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  • Sticky Mistwetter

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    Foto: Debra Bardowicks, www.animal-photography.de

    Wer Hunde hat, braucht keine Gurus. Hunde leben immer nur im Hier und Jetzt. Sie sind eine Springflut der Gefühle, und jedes dieser Gefühle ist irgendeine Variante von Liebe. Sie schaffen es, uns aus dem Intellekt ins Leben zu bringen. Sie erinnern uns immer wieder daran, wo wir eigentlich herkommen.
    Cynthia Heimel, aus: „When your phone doesn’t ring, it’ll be me“

  • Besuch beim Kini

    Aus hunde-offiziellen Gründen habe ich gerade einer Delegation amerikanischer Richter für Hunde Bayern gezeigt - unter anderem auch Schloß Neuschwanstein in Füssen.

    Neuschwanstein
    Es ist Jahre her, dass ich dort war - und ich bilde mir ein, damals wären deutlich weniger Japaner und Italiener dort gewesen, aber wahrscheinlich war ich einfach nicht zur Hochsaison dort: Unendliche Mengen von Menschen, merkwürdig laute Chinesen, die meine Hunde mindestens so häufig fotografierten, wie die wundervoll schönen Gebäude darunter (aber meine Hunde sind Kameras ja gewohnt und erdulden derlei mit professioneller Lässigkeit).

    Am allerschönsten ist das Jägerhaus, an dem Konterfeis von einem Rehbock, einem Wildschwein und einem Lieblingsjagdhund des Jägers von Ludwig II. von Bayern zu sehen sind:
    Foto 4

    Im Schloß selbst wird man in gewaltigen Gruppen durch die Räume getrieben; verweilen läßt sich's schlecht, weil einem auf den Fersen schon wieder die nächste Führung folgt: 25 Minuten bekommt man heute Zeit für das gesamte Schloß. WIe soll es auch anders gehen? Mittlerweile kommen jedes Jahr 1,3 Millionen Besucher in Ludwigs Märchenwelt. Früher durften Gäste noch auf den Balkon hinaustreten und den Paradiesblick über Alpsee und Schwansee und das östliche Allgäu genießen.
    Ich habe anschießend eine Weile mit dem Guide geredet, der den Job schon seit 14 Jahren macht - und behauptet, er kenne trotzdem noch immer nicht das ganze Schloß ("Vielleicht 96 Prozent", meinte er) und würde immer noch auf Dinge stoßen, die er noch nie zuvor gesehen habe. Dann verfiel er in ein Plädoyer für den Missverstandenen "Kini", der „seinen Platz in der Welt nie gefunden" habe. Er stand mit einem Fuß in der Vergangenheit, mit dem anderen in der Zukunft.“ Als mittelalterlicher Parcival sah er sich, der nach Reinheit strebte, und er ärgerte sich gleichzeitig, dass Leonardo da Vincis Fluggerät noch nicht erfunden war. Er war herzlich zu einzelnen Menschen und hatte Riesenangst, wenn sie in Massen auftraten. Ein Träumer war er. „Dazu katholisch und König und homosexuell“, seufzte er. „Wie konnte ein einzelner Mensch damit zurechtkommen?“

    Es ist natürlich eine gewaltige Wagner-Kulisse -überall Schwäne, so dass ich froh war, dass Harry nicht mit im Schloß war: Er hält Schwäne für seine natürlichen Feinde. Am allerschönsten ein riesiger, art-deko-ähnlicher Kachelofen, sicherlich sieben Meter hoch (der dem König aber nicht gefiel), dafür das Bett so riesig und schwer (16 Schnitzer arbeiteten vier Jahre lang an dem düsteren Monstrum), dass es einen nicht wundert, dass der Mann trübsinnig war.
    Also baute er sich seine Traumwelt, die die Wirklichkeit für immer ausschließen sollte. Seinen Diener wies er an: „Passt mir gut auf mein Schloss auf. Lasst es nicht bevölkern von Neugierigen!“ Und was haben sie gemacht? Sechs Wochen nach seinem Tod wurde das Schloss für Besucher geöffnet. Seitdem sind 65 Millionen Menschen hindurchgezogen.

