
    b) Die Anzahl der Gene sind mit derer einiger Pflanzenfresser zu vergleichen
    c) Einige Gene wurden bisher noch nie in Canivoren nachgewiesen

    Um hieraus eine vernünftige Schlussfolgerung zu ziehen, fehlt einfach noch Hintergrundwissen. Auch die Anzahl der getesteten Hunde reicht mir nicht aus. Es wurden 60 Hunde aus 14 verschiedenen Rassen getestet.

    Ernährungsphysiologisch würde mich noch folgendes Interessieren und/oder mir noch fehlen.
    Welche Rassen wurden getestet und wie nahe waren sie dem Wolf in der Gesamtheit des Genoms (Einige Rassen werden schon länger domestiziert, während andere Rassen dem Wolf in seinem Verhalten noch recht nahe sind – ich denke da besonders an einige nordische Rassen)?
    Wie und/oder mit welchem Futtermittel wurden die Hunde in den letzten Generationen ernährt?
    Um einen epigenetischen Faktor auszuschließen sollte man tatsächlich darüber nachdenken Hunde einer Linie zu überprüfen (beispielsweise zwei Vollgeschwister, einer gebarft/ einer Industriemittelernährt – dies über mehrere Generationen hinweg beobachten, also auch züchten). Es gibt einfach so viele Faktoren zu beachten, es wird der Sache irgendwie nicht gerecht, einfach 60 x-beliebige Hunde mit 14 x-beliebigen Wölfen in der Ernährung zu vergleichen.

    Für einen Vergleich, der allgemein den Evolutionären Unterschied betrifft reicht es mir (!) tatsächlich, denn diese Studie beweist (ja nur): Es hat sich genetisch etwas verändert.
    Es müssen jedoch weitere Studien her, die an die Ergebnisse dieser Studie anschließen und sich auf der Ernährungsphysiologischen Ebene spezialisieren.

  18. Wenn es aufgrund von Trockenfutter zu Gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt, könnte das wohl auch an der Qualität liegen. Wenn Menschen sich mit minderwertigen Lebensmitteln ernähren, fördert das auch nicht die Gesundheit.
    Trockenfutter gibt es erst seit den 1950-60 Jahren, seitdem sind viele Hunde damit gefüttert worden, alles kann nicht verkehrt sein. Würden Hunde keine Pflanzliche Nahrung verwerten können, würde es, glaube ich, noch ganz andere Probleme geben. “Vielleicht” auch kein Trockenfutter, wer würde das denn Kaufen, was drin ist darauf kommt es an.
    Das hat seinen Preis, das Reste irgendeiner Produktion großer Lebensmittelkonzerne billiger sind als angemessene Inhaltsstoffe ist klar.
    Bei Trockenfutter gibt es Preisspanne von 8 Euro bis 70 Euro für je 10kg, das wird seine
    Gründe haben.

  19. Sehr geehrte Frau von der Leyen!

    Vielen Dank für Ihre gelungene, informative Webseite und auch diesen Artikel hier. Nun bin ich nicht der ganz große Hundekenner und Fütterungsexperte und mein diesbezügliches etwas naives Weltbild sieht in etwa so aus: Es gibt erstens Hunde. Es gibt zweitens Windhunde. Es gibt drittens Salukis. Mit letzeren kenne ich mich ein klein wenig aus, ich beschäftige mich seit über vierzig Jahren mit der Rasse, hatte selbst fünf Salukis und habe mich gerade nach dreizehn hundelosen Jahren um ein Paar ältere Salukibuben aus den Tierschutz beworben. Und natürlich frage ich mich: Wie soll ich diese füttern, sollten sie zu mir kommen. (Daß es seit meiner Geburt Hunde in der Familie gab, ich ehrenamtlich im Tierheim arbeite, sei am Rande erwähnt, außer Salukis kenne ich schon noch ein paar andere Hunde, ein Dingo war auch mal in der Familie.)

