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Warum Futter mit wenigen Inhaltsstoffen besser ist

Wir alle wollen unsere Hunde so gut wie irgend möglich füttern, damit sie ein möglichst langes, gesundes Leben führen können. In unseren modernen Zeiten erlebt die Ernährung von Mensch und Hund gewaltige Modeerscheinungen – nie gab es mehr Menschen mit echten oder eingebildeten Glutenunverträglichkeiten, Getreideunverträglichkeiten, Laktoseintoleranzen, wir ernähren uns lowCarb oder mit der steinzeitlichen Paleo-Dät und schwören auf lebensrettende Eigenschaften von gegrillter Ananas oder strikt veganer Erährung.

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Und was den Menschen recht, ist uns für unsere Hunde billig. Dass dann Hunde und Menschen, also Äpfel und Birnen vermischt werden und der eine ganz andere Bedürfnisse hat als der andere, ist dann nicht so wichtig (“Wer’s glaubt, isst selig”). Nur zu oft werden kühne Behauptungen aufgestellt, die gar nicht oder nur schlecht untermauert sind oder schlicht auf Mißverständnissen beruhen: Wahr ist beispielsweise, dass im Falle einer Krebserkrankung geraten wird, sich möglichst kohlenhydratarm zu ernähren. Im Umkehrschluß bedeutet dies jedoch nicht, dass Kohlenhydrate Krebs auslösen können.

Und so wurde es im Hundefutterbereich modern, Hunde getreidefrei zu ernähren, was durchaus Sinn macht, falls der Hund eine Getreide-Unverträglichkeit hat – für alle anderen bietet Getreide eine hervorragende Energiequelle und liefern wertvolle Ballaststoffe. Gerade Hafer ist sogar im rohen, aber gewalzten Zustand (also als Flocke) hochverdaulich und enthält auch noch alle neun Aminosäuren – es wäre doch schade, auf diesen gesundheitlichen Aspekt zu verzichten.

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Im Gegensatz zu Menschen kommt bei Hunden eine Glutenunverträglichkeit, die Zöliakie übrigens nicht vor. Nur bei einer einzigen Linie von Irish Settern wurde eine vergleichbare, erbliche  Erkrankung nachgewiesen.

Es wurde modern, ein Hundefutter mit zahlreichen Kräutern anzureichern, weil das einen so naturnahen Eindruck macht: Dabei wird demjenigen, der das Ettikett liest suggeriert, dass Kräuter die Gesundheit fördern. Ist das so? Hunde verarbeiten viele Substanzen ganz anders als der Mensch. Manche Kräuter haben tatsächlich eine pharmakologische Wirkung – aber dann sollten sie auch wie Arzneimittel behandelt werden und nicht nach Belieben in Hundefutter verarbeitet werden. Darin überschreitet die zugegebene Menge an Kräutern gewöhnlich sowieso selten mehr als 4-5 Prozent – wozu also nicht gleich darauf verzichten? Tatsächlich habe ich persönlich noch nie einen Hund gesehen, der sich über mein beträchtliches Kräuterbeet hergemacht hat. Hunde fressen gerne Gras und suchen sich dann nur die scharfen Gräser aus – weicher, grüner Rasen, auch wenn er zu lang geworden ist, wird normalerweise verschmäht.

Ganz neuer Trend ist inzwischen die “Single Protein”-Ernährung, also mit einer einzigen Fleischsorte als Proteinquelle. Eigentlich ist das eine Rückentwicklung, zurück zur ursprünglichen Ernärhung: Denn welcher Hund hätte früher an einem Tag Kaninchen, Huhn, Wild und Pute in seinem Napf gefunden?  – In einem sehr bekannten getreidefreien Trockenfutter, das ausserdem extem Kräuter-lastig ist, finden sich nicht weniger als elf (!) Proteinquellen. Für den Hersteller ist das eine super Sache, denn er kann auf diese Weise teure und billige Fleischsorten miteinander vermischen. Ein Futter aus einer einzigen Fleischsorte herzustellen ist entsprechend deutlich teurer – aber gesünder für den Hund, dessen Verdauungstrakt nicht belastet wird mit lauter verschiedenen Proteinquellen, von denen er die eine oder andere möglicherweise gar nicht so gut verträgt (wie soll der Tierarzt das herausfinden bei elf Proteinquellen im Futter?). Gerade wenn man das Risiko einer Futtermittelallergie senken möchte, ist es wichtig und richtig, ein Hundefutter mit nur wenigen, klar deklarierten Bestandteilen zu füttern. Theoretisch kann ein Hund auf jeden Bestandteil eines Hundefutters reagieren, wobei besonders häufig Eiweiße sowohl tierischer, als auch pflanzlicher Herkunft (z.B. Soja) betroffen sind.   Je weniger Proteinsorten in einem Hundefutter vorkommen, desto leichter wird es, Unverträglichkeiten zu erkennen.

Je übersichtlicher die Zutaten in einem Hundefutter, desto besser.  Manche Hunde reagieren auf Futterbestandteile mit Unverträglichkeiten oder sogar Allergien (allerdings nur 2% aller Hunde). Welche Stoffe genau eine Reaktion auslösen, lässt sich nur durch eine Eliminationsdiät feststellen. Entsprechend ist ein Futter mit wenigen Bestandteilen besser geeignet, weil es das Risiko dezimiert, dass  einer dieser Inhaltstoffe als Allergen wirkt. Wird ein Futter mit einer reduzierten Rezeptur gut vertragen, kann man davon ausgehen, dass kein Allergen vorhanden ist. Je mehr verschiedene Inhaltsstoffe und/oder Konservierungsstoffe im Futter vorhanden sind, desto schwerer wird es herauszufinden, welcher Inhaltsstoff  nicht vertragen wird.

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Auch eine Ansammlung von verschiedenen Kohlenhydraten in der Hundefutter-Rezeptur kann darüber hinwegtäuschen, dass der Fleischanteil des Futters in Wirklichkeit deutlich niedriger ist, als auf den ersten Blick zu erkennen. Und wozu? Kartoffel ist gut, Hafer ist gut, Weizen oder Mais sind gut – aber wer braucht denn alles auf einmal im Napf? Welchen Vorteil hätte der Hund davon? Richtig: Keinen. Aber der Hersteller, der auf diese Weise Getreidereste verwerten kann. Wie gesagt: Je mehr Zutaten in einem Hundefutter vorhanden sind, desto schwieriger wird es herauszufinden, was eine Unverträglichkeit auslöst, wenn der Hund sich plötzlich juckt wie verrückt.

Insgesamt ist die Qualität von Hundefutter dabei heutzutage übrigens viel höher als vor zehn, fünfzehn Jahren. In Deutschland wird Hundefutter nicht mehr aus Schlachthofabfällen gefertigt (in USA übrigens schon, weshalb man sich überlegen sollte, ob es sich lohnt, ein teures Futter zu importieren – ganz abgesehen von dem CO2-Footrpint, den man dadurch hinterläßt) – schon aus gesetzlichen Gründen darf Schlachthofabfall nicht mehr eingesetzt werden. Hundefutter ist deutlich teurer geworden, denn die Futtermittelherstellung kommt der Lebensmittelherstellung in vielerlei Hinsicht sehr nahe, außerdem sind Hundebesitzer heutzutage bereit, viel mehr Geld für ihre Haustiere auszugeben: Muskelfleisch kostet nun mal ein Vielfaches von dem, was die Reste von allen geschlachteten Tieren früher kosteten.

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