    Foto 4

    DIe Hunde durften natürlich nicht mit ins Schloß, sondern warteten so lange in meinem Auto, tobten aber hinterher durch das Gelände - nach 18:00 Uhr, als nämlich kein Tourist mehr weit und breit zu sehen war. Es war herrlich - als würde man in dieses erstaunliche Dorf gehören, als dürfe man gleich durch eine der schönen Türen in eines der hübschen Häuser treten und wäre dort zuhause.

    Gretel jedenfalls verfiel der Stimmung genauso und spielte König Ludwig II im See:
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  • Reisefreiheit für Hund und Katze

    EU lockert Regeln

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    Reisen mit Hund, Katze oder Frettchen innerhalb der EU werden einfacher. Entsprechende Bestimmungen brachte das EU-Parlament heute am 23. Mai auf den Weg. Die Impfregeln werden gelockert.

    Abgeschafft werden z.B. alle überzogenen Einreisevorschriften, wie sie vor allem die Briten praktizieren. Ab jetzt gelten überall die gleichen Bestimmungen. Künftig gibt es auch weniger Stress mit den Tollwutbestimmungen. Angesichts der großen Fortschritte zur Bekämpfung dieser Seuche, werden solche Impfungen nicht mehr vorgeschrieben, wenn man Hund oder Katze in Länder mitnimmt, die als Tollwtut-frei anerkannt sind. Auch das Durcheinander bei den Reisedokumenten wird beseitigt. In Zukunft wird es ein europaweit einheitliche Formular geben, das man im Internet herunterladen und in allen Sprachen ausfüllen kann. Komplettiert wird die neue Reisefreiheit durch die Möglichkeit, das eigene Tier auch mal mit anderen auf Reisen zu schicken. Dazu braucht man lediglich ein Autorisierungsschreiben mitzugeben. Und es gibt erfreuliche Nachrichten für Züchter und Hundesportler: Wer zu einer Sportveranstaltung - wie z.B. einem Schlittenhunderennen - oder einer Ausstellung reist, darf künftig auch mehr als fünf Hunde mitnehmen (bisher war das verboten). Auf Druck des Europaparlaments wurden Tiere unter sechs Monaten allerdings ausgenommen. Damit solle der "illegale Handel mit Hundewelpen oder anderen Tierbabys" verhindert werden.

    Grund für Erleichterungen sind deutliche Erfolge bei der Tollwutbekämpfung in Europa. Nach Angaben des Europa-Parlaments wird in der EU jährlich im Durchschnitt ein Tollwutfall bei Menschen registriert. Ziel der neuen Verordnung ist es, den bislang hohen bürokratischen Aufwand zu reduzieren und lange Quarantäne-Aufenthalte in einigen EU-Staaten - wie Großbritannien - abzuschaffen. Außerdem werden die Informationen im Internet - etwa über Einreiseverbote bestimmter Hunderassen in einzelnen EU-Staaten - verbessert. "Frettchen, Hunde und Katzen können nun einfacher zum Urlaub, zu Tierschauen oder zu Zuchtzwecken durch Europa reisen", sagte der liberale britische Europaparlamentarier Chris Davies. Die neuen Regeln gelten aber voraussichtlich erst ab Anfang 2015.

  • Ab aufs Töpfchen!