    Nun ist es ja bekannt, daß in der arabischen Welt Unsummen in die Lieblingstiere der Scheichs investiert werden, seien es Falken, Rennkamele, Rennpferde (die paar Millionen für den bereits damaligen Krüppel Totilas, nach deutscher Presse “das teuerste Pferd der Welt” sind doch ein Trinkgeld gegenüber den Summen die im arabischen Raum gezahlt werden; warum sollte ein gutes Pferd auch weniger als ein mittelmäßiger Fußballspieler kosten?) und auch Salukis. Zu deren Betreuung werden die teuersten und besten Spezialisten der Welt angestellt. Salukis gehören nachweislich einer sehr, sehr alten Rasse an und in wenigen Weltgegenden ist die Küche so traditionell wie auf der Arabischen Halbinsel. Schauen wir mal, was die geschätztesten Hunde dort bekommen:
    https://www.youtube.com/watch?v=X352EFJKWro

    “Die Hunde fressen was ihr Herrchen ißt. Sie teilen unsere Nahrung. Sie dürfen nie das fressen was sie erlegen.” “Was macht einen guten Saluki aus? Ein gutes Herrchen, gutes Training, gutes Fressen (!), gute Gesundheit, gute Zucht. Gute Herrchen behandeln sie als Freunde.”

    Und wie sieht die Nahrung aus? Als Basis Weizen, besonders gekocht als Bulgar, Reis, Hirse, Humus, Couscous, Polenta. Etwas (!) Fisch, Gefügel, Hammel, Lamm, Ziege, Rind Kamel. Dazu Erbsen, Kichererbsen, Linsen, Bohnen, ferner Datteln und Feigen. Das erlegte Wild dürfen Salukis ja nicht verzehren, Hase, Kaninchen, Gazellen, Halbesel; Füchse und Wölfe sowieso nicht.

    So sieht also die Ernährung des wohl effektivsten eigenständig handelnden Jagdhundes der Welt aus. Seit wahrscheinlich Jahrtausenden.

    Übrigens: In einem anderen Video über das Abu Dhabi Saluki Centre waren die ganzen schönen frischen Zutaten auf einem Tisch aufgereiht – und mitten drin eine (!) Dose, man mag es nicht glauben, Chappi (“damit’s ein Prachtkerl wird”). Koch und ein Saluki haben während des Kochvorgangs (!) abwechselnd von der selben Schöpfkelle gegessen…

    Salukis sind anders, ganz anders als andere Hunde. Als Vorfahren hatten sie wohl ägyptische, abbessinische und arabische Wölfe. Aber es sind halt auch Hunde, seit Jahrtausenden in menschlicher Obhut und mit einem für diese Gegebenheiten angepaßten Verdauungssystem.

    Als ich 1980 meinen ersten Saluki bekam erhielt ich auch Fütterungsempfehlungen von den Züchtern. Der Kernsatz war in etwa: “Alles – nur kein Frolic.” Das war müßig, denn keiner meiner fünf Salukis hat jemals Trockenfutter – egal welcher Qualität – angerührt. Also bin ich in den Schlachthof gefahren und habe so Sachen wie ganze Rindermägen (mit Pansen, Lab-, Blätter- und Netzmagen), Lunge, Strosse, Euter, Kopffleisch, Milz etc. gekauft, ich habe also so in etwa “gebarft”, damals kannte das Wort aber noch kein Mensch. Allerdings gab’s dann an Kohlehydraten (“Sättigungsbeilage” – eines der bescheuertsten Wörter der deutschen Sprache!) das, was ich auch aß, natürlich ungesalzen: Dinkel, Buchweizen, Reis, Kartoffeln, Hirse, Polenta, Nudeln, Haferflocken etc. Darüber ein paar Tropfen gutes Öl, etwa Weizenkeimöl. Morgens einen Toast, dick bestrichen mit Schweine-Leberwurst. Wenn’s Ei gab das Eigelb roh, das Eiweiß wurde gebraten. Als Welpen bekamen die Hunde Hühnereierschalen, in der Kaffeemühle feingemahlen. So hat man damals, vor 35 Jahren, Hunde ernährt – offensichtlich hatten wir überhaupt keine Ahnung… Und das so etwa vier mal in der Woche, dazu an zwei Tagen Dosenfütter, Pal etwa, das wurde später zu Pedigree und hatte damals noch einen guten Ruf. Ein Tag irgendwas, auch mal z.B. gut durchgebratenes Schweinefleisch, zumeist aber Fisch. Meine Hunde sollen Abwechslung beim Fressen haben und ihnen soll es auch schmecken. Gut, wenn sie hätten wählen können, hätten wohl alle fünf – sehr unterschiedliche Hunde sehr unterschiedlicher Herkunft, ein Importhund war auch dabei – nur rohen Rinderpansen (Wildpansen hat keiner angerührt), Leberwurstbrot, Omas Käsekuchen und Santinos, Freund und Pizzabäcker, Pizza Salami gefressen. (Hab’ mir immer vorgestellt wie die Wölfe am Lagerfeuer sitzen, ihre Pizza garen und als Nachtisch Käsekuchen fressen.) Zwei meiner Hunde sind sehr alt geworden, einer wurde ein Methusalem; zwei mußten aufgrund von Krankheit und Unfall viel zu früh gehen – aber keiner ist an Krebs gestorben. Und künftig werde ich meine Hunde wieder so ernähren: 2/3 “Barf” mit viel Fett und Kohlehydraten – und sollten sie nur ALDI Trockenfutter mögen und vertragen, dann bekommen sie halt dieses. Ich bin da frei von Dogmen.