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    Stubenreinheit ist für die meisten Hundebesitzer das wichtigste Erziehungsziel. Und während es bei jungen Hunden mit der Einhaltung eines straffen Stundenplans, Geduld und Konsequenz dersHundebesitzer relativ schnell geht, haben Eltern von Menschenkindern es da nicht so leicht.
    Jetzt allerdings haben sich einige Eltern eine Töpfchen-Training-Methode ausgedacht, die Hundebesitzern sehr bekannt vorkommen dürfte: Schon Säuglinge brauchen keine Windeln mehr, wenn Eltern und Babys sich in ?Ausscheidungskommunikation? üben, wie sich das nennt. Die Eltern achten dabei auf die Signale ihres Babies, also Grimassen oder Bewegungen, die das Kind kurz vor dem Pieseln oder Stuhlgang macht, um es dann flugs über das nächste Töpfchen, Spülbecken, Klo oder einen Grünsteifen zu halten. Jedes Wasserlassen oder jeden Stuhlgang begleiten die Eltern der ?Windelfrei?-Bewegung mit einem Schlüssellaut ? z.B. einem ?sssssssss? oder ?pschschschschsch? -, um das Kind so zu konditionieren, dass es sich nach einiger Zeit sofort erleichtert, wenn es dieses Geräusch hört. Ob man diesen Eltern mal einen Clicker empfehlen sollte, der ein Knackfrosch-Signal macht, das gewöhnlich zur Konditionierung bei Hunden oder Hühnern verwendet wird? Mit ein bisschen Übung springt das Baby dann vielleicht auch bald durch einen Reifen.
    Ich frage mich, ob da irgendjemand vielleicht ein Baby- mit einem Hundebuch verwechselt hat. Bei jungen Hunden macht man das mit der Stubenreinheit nämlich genau so: Alle zwei Stunden nach draußen und auch, wenn der Welpe komische kleine Kreise zieht und auffällig am Boden herumschnüffelt (jedes Pieseln wird mit einem ?Schlüsselwort? wie ?mach? Gassi!? oder so begleitet, damit der Hund irgendwann bei einem nächtlichen Ausflug bei minus dreizehn Grad schneller versteht, warum man jetzt eigentlich draußen herumsteht.
    Bloß müssen Säuglinge bis zum sechsten Monat ca. 20 Mal am Tag aufs Klo. Und nachts auch. Junge Hunde normalerweise nur alle zwei Stunden. Nachts schlafen sie nach kürzester Zeit durch - der Reifeprozess bei Hunden ist einfach schneller. Und wenn der zuständige Mensch kein totaler Versager ist, sind Hunde mit sechs Monaten längst stubenrein. Aber Kinder können aus physischen Gründen Blase und Darm wirklich zuverlässig erst nach frühestens zwei Jahren kontrollieren. So lange sollen Eltern rund um die Uhr auf die ?Ausscheidungssignale? ihrer Nachkommen achten? ?Windelfrei? sei aber besonders ?artgrecht?, erklären die Journalistinnen Nicola Schmidt und Julia Dibbern auf der Webseite www.artgerecht-projekt.de (auch so ein Wort aus der Tierhaltung): ?Babies sind von Geburt an ?dicht?, schreiben sie. Mag sein. Nur die Eltern offenbar nicht.
    Aber offenbar können Menschen von Hunden doch immer wieder viel mehr lernen, als man zu träumen wagte.

  • Dosendeutsch - was steht drauf?

    Das Kleingedruckte – Inhaltssstoffe im Hundefutter

    Per Gesetz müssen Futterhersteller auf ihren Produkten genau auflisten, was im Tierfutter enthalten ist. Je offener der Futtermittelhersteller mit seiner Inhaltsangabe umgeht, desto mehr kann man ihm vertrauen. Allerdings muss man ein bisschen „Dosendeutsch“ beherrschen, um zu verstehen, was die „Analytischen Bestandteile“ wirklich darstellen.
    Die zuerst aufgeführte Zutat macht den größten Anteil des Futters aus, die zuletzt genannte den kleinsten. Wenn auf einem Futtermittel also als erstes Reismehl, dann Rübenschnitzel und erst dann Hühnchenfleischmehl steht, ist deutlich mehr Getreide drin als Fleisch.

    Rohprotein
    Gutes Trockenfutter sollte zwischen 20 und 25% Rohprotein enthalten. Dosenfutter enthält auf den ersten Blick immer weniger Rohprotein als Trockenfutter, was mit dem höeheren Wassergehalt zu tun hat. Würde man den aus der Dose herausrechnen, erkennt man häufig, dass eine Dose oft mehr Rohprotein enthält als Trockennahrung. Der Gehalt an Rohprotein in einer Dose sollte nicht weniger als 5,5% beinhalten.

    Rohfett
    Rohfett bezeichnet den Energiegehalt des Futters. Für normal aktive Hunde reichen 10 – 12% Rohfett im Trockenfutter und ca. 1% in der Dose völlig aus. Leistungshunde wie Polizei-oder Rettungshunde können gut 15% vertragen. Achten Sie darauf, ob angegeben wird, wie viele und welche essentiellen Fettsäuren im Futter vorhanden sind.

    Rohfaser
    Damit sind die unverdaulichen pflanzlichen Faserstoffe (Ballaststoffe) im Futter gemeint, die der Hund braucht, um die Darmtätigkeit anzuregen und den Kot überhaupt zu formen. Im Trockenfutter ist ein Anteil von 2 – 3% ideal, im Dosenfutter 0,5%. Ist der Rohfaseranteil höher, bedeutet dies, dass ein großer Teil des Futters nicht verdaut werden kann, wodurch der Hund Blähungen bekommt und gewaltige Haufen ausscheidet.

    Rohasche
    Zur Ermittlung des Rohaschegehaltes wird die Probe in einem Muffelofen bis zur Gewichtskonstanz auf 550 °C erhitzt. Dadurch werden alle organischen Bestandteile vermuffelt (verbrannt) und der Rückstand ist der Gehalt an Rohasche. Das sind abhängig von der Probe v. a. Mineralstoffe und Sand. Der Wert Gesamtmasse des Futtermittels abzüglich des Werts der Rohasche ist die organische Masse (OM). Die organische Masse setzt sich aus Rohprotein, Rohfaser, Rohfett und NfE zusammen.

    Kalzium und Phosphor
    Im Futter für Welpen und Junghunde muss der Kalzium- und Phosphor-Gehalt angegeben werden. Das Verhältnis der beiden Mineralstoffe sollte bei 1 bis 1,5 zu 1 (Verhältnis Kalzium zu Phosphor) liegen. Alle anderen Mineralien dürfen unter dem Begriff „Mineralstoffe“ zusammengefasst werden und müssen nicht einzeln aufgeführt werden.

    Fleisch und tierische Nebenprodukte
    Dies bezeichnet alle Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse aus der Schlachtung - das kann Muskelfleisch sein oder auch Schlachtabfälle, die „nicht für den menschlichen Verzehr geeignet“ sind, wie Herzmuskelfleisch, Pansen, Blättermagen, Zunge, Innereien oder Blut. Häufig wird behauptet, es würden im Hundefutter auch Hufe, Federn, Schnäbel oder Fell verarbeitet: Diese Produkte dürfen in der Tat im Heimtierfuttermittel verarbeitet werden, gewöhnlich macht man daraus aber Kauartikel (Schweine- oder Rinderohren, Kaninchenohren mit Fell, Kau-Sehnen, Ochsenpesel, etc.). Denn ein hoher Anteil an Unverdaulichem (also: Hornspäne, Federn, Schnäbel, Gräten) würde den Rohfaser-Anteil erhöhen, was bedeuten wie beschrieben Blähungen und riesige Kotmengen bedeuten würde –was nicht im Interesse der Hersteller sein kann (die wollen ja, dass der Hund das Futter super verträgt und damit sehr alt wird, sonst verdienen sie ja nix).