    Was meine Hunde keinesfalls bekommen werden ist Geflügel, bes. Huhn aus einem Barf-Shop. Leut’, auch ohne große Ahnung kann man sich vorstellen, daß dieses Geflügel hauptsächlich von den Legefarmen stammt oder Puten aus Bodenhaltung wo die Tiere so eng stehen, daß keines mehr umfallen kann: Geschundene, gestreßte, ausgelaugte, kranke, arme Wesen, mit Medikamenten vollgepumpt. Beim Gedanke daran wird mir schon schlecht, ich esse auch kein Gefügel aus Massentierhaltung. Barf kann immer nur so gut wie die Qualität des Fleischs sein, das Wort “Barf” alleine sagt noch gar nichts.

    Grüße

    Thomas

  20. Hallo liebe Katharina,

    auf der Suche nach “Denkanstößen” zum Thema Kohlenhydrate in der Hundeernährung (ich wollte darüber einen Artikel schreiben 😀 ) bin ich hier gelandet. Die Diskussion, die dem Artikel folgte, spiegelt sehr schön wider, welcher Fanatismus in der Hundeernährungswelt mittlerweile herrscht. Irgendwie scheint da doch sehr häufig der gesunde Menschenverstand und auch das Gefühl für natürliche Zusammenhänge mehr und mehr abhanden zu kommen (das meine ich nicht böse, sondern eher besorgt).

    Ich ernähre meine eigenen Hunde zwar mit rohem Fleisch, sie bekommen aber quasi täglich auch einen Anteil Kohlenhydrate. Dies aus (meine ich) guten Gründen, ich bin nämlich ebenfalls der Meinung, unsere Hunde hätten nicht über Jahrtausende überlebt, wenn sie nicht gut mit Kohlenhydraten aus Getreide oder anderen Quellen könnten. Fleisch war ja einmal ein teures und wertvolles Nahrungsmittel und ganz sicher wurden Hunde selten mit solch hohen Fleischanteilen versorgt, wie das heute z.B. beim barfen oft üblich ist. Ihre Ernährung hing auch sicher immer stark vom Milieu ab, in dem sie lebten, vom Zeitgeist und vom allgemeinen Wohlstand. Es gab Zeiten, da wurden Hunde mit sogenanntem Hundebrot gefüttert.
    Günther Blochs Feldforschungen an den sogenannten Pizzahunden haben gezeigt, Hunde ziehen es vor, das zu fressen, was der Mensch ihnen zu Verfügung stellt. Sie lassen lieber den Hasen seiner Wege ziehen, als auf sogenannte Hausmannskost zu verzichten.
    Für mich persönlich ist die durch diese Studien offiziell bestätigte Möglichkeit, meinen Hunden u. a. auch Kohlenhydrate zu geben, auch ein wichtiger Faktor im Hinblick auf meine Umwelt. Ich selber esse nur sehr wenig Fleisch, weil für mich der Tierschutz nicht bei den Nutztieren endet. Das wenige, das hier auf dem Teller landet, kommt vom Bauernhof um die Ecke. Das ist teuer, aber lieber wenig gutes Fleisch als viel Billiges. Ich weiß so, dass die Tiere, die für meine Ernährung ihr Leben lassen, ein gutes Leben hatten. Ebenso handhabe ich das mit meinen Hunden. Sie bekommen ausschließlich nur Fleisch von Tieren, die NICHT aus der Massentierhaltung kommen. Dafür ist dieses Fleisch dann von sehr guter Qualität, nicht belastet mit Medikamenten etc., in seiner Zusammensetzung sicher gesünder, da auch diese Tiere artgerecht ernährt wurden. Außerdem greife ich für die Hundeernährung natürlich gerne auf die Fleischteile zurück, die der Mensch verschmäht.