    Pflanzliche Nebenprodukte
    In diese Gruppe fallen „Abfallprodukte“ der pflanzenverarbeitenden Industrie, wie also Karottenchips, Rübenschnitzel, Apfelrückstände, Sojaschnitzel, Kleie. Theoretisch erlaubt sind auch billige, schlecht verwertbare Füllstoffe wie Pressrückstände aus der Ölgewinnung von Mais oder Soja, Kartoffelschalen, etc. Allerdings macht auch dies ernährungsphysiologisch (und kaufmännisch) wenig Sinn, denn sind solche schlecht verwertbaren Füllstoffe vermehrt in einem Futter enthalten, steigt wieder der Rohfaseranteil und die Unverdaulichkeit des Futters.

    Antioxidiantien
    Diese verhindern, dass das Fett im Hundefutter ranzig wird und stinkt. Synthetische Antioxidiantien wie BHA, BHT und Ethoxiquin stehen im Verdacht, Krebserkrankungen zu begünstigen.

    Konservierungsmittel
    Zu diesen gehören Kalziumsorbit (E 203), Natriumsorbit (E 201) oder Zitronensäure (E 202), die das Futter vor dem Verderb durch Bakterien, Hefen und Pilze schützen. Sie sind nur dann notwendig, wenn das Futter mehr als 14% Wasser enthält. Trockenfutter enthält normalerweise weniger als 10% , weshalb diese Konservierungsstoffe unnötig sind. Auch in Dosen sind Konservierungsstoffe gewöhnlich überflüssig, denn deren Inhalt wird durch Erhitzung und Druck haltbar gemacht.

  • Das Leben ist ein Hundespaziergang

    Keine Ahnung, ob ich Hunde habe, weil ich so gerne spazieren gehe, oder ob ich so gerne spazieren gehe, weil ich Hunde habe. Tatsache ist, dass diese vollkommen banale Betätigung mittlerweile zum zentralen Punkt in meinem Leben geworden ist. Nach über 35 Jahren Hundespaziergängen kenne ich mich aus. Es gibt nur wenige Freiluftaktivitäten, die weniger sportlich, anstrengend oder gefährlich sind als ein Hundespaziergang. Man braucht keine besondere Technik dafür. Nach Jahren der Hundespaziergänge kann man nicht befriedigt zurückblicken und in den Fortschritten schwelgen, die man gemacht hat. Der Hundespaziergänger fühlt keinen Triumph wegen seiner Leistung nach dem dritten Gang des Tages um den Block.
    Aber diese Spaziergänge sind eben doch etwas Besonderes. Menschen und Hunde verbringen seit ca. 100 000 Jahren ihre Zeit gemeinsam – eine Beziehung, die älter ist als das Rad, älter das geschriebene Wort, älter als Landwirtschaft. Eine Beziehung, die immer daraus bestand, gemeinsam irgendwo hin zu gehen – ob auf die Jagd, zum Schafhüten, zum Kämpfen, um eine Grenze zu patroullieren oder einen Schlitten zu bewegen. Heutzutage haben die meisten Hunde keine ernsthaften Berufe mehr. Die meisten Menschen haben auch nicht mehr die Sorte Beruf, in dem Hunde sie unterstützen können.
    Was bleibt, ist der gemeinsame Spaziergang.
    Ich bilde mir gerne ein, dass der Hundespaziergang eine Verbindung zu unserer primitiveren Vergangenheit ist. Wenn meine Hunde mich aus der Haustür begleiten, die Stufen hinunter in die Welt, dann sorgen sie dafür, dass ich aus meiner kleinen, stressigen Welt heraustrete, aus meinem komplizierten menschlichen Leben aus Nachrichten, Rechnungen, Arbeit, Verantwortungen und endlosem Geplapper, in eine viel simpleres Dasein in der Natur, zwischen Bäumen und Büschen, in der ich mich plötzlich mit Zaunkönigbabies, Blindschleichen, Kröten und Rehen beschäftige – Themen meiner Kindheit.
    Im Laufe der Jahre ist mir ein seltsames Phänomen aufgefallen: Mehr und mehr Facetten meines Alltags sind mit dieser simplen Aktivität verbunden. Genügend Bewegung? Bekomme ich durch die Hundespaziergänge. Nachdenken? Die besten Gedanken und Ideen kommen mir gewöhnlich auf meinen Hundespaziergängen. Freundschaften? Ich habe einige meiner wichtigsten Freunde auf meinen Hundespaziergängen kennen gelernt. Abenteuer? Jeder Hundespaziergang ist anders. Das Gefühl von Ewigkeit? Jeder Hundespaziergang ist gleich.
    Für meine Hunde beginnt jeder Spaziergang mit einer Hoffnung, eigentlich eher einer Erwartung, dass etwas Großartiges passieren wird. Du wirst schon sehen, sagen meine Hunde, es wird etwas Wundervolles passieren: Warte nur ab.

  • Entsetzliche Tierquälerei - Update vom 13. Mai

    Mit diesem Bericht mache ich Ihnen keine Freude, ich weiß das. Es tut mir auch leid, andererseits beschäftigen mich diese Geschichten wie auch Animal-Hoarding so sehr: Auch diese Fälle gehören zur Hundehaltung in Deutschland. Und ich will nicht alleine dasitzen mit diesem Elend und den traurigen Gedanken. Sie müssen ja nicht den ganzen Text lesen - ich habe ihn extra zweigeteilt.

    Aus der Pressemitteilung der Polizei Mannheim:

    "In einem Anwesen in Edingen-Neckarhausen bat zunächst eine Gerichtsvollzieherin die Polizei um Amtshilfe, da bekannt war, dass sich dort sieben Hunde befinden.

    Nicht nur, dass sich das Haus in einem äußerst verwahrlosten Zustand befand, wurden zunächst drei Berner Sennenhunde „wohlauf“ angetroffen. Bei einer weiteren Nachschau konnten zunächst zwei verängstigte und völlig abgemagerte Welpen aufgefunden werden. In einem weiteren Zimmer lagen zwei verendete und bereits verweste Hundekadaver.

    Im Keller wurden neben Kleintieren nochmals drei Bernhardiner vorgefunden, die trostlos neben drei weiteren Hundekadavern in ihrem eigenen Unrat vegetierten.
    Für das Anwesen mussten eine Schädlingsbekämpfungsfirma verständigt werden. Die acht noch lebenden Hunde wurden nach einer Versorgung vor Ort durch eine Bereitschaftstierärztin in umliegende Tierheime bzw. Tierkliniken transportiert.

    Gegen die 33-jährige Hundehalterin und ihren 24-jährigen Lebensgefährten ermittelt die Polizeihundeführerstaffel der Polizei Mannheim wegen mehrerer Verstöße gegen das Tierschutzgesetz."

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    Hier geht es zu einem ausführlicheren Bericht - der aber wirklich so grauenhaft ist, dass man ihn möglicherweise nur schwer aushält. Ich jedenfalls kann es kaum. Wie verroht müssen Menschen sein, um derlei zuzulassen.

    => Lies mehr!

  • Finde den Fehler:

    Gretel und Luise

  • Die unglaubliche Geschichte von Xena, der Kriegerprinzessin

    Wenige Monate, nachdem sie am Straßenrand zum Sterben zurückgelassen wurde, veränderte ein Pitbull-Welpe namens "Xena" das Leben eines achtjährigen autistischen kleinen Jungen

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    Bis vor drei Monaten war Jonny Hickey ein ruhiges, einzelgängerisches Kind. Jonny ist autistisch, was es ihm schwer macht, zu anderen Menschen eine Beziehung aufzubauen, sogar zu Familienmitgliedern. Er sprach sehr wenig und zog sich meistens zurück. Er konnte durchaus sprechen und auch ganz gut lesen - er hatte sich nur ganz gut in seiner eigenen, einsamen Welt eingerichtet. Bis die Familie Hickey im Februar einen ausgesetzten Pitbull-Welpen adoptierte, der sich sofort eng an den kleinen Jungen anschloß. Jonnys Freundschaft zu Xenia hat alles verändert: Plötzlich kam der Junge aus seinem Schneckenhaus heraus, begann zu sprechen, zu singen und interessierte sich für die Welt um ihn herum. "Nach acht Jahren wurde er plötzlich zum glücklichsten Kind der Welt", sagte seine Mutter Linda Hickey in der "Today Show".