    Auch die ständigen Hinweise auf Fertigfutter fand ich in den Kommentaren überflüssig, da dieses ja in keinem Zusammenhang mit den Studien steht. Es wurde schließlich nicht “bewiesen”, dass Hunde mit Fertigfutter ernährt werden können, sondern es ging um eine Komponente darin. Das wäre ja so, als würde man argumentieren, dass Dosensuppe gesund ist, weil Möhren drin sind. Und wenn ein Hund ein schlechtes Futter erhält und es ihm dann nach einer Futterumstellung besser geht, heißt das im Umkehrschluss nicht, dass die neue Form der Fütterung die einzig wahre ist. Es heißt lediglich, dass sie besser ist, als die vorherige. Es kann aber sein, dass eine andere Form die gleichen Ergebnisse bringen würde. Das heißt, stelle ich vom billigen Fertigfutter auf Barf um und dem Hund geht es gut, heißt das nicht, dass Kohlenhydrate schlecht sind, sondern nur, dass das Fertigfutter vorher schlecht war.

    Alles in allem denke ich, wir sollten diese Ergebnisse als Bereicherung ansehen und Bestätigung, dass unsere Hunde sehr wohl angepasst (so läuft das ja nun mal mit der Evolution) sind und vor allem dass sie flexibel sind und der Dogmatismus in der Hundeernährungsszene schlicht überflüssig ist.

    Liebe Grüße
    Anke

  21. Ich war auch lange Zeit begeistert von der veganen Ernährung. Habe die “china-study” gelesen und war überzeugt davon, dass meine Hunde auch von der veganen Ernährung profitieren können. Leider hat einer von beiden jetzt nach circa einem Jahr vegan Diabetis entwickelt. Heute ist es mir vollkommen klar. Die übermäßige Stärke von Reis, Mais oder Kartoffeln wird doch zu reinem Zucker umgewandelt. Wie hirnverbrannt war ich doch, das meinen Hunden zuzumuten.

  22. Hallo,
    weiß jemand, ob es diese Studie von Erik Axelsson irgendwo in Deutsch zu lesen gibt?
    Mein Englisch reicht leider nicht aus 😉

  23. leider bin ich erst vor ein paar Tagen auf diese Seite gestoßen und möchte natürlich auch noch meinen Senf dazu geben 😉
    Gerade habe ich mir die letzte Seite durchgelesen (habe mir ALLES ausgedruckt) und kann nur meine Bewunderung an Frau Von der Leyen aussprechen. Ich werde mir jetzt nicht noch die Mühe machen nachzuzählen, wie oft sie wiederholen musste, worum es bei der Studie geht.

    Dazu möchte ich nur anmerken, dass wir Menschen genetisch ähnlich dicht am Schimpansen sind, wie der Hund am Wolf! Nebenbei bemerkt verwenden wir Primaten für Tierversuche!

    Um zu wissen, dass der Hund sich auch ernährungstechnisch an den Menschen angepasst haben muss, bedarf es doch eigentlich gar keiner Studie, das setzt lediglich einigermaßen logisches Denken voraus.
    Sicherlich kann der Hund tierische Proteine und Fette sehr gut verwerten und ich würde meinem Hund diese auch nicht vorenthalten.
    Die Fütterung von fast ausschließlich Fleisch (ob roh oder verarbeitet) und Ausschluß von Getreide ist für mich genauso eine Vergewaltigung am Hund wie die vegane Fütterung.
    Wenn der Hund sich nun schon so gut angepasst hat (was die Studie nur endlich wissenschaftlich bewiesen hat), warum drängen wir ihm dann plötzlich eine Ernährung auf, die ihn um Jahrtausende in der Evolution zurückdrängt.

    Was hier kaum angesprochen wurde sind synthetische Zusatzstoffe, Konservierungsstoffe, Pestizide, Herbizide wie Glyphosat, Antibiotika und nicht zu vergessen den Dauerstress, dem unsere Nutztiere in konventioneller Haltung ausgesetzt sind und der sich im Fleisch niederschlägt, erst recht in den oft verfütterten Innereien.