    Eigentlich beginnt die Geschichte im letzten September, als die "Animal Services" in DeKalb County in Georgia am Straßenrand einen dehydrierten, verhungerten, kaum noch lebenden Welpen fanden.
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    "Ich mache seit 12 Jahren Tierschutz", erzählt Chrissy Kaczynski, die den Welpen fand. "Ich habe noch nie einen so jungen Hund in einem so entsetzlichen Zustand gesehen. Ich hätte nie gedacht, dass sie die Nacht überlebt." Kaczynski brachte den Hund in eine Tierklinik, wo man ihn behandelte. Aufgrund des Zustands des etwa vier Monate alten Welpen ging man davon aus, dass er wohl bisher in einem Käfig gehalten wurde, bevor man sie zum Sterben am Straßenrand zurückließ. "Normalerweise kann ein Hund auf der Straße immer irgendwas zu fressen oder Wasser finden", sagt Chrissy Kaczinsky, die fünf Monate lang Xenias Pflegemutter war. "Xenia dagegen muss irgendwo eingesperrt gewesen sein, ohne irgendwelches Futter oder Wasser. Auf ihrem Nasenrücken hat sie solche Verletzungen, als ob sie versucht hätte, irgendwo auszubrechen."
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    Der Welpe wog knapp 2,5 Kilo, als sie gefunden wurde, und begann bald, sich unter der Pflege der Tierärzte zu erholen. Kaczynski nannte die kleine Hündin "Xenia, die Kriegerprinzessin" und richtete eine Facebook-Seite für sie ein. Nach wenigen Wochen hatten Facebook-Fans die Seite viele tausend Mal geteilt, ud aus aller Welt trafen Spenden bei der Tierschutzorganisation für Xenia ein. Im November organisierte die Gruppe "Friends of Dekalb Animals" am 11. Februar eine kleine Benefiz-Veranstaltung für Xenia, die nun soweit erholt war, dass sie ihre Facebook-Freunde auch persönlich kennen lernen konnte.
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    Als die Hickeys vorbei kamen, um für den kleinen Hund zu spenden, rannte Xena direkt auf sie zu und fing an, mit Jonny zu spielen. Während Linda Hickey, die Xenas Geschichte auf Facebook verfolgt hatte, ihrem Sohn beim Spielen zusah, beschloss sie, den Welpen zu adoptieren. Am 24. März zog Xena offiziell bei der Familie Hickey als deren dritter Tierschutzhund ein.
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    Ich bin ganz sicher, dass der liebe Gott persönlich uns diesen Hund geschickt hat", schrieb Linda Hickey an diesem Tag auf Facebook. "Jonny hatte nur ein sehr begrenztes Vokabular. Aber seit Xenia bei uns eingezogen ist, hat er gar nicht mehr aufgehört zu reden... Er redet mit ihr die ganze Zeit auf dem Weg von der Schule nach Hause, während seiner Hausaufgaben und anschließend während des Abendessens", erzählt sie. "Wie viele Kinder mit Autismus hat Jonny Probleme mit Nähe. Er mag es nicht, wenn man ihm körperlich zu nahe kommt. Darum rührt es mich zu Tränen, wenn ich sehe, wie Xenai im Auto auf seinem Schoß sitzt und er lächelt, sie küßt und umarmt."
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    Ich glaube auch: Hunde sind ein Geschenk. Immer wieder.

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  • Hundesport ist was für Anfänger

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    Brief von Luise

    Ich glaube, ich habe auch mal Sport gemacht. Damals war ich noch sehr jung und wollte einfach sehen, wie weit die Menschen so gehen würden. Ich finde Ballspielen völlig idiotisch. Was soll das? Du stehst da und wirfst den Ball, und ich soll ihn zurück bringen, damit Du ihn erneut werfen kannst: So wie Babys das machen, wenn sie etwas fallen lassen, und die Mutter hebt es wieder auf. Und wieder. Und wieder. Reine Machtausübung, wenn Ihr mich fragt. Und dann „Agility“, eine Art Springsport für Hunde. Was soll der Sinn davon sein? Bei vielen dieser Hindernisse würde es viel mehr Sinn machen, unten durch zu laufen, statt darüber zu springen. Weißt Du, wann das langweilig wurde? Bei der fünften Wiederholung des gleichen Ablaufs. Nichts für mich. Wozu soll ich mich durch einen Plastiktunnel quetschen, wenn ich viel bequemer daran vorbei laufen kann? Ist ja nicht so, als würde nur ein einziger Weg zum Ziel führen. Aber es geht dabei wohl um irgend etwas anderes. Um Deine Regeln. Ich weiß, dass viele Hunde Sport mögen. Nur eben nicht die Klugen. Die rennen nicht eine Million Mal hinter einem glitschigen Ball her, oder hinter einer schwebenden Scheibe: Da muss man ja schön blöd sein. Angeblich rennen manche Hunde auch gerne mit dem Fahrrad mit. Wozu? Soll es amüsant sein, an sämtlichen Gerüchen und Botschaften im gestreckten Schweingsalopp vorbeizurennen? Für Euch mag es ein Laternenpfahl sein: Für uns ist es Facebook. Jetzt stellt Euch mal vor, jemand ließe Euch einfach keine Nachrichten posten: Der Tag wäre gelaufen. Ich weiß, dass es Hunde gibt, die nichts toller finden, als irgendwelche Spielsachen aus einem See herauszuholen. Und diese Sache mit Autos oder Fahrräder jagen: Begreife ich nicht. Solange das nicht der Frischfleischlieferant ist, der Markknochen aus dem fahrenden Wagen wirft, macht das doch überhaupt keinen Sinn.
    Ich weiß, dass Ihr Menschen immer Angst habt, wie bewegen uns nicht genug. Ich muss allerdings sagen: Ihr seid selbst nicht gerade die besten Vorbilder. Ich meine, Ihr kommt nach Hause und sehr fern. Das ist auch nicht gerade interaktiv. Ich bin total für gemeinsame Unternehmungen. Ich will was erleben, lange Spaziergänge durch Straßen, Parks und Wälder machen, gemeinsam nach Wühlmäusen buddeln, Leute und Hunde angucken. Aber diesen Sportkram könnt Ihr Euch getrost für Euer persönliches Burn-Out-Syndrom aufheben.
    Ich wäre bereit für einen Deal: Nächstes Mal, wenn Euch nach Hundesport ist, gehen wir in den Park. Ihr klemmt Euch ein paar Wiener Würstchen ans Hosenbein und lauft los. Ich verspreche, dass ich hinterher rennen werde. Auf diese Weise bekommen wir alle ein bisschen Bewegung, und der ganze Wahnsinn macht endlich Sinn.

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"Das Buch ist eine liebevolle Abhandlung über die schillerndste „Persönlichkeit“ unter den Hunden. Die amüsanten Texte und die hinreißenden Fotografien von Enver Hirsch zeichnen Vorlieben, Eitelkeiten und Nöte des kultigen Vierbeiners nach. Darüber hinaus vermittelt der 192-seitige Band aber auch Wissenswertes über Anschaffung, Züchtung, Pflege und Ernährung." - FOCUS

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