    Die oft erwähnten Unverträglichkeiten haben ihren Ursprung sicher nicht im Getreide oder anderen Komponenten sondern in den konzentriert zugesetzten pflanzlichen “Nebenprodukten” wie z.B. Maiskleber und synthetishen Zusätzen. Wenn ich mich gut ernähre, Fertigprodukte und stark verarbeitete Nahrung meide und mit Bioprodukten die Schadstoffbelastung minimiere, kann ich mich und sicher auch meinen Hund mit wenig Fleisch sehr gut gesund erhalten.
    Im Übrigen gibt es inzwischen einige wirklich gute Fertigfutter, die ohne synthetische Zusätze und fragliche Nebenprodukte eine gute Alternative bieten und bei denen der Hund und nicht nur Profit an erster Stelle steht.

    Nutznießer bei diesem Wahnsinn ist die Fleischindustrie, die können so auch noch ihr Gammelfleisch und die vergasten Eintagsküken zu Geld machen. Der Barfer zahlt mehr dafür, als die Futtermittelindustrie. In der Dose oder im Trofu ist das iih, als Barf ist es “artgerecht”.
    Ich finde es schon schlimm genug, dass wir Menschen so unnötig viel Fleisch essen, rechnet doch mal aus, wie viele Rinder nur für die “artgerechte Fütterung” unsere Hunde gehalten werden müssten, und das, obwohl sie ja nicht mal artgerecht ist, weil der Hund eben kein Wolf ist.
    Also schon aus Tierschutzgründen sollten wir doch einfach dieses wunderbare evolutionäre Geschenk annehmen!
    Wie viele Barfer würden wohl noch barfen, wenn sie das mit Biofleisch tun müssten.
    Meine Hunde (Aussi-Border-Mix) hinterlassen von getreidefreier Nahrung weit mehr, als wenn sie Getreide bekommen und es geht ihnen mit Getreide definitiv besser. Das ist vielleicht nicht bei jedem Hund so, aber kein Hund braucht 90% Fleisch!

    Für mich ist BARF und Tierschutz definitif nicht kompatibel!

  24. ….noch was 😉

    wir sollten auch nicht ausser Acht lassen, dass unsere Hunde regelmäßig mit toxischen Substanzen “behandelt” werden, wie Impfungen, Wurmkuren und vor allem den so praktischen Spot On´s, sie werden gewaschen, wenn sie nach Hund riechen (manche sogar geföhnt, gepudert und parfümiert).
    Sehr viele Allergien, sowohl beim Menschen, als auch bei unseren Tieren, gehen nämlich auf das Konto unseres Hygienewahns und der Angst vor Parasiten.
    Ein gesunder Körper kann damit sehr gut alleine klar kommen, aber wir neigen dazu das natürliche Bakterien-Millieu kaputt zu machen. Was das Immunsystem nicht kennenlernen darf, kann es auch nicht einschätzen und ggf. bekämpfen.

  25. Überraschend für mich selber war die Erkenntnis, dass Hunde im Laufe der Geschichte eigentlich kaum, bzw sehr wenig Fleisch zu fressen bekamen (siehe Link unten). Mein Hund wird gebarft, ich halte das, richtig durchgeführt nach wie vor für die artgerechteste Ernährung, evtl werde ich aber den Fleischanteil ein wenig senken. Ich selber esse nur zu besonderen Anlässen Fleisch, da ich finde dass man diese kranke Fleischindustrie samt ihres respektlosem Umgang mit Lebewesen nicht unterstützen sollte. Dennoch kaufe ich mehr Fleisch als je zuvor…aufgrund der Fütterung meines Hundes (32kg Labrador-Boxer-Mischling), was einen dann irgendwie auch ärgert. Nach Umstellung meines Hundes auf Barf stellten sich folgende Veränderungen ein: 1. Deutlich weniger Kotabsatz 2. Eine sichtbar gesünder wirkende Kotkonsistenz 3. Ein beeindruckend glänzendes Fell 4. Neutraler Körpergeruch statt “Hundegeruch” 5. Deutlich weniger Gasbildung d.h er furzt viel weniger 😉 6. Selteneres Trinken aufgrund des hohen Wasseranteils im Fleisch 7. Wirkt es seitdem als hätter er mehr Appetit, evtl weil er das im Magen aufquellende Trockenfutter gewöhnt war, das natürlich mehr Volumen im Magen einnimmt.

    http://www.wuff.eu/wp/hundeernaehrung-ein-streifzug-durch-die-geschichte/